Brauer Portrait: Yankee & Kraut – Bierliebe zwischen Ami und Bayer

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Max Senner und Bryan France – Yankee & Kraut

Bryan France ist ein echter Hophead. Kein Wunder, denn er kommt aus den USA. Genau genommen aus Reno in Nevada, wo die Hopfengärten nicht weit entfernt von seiner Stammkneipe lagen. Seine Leidenschaft zu hopfigen Bieren brachte er mit nach Deutschland. Zwar studierte er erst Biologie, setzte dann aber in Weihenstephan noch Brauwesen oben drauf. Davor rührte er nur hobbymäßig in kleinen Sudkesseln und bastelte an ein paar Rezepten. Im vergangenen Jahr zählte er zu den Finalisten im Innovationswettbewerb der Weihenstephaner Uni. Sein Ziel war es dann eine eigene Biermarke rauszubringen. Um das zu stemmen, tat sich der 33-Jährige mit Max Senner zusammen. Die beiden sind seit Jahren schon dicke Freunde und genießen seltene Sude am liebsten zusammen.

In diesem Jahr starteten die beiden unter dem Namen „Yankee & Kraut“ durch. Die erste verfügbare Kreation war das Wettbewerbsbier namens „Hopulenz IPL“ – das schon echt gut gelungen war. Danach kam ein Pale Ale namens „Eden“, das einer Hopfenbombe gleicht. Das neueste Werk ist die „Sommerfinsternis“. Ein Stout, das mit Weißbierhefe vergoren und extrem hopfengestopft wurde. Und so wie ich das amerikanisch-bayerische Team kenne, tüfteln sie schon längst wieder an neuen Rezepturen.

 

Die Fragen beantwortete Bryan:

  1. Was ist passiert, damit du dich für den Brauer-Beruf entschieden hast?

Seit dem ich 18 bin braue ich Bier. Wollte aber früher nie Brauer werden. So dachte ich zumindest, bis ich nach Deutschland kam und hier ein bisschen arbeitete. Dann wurde mir plötzlich klar, dass ich etwas Leidenschaftliches machen muss. Bierbrauen als Beruf hat sich auf einmal doch nicht so verkehrt angehört. Das ist jetzt fast genau zwei Jahre her.

 

  1. Wann hast du dein erstes Bier gebraut und wie ist es geworden?

Das erste Bier habe ich mit einem Freund (Kevin Basta) zusammen in der Küche meinen Eltern gebraut.  Erstaunlicherweise ist es tatsächlich gut geworden, obwohl es kein 08/15 Bier war.  Ich wollte gleich am Anfang was Starkes brauen. Ich habe mich also für einen Barleywine entschieden (Stammwürze ca. 19°P). Genannt habe ich es “Barfallonyou”.  Ich glaub da sind sogar noch ein paar Flaschen davon im Keller bei meinen Eltern.

 

  1. Welche anderen Brauer/Brauereien haben dich am meisten inspiriert?

Was mich am meisten inspiriert hat sind die Biere und Brauer aus Belgien.  Geschmacklich waren die völlig neu für mich. Danach kam Weißbier ins Spiel und ich habe mich ziemlich lange mit verschiedenen Hefestämmen und deren Gärnebenprodukten beschäftigt. Meine Liebesgeschichte mit Hopfen ist erst vor 1,5 Jahren zur Blüte gekommen. Hopfen hat mich schon immer interessiert, aber die meisten IPA’s  in den USA waren meistens viel zu bitter und die Hopfengaben eher auf Bittereinheiten orientiert als auf reines Aroma oder Geschmack des Hopfens.

 

  1. Welches Bier (außer den eigenen) würdest du deinem besten Freund empfehlen?

Da gibt es je nach Typologie ein ganze Menge Lieblingsbiere.
Helles:  „Das Helle“ von Tilman Ludwig (Tilmans Biere). Das hatte ich sogar auf meiner Hochzeit.  Ist einfach verdammt gut und sau süffig.

IPA: „Amarsi“ von Alexander Himburg (Himburg’s Braukunst Keller).  Das „Wendigo“ Westcoast IPA von Vladimir Kaznakov, Unorthodox Brewing aus Bratislava, Slowakei. Lecker!  Pliny the Elder / Pliny the Younger, Russian River Brewing Co.

Trappisten Bier:  Rochefort 10

Weißbier:  Gutmann, Andechser, oder Hopf „Spezial“

Abgefahren: „Mexas Ranger Porter“ von Mikkeller, einfach sau lecker.

Tripel:  Westmalle, Tripel Karmeliet oder auch „Lemondrop“ von Giesinger.

Belgisch: De Dolle „Arabier“

Geuze: 3 Fonteinen „Oude Geuze“

Flanders Red/Oud Bruin: Duchesse du Bourgogne, Liefmans „Gouden Band“

Ich glaub ich sollte jetzt lieber damit aufhören…

 

  1. Was sind für dich wichtige Kriterien für ein richtig gutes Craft-Bier?

Geschmacklich soll es innovativ und anders sein, aber natürlich auch gut schmecken.  Ein richtig gutes Craft-Bier ist immer einzigartig und von höchster Qualität.  Kosten sind, im angemessenen Rahmen, völlig egal.

 

  1. Was sind deine Lieblings-Hopfensorten?
  • Cascade, sowohl aus den USA, als auch aus deutschem Anbau.
  • Centennial
  • Chinook
  • Amarillo
  • Citra
  • Hallertauer Mittelfrüh

 

  1. Mit welcher berühmten Person würdest du gern mal anstoßen und warum?

Mit dem amerikanischen Starkoch Anthony Bourdain. Der Mensch ist einfach sau lustig und steht auf gescheites Essen und auf alles im Überfluss. Der nächste Tag wäre definitiv Teufelszeug.

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