Kusfollin: „Fuck you all“ – Kampfschrei aus Barcelona

20160905_182614Es ist schon schräg, wenn man sich aus dem Bieretikett einen Molotov-Cocktail bauen kann. Das West Coast Pale Ale aus Barcelona namens „Kusfollin“ ist umwickelt von einem Leinentuch. Schaut man genau hin, findet man die genaue Anleitung für eine brennende Wurfwaffe. Dabei kann die Bierflache gleich mitverwendet werden. Aha. Schließlich bedeutet der Name „Kusfollin“ ausim Katalanischen: „Fuck you all“ – und soll eine Kampfansage gegen alle menschlichen Ungerechtigkeiten sein.

img_20160905_203102Das Angreiferbier steht in einem hellen Braunton im Glas und duftet nach Zitrusfrüchten, Dörrpflaume und ziemlich alkoholisch. Im Antrunk kommt das Pale Ale sogar ziemlich schnapsig daher. Braucht man ja für den Molotov… Irgendwie aber etwas unangenehm. Soll das auch ein Angriff auf die Geschmacksnerven sein? Nein, jedes Bier hat seine Chance verdient. Schließlich ist der Geschmack interessant, aber schwer zu deuten. Nuancen von Zitrus und Pinienharz spielen mit, aber leider wird das Hopfenaroma von einer dominanten Alkoholnote überlagert. Und dass, obwohl Kusfollin nur 5,5 Prozent hat. Dafür spürt man in der Kehle dann die dezenten 25 Bittereinheiten.

Fazit: Schade, ich habe mich bei dem gewagten Etikett wirklich auf eine Hopfenbombe oder so was Ähnliches gefreut. Das Pale Ale hat für mich nicht viel mit dem ursprünglichen Bierstil zu tun, was an sich ja nicht schlimm ist, aber vielleicht ist auch unterwegs von Spanien irgendwas damit passiert. Dennoch ist es irgendwie spannend. Schließlich hatte ich so einen individuellen Geschmack noch nicht auf der Zunge. Ein Bier für Extremisten.

Hier gekauft.

Ein Gedanke zu “Kusfollin: „Fuck you all“ – Kampfschrei aus Barcelona

  1. Lustig, hier in Volos (Griechenland) haben wir ein craft Bier Namens Molotov (dry-hopped IPA mit Mandarina Bavaria), auch eine „Kampfansage“ fuer die Kraftbierszene/gegen die Macrobiere (auch leider nicht so spannend wie der Name meinen wuerde)

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