Camba Bavaria & Fat Head’s Brewery: Transatlantischer Sud mit exotischem Gaumenspiel

India Pale Ale zählt zu den vielfältigsten Bierstilen der Welt. Klar, zu den heißesten Trends zählen gerade die hopfigen Spielformen der New England- bzw. der Hazy-IPAs. So ist es neben diesen saftigen Varianten aber auch mal wieder eine angenehme Abwechslung ein American IPA mit 70 Bittereinheiten im Glas zu haben. Gestern probierte ich den neuen siebenprozentigen Gemeinschaftssud „Hop Fusion“, der in Zusammenarbeit mit der Camba Bavaria und der Fat Head’s Brewery aus Cleveland in Ohio entstand. Gebraut haben es die Macher mit drei Top-Hopfensorten: Simcoe, Mosaic und Citra.

Schon beim Einschenken des gelborangen Bieres mit cremefarbener Schaumdecke schwirren fruchtige Noten umher. Hält man das Riechorgan näher in Richtung Sud, so wird es betört von hopfig-grasigen Noten, die von einem Fruchtbukett aus Maracuja und Zitrus untermauert sind. Auf der Zunge zeigt sich „Hop Fusion“ vollmundig mit einem exotischen Geschmacksspiel aus Passionsfrucht, Mango und Citrus. Hinzu kommt ein leicht grasiger Touch. Im Finish bricht eine angenehme Herbe durch.

Fazit: Tolle Aromatik, schöne Herbe und eine hohe Drinkability – was will man mehr. Das American IPA überfordert nicht und passt eigentlich immer, aber perfekt zu scharfen Asia-Gerichten, zum gegrillten Rindersteak als auch zum Feierabendgenuss. Also: Flasche auf und genießen.

Tilmans Biere & Orca Brau: „Wer hat die Kokosnuss geklaut“

Im ersten Jahresdrittel konnte ich schon zahlreiche coole Biere verkosten und euch auf diesem Blog vorstellen. Eines meiner Highlights möchte ich euch nicht vorenthalten. Leider ist das Black IPA mit dem ungewöhnlichen Namen „Wer hat die Kokosnuss geklaut“ aus einer Kollaboration von Tilmans Biere aus München und Orca Brau aus Nürnberg nur ein streng limitierter Sud gewesen und wahrscheinlich nur schwer noch im Handel erhältlich. Ein paar Flaschen zu recherchieren, dürfte sich jedoch allemal lohnen.

Nun zum Bier: Til und Felix brauten das Ale mit Blaubeeren und Kokosflocken. Für das Hopfenprofil suchten sich die Kreativlinge die Sorte Sabro aus. Wie die Stilbeschreibung bereits verspricht, zeigt sich das 7,5-prozentige Black IPA nachtschwarz im Trinkgefäß. Der Schaum ist feinporig, stabil und cremefarben. In die Nase schießt sofort der Duft eines Fruchtcocktails. Dabei trifft Kokosnuss auf beerige und tropische Noten. Auf der Zunge präsentiert sich das Bier im Antrunk prickelnd-frisch und geht dann in ein cremig-weiches Mundgefühl über. Auch im Geschmacksbild sind Beeren und Kokosnuss präsent. Das feine Aroma wird vom Sabro-Hopfen untermauert, der auch einen Zitrus-Touch mit in den Sud bringt. Im Finish ist eine gut ausbalancierte Herbe vertreten.

