Privatbrauerei Zötler: Witbier aus dem Allgäu

Witbiere gehören für mich eigentlich eher in die Range der Sommerbiere. Doch die Version von der Privatbrauerei Zötler in Rettenberg im Allgäu präsentiert so ein tolles Aroma, dass ich sie meinen Freunden kürzlich als Aperitif einschenkte. „Herzsolo“ ist eine Hommage von Brauereichef Niklas Zötler an seinen Großvater Herbert Zötler II., der nicht nur ein außergewöhnlicher und charakterstarker Mann gewesen sein soll, sondern auch ein begeisterter Kartenspieler. Er hat wohl keine Gelegenheit ausgelassen, wenn es darum ging mit Freunden oder Kunden eine Partie Schafkopf zu spielen und meistens hat er angeblich gewonnen.

Bei dem Bier handelt es sich um hellgelben, opalenen, obergärigen Sud mit 5,2 Prozent Alkohol. Gebraut ist er mit Pilsner und hellem Weizenmalz sowie mit den Hopfensorten Magnum, Cascade, Centennial, Polaris und Mandarina Bavaria. „Herzsolo“ ist hopfengestopft und vergoren mit belgischer Witbier – und Zötler Weizen-Hefe. So duftet das Bier sanft malzig sowie fruchtig nach Banane mit würzigen und kräuterartigen Anklängen. Ein Hauch von Eisbonbon gesellt sich dazu. Im Mundraum zeigt sich „Herzsolo“ prickelnd und schlank mit einer zarten Malzsüße sowie mit fruchtigen Noten von Banane. Auch hier dringen würzige und kräuterartige Anklänge durch. Das Finale ist lang und aromatisch. Es zeigt sich einen dezent Hopfenbittere mit 33 Bittereinheiten.

Fazit: Eine tolle Interpretation eines Witbieres, in dem zwar stiltypisch noch Orangenschalen und Koriander stecken müssten, das aber auch ohne diese Rohstoffe eine volle Bandbreite der Aromen vorlegt. Macht sich super als Aperitif oder aber als schlanker Begleiter zu leichten Fischgerichten.

Brauhaus Lemke: Charaktervolles Black IPA aus Berlin

Black IPAs polarisieren und sind nichts für Jedermann. Ich muss gestehen, dass ich manche Interpretation schon sehr spannend finde. Gestern hatte ich mal wieder die Version vom Brauhaus Lemke aus Berlin im Glas. Dabei handelt es sich aber keinesfalls um eine gewöhnliche Variante, sondern um einen Sud mit gewissem Roggenmalzanteil.

Wie der Name schon verrät, zeigt sich das7,2-prozentige „Black Rye IPA“ nachtschwarz im Glas, durchschauen kann man jedenfalls nicht. Ein beigefarbener, sahniger und stabiler Schaum liegt oben auf. Im Duft zeigen sich neben hopfigen Noten von roten Beeren und Zitrusfrüchten vor allem würzige sowie röstig-malzige Aromen von Schokolade, Kakao, Schwarzbrot und ein Hauch von Nuss. Im Antrunk zeigt sich das Black IPA malzig-aromatisch. Auf der Zunge breitet sich das Ale erfrischend-vollmundig bei einer moderaten Kohlensäure aus. Der Geschmack spiegelt das wider, was der Geruch bereits versprochen hat. Hier treffen zarte Toffee-Noten auf röstige Aromen von Schokolade, Schwarzbrot und Kakao sowie hopfige Töne von roten Beeren und Zitrus. Das Ale verabschiedet sich harmonisch mit einer Röstbittere sowie 65 Bittereinheiten vom Hopfen. 

Fazit: Dieses Bier besitzt definitiv Charakter und macht richtig Spaß. Vielfältige Aromen treffen hier auf eine deutliche, aber runde Röst- und Hopfenherbe, ohne die Harmonie zu verlieren. Das Berliner „Black Rye IPA“ gehört auf jeden Fall hierzulande zu den besten seiner Art.  

Yankee & Kraut: „The Next Thing“ – das etwas andere New England IPA

Das Team von Yankee & Kraut aus Ingolstadt ist nicht nur für hopfenbetonte Biere bekannt, sondern vor allem auch für neue Ideen. Gerade erst brachten sie wieder einen Schwung neuer Sude auf den Markt. Eines der Highlights ist für mich das 7,3-prozentiges „The Next Thing“. Der Name lässt bereits wieder großes erwarten. Bei dem Bier handelt es sich um ein Double Dry Hopped New England IPA, das Braumeister Bryan ordentlich mit Loral Cryo, Simcoe Cryo, dem Zuchtstamm HBC 630 Cryo und Sabro Cryo gehopft hat.

