Düstere Zeiten für den deutschen Biermarkt

Laut des Statistischen Bundesamtes (Destatis) verzeichnen deutsche Brauereien und Bierlager im vergangenen Jahr ein historisches Absatzminus. Im vergangenen Jahr fiel der Bierabsatz wohl erstmals seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1993 unter 8 Milliarden Liter. 2025 sank der Absatz gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent auf rund 7,8 Milliarden Liter. In den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus Staaten außerhalb der Europäischen Union (EU) eingeführte Bier nicht enthalten.

Als einen der Hauptgründe für den Rückgang des Bierabsatzes nennt der Deutsche Brauer-Bund (DBB) aus Berlin das Konsumklima. „Die Brauereien bekommen ähnlich wie Handel und Gaststätten die massive Konsumzurückhaltung der Verbraucher zu spüren“, so DBB-Hauptgeschäftsführer Holger Eichele. Die Situation der Gastronomie sei weiterhin besorgniserregend, viele Betriebe hätten sich seit der Pandemie nicht erholt. Auch die große Marktmacht des Handels bleibe für die Braubranche ein Problem.

82,5 Prozent des gesamten Bierabsatzes im Jahr 2025 waren für den Inlandsverbrauch bestimmt und wurden versteuert. Der Inlandsabsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um knapp sechs Prozent auf 6,4 Milliarden Liter. Die restlichen 17,5 Prozent beziehungsweise 1,4 Milliarden Liter wurden steuerfrei (als Exporte und als sogenannter Haustrunk) abgesetzt. Das waren sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Davon gingen 798,5 Millionen Liter (-1,3 %) in EU-Staaten, 552,8 Millionen Liter (-14,2 %) in Nicht-EU-Staaten und zehn Millionen Liter (-7,2 %) unentgeltlich als Haustrunk an die Beschäftigten der Brauereien. Auch bei den Biermischungen verzeichneten die Brauereien und Bierlager im vergangenen Jahr Rückgänge um gute fünf Prozent.

Als Lichtblick gelten allerdings die alkoholfreien Biere. Nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes und Daten des Marktforschungsunternehmens Nielsen IQ haben alkoholfreie Biere und Biermischgetränke im Jahr 2025 beim Umsatz im Handel erstmals die 10-Prozent-Marke geknackt, beim Marktanteil könnte diese Schwelle noch in diesem Jahr erreicht werden. „Die 1.500 Brauereien in Deutschland bieten eine enorme Vielfalt alkoholfreier Marken an, die ebenfalls nach dem Reinheitsgebot gebraut werden. Wegen der steigenden Beliebtheit dieser Biere sind wir mittlerweile zum größten Markt für Alkoholfreies in Europa geworden. Die Menschen suchen nach hochwertigen, geschmackvollen Bieren, die zu jeder Lebenslage passen, und wir freuen uns, ihnen diese Vielfalt bieten zu können“, sagte Christian Weber, Präsident des Deutschen Brauer-Bundes, in Berlin. Er hob die Innovationskraft der überwiegend mittelständischen und handwerklichen Brauereien in Deutschland hervor, die nicht nur im Bereich alkoholfreier Biere und Erfrischungsgetränke sehr erfolgreich seien, sondern auch mit saisonalen Spezialitäten, regionalen Bierstilen und Craftbieren die Vielfalt bereichern.

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