Fazit: Ein ungewöhnliches Bier mit spannendem Aromaprofil, das ich gern immer wieder mal trinken würde. Trotz der 7,5 Umdrehung gestaltet sich das Black IPA sehr süffig. Vielleicht brauen es Til und Felix ja doch nochmal…

Testbräu: Himbeer-Duft für Sonnentage

Harte Zeiten, gute Biere: Dass auch Quereinsteiger gute Sude brauen können, beweisen Nicole Herdin, Dirk Lamprecht und Heiko Schwanz von Testbräu. Kürzlich hatte ich das sechsprozentige „Sorachi Blanche“ in der Himbeere-Cider-Edition im Glas. Wie bei allen ihren Bieren setzt das momentan in München brauende Team, das eigentlich in Nebra in Sachsen-Anhalt ihren Sitz hat, auch hier auf ihre Philosophie: „kein Reinheitsgebot ist uns zu heilig, keine Zutat zu teuer und keine Rezeptur zu abwegig.“

So braute das Testbräu-Trio ihr „Sorachi Blanche“ mit jeder Menge Himbeeren, Sorachi Ace-Hopfen und Cider-Hefe. In einem beerigen Rotton strahlt das Bier äußerst appetitlich durchs Glas, ein mittelporiger, zart pinker Schaum liegt oben auf. In die Nase strömen sofort die fruchtigen Noten der Himbeeren sowie ein leicht weiniger Anklang. Schon im Duft lässt sich vermuten, dass das Blanche eine leichte Säure mit sich bringt. Schlank und mit moderater Kohlensäure präsentiert sich das Bier auf der Zunge. Fruchtig-beerige Aromen dominieren das Geschmacksbild. Im Hintergrund zeigt der Hopfen dezente Zitrusnoten. Trotz sechs Prozent Alkohol wirkt das Fruchtbier angenehm leicht und regt zum weiteren Genießen ein.

Fazit: Ein absolut gelungenes Himbeer-Blanche, dass ich mir sehr gut im Sonnenschein auf der Terrasse als Aperitif vorstellen kann. Ich freue mich auf weitere Biere aus dem Hause Testbräu.

Dugges Ale och Porterbryggeri: Sauerbier wie Eis am Stiel

Jedes Jahr an Silvester reise ich mit meiner Schwester und Freunden in eine andere Metropole der Welt. Dieses Mal waren wir in Göteborg. Klar, dass ich mich im Vorfeld informiere, welche Biere von welchen Brauereien ich unbedingt probieren muss. In der zweitgrößten Stadt Schwedens kam ich an Dugges Ale & Porterbryggeri, die sich rund 25 Kilometer östlich der Stadt befindet, leider nicht vorbei. In jeder Craft-Bierbar und in jedem Alko-Shop gab es aber Sorten der 2005 gegründeten Braustätte. Ein paar Flaschen nahm ich mit nach Hause, um in Ruhe zu verkosten.

Eines meiner Favoriten möchte ich euch nicht vorenthalten. Darf ich vorstellen: „Tropic Thunder“ ist ein 4,5-prozentiges Sour Fruit Ale, das in Kollaboration mit Stillwater Artisanal entstanden ist. Die Idee dabei war es, einen Sud zu kreieren, der wie ein Eis am Stiel schmeckt. „Ein Bier, das so erfrischend ist wie die eiskalten, fruchtigen Leckereien, die wir als Kinder geliebt haben“, heißt es auf der Website. Also ließen die Macher ihr goldgelbes Sour mit Maracuja, Pfirsich und Mango sowie Lactobacillus vergären. Und genauso duftet und schmeckt das Bier auch. Zu den fruchtigen Noten gesellt sich eine sanfte Säure und der zart milchige Charakter der Laktose.

Fazit: Das Experiment der Brauer ist gelungen. „Tropic Thunder“ erinnert tatsächlich an ein Fruchteis am Stil, von dem man gern noch ein zweites hätte. Ein toller Aperitif oder aromatischer Begleiter für warme Tage.

Kommentar: Craft-Freude ohne Dröhnung

Ein paar Beispiele für alkoholfreie Kreativsude

Wer früher ein alkoholfreies Bier an der Theke bestellte, konnte sich vor boshaften Diskriminierungen seiner Kumpels kaum retten: Warmduscher, Muschelschieber oder Schattenparker gehörten da noch zu den harmloseren Bemerkungen. Solche Attacken zeugten meist von peinlicher Unkenntnis, begleitet von Vorurteilen aus der Bierwelt von gestern.

Tatsächlich ist es noch gar nicht so lange her, dass alkoholfreie Sude als charakterlos und weitgehend genussfrei galten. Doch seit Craft-Brauer solche umdrehungsarmen Biere in ihr Portfolio aufgenommen haben, gibt es spannende Alternativen. Was einst als lahme Malzbrühe galt, ist dank intelligenter Rohstoffkombinationen zum hocharomatischen Trunk geworden. Vor allem Varianten mit speziellen Hefekulturen, die einen geringen Vergärungsgrad aufweisen, machen moderne Alkoholfreie zu wahren Geschmacksturbos, die nicht selten mit Aromen von Ananas, Kaffee oder Maracuja spielen. Ein Unterschied zu den stärkeren Verwandten ist da kaum noch festzustellen.

Kein Wunder also, dass selbst bei sinkenden Bierkonsum die „bleifreien“ Sude hierzulande immer beliebter werden. Immerhin tranken die Deutschen 2018 schon mehr als sechs Millionen Hektoliter. Aber immerhin soll es inzwischen rund 500 verschiedene alkoholfreie Sorten geben – darunter nicht nur Pils, Helles und Weißbier, sondern auch IPA, Porter oder Stout. Fest steht: Alkoholfreie Sude mit Kreativ-Touch sind mittlerweile fester Bestandteil der Getränkekarten in Bars, Kneipen und Restaurants.

Das ist keineswegs eine Frage von Fitnesstrend und Gesundheitsboom. Vielmehr werden die Alkoholfreien auch für Genusstrinker immer interessanter. Davon partizipieren vor allem Craft-Brauer, die mit hopfen- und malzstarken Alternativen punkten sowie sicherlich noch einige spannende Vertreter produzieren. Auch wenn eingefleischte Hop-Guys alkoholfreie Biere noch immer als „No-Go“-Drink bezeichnen, so ist ein wesentlicher Vorteil doch unbestrittenen: Selbst nach dem zehnten Glas in der Stammkneipe kann man noch im eigenen PKW nach Hause fahren.

Erschienen im Meininger’s CRAFT Magazin für Bierkultur.

Yankee & Kraut: Tropischer Frühlingstraum

Der Trend zu hazy IPAs reißt nicht ab. Jetzt legen auch Bryan und Max von Yankee & Kraut aus Ingolstadt einen schmackhaften Vertreter vor – und zwar in der Dose. Bei ihrem neuen „Heart Waves“ handelt es sich um ein 6,5-prozentiges Double Dry Hopped IPA mit den Hopfensorten Citra, Mosaic BBC und Ekuanot BBC.

Schon das Knacken der Dose und die Optik des Bieres macht Lust auf mehr. Schenkt man den Sud ins Glas, so scheint die Sonne darin aufzugehen. In einem trüben Gelb strahlt mir das Ale entgegen. Ein tropisch-fruchtiges Bukett mit dominierenden Mango-Noten verführen den Geruchssinn. Dazu gesellen sich Zitrusfrüchte sowie ein blumiger Anklang und ein Hauch von Kräutern. Auf der Zunge setzt sich das Fruchtspiel fort. Neben einer frischen Cremigkeit entfalten sich tropische Aromen von Mango, Maracuja und Ananas, die von einer gewissen Würzigkeit begleitet werden. Im Finish zeigt das IPA noch eine ordentliche Herbe.

Fazit: Ein Bier, wie ich es gerne mag. Beim Genuss dieses IPA merkt man sofort, dass Bryan und Max mal wieder nicht am Hopfen gespart haben. „Heart Waves“ ist ein wunderbar ausbalancierter Sud, mit dem ich mir definitiv noch mal meinen Kühlschrank auffülle. Ein perfekter Trunk für den Frühling.

TrueBrew Brewing Co.: Münchner Craft-Brauer setzen auf aromatische Trinkfreude

Der Taproom der Jungs von TrueBrew in München zählt inzwischen zu den heißesten Craft-Bier-Hotspots der Stadt. Aus zehn Hähnen fließen dort neben Session Pils, Pale Ale und IPA auch Bockbiere sowie wechselnde Spezialitäten. Um ihre Fans nun auch zuhause zu beglücken, füllen Andreas, Lucas und Luis jetzt auch immer mehr Biere in schicke Dosen ab. Kürzlich habe ich die drei aktuellen Sorten probiert.

Schon mal vorab: Eines haben die drei Sude gemein. Sie legen alle einen berechenbaren Alkoholgehalt von 5,1 Prozent vor. Zuerst schenkte ich mir das bernsteinfarbene, naturtrübe Vienna Style Lager namens „Summit“ ins Glas. Ein schneeweißer Schaum toppt das attraktive Gesamtbild. Das Bier duftet angenehm malzig mit karamelligen Anklängen und einem würzigen sowie zart blumigen Touch. Auf der Zunge breiten sich nussige und auch malzige Töne aus, die ein wenig an Biskuit und Waldhonig erinnern, ohne süßlich zu wirken. Dazu gesellen sich herbe Hopfennoten. Die moderate und gut eingebundene Kohlensäure trägt zu einem ausbalancierten Bier bei.

Harmonisch präsentiert sich auch das Juicy Pale Ale namens „Joyride“, das durch eine helle Bernsteinfarbe besticht. Auch hier thront ein stabiler, weißer Schaum auf dem Bier. In die Nase strömt sofort ein fruchtiges Hopfen-Bukett, das mit Aromen von Mandarine und Maracuja zum ersten Schluck animiert. Im Mundraum entfaltet sich eine gewisse Vollmundigkeit mit einer sanften Karbonisierung. Dazu paaren sich tropisch-fruchtige Aromen von Mango und Maracuja von der eingesetzten Sorte Mosaic sowie Noten von Pfirsich und ein würziger Hauch. „Joyride“ verabschiedet sich mit einer angenehmen Herbe, die zum Weitertrinken anregt.

Das letzte der Trilogie ist das nachtschwarze „Bavarian Stout“, auf dem ein cremefarbener Schaum schwimmt. Es duftet klassisch-malzig mit Noten von Schokolade und etwas Lakritz. Im Antrunk zeigt sich das Stout angenehm schlank. Aromen von Milchschokolade und Kakao treffen auf eine dezente Röstigkeit. Das Finish ist langanhaltend, trocken und mild bitter.

Fazit: Drei wirklich harmonische Sude, die durch ihr jeweiliges Aromaspiel und ihre hohe Drinkability überzeugen. Keine Biere, die überfordern, sondern zu einem zweiten Glas anregen. Ich freue mich schon auf weitere kreative Sude aus dem Hause TrueBrew.

Schräge Biere: Geschmackserlebnis aus dem Erdreich

Credit: Klosterbrauerei Neuzelle

Kartoffeln – in all ihren Erscheinungsformen – entwickeln sich immer mehr zu einer beliebten Zutat von Craft-Suden – vor allem in den USA. Obwohl nicht jedermanns Geschmack, überraschen manche Potato-Biere jedoch mit echten Aroma-Highlights.

Erdäpfel zählen zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln der Welt. Sie wachsen fast überall und gelten in verschiedenen Zubereitungsformen als nahrhafte Sattmacher schlechthin. Immerhin besitzen Kartoffeln viele Vitamine, Mineralstoffe, Eiweiß und Ballaststoffe sowie Stärke und Proteine. Rund 4000 Sorten soll es rund um den Globus geben. Die Erdfrüchte haben jetzt auch das Interesse von Craft-Brauern geweckt. Schließlich gelten Kartoffelchips und Bier seit jeher als Traumpaar auf Partys oder vor dem Fernseher.

Doch viel spannender scheint es für Brauer zu sein, die Erdäpfel mit in den Sudkessel zu packen. So wagen sich inzwischen immer mehr Craft-Avantgardisten an wilde Experimente, zumal sich die Feldfrüchte durch ihre natürlichen Inhaltsstoffe ideal für den Brauprozess eignen und den Eigenschaften von Getreide sehr nahekommen. Für ihre ungewöhnlichen Biere verwenden Crafter die Kartoffeln in jeder erdenklichen Form: geschält, ungeschält, gerieben, geröstet, gebraten, als Flocken oder Brei. Auch bei der Sortenauswahl schränken sich kreative Biermacher nicht ein. Am häufigsten kommt allerdings die Süßkartoffel zum Einsatz, die für süßlich-würzige Aromaspiele sorgt.

So nutzt auch die Fullsteam Brauerei aus Durham in North Carolina regionale Süßkartoffeln in Form von Püree für ihr 5,3-prozentiges Sweet Potato Lager namens „Carver“. Das bernsteinfarbene Bier mit süßlich-würzigem Aroma zählt zu den Klassikern der Brauerei und fließt dort rund ums Jahr frisch vom Hahn. Die Macher der Piney River Brewing Company aus Missouri dagegen sehen ihr sechsprozentiges „Sweet Potato Ale” eher als rein saisonale Spezialität. Für das Bier ließen sie sich von ihrer Lieblingsspeise inspirieren: dem Süßkartoffelkuchen, ein traditionelles Dessert im Süden der USA. Bevor die Erdäpfel aber in den Sud kommen, werden sie vorher sorgfältig angebraten. So bringt das Ale ein Aroma von gerösteten Süßpotaten, Gewürzen und Vanille auf die Zunge.

Ganz anders präsentiert sich das Bier von der Lazy Magnolia Brewing Company. Bei der Version der Mississippi-Brauer handelt es sich um ein nachtschwarzes, 4,5-prozentiges „Sweet Potato Stout“. Hierfür landen frischgeröstete Knollen sowie Laktose mit im Kessel. So erhält der Sud eine süßliche Cremigkeit bei röstartigen Schokoladengeschmack, gepaart mit Noten von Kaffee, Karamell und Milch. Überhaupt scheinen sich Süßkartoffeln gut mit anderen Zutaten zu vertragen. So schwören auch die Kreativbrauer von Vault Brewing aus Yardley, bei Philadelphia auf die pikanten Feldfrüchte, allerdings in einer Kombination mit mexikanischer Vanille, Muskatnuss und Zimt.

Neben den Potato-Pionieren sind noch zahlreiche weitere US-Brauereien wie etwa Funky Buddha Brewery, Salty Nut Brewery, Epic Brewing Company, aber auch die Brouwerij Troost aus den Niederlanden und die Klosterbrauerei Neuzelle mit Erdäpfelsuden am Start. Die Brandenburger führen ihr „Kartoffel Bier“ mit 4,5 Prozent Alkohol sogar ganzjährig im Portfolio. Es präsentiert sich in goldener Farbe, mit einem milden Kartoffelgeschmack und würzigen Akzenten. Während die Potato-Biere auf Bewertungsplattformen bisher nicht unbedingt immer höchste Punktzahlen erzielen, lohnt es sich aber allemal, einen solchen Trunk zu probieren.

Erschienen im Meininger’s CRAFT Magazin für Bierkultur.

Bierol & Hoppebräu: Gefährlicher IPA-Hammer aus der Euroflasche

Für die Macher von Bierol aus dem österreichischen Schwoich und das Team von Hoppebräu aus dem bayerischen Waakirchen bedeutet ein Kollaborationssud echte Freundschaft. Schon häufig entwickelten die Kreativbrauer gemeinsame Biere. Jetzt kam eine neue Kreation auf den Markt: das 5,6-prozentige „Hammertime 2.0“. Dabei handelt es sich um ein India Pale Ale, dass die Freunde mit den vier Hopfensorten Callista, Calypso, Sabro und Citra brauten.

In einem trüben Orangegelb strahlt das unfiltrierte IPA im Glas, getoppt von schneeweißem Schaum. In die Nase schwirren fruchtige Noten von Ananas, Zitrus und gelben Steinfrüchten. Dazu gesellen sich würzige und grasige Aromen mit einem Anklang von Kokosnuss. Im Antrunk zeigt sich „Hammertime 2.0“ schön schlank, die Kohlensäure ist perfekt eingebunden. Auf der Zunge entfalten sich harmonische Komponenten von tropischen Früchten, Kokosnuss, Pfirsich und Aprikose sowie ein sanfter, würziger Kräuterton. Im Finish legt das IPA eine ausgewogene Bittere vor und regt nach jedem Schluck gleich zum nächsten an.

Fazit: Dieses IPA sorgt wirklich für eine Hammerzeit. Kein überhopfter Trunk, der nach Aufmerksamkeit hechelt, sondern ein perfekt ausbalanciertes und hocharomatisches Bier für alle Tage. Und für alle, die sich wundern, warum das IPA in einer 0,5-Liter Euroflasche steckt: Es ist gefährlich süffig. Davon könnte man locker auch mal ein paar Flaschen mehr genießen. Ich bin schon gespannt auf das „Hammertime 3.0“.

Partnerprogramm: Deutscher Barley Wine trifft auf ukrainische Birnen

Bierprobe und Entwicklung der Idee für den Kollaborationssud in Berlin

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Gemeinschaftssude mit befreundeten Brauereien schaffen Craft-Brauern nicht nur Spaß, sondern auch viel Knowhow. So kollaboriert das Team von BraufactuM aus Frankfurt besonders gern mit internationalen Braustätten, um auch die Craft-Bierszene in anderen Ländern kennenzulernen. Vor rund zwei Jahren brachte die Crew um Marc Rauschmann ein „Fest-Pilsner“ namens „Drei Kameraden“ auf den Markt, das mit Braumeister Mikhail Ershov von der Wolfs Brewery und der Poet Brewery aus Moskau entstanden ist.

Jetzt entwickelte BraufactuM wieder einen spannenden Kollaborationssud. Dieses Mal traf sich Marc Rauschmann mit Sergei Goiko, dem Braumeister von Pivna Duma aus Kiew. Für die Idee gab es einige Get-togethers, sowohl in der Ukraine als auch in Berlin. BraufactuM und Pivna Duma verfolgen das gleiche Verständnis für ausgewogene Biere und Qualität. Die Ukrainer schwören neben einigen Klassikern auch auf ungewöhnliche Biere, die gern außerhalb des Reinheitsgebotes mit natürlichen Zutaten wie Früchten oder Kräutern gebraut sind. Rauschmanns Mannschaft bringt hingegen eher die deutsche Basis mit, aber auch immer mit dem Ziel, etwas Neues zu kreieren. Für beide Parteien war es wichtig, bei dem Projekt die Einflüsse aus beiden Ländern zu vereinen.

Marc Rauschmann und Sergei Goiko
Sergei Goiko von Pivna Duma, Marc Rauschmann von Braufactum mit den getrockneten Birnen

Gesagt, getan: Typisch für die Ukraine sind Früchte, die im Holzofen trocknen und somit einen sanften Rauchcharakter mitbringen. So fiel die Entscheidung auf getrocknete Birnen. Aus Deutschland kommt der Hopfen. Nach ausgiebigen Verkostungen der jeweiligen Biere, blieben Marc und Sergei beim Barley Wine hängen. Das finale Rezept leitet sich nun vom „Barrel 1“ von BraufactuM ab. Zur Realisierung flog Marc mit acht Liter Hefe im Gepäck nach Kiew. Ein Teil des rund 8-Hektoliter-Bieres soll noch für einige Zeit in einem ukrainischen Weinbrandfass schlummern. Auch der Name für den Gemeinschaftssud steht bereits: „Pears & Talks“.

Präsentiert werden soll der Barley Wine mit getrockneten Birnen am 25. November innerhalb des jährlichen „Talk & Taste“ von BraufactuM, bei dem Bierexperten über die Branche diskutieren, sowie in den BraufactuM-Locations in Berlin am Alexanderplatz und am Hausvogteiplatz.