Die 5. Jahreszeit und ihre Geschichte: Startschuss zur Starkbier-Saison

Prawny_Pixabay

In diesen Tagen beginnt wieder die besonders beliebte Starkbierzeit. Durstige Leute reisen aus der ganzen Republik vor allem nach Bayern, um die speziell eingebrauten Sude mit Namen wie Celebrator, Maximator oder Anniversator im Rahmen traditioneller Festivitäten in Brauereien und Wirtshäusern zu probieren. Das wahrscheinlich bekannteste und beliebteste Event für solche Biere findet ab März in München auf dem Nockherberg statt, ausgerichtet von der Paulaner Brauerei, die vor mehr als 380 Jahren von Mönchen gegründet wurde. Ausgeschenkt wird bei dem Spektakel ein kastanienbrauner Doppelbock namens „Salvator“ mit einem Alkoholgehalt von knapp acht Prozent.

Doch wie kam es eigentlich zu dieser trinkfreudigen Tradition? Bereits im 15. Jahrhundert brauten die heiligen Brüder aus der Paulaner Abtei alljährlich kräftig-malzige Sude für die Fastenzeit ein, in der sie auf feste Nahrung verzichten mussten. Um diese karge Zeit des Hungerns leichter zu überbrücken, tranken die Mönche sättigende Starkbiere. Denn in Klöstern galt die Regel: „Flüssiges bricht das Fasten nicht“ – und schließlich erzielt der Genuss von einem Liter des deftigen Gerstensaftes fast dieselbe nahrhafte Wirkung wie der Verzehr einer ganzen Brotzeit. Bei dieser flüssigen Nahrung handelt es sich meist um Bockbiere, die durch hohe Malzschüttung beim Brauprozess gehaltvoller als Helles, Pils & Co. sind. Vorgegeben sind laut Stilbeschreibung mindestens 16 Prozent Stammwürze und ein Alkoholgehalt von rund sieben Umdrehungen. Bei Doppelböcken liegen beide Werte sogar noch etwas höher.

Um diesen Bierstil ranken sich übrigens einige Mythen. Einige Traditionalisten behaupten bis heute, dass Bockbier in Bayern erfunden wurde. Aber seine Geburtsstätte hat der Bock im niedersächsischen Einbeck. Mit 742 amtlich registrierten Brauherren war tatsächlich die alte Hansestadt einst Deutschlands Biermetropole schlechthin. Hier wurde schon im 14. Jahrhundert erfolgreich mit kräftigem Bier gehandelt, das damals allerdings noch „Ainpöckisch Bier“ hieß und als langhaltbares Lebensmittel galt. Die älteste noch vorhandene Rechnung für zwei Tonnen Einbecker Bier ist auf den 18. April 1378 datiert. Dieses Jahr gilt auch als Gründungsdatum des Einbecker Brauhauses, das die Bock-Spezialität erfand. Auch Martin Luther, der ein begnadeter Biertrinker war, soll einst gesagt haben: „Der beste Trank, den einer kennt, der wird Ainpöckisch Bier genennt“.

So waren die norddeutschen Böcke schon damals auch bei bayerischen Herzögen und Fürsten äußerst beliebt. Das Bier schmeckte ihnen so gut, dass sie einfach einen Braumeister aus Einbeck abwarben, der den Trunk in München „nach einpöckischer Brauart”, so die damalige Bezeichnung, produzieren musste. Aus diesem Wortspiel und dem bayerischen Dialekt entwickelte sich mit der Zeit der Begriff Bockbier, was also nichts mit dem männlichen Herdentier zu tun hat.

Genossen wird dieser Stil inzwischen aber nicht mehr nur zur Starkbierzeit und auch nicht nur in Deutschland. Rund um den Globus trauen sich Brauer inzwischen an verschiedenste und auch kreative Rezepturen von hellen und dunklen Bockbieren. Bei vielen internationalen Brauereien gehen die Sude aber gern nach deutschem Vorbild über die Theken.

7 Jahre feinerhopfen.com

Liebe Community, liebe Leserinnen und Leser,

für mich gibt es heute wieder einen Grund, eine ganz besondere Flasche zu köpfen: feinerhopfen.com hat Geburtstag. Jetzt sind es schon sieben Jahre, die ich durch die spannende Welt kreativer Biere reise. Auch im vergangenen Jahr konnte ich ganz individuelle Biere genießen, besonders schräge Sude und aufregende Geschichten von Brauern aus aller Welt aufstöbern sowie wunderschöne Sudhäuser besichtigen. Zudem durfte ich auch 2019 in den Jurys von renommierten internationalen Bier-Wettbewerben die besten Sude rund um den Globus verkosten, wurde in den Vorstand des Meininger’s International Craft Beer Awards aufgenommen und startete das Programm zum „Master of Beer“. Und das alles macht mir immer noch genauso viel Spaß wie am ersten Tag.