Im Glas zeigt sich das trübe NEIPA in einem ansprechenden Sonnengelb. Ein schneeweißer, feinporiger und beständiger Schaum komplementiert die Optik und macht Appetit. In die Nase schießen sofort die hopfigen Fruchtnoten. Der Genießer wird betört von Aromen von frischer Ananas, Grapefruit, Limone, Papaya, Pfirsich und einen sanften Anklang von beerigen Tönen. Im Mundraum präsentiert sich das Bier schlank, aber dennoch cremig. Die Kohlensäure ist moderat und ideal eingebunden. Auf der Zunge zeigt sich eine sanfte Säure sowie erneut eine fruchtige Mischung aus Ananas, Pfirsich, Limone, Grapefruit, Orange sowie ein Hauch von Kokosnuss. Das Ale verabschiedet sich mit einer zurückhaltenden Bittere.

Fazit: Wer es fruchtig-saftig, aber nicht zu deftig mag, der wird begeistert sein von diesem Bier. „The Next Thing“ ist ein super harmonisches New England IPA, das einen trotz 7,3 Prozent Alkohol nicht gleich erschlägt, so wie es durchaus bei dem ein oder anderem Vertreter von NEIPAs der Fall ist. Eine neue Art der Hazy IPAs mit einer wunderbaren Leichtigkeit?

Altenburger Brauerei: Winterbier zum Lebkuchen

Es bereitet mir immer wieder eine Freude neue Sude aus Traditionsbrauereien zu probieren. Die Altenburger Brauerei aus dem thüringischen Altenburg, südlich von Leipzig gelegen, legte in diesem Jahr gleich zwei Spezialitäten auf. Im Frühling war es ein sanft gehopftes „Sommerhelles“ und jetzt ein dunkles „Winterbier“. Dabei handelt es sich um ein 5,5-prozentiges Wiener Lager. Eines schon vorweg: Kann man locker auch im Herbst genießen.

Im Glas zeigt sich die untergärige Spezialität in einem attraktiven Kastanienbraun mit deutlichem Rotstich. In die Nase strömen angenehme malzig Noten von Karamell, Brotkruste und Nuss. Hinzu kommen ein würziger Anklang sowie ein Hauch von Nougat. Auf der Zunge präsentiert sich das „Winterbier“ mit einem schlanken und spritzigen Mundgefühl. Der volle Geschmack ist geprägt von nussigen, brotigen und karamelligen Noten. Ein würziger Anklang schwingt noch mit. Im Finish zeigt sich noch eine deutliche, aber angenehme Herbe, die in einen trockenen Abgang übergeht.

Fazit: Das Altenburger „Winterbier“ ist ein wirklich fein ausbalanciertes und aromatisches Bier, das einen mit seinen Aromen nicht erschlägt. Hierzu könnte ich mir sehr gut einen Lebkuchen als Pairing-Partner vorstellen. Da der Winter aktuell noch auf sich warten lässt, habe ich das Bier einfach zum gegrillten Steak genossen.

Orcabrau: Sommerbier mit Calamansi-Frucht

Felix vom Endt mit seiner Brauerei Orca Brau in Nürnberg ist dafür bekannt, dass er immer wieder mit neuen und ungewöhnlichen Suden überrascht – am liebsten mit Bieren fernab des Reinheitsgebotes. Eines seiner neuesten Werke ist das 4,5-prozentige „Moyo“. Dabei handelt es sich um ein Witbier, das klassisch mit Orangenschalen und Koriandersamen gebraut ist. Als besonderen Kick packte das Orca-Team aber noch Calamansi dazu. Das ist eine besondere, hierzulande ziemlich unbekannte Zitrusfrucht, auch genannt Calamondinorange, die überwiegend auf den Philippinen wächst.

Schenkt man das Bier ins Glas, strahlt einem ein attraktives Sonnengelb entgegen. Getoppt ist der Sud von einem feinporigen und schneeweißen Schaum. Die Nase wird betört von einem süßlichen Zitrusduft, der sich mit sanft floralen und würzigen Noten vereint. Das Bukett hält auf der Zunge, was es verspricht. Frisch fließt das Witbier über die Lippen, bis es sich erfrischend und hocharomatisch ausbreitet. Süß-saure Aromen der Calamansi dominieren den Geschmack, der an Mandarine erinnert. Eine gewisse florale Note der Koriandersamen und eine dezente Würzigkeit ergänzen noch dasGeschmacksbild. Im Finish verabschiedet sich „Moyo“ mit einem leicht herben Touch und das Fruchtaroma bleibt noch länger am Gaumen zurück.

Fazit: Mit diesem Trunk präsentiert das Orca-Team ein perfektes Sommerbier. Schlank, frisch und super aromatisch macht es Lust auf mehr. Passt hervorragend als Aperitif, als leckere Entspannung am Wochenende auf der Terrasse oder als Begleiter zu gegrilltem Fisch wie etwa Wolfsbarsch, den ich gestern als Begleitung zum Moyo gegessen habe.

Düxer Bock: Kölner Brauhistorie erlebt Genuss-Renaissance

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Dass zu einem aussagekräftigen Markenauftritt nicht nur gutes Bier, sondern vor allem auch Storytelling gehört, weiß das Kölner Unternehmerehepaar Ulrich Linnenberg und Caroline Hamacher-Linnenberg wie kaum jemand anders. Ulrich liebt die Geschichte der Domstadt und stieß irgendwann auf die 1468 erstmal urkundlich erwähnten Brauerei „AufRome“, die bis ins späte 19. Jahrhundert ein fester Bestandteil der Kölner Bierszene war.

Anlass genug für die Linnenbergs die Marke „AufRome“ mit dem „Düxer Bock“ wieder aufleben zu lassen. Vor rund drei Jahren brachten die Kölner das traditionsreiche Bier auf den Markt, das für wahre Genießer eine Spezialität mit hohem Qualitätsanspruch darstellen soll. Das Rezept für das 6,9-prozentige Starkbier erarbeiteten sie mit dem Analytik-Institut Romeis in Bad Kissingen. Gebraut wird es bei Rittmayer im fränkischen Hallerndorf, zunächst in kleineren Mengen. Das Bier soll nicht nur die Kölner Biervielfalt ergänzen, sondern dient auch als eine Hommage an eine Liebesgeschichte, die rund um das Jahr 1510 passiert sein soll, wobei der „Düxer Bock“ eine tragende Rolle spielte. Hier die Details:

„In Deutz, das heute zu Köln gehört, wohnte einst ein Schneider, dessen Einkünfte kaum ausreichten, um seine Familie zu ernähren. Darum suchte er nach einer weiteren Einnahmequelle – und züchtete Kanarienvögel, die sich ob ihres schönen Gesangs gewinnbringend veräußern ließen. Das Problem: Das Federvieh sang schon dann, wenn die Nachbarn noch schliefen.

So wurde auch ein reicher Steuereinnehmer jeden Morgen aus dem Schlaf gerissen. Der Konflikt war vorprogrammiert: Während der eine seinen Schlaf nicht missen wollte, war der andere nicht bereit, auf seine Nebeneinnahmen zu verzichten. Der Streit eskalierte. Schließlich ging der übermüdete Steuereinnehmer zum Gegenangriff über: Er kaufte sich einen Ziegenbock, den „Düxer Bock“, den er so schlecht fütterte, dass das Tier mit lautem Gemecker schon morgens sein Futter einklagte und den Gesang der Vögel übertönte. Die lautstarke Posse machte den Konflikt und die Streithähne stadtbekannt.

Was die beiden Kontrahenten nicht wussten: Ihre Kinder hatten sich ineinander verliebt. Allerdings konnten sie sich nur heimlich sehen und wurden schließlich getrennt, als sich der Schneider, als Unterlegener im Streit, außerhalb der Stadt eine neue Existenz aufbauen musste. Erst Jahre später, nach dem Tod der Väter, trafen sich die beiden in Deutz wieder. Die alte Liebe entfachte neu und sie wurden, so die Story, für immer ein Paar.“

Mit dem „Düxer Bock“ der jetzt als Bierspezialität seine Wiedergeburt fand, möchten die Linnenbergs an diese romantische Geschichte erinnern. Ziel des Ehepaars war es von Beginn an, etwas Besonderes in einer speziellen Flasche zu kreieren. So fließt der Bock in einem strahlenden und glanzfeinen Bernsteinton ins Glas, ein feinporiger, cremefarbener Schaum liegt oben auf. Die attraktive Optik macht Lust das Bier zu probieren.

Im Duft zeigen sich schmeichelnde malzige Aromen von Waldhonig, Karamell und Brotkruste. Ergänzt wird das Bukett von sanften fruchtigen Tönen des Callista-Hopfens aus der bayerischen Hallertau. Süßlich rinnt das Bier über die Lippen, bis es sich vollmundig und mit moderater, schön eingebundener Kohlensäure im Mundraum ausbreitet. Auf der Zunge präsentiert der „Düxer Bock“ mit harmonischen Noten von Honig, Karamell und Brotkruste. Zum Aromaspiel gesellen sich sanfte hopfige Fruchtanklänge, die an Aprikose und Zitrus erinnern. Im Finish bleibt der Geschmack noch lange und aromatisch am Gaumen zurück. Der Nachtrunk gestaltet sich trocken, sodass man sofort Lust auf den nächsten Schluck bekommt.

Ein absolut rundes und ausbalanciertes Bier, dass es nur in speziellen Läden, wie etwa in Weinhandlungen, Online-Shops und gehobenen Supermärkten gibt. Der „Düxer Bock“ kann hervorragend als Speisenbegleitung eingesetzt oder am besten als alleinstehendes Genussgetränk genossen werden.

TrueBrew & BarthHaas: Hopfenpower aus der Hallertau

Viele Craftbrauer setzen überwiegend auf Hopfen aus den USA, Australien oder Neuseeland. Klar, die meisten Sorten aus diesen Gegenden präsentieren wegen ihres Terroirs eine kräftigere Wucht an Aromen als die meisten deutschen Vertreter. Hierzulande sind die klimatischen Bedingungen anders und das grüne Gold gilt eher als filigran. Umso spannender finde ich es, dass die Macher von TrueBrew aus München gemeinsam mit dem Hopfendienstleister BarthHaas aus Nürnberg einen Sud nur mit deutschen Sorten aufgelegt haben. Im 6,5-prozentigen „Green Room“ stecken Callista, Tango und Ariana – allerdings in der neuen Lupomax-Form. Mit diesen Pellets verspricht BarthHaas ein optimiertes Hopfenaroma durch gleichbleibende Lupulin-Konzentration.

Das New England IPA zeigt sich in einem trüben Gelborange im Glas, ein weißer fein- bis mittelporiger Schaum liegt oben auf. In die Nase dringt ein schmeichelnder Duft nach frischem Gras, gelbem Steinobst, Stachelbeere und reifen Südfrüchten. Der Antrunk ist süßlich-frisch, bis sich das Bier vollmundig auf der Zunge ausbreitet. Grasige Noten, Aromen von gelben Steinfrüchten wie Pfirsich und Aprikose sowie etwas Zitrus und ein beeriger Anklang werden begleitet von einem sanften Malzbett. Das Finish bleibt aromatisch und legt noch eine zarte Bittere vor.

Fazit: Ich bin absolut begeistert. Dieses Bier beweist, dass auch deutsche Hopfensorten ein kräftiges Aroma in IPAs zaubern können, ohne in eine mastig-saftige Richtung abzudriften, so wie es bei einigen NEIPAs mit etwa US-Sorten der Fall ist. „Green Room“ ist ein Bier mit deutschem Charakter und ein Genuss für Hopheads dieser Welt.

Browar Nepomucen & Browar Deer Bear: Alkoholfreier Kreativsud aus Polen

Polen gilt als aufsteigendes Craftbier-Land. Zu den derzeit hippesten Brauereien des Landes gehören Browar Nepomucen in Szkaradowo, südlich von Posen gelegen und Browar Deer Bear in Toruń. Beide Teams haben ihre Bierkarriere als leidenschaftliche Hobbybrauer gestartet. Jetzt habe sie gemeinsam ein Bier namens „Free Pan Da“ rausgebracht. Dabei handelt es sich um ein alkoholfreies Pastry Sour. Die Besonderheit an dem Bier ist, dass die Macher es mit Mangopüree, Passionsfrucht, Orange und Yuzu vergoren haben. Für den gewissen Smooth gaben sie noch Laktose mit dazu.

Das Bier mit weniger als 0,5 Prozent Alkohol zeigt sich in einem strahlenden, opaken Sonnengelb im Glas. Ein schneeweißer, moderater und instabiler Schaum liegt kurz oben auf. In die Nase strömen fruchtig-frische Noten von Mango, Maracuja, Zitrus, Orangenzeste und Blutorange. Der Antrunk gestaltet sich erfrischend fruchtig, bis sich eine moderate Kohlensäure mit einem schlanken Mundgefühl ausbreitet. Im Geschmack zeigen sich auch die eingesetzten Früchte, die von einer angenehmen Säure begleitet werden. Abgerundet wird das Aromaspiel von einer sanften süßlichen Cremigkeit der Laktose. Im Abgang bleibt das Bier noch lang am Gaumen zurück. Eine Bittere ist kaum vorhanden.

Fazit: Ein tolles fruchtig-frisches und harmonisches Sommerbier für alle, die mal keine Lust auf Alkohol haben.

Einstök: Beeriges Ale vom Polarkreis

Island ist eines meiner liebsten Reiseländer. Die Insel am Rande des nördlichen Polarkreises fasziniert mich aber nicht nur wegen der atemberaubenden Landschaft und den interessanten Menschen, sondern auch wegen den spannenden Bieren aus ganz ungewöhnlichen Kreativbrauereien. So ist klar, dass ich mir immer die neuen Sude, die ich bekomme, sofort kaufe. Im Biervana in München habe ich kürzlich das fünfprozentige „Arctic Berry Ale“ von Einstök aus Akureyri, der nördlichsten Stadt des Landes, entdeckt.

Dabei handelt es sich um ein saisonales Sommerbier, das mit handgepflückten Heidelbeeren und dem Saft von Krähenbeeren gebraut ist. Unerwartet präsentiert sich das Ale in einem attraktiven Goldton im Glas, ein feinporiger Schaum liegt schneeweiß oben auf. Im Bukett zeigen sich ein intensiver Duft nach den Beeren. Auf der Zunge breitet sich das Island-Bier frisch und schlank mit einer moderaten Kohlensäure aus. Im Aromaspiel dominieren eine Fruchtigkeit von den eingesetzten Beeren sowie Zitrusnoten. Hinzu kommt ein malziger Touch und ein Anklang von Orangenzeste. Das Finish gestaltet sich mit einer sanften Herbe, die sowohl vom Hopfen als sicherlich auch von den Schalen der Beeren stammt und zum nächsten Schluck animiert.

Fazit: Das Bier macht Spaß! Ein eher ungewöhnliches Aroma trifft auf Frische und hohe Trinkfreude. Ich werde mir diesen Sud auf jeden Fall noch mal kaufen. Zudem hat das Ale meine Sehnsucht nach dem Vulkanland geweckt. Es ist wohl bald mal wieder an der Zeit, einen Tripp durch isländische Craftbrauereien zu starten – natürlich nur, wenn es die Corona-Situation zulässt.

ÜberQuell: Hopfiger Frühlingsbote

Die Mannschaft von ÜberQuell aus Hamburg holt mit ihrem „Sunny Spring Ale“ den Frühling auf die Zunge. Dabei handelt es sich um ein schlankes saisonales Bier, dem vier Hopfensorten sein Aroma schenken: Cascade, Citra, Mandarina Bavaria und Saphir. Da das Kaiserwetter in Oberbayern noch etwas auf sich warten lässt, habe ich mir das 4,5-prozentige Session kürzlich mal zur leichten Pasta mit Oktopus und Artischocken eingeschenkt.

Das Bier präsentiert sich in einer attraktiven, gelborangen Farbe mit einem stabilen, feinporigen und elfenbeinweißen Schaum. In die Nase strömen verführerische, fruchtige Noten von gelben Steinfrüchten, Orange und Clementine sowie etwas Grapefruit. Der Antrunk gestaltet sich sanft, spritzig und erfrischend. Geschmacklich hält das Bier, was es in der Nase bereits versprochen hat. Ein fruchtiges Aromaspiel trifft dabei auf einen floralen Touch. Im Finish verabschiedet sich „Sunny“ mit schmeichelnden 32 Bittereinheiten.

Fazit: Das Spring Ale vom ÜberQuell-Team wieder mal meine Erwartungen erfüllt. Die Kombination aus einer gewissen Leichtigkeit, einem wirklich tollen Aromaspektrum und einem hohen Frischefaktor präsentiert eine wahrlich hohe Trinkfreude. So passte das Bier nicht nur gut zur Pasta, sondern dient sicherlich auch als aromatische Erfrischung an sonnigen Tagen.