Generationswechsel: Echtheit, Genuss und Lebensfreude

Niklas Zötler, Katharina Waldhecker und Johannes Ehrnsperger (v.l.)

Eine neue Generation von Brauern und Brauerinnen stürzt sich mutig ins Abenteuer, das Erbe ihrer Vorväter anzutreten. Welche Ziele verfolgen sie dabei, was wollen sie anders machen und mit welcher Strategie treten sie an, um sich auf einem schwierigen gewordenen Markt zu behaupten?

Jung, dynamisch, ehrgeizig: Töchter und Söhne traditioneller Brauereien übernehmen die Betriebe ihrer Vorfahren. Wie etwa Jungunternehmer Niklas Zötler (35), der seit nun knapp vier Jahren die Privatbrauerei Zötler in Rettenberg im Allgäu in 21. Generation führt. Aber auch Johannes Ehrnsperger (31) von der Bio-Brauerei Lammsbräu in Neumarkt in der Oberpfalz, der auf Enkeltauglichkeit setzt und Umweltschutz in der Flasche verkauft. Katharina Waldhecker (27) von der Brauerei Bauhöfer in Ulm hat ihre Marke nach der Übernahme vor rund einem Jahr komplett neu gedacht und steckt mitten im Modernisierungsprozess.

Ein Generationswechsel im Unternehmen ist häufig eine Herausforderung für alle Beteiligten. War es Ihre Entscheidung, die Brauerei zu übernehmen oder hat Sie dabei Ihre Familie beeinflusst und gelenkt?

Johannes Ehrnsperger: Dazu gedrängt wurde ich nie, aber wenn man in ein Unternehmen reingeboren wird, dann prägt das natürlich. Ich habe zwei ältere Schwestern, die wollten die Brauerei aber nicht übernehmen und hatten andere Pläne. Ich konnte mir das, je älter ich wurde, hingegen gut vorstellen.

Katharina Waldhecker: Auch meine Familie hat mir die Entscheidung zum Glück selbst überlassen. Es war allerdings ein längerer Prozess, bis ich mich final entschieden habe. Mit meinem Großvater habe ich früher schon Bierdeckel-Häuser gebaut und bin in der Brauerei rumgehüpft. Das sind positive Erfahrungen, die sich tief in mir abgelegt haben. Trotzdem war es für mich nicht immer klar, diesen Schritt zu gehen…

…und bei Ihnen, Herr Zötler?

Niklas Zötler: Bei mir war das etwas anders. Eine Erwartungshaltung von Teilen aus der Familie und der Öffentlichkeit gab es schon. Meine Schwester oder meine Cousinen wären ja auch für die Nachfolge in Frage gekommen. Aber für meinen Opa war ich als erster männlicher Nachkomme schon immer der Kronprinz. Meine Eltern haben jedoch nie Druck ausgeübt und keine Forderungen gestellt. Im Gegenteil. Mein Vater hat mir eher vermittelt, dass ich den Weg nur einschlagen sollte, wenn ich mich auch bereit dazu fühle und die notwendige Leidenschaft mitbringe.

Was hat Sie schließlich bewogen, die Herausforderung anzunehmen?

Niklas Zötler: Ich habe erst mal Betriebswirtschaft studiert, um mich nicht zu sehr einzuengen. In dieser Zeit ist mir bewusst geworden, dass ich den Braumeister machen möchte, um eine technische Grundlage zu schaffen. Als ich dann noch den Biersommelier draufgesetzt und noch mehr über Biervielfalt und Sensorik gelernt hab, war das Feuer vollständig entfacht.

Hätten Sie sich vorstellen können, auch etwas ganz anderes zu machen, Herr Ehrnsperger?

Johannes Ehrnsperger: Nein, bei mir stand eigentlich schon nach der Schule fest, dass ich die Brauerei übernehmen möchte. Beim BWL-Studium hat sich der Gedanke nochmal verfestigt. Die Übernahme lief allerdings nicht in direkter Linie, weil zwischen meinem Vater und mir ein Altersunterschied von 44 Jahre liegt. So haben wir für einige Jahre die Geschäftsführung bewusst in externe Hände gelegt.