Deswegen möchte ich heute ein Toast aussprechen: DANKE an Euch – an meine vielen Leserinnen und Leser – für das Interesse an Feiner Hopfen. Es ist ein enormer Anreiz für mich, Euch auch weiterhin mit interessanten Verkostungen, Interviews, Brauer-Portraits und Kommentaren zu begleiten, Euch zu informieren, zu inspirieren und zu unterhalten. DANKE, dass ich fast jeden Tag wunderbare Menschen kennen lernen darf, mit denen ich stundenlang über die Bierszene, Branchenentwicklungen, neue Sude und deren Rohstoffe und Aromen diskutieren kann.

Ein besonderer Toast gilt auch all den Kreativbrauern, die uns Aficionados trotz hartem Wettbewerbskampf immer wieder mit hocharomatischen und qualitativhochwertigen Bieren beglücken. Weiter so! Und hey, lasst euch nicht von medialen Prophezeiungen beirren, die vom Untergang der Craft-Biere schreiben. Wir haben so viele fantastische Macher, Trendsetter, Bier-Enthusiasten, Hopfenzauberer und Malzpropheten in unserer Branche durch die der Craft-Biermarkt meiner Meinung nach in den kommenden Jahren noch deutlich weiterwachsen wird. Auf Euch!

Bier-Festival: Braukunst Live! zeigt sich mit neuen Ideen

In wenigen Tagen öffnet die „Braukunst Live!“ (BKL) wieder ihre Türen für Bierfans aus aller Welt. Am Wochenende vom 31. Januar bis ersten Februar dreht sich im Münchner MVG Museum alles ums Thema Bier. Dieses Mal steht die Veranstaltung allerdings unter neuer Schirmherrschaft und präsentiert neue Ideen, neue Aussteller und neue Biere.

Die Veranstalter fordern alle ausstellenden Brauereien auf, am Wettbewerb, um den besten FestivalBrew mitzumachen. Vorgabe ist es, ein Bier mit der Flavour-Hopfenkomposition „Fantasia“ von BarthHaas zu brauen, die bei richtigem Einsatz fruchtige Noten von Aprikose und einen Hauch von Sahne und Karamell in den Sud zaubert. Das Siegerbier, das im Vorfeld von einer professionellen Jury gekürt wird, wird am Ende des Presserundgangs am Freitag bekanntgegeben.

Zudem gibt es erstmals das „BierForum“, eine Kooperationsveranstaltung zwischen der Braukunst Live und der „BierBegeisterung“ aus Bamberg, die am 31. Januar von 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr stattfindet. Innerhalb verschiedener Vorträge soll folgendes Thema aus dem Blickwinkel von Handel und Gastronomie beleuchtet werden: Wie schaffen wir es, den Wert des Bieres beim Verbraucher darzustellen? Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Biermacher und Biervertreiber.

Für alle anderen Besucher warten rund 60 nationale und internationale Aussteller, die ihre besonderen Bierspezialitäten vorstellen. Neben bayerischen Craft-Machern wie Brewheart, Brewsli, Munich Brew Mafia, Hoppebräu, TrueBrew und vielen anderen, reisen auch Buddelship aus Hamburg, Schoppe Bräu aus Berlin oder Kuehn Kunz Rosen aus Mainz an. Zu den internationalen Highlights zählen der amerikanische Craft-Star Sierra Nevada sowie einige italienische Spezialitätenbrauereien, dessen Biere am Stand vom „Frisches Bier“ ausgeschenkt werden. Außerdem können die BKL-Gäste an beiden Tagen einige Münchner Helle blind verkosten und ihren eigenen Gaumen testen. Stammt das Bier aus einer großen oder einer kleinen Brauerei? Hier geht es nicht um Marketing und Marke, sondern nur um Geschmack.

Und wer kennt es nicht: Bier regt den Appetit an. Auch da haben sich die Veranstalter dieses Mal etwas überlegt. Im hinteren Hallenbereich stehen bekannte Foodtrucks wie etwa die „Suppenhühner“, die „Futterkiste“, “OX Grill by Ringlers“ und die „Wunderbar“ bereit. In diesem Food-Bereich gibt es auch einige Sitzmöglichkeiten, um sich zu entspannen. Und für noch mehr Stimmung sorgt Live-Musik mit bekannten Künstlern.

Online-Event: Erste virtuelle Messe für Hobbybrauer

Hobbybrauen liegt im Trend. Immer mehr Bierliebhaber stellen sich zuhause an die Kessel, um ihre ganz individuellen Sude zu kreieren. Zudem gibt es inzwischen auch vermehrt Events und Veranstaltungen, die sich rund um das Thema Freizeitbrauen drehen. Am 18. und 19. Oktober findet jetzt sogar die erste virtuelle Messe für Hobbybrauer im deutschsprachigen Raum statt. Auf hopfenfreaks.com finden Bierfreunde an beiden Tagen rund 25 Vorträge und Interviews mit erfahrenen Hausbrauern, sowie einige Experten-Chats und eine Online-Ausstellung mit Infos zu Braugerätschaften, Rohstoffen und Kursen rund ums Brauen und Verkosten. Profis zeigen in Filmbeiträgen die größten Fallstricke beim Brauen und geben praktische Tipps wie man das eigene Bier noch besser machen kann. Einige Hobbybrauer gewähren Einblick in ihre Anlagen, verraten ihre Tricks und zeigen Erfolge und Ausrutscher. 

Zu den Experten zählen neben Holger Eichele, Geschäftsführer des Deutschen Brauerbundes, auch Nicola Buchner, Geschäftsführerin des Verbands der Diplom Biersommeliers sowie Jörg Krüger, Chefredakteur des Brau!magazins. Das vorläufige Programm gibt es hier https://hopfenfreaks.com/programm/

Teilnehmer können alle Angebote kostenfrei mit dem Desktop, Laptop, Tablet oder sogar dem Smartphone nutzen. Wer alle Videos und zahlreiche Bonus-Materialien auch nach der Messe noch abrufen will, kann ein spezielles Ticket erwerben. Der Early Bird-Preis für den VIP-Pass beträgt 49 Euro (statt 69). Ihr liebe Leser, erhaltet zusätzlich noch eine Ermäßigung von zehn Euro. Einfach folgenden Code bei der Bestellung eingeben: iewf-lbpu-bike

Münchner Bier-Event: O’zapft is auf dem Craftbeer-Oktoberfest

Craftbeer Oktoberfest

Nach der Wiesn ist vor dem Craftbeer-Oktoberfest. Am kommenden Freitag und Samstag findet in der Münchner Reithalle das für Bier-Geeks viel interessantere Spektakel statt. Insgesamt 16 Craft-Brauereien aus der bayerischen Hauptstadt und Umgebung sowie eine Biermanufaktur aus Polen schenken ihre Sude aus, die von süffigem hellen über modernes Weißbier, Pale Ale, India Pale Ale, Stout und Sorten fernab des Reinheitsgebotes reichen. Die Brauer stehen selbst hinter den Ständen, um den Gästen alles über ihre Geschichte, Intention und Biere zu erzählen. Ganz nach dem Motto: Genuss und Gemütlichkeit statt Einheitsgeschmack und Massenabfertigung.

Craftbeer Oktoberfest

Für zusätzliche Stimmung sorgen vier Münchner Bands, die von Funk, Soul, Pop, Blues bis hin zu Rock’n‘Roll etwas anderes als Helene Fischer oder DJ Ötzi im Repertoire haben. Verhungern muss auf dem Craftbeer-Oktoberfest auch niemand. Für die richtige Grundlage bilden sieben Foodtrucks vor der Tür einen Streetfood-Markt. Hier gibt es vom klassischem Burger, einem Pastramigriller, amerikanischen Beefbrisket oder vegetarisch und veganen Leckereien bis hin zu regionalen Bio Bratwürsteln, alles was den Hunger stillt und auch ideal zum Bier passt. Wer mehr zum Thema Foodpairing wissen möchte, kann sich auch zu speziellen Workshops anmelden.

Fakten auf einen Blick:
Wann: Freitag & Samstag den 11.-12. Oktober 2019 jeweils von 16-1 Uhr
Wo: Reithalle // Heßstraße 132 // 80797 München
Eintritt:  ab 10,31 €
Infos & Tickets: http://craftbeer-oktoberfest.de/

Geheimtipp: Biermekka Budapest

In einem Land wie Ungarn würden wohl die wenigsten Leute eine enorme Biervielfalt erwarten. Doch vor allem in Budapest steppt heute der Bier-Bär. Am vergangenen Wochenende habe ich mich in der ungarischen Hauptstadt mal etwas umgesehen, denn am Freitagnachmittag startete bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen die erste Tasting-Session der „Budapest Beer Week“. Mehr als 60 Brauereien aus 25 Nationen schenkten dort an zwei Tagen in der Event-Location namens Dürer Kert ihre Sude aus. Neben elf ungarischen Craft-Stätten wie Mad Scientist, Tuffbuzz, First, Horizont oder Hoptop gab es unter anderen aber auch New England IPAs, Sauerbiere und Milk Stouts aus Serbien, Rumänien, Slowenien, Tschechien, Schweden, England, USA und Russland. Das Konzept: Jede Brauerei zapft pro Tag nur zwei Fässer mit verschiedenen Sorten. Motto: was leer ist, ist leer. Leider waren manche Sude schon nach wenigen Stunden ausgetrunken.

First Craft-Bierbar

Aber nicht nur auf dem Festival war einiges in Sachen Bier geboten. Budapest hat auch eine große Auswahl an Craft-Bars zu bieten. So sollte jeder Bierinteressierte beim Städte-Trip in die ungarische Metropole mal in Locations wie das Hopaholic, das Élesztő oder in die Hops Beer Bar gehen. Dort findet man eine wirklich gelungene Mischung aus einheimischen und internationalen Bieren aus Fass, Flasche und Dose. Auch die Brewpubs einiger Brauereien sind sehr zu empfehlen. So etwa die Kellerbar von Horizont Brewing mit kleinem Außenbereich, der First Taproom mit rund 20 Bieren vom Fass, davon auch einige Fremdsorten von befreundeten Craftern, und köstlichen BBQ-Gerichten oder aber das Labor von Mad Scientist im Szimpla Kert, wo man das Bier auf Wunsch auch aus sogenannten Erlenmeyerkolben genießen kann. Aber das war längst nicht alles, in Budapest gibt es noch viel mehr bierige Highlights zu entdecken, die sich in einem Blog-Beitrag nur schwer zusammenfassen lassen. Für mich steht jedenfalls fest: Ich war nicht das letzte Mal in der Donaumetropole, die für mich noch als echter Bier-Geheimtipp gilt.

Élesztő
Labor von Mad Scientist

Feiner Hopfen in Kalifornien

Liebe Craft-Community,

es ist wieder soweit, ich bin mal wieder auf einem längeren Auslandtrip unterwegs: In den kommenden vier Wochen werdet ihr nur wenig von mir hören. Ziel meines Roadtrips ist das Geburtsland der modernen Craft-Bierszene. Gemeinsam mit meiner Schwester fahre ich von San Francisco über Los Angeles, San Diego, Las Vegas, Grand Canyon und über den Yosemite Park zurück. Brauerei-Touren bei kalifornischen Klassikern wie Anchor Brewing, Firestone Walker, Stone Brewing, Sierra Nevada, Russian River usw. sind bereits eingeplant. Vielmehr freue ich mich aber auch über viele neue kleine Braustätten und coole Brewpubs entlang des Highway Number One, der Route 66 und den den vielen Nebenstraßen in Kalifornien, Nevada und Arizona zu entdecken.

Wenn ihr Lust habt, könnt ihr unseren Trip über Instagram und Facebook verfolgen.

In diesem Sinne, gute Zeit und bis bald!

Eure Mareike

Feiner Hopfen feiert sechsten Geburtstag

GIF von Elena Hasenbeck

Liebe Craft-Bier-Community,

für mich gibt es heute mal wieder einen Grund zu feiern: feinerhopfen.com hat Geburtstag. Seit nunmehr sechs Jahren reise ich durch die wundervolle Welt kreativer Biere. In dieser Zeit traf ich spannende Brauer in ihren Sudhäusern rund um den Globus, probierte ganz individuelle Biere und saß in den Jurys von renommierten nationalen und internationalen Bier-Wettbewerben. Und das wichtigste: Es macht mir immer noch so viel Spaß wie am ersten Tag.

Deshalb ist heute ein perfekter Anlass, mal wieder ein Toast auszusprechen: DANKE an Euch – an meine vielen Leser – für das Interesse an Feiner Hopfen. Es ist ein riesiger Ansporn für mich, Euch auch weiterhin mit interessanten Verkostungen, Interviews, Brauer-Portraits und Kommentaren zu begleiten, Euch zu informieren, zu inspirieren und zu unterhalten. DANKE, dass ich fast jeden Tag fantastische Menschen kennen lernen darf, mit denen ich stundenlang über die Craft-Bierszene, neue Sude und deren Rohstoffe und Aromen diskutieren kann.

Ich hebe mein Glas auf Euch – und damit meine ich alle Craft-Zauberer, Malzliebhaber, Hefe-Gurus und Hopfen-Anbeter. Ein spezieller Toast gilt auch all den Kreativbrauern, die uns Aficionados, Gourmets und Bier-Lovers trotz hartem Wettbewerbskampf immer wieder mit hocharomatischen und qualitativhochwertigen Bieren beglücken. Weiter so!