Katharina Waldhecker: Ich habe auch erst mal BWL studiert und dann aber eine Tanzkarriere am Broadway in New York angepeilt. Mit 23, als ich den Bachelor gemacht hatte, habe ich mich überhaupt noch nicht bereit gefühlt, die Brauerei zu übernehmen. Mir war klar, was da für ein Lebenswerk dahintersteckt.

Wie wurden Sie auf die Aufgabe als Brauereichef*in vorbereitet? Hat Ihr Vater schon früh den geschäftlichen Rahmen für das Erbe geschaffen?

Johannes Ehrnsperger: Ich wurde schon während des Studiums in strategische Entscheidungen eingebunden, sodass die wichtigen Weichen im Austausch bereits in meinem Sinne gestellt werden konnten. Ich habe dann auch immer überlegt, was ich tun würde, wenn ich das allein entscheiden müsste. Zudem ist mein Vater jemand, der sehr langfristig denkt. Er hat sich vor 40 Jahren schon einen Lebensplan geschrieben, wo drinsteht, dass er mit 75 Jahren alle Anteile am Unternehmen, Entscheidungen und Verantwortungen abgegeben haben möchte. Das hat er konsequent durchgezogen.

Lässt er Sie machen oder will er noch mitreden?

Johannes Ehrnsperger: Dadurch, dass die Geschäftsführung bei meinem Einstieg schon ein paar Jahre in anderen Händen lag, hatte er sowieso schon eine Rolle im Hintergrund eingenommen. Meine Vorgängerin und ich haben dann ein Jahr gemeinsam die Geschäfte geführt, da durfte ich nochmal wahnsinnig viel lernen. Heute nutze ich aber bei wichtigen strategischen Entscheidungen gern noch den Rat meines Vaters.

Niklas Zötler: Mein Vater und ich haben uns für eine komplette Übergabe entschieden, das heißt, er ist an dem einen Tag als Geschäftsführer zurückgetreten, an dem ich übernommen habe. Für ihn war das genauso ein Entwicklungsprozess wie für mich. Er hat die Verantwortung nach 34 Jahren als alleiniger Chef abgegeben und ich war auf einmal in der finalen Entscheider-Rolle. Wir haben das zusammen super hinbekommen und auf seinen Erfahrungsschatz greife ich immer noch gerne zurück.

Wie haben Sie das als junge Frau erlebt?

Katharina Waldhecker: Wir hatten zwischen mir und meinem Opa einen externen Geschäftsführer in dessen Fußstapfen ich getreten bin. Er war zwanzig Jahre da und ist nach wie vor in beratender Funktion tätig. Da nimmt man viel mit, aber grundsätzlich denke ich, dass einen niemand direkt auf so eine Aufgabe vorbereiten kann.

Niklas Zötler: Das sehe ich auch so. Man trifft einfach ganz viele Entscheidungen zum ersten Mal und muss daher häufig ‚ins kalte Wasser springen‘. Gerade deswegen ist es doch echt spannend, wenn man zurückblickt und feststellt, heute würde man manche Entscheidungen vielleicht ganz anders treffen. Man merkt dadurch schnell, dass man Konsequenzen aus Entscheidungen nicht vorhersehen kann und dass man auch Fehler machen darf.

Herr Ehrnsperger, haben sie ähnliche Erfahrungen gemacht?

Johannes Ehrnsperger: Klar, aber für mich ist das die größte Challenge, weil ich, wie wahrscheinlich jeder junge Chef, natürlich keine Fehler und meine Aufgaben perfekt machen will. Aber: Lieber Fehler machen und Entscheidungen treffen, als passiv zu reagieren. Gerade dieser Spagat ist für mich täglich eine der größten Herausforderungen.

Katharina Waldhecker: Sehe ich genau so, denn am Ende müssen wir als Chefs den Kopf sowieso hinhalten. Das war die erste Lehre, die ich aus dem Job mitgenommen habe. Einfach machen, was ich im Moment für richtig halte…

…das erfordert Mut!

Niklas Zötler: Sicher, man lernt schließlich nie aus. Genau dieses kontinuierliche Lernen an mir selbst zu beobachten, macht mir viel Freude.

Welche Werte und welche Unternehmensphilosophie leben Sie fort?

Katharina Waldhecker: Die Philosophie eines Unternehmens muss keiner neu erfinden, die ist ja bereits da. Wichtiger ist doch, dass man darüber spricht. Genau das kam bei uns lange genug zu kurz. Ich versuche jetzt, verstärkt nach außen zu kommunizieren, dass wir ein Familienbetrieb sind.

Johannes Ehrnsperger: Ich glaube auch, dass jeder von uns die Philosophie eines Unternehmens mit langer Tradition bewusst weitertragen will. Dafür stehen doch erfolgreiche Unternehmen.

Niklas Zötler: Es ist ganz wichtig, schon vor der Übernahme zu verstehen, was die DNA des Unternehmens ist. Als Nachfolger transformiert man diese durch die eigenen Überzeugungen und den Führungsstil in die Gegenwart. Bei uns findet gerade ein starker Wandel statt und gleichzeitig bleiben essentielle Werte wie Heimatverbundenheit und Wertschätzung erhalten.

Was machen Sie denn nun anders als Ihre Vorgänger?

Niklas Zötler: Familienunternehmer sind meiner Meinung nach Typen, die sich durch ihre eigene Persönlichkeit in den Betrieb einbringen. Ehrlich gesagt sind mein Vater und ich wie Tag und Nacht. Ich bin viel emotionaler und leidenschaftlicher, ein Bauchmensch, dafür meist chaotisch und wälze Entscheidungen gern. Mein Vater akzeptiert mich aber so, obwohl ich auch einen anderen Spirit bei der Personalführung pflege.

Johannes Ehrnsperger: Bei uns hat sich die Kultur des Unternehmens geändert, weil die Familie wieder direkt am Ruder sitzt.

Frau Waldhecker, ganz offensichtlich haben Sie einiges umgekrempelt.

Katharina Waldhecker: Absolut, ich habe dem Familienunternehmen einen neuen, frischeren Auftritt gegeben und die Unternehmermarke in den Vordergrund gerückt. So zeigen wir auch eine andere Außenwirkung.

Haben Sie vor der Übernahme der Brauerei Erfahrungen in anderen Unternehmen gewinnen können, die sie jetzt einbringen können?

Katharina Waldhecker: Nach meiner Tanz-Zeit war ich zuerst beim Hofbräu in Traunstein im Vertrieb und Marketing tätig. Das war eine gute Schule, weil Bier in Bayern anders gelebt wird als bei uns in Baden-Württemberg. Aus Traunstein habe ich die Leidenschaft fürs Bier mitgenommen. Danach war ich noch bei der Dinkelacker Brauerei in Stuttgart. Erst mal woanders reinzuschnuppern hat mir echt geholfen und war viel Wert.

Johannes Ehrnsperger: Das kann ich nur unterstreichen. Ich habe nach meinem BWL-Bachelor noch ein duales Studium der Brau- und Getränketechnologie gemacht. Aber schon während des Studiums war es meine Intention, durch Praktika viele andere Bereiche und andere Branchen kennenzulernen. Die zusätzliche studienbegleitende Brauer- und Mälzerlehre bei der Distelhäuser Brauerei war aber ebenso wertvoll, zumal man als Azubi eine andere Perspektive gewinnt.  

Der deutsche Biermarkt wird sich bei sinkendem Bierkonsum wohl auch künftig ziemlich kompliziert gestalten. Welche Herausforderungen bedeutet das für Sie?

Niklas Zötler: Auch wenn der Konsum von Industrie- und Massenbier zurückgeht, sehe ich den deutschen Biermarkt definitiv nicht auf einem absteigenden Ast. Wir drei hier repräsentieren grundsolide Unternehmen, die vor allem darauf achten müssen, das Wachstum zu managen. Dabei profitieren wir ganz klar vom Trend zu regionalen Lebensmitteln. Ich habe absolut keinen Grund zu jammern.

Johannes Ehrnsperger: Ich kann mich auch nicht beschweren, was die Entwicklung unserer Brauerei betrifft. Corona war für manche in der Branche ein Brandbeschleuniger. Aber Unternehmen, die starke Marken präsentieren und gut positioniert sind, gehen gestärkt aus der Situation heraus. Das Grundproblem der hiesigen Branche sehe ich darin, dass viele Brauereien kopieren. Gerade bringt jeder ein Helles in der Euroflasche und im blauen Kasten raus, da wird’s dann irgendwann eng. Es ist doch viel sinnvoller, auf seine individuelle Einzigartigkeit zu setzen. Bei uns ist das die Nachhaltigkeit, also Enkeltauglichkeit. Wir verkaufen gewissermaßen genussvollen Umweltschutz in der Flasche.

Welcher Strategie folgen Sie, Frau Waldhecker?

Katharina Waldhecker: Ich sehe das ähnlich wie Johannes. Der Bierkonsum nimmt ab, aber genau deswegen ist es unsere Aufgabe, uns vom Wettbewerb abzusetzen und unsere Kunden mit individuellen Bierspezialitäten zu überzeugen.

Niklas Zötler: Ich bin mir auch sicher, dass gerade Authentizität und Transparenz für die jungen Generationen sehr wichtig ist. Unsere Bedürfnisse können wir als Familienbrauereien sehr gut befriedigen. Eine direkte Kommunikation zwischen Kunde und Brauerei über die verschiedenen Social-Media-Kanäle hilft hierbei natürlich.

Was macht einen gut gerüsteten Brauereibetrieb in turbulenten Zeiten aus? Mit welchen Visionen wollen sie die Weichen für die Zukunft stellen?

Katharina Waldhecker: Wir sind grundsätzlich noch am Anfang eines Modernisierungsprozesses mit ganz vielen to-dos in allen Bereichen wie Markenmanagement, Investitionsmanagement und Digitalisierung.

Johannes Ehrnsperger: Wir haben unseren Visionsprozess bereits durchlaufen und sehen Lammsbräu nicht nur als einen kleinen, enkeltauglichen Kosmos. Wir wollen als Leuchtturm fungieren, der auch andere Brauereien für Qualität und eine ökologische Lebensmittelherstellung begeistert und inspiriert.

Niklas Zötler: Eine starke Marke und eine klare transparente Preispolitik führen zu langfristigem Erfolg und geben uns die Möglichkeit erfolgreich zu wirtschaften. So können wir uns auch mit Nachhaltigkeit beschäftigen. Spätestens 2030 wollen wir klimaneutral produzieren. Wir optimieren und digitalisieren unsere Prozesse. Aber das Wichtigste ist, charakterstarke sowie qualitativ hochwertige Biere zu brauen und dabei eines nie aus den Augen zu verlieren: Genuss und Lebensfreude schaffen.

Erschienen im Meininger’s CRAFT Magazin für Bierkultur.

Altenburger Brauerei: Winterbier zum Lebkuchen

Es bereitet mir immer wieder eine Freude neue Sude aus Traditionsbrauereien zu probieren. Die Altenburger Brauerei aus dem thüringischen Altenburg, südlich von Leipzig gelegen, legte in diesem Jahr gleich zwei Spezialitäten auf. Im Frühling war es ein sanft gehopftes „Sommerhelles“ und jetzt ein dunkles „Winterbier“. Dabei handelt es sich um ein 5,5-prozentiges Wiener Lager. Eines schon vorweg: Kann man locker auch im Herbst genießen.

Im Glas zeigt sich die untergärige Spezialität in einem attraktiven Kastanienbraun mit deutlichem Rotstich. In die Nase strömen angenehme malzig Noten von Karamell, Brotkruste und Nuss. Hinzu kommen ein würziger Anklang sowie ein Hauch von Nougat. Auf der Zunge präsentiert sich das „Winterbier“ mit einem schlanken und spritzigen Mundgefühl. Der volle Geschmack ist geprägt von nussigen, brotigen und karamelligen Noten. Ein würziger Anklang schwingt noch mit. Im Finish zeigt sich noch eine deutliche, aber angenehme Herbe, die in einen trockenen Abgang übergeht.

Fazit: Das Altenburger „Winterbier“ ist ein wirklich fein ausbalanciertes und aromatisches Bier, das einen mit seinen Aromen nicht erschlägt. Hierzu könnte ich mir sehr gut einen Lebkuchen als Pairing-Partner vorstellen. Da der Winter aktuell noch auf sich warten lässt, habe ich das Bier einfach zum gegrillten Steak genossen.

Schönramer: Balanceakt zwischen Tradition und Moderne

Qualitätsstreben, Experimentierfreude und ein kontrolliertes Vermarktungskonzept: Mit diesen Erfolgsfaktoren verwandelte der US-Amerikaner Eric Toft die Landbrauerei Schönram zu einem Geheimtipp für Craftbier-Fans aus aller Welt.

Braumeister Eric Toft

Es ist schon ungewöhnlich, dass die Biere einer 241 Jahre alten Landbrauerei aus dem tiefsten Oberbayern, heute zu den besten der Welt gehören. Im Nirvana des Voralpenlandes, 100 Kilometer südöstlich von München, irgendwo zwischen Traunstein und Salzburg, liegt die winzige Gemeinde Schönram, die im Kern seit jeher aus Kirche, Wirtshaus und Biergarten besteht, aber dennoch zur Hochburg faszinierender Sude für Craft-Fans rund um den Globus wurde.

Dass ein solcher Außenposten des Bier-Genusses zum Herzstück neuer Bierkultur werden konnte, ist vorrangig einem Mann zu verdanken: Dem US-Amerikaner Eric Toft, den es nach einem Studium der Geophysik in Colorado nach Bayern verschlug, um in Weihenstephan Brauwesen zu studieren. Er blieb im Bajuwarenland und steht nun mittlerweile seit mehr als 20 Jahren an den Sudkesseln der Privatbrauerei Schönram. Es ist keineswegs übertrieben, den 56-jährige Bier-Enthusiasten als Pionier der deutschen Craftbier-Branche zu bezeichnen.

Eric Toft war tatsächlich einer der ersten Brauer hierzulande, der sich an hopfenbetonte Kreativsude versuchte. Insider wissen, dass er damals die Craftbier-Bewegung aus seiner Heimat mit nach Deutschland brachte und 2009 zu den ersten hiesigen Braumeistern zählte, die ein India Pale Ale (IPA) und ein Imperial Stout auflegten. Die Pionierleistung von Toft erkennt auch Schönramer-Chef Alfred Oberlindober an, der auch nach zwei Jahrzehnten noch immer von seinem Braumeister in höchsten Tönen spricht: „Was besseres als Eric Toft hätte uns nicht passieren können, sein anhaltender Qualitätsgedanke mit immer neuen Ideen zählen zum Erfolgsgarant unserer Brauerei.“

Zur Erfolgsgeschichte der Braustätte mit angeschlossenem Bräustüberl und Biergarten rechnet der Schönramer-Chef aber auch Faktoren wie modernste Technik, Tradition und Regionalität. So stammt das Malz grundsätzlich aus bayerischem Anbau, der Hopfen aus der Hallertau oder aus Tettnang am Bodensee. Die hohe Rohstoffqualität macht sich bei den Bieren bemerkbar: Um gleichbleibende Qualität zu gewährleisten verschneidet das Brau-Team je nach Erntequalität verschiedene Hopfenjahrgänge. So dürfte es wohl eine totale Ausnahme sein, dass Biere, die zu fast 90 Prozent nur im Umkreis von 30 Kilometer ihres Entstehungsortes verkauft werden, hierzulande zu den international meistausgezeichneten Suden zählen.

So ehrgeizig wie sich das Brauerei-Management in Qualitätsfragen geriert, so konventionell und zurückhaltend ist auch die Vermarktungsphilosophie ausgelegt. Der Ausstoß liegt inzwischen bei rund 110.000 Hektolitern pro Jahr. Aber nach Aussagen von Toft, könnte die Brauerei sogar die doppelte Menge an Bier verkaufen, allerdings wäre es nicht qualitätsfördernd, die Produktion bis zum Anschlag auszureizen. „Wir wachsen jedes Jahr kontrolliert um etwa drei Prozent“, verrät Eric Toft in tiefbayerischem Dialekt, „mehr lassen wir nicht zu.“

So rosige Zeiten verzeichnete die 1780 vom damaligen Landwirt Josef Köllerer gegründete Braustätte nicht immer. In der Anfangszeit war sie mit angeschlossenem Wirtshaus und Stallungen in einer damals bevölkerungsarmen Region lediglich eine beliebte Anlaufstelle für Kutscher von Posttransporten zwischen Salzburg und München. Später florierte das Biergeschäft kräftig und die spätere Familienerbin Elisabeth Köllerer entschied sich in den 1950er Jahren gemeinsam mit ihrem Ehemann Alfred Oberlindober die Brauerei zu modernisieren.

In achter Generation führen nun die Nachfolger, Helga und Alfred Oberlindober, den Schönramer Betrieb. Seit sie – mit Weitblick – vor 23 Jahren den US-Amerikaner Eric Toft als Braumeister einstellten, hat sich vieles verändert in der einst eher konservativen Landbrauerei. Im Fahrwasser neuer Ideen wurde das Sudhaus und der Gärkeller erweitert sowie Abfüllanlage und Lagerkeller vergrößert. Zuletzt wurden vier neue Lagertanks mit 13.000 Hektoliter Volumen installiert.

Eric Toft ist heute froh darüber, nach seinem Braustudium in Weihenstephan ein finanziell äußerst lukratives Stellenangebot aus Saudi-Arabien ausgeschlagen zu haben. Nach seinem Studium und einem kurzen Intermezzo in belgischen Brauereien, arbeitete der Wahlbayer, der in seiner Freizeit das Tenorhorn der örtlichen Blaskapelle bedient, kurzzeitig in einer Brauerei im Chiemgau, bis er 1998 schließlich in Schönram begann.

Seine Intention war es, das Portfolio der Landbrauerei zu erweitern und den Konsumenten zu zeigen, was mit Hopfen innerhalb des Reinheitsgebotes alles möglich ist. Sein nachtschwarzes, 9,5-prozentige Stout führt die Brauerei noch immer erfolgreich im Sortiment. Das IPA wurde zeitweilig eingestellt, da es sich in der oberbayerischen Region nicht schnell genug verkaufte und Toft der Meinung ist, solche Biere müssten immer ganz frisch getrunken werden. Craft-Fans können jedoch hoffen: „Ganz sicher kommt bald wieder ein neues IPA raus,“ so der Braumeister, „dieses Mal als Session-Version.“

Aber auch die traditionellen Biere sind sortenspezifisch blitzsauber ausgebaut. Flaggschiffe der Schönramer Brauerei sind das Helle und ein Pils mit gut 40 Bittereinheiten. Beide Schöpfungen erleben jedes Jahr einen wahren Medaillen-Regen bei nationalen und internationalen Awards. Dabei exportieren die Bayern ihre Biere nicht einmal in alle Welt hinaus, sie werden vielmehr unter Liebhabern außerhalb Bayerns wie Trophäen herumgereicht.

Dass die Schönramer auch großen Wert auf saisonale Spezialitäten legen, ist für eine Landbrauerei nicht unbedingt ungewöhnlich. So sind Weizenbock, Winterfestbier und ein fruchtig-blumiges Sommerbier, sowie ein bernsteinfarbenes Wiener Lager im Herbst feste Größen im Portfolio des Hauses. Als besonderes Highlight der Schönramer gilt indes das „Grünhopfen Pils“, das ein florales, fruchtiges und grasiges Aroma präsentiert. In diese saisonale Spezialität gelangen nur frisch geerntete Dolden der Sorten Select und Tettnanger.

Besonders beliebt bei den Fans ist aber auch das „Bayerisch Pale Ale“, bei dem sich – nach Aussagen von Toft – durch einen Etiketten-Relaunch im vergangenen Jahr der Absatz nahezu verdoppelt hat. Dass er dabei die Hopfensorte Mandarina Bavaria einsetzt, hat einen Grund: „Ein richtig gutes Bier muss über eine eigene Handschrift verfügen sowie ein anhaltendes Durstgefühl auslösen, das selbst nach dem Genuss mehrerer Gläser nicht nachlässt,“ resümiert der Wahl-Bayer und nimmt einen kräftigen Schluck.

Erschienen im Meininger’s CRAFT Magazin für Bierkultur.

Spannende Verkostung: Bier trifft pivo

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Deutsch-tschechische Online-Bierverkostung am 29.9. auf Zoom

Wie sieht die moderne Braukultur in Deutschland und Tschechien aus? Welche neuen Trends lassen sich erkennen? Zählen diese traditionsreichen Biernationen noch zu den Vorreitern der Hopfenwelt? Und was hat es eigentlich mit den tschechischen Bezeichnungen 10°, 11° oder 12° auf sich? Wie groß sind da die Geschmacksunterschiede überhaupt? 

Die Tschechischen Zentren in München und Berlin laden zu einer süffigen Entdeckungsreise ein und stellen verschiedene Spezialitäten aus beiden Ländern vor. Durch den Abend führen der tschechische Bierkenner und Rundfunkkorrespondent Filip Nerad sowie der preisgekrönte deutsche Biersommelier Oliver Wesseloh.

Kosten: 14,90 € (Bier-Set à 6 Flaschen)

Weitere Informationen unter:

https://munich.czechcentres.cz/de/programm/bier-trifft-pivo

Schräge Biere: Magische Bohne

Egal ob Stout, Porter oder Doppelbock: Craftbrauer setzen jetzt mit verschiedenen Bierstilen auf das spannende Geschmacksspiel der Tonkabohne. Die schwarze Baumfrucht ist wegen ihrer Rauschwirkung allerdings nicht zu unterschätzen und auch nicht in jedem Land erlaubt

Vielfältiger kann eine Baumfrucht wohl kaum sein: Während die Südamerikaner der Tonkabohne magische Kräfte zubilligen, ist sie in den USA wegen des Inhaltsstoffs Cumarin in Lebensmitteln verboten und in anderen Ländern gehen Experten sogar von hypnotischer sowie erotisierender Wirkung aus. Aber die für Brauer wahrscheinlich wichtigste Eigenschaft der schwarzen Baumfrucht ist der äußerst intensive Geschmack nach Vanille, Karamell und Mandeln.

Jetzt entdecken auch immer mehr Craftbrauer die hippe Baumfrucht als spannenden Aroma-Pusher. Wegen ihrer Aroma-Intensität passt sie aber nicht zu jedem Biertypus. Am besten entfaltet sich die magische Bohne in dunklen Suden wie Stout, Porter, Bock oder Braggot – allerdings in geringen Mengen, da sonst eine zusätzliche Rauschwirkung einsetzt.

Eines der wohl bekanntesten Tonka-Biere stammt aus Norwegen von der Brauerei Lervig aus Stavanger. Dabei handelt es sich um ein zwölfprozentige Imperial Stout namens „3 Beans Stout“. Es präsentiert sich nachtschwarz im Glas, getoppt von einem üppigen, kaffeebraunen Schaum. Auf der Zunge entfaltet sich in diesem Bier ein süßlich-deftiges Aromaspiel aus Noten von Kakao, Zartbitterschokolade und Vanille.

Viel hilft viel, dachten sich auch die Macher von Tanker Brewing aus Estland, die bei ihrem „Imperial Maraschino Cherry & Tonka Bean Stout“ noch eine Aroma-Schippe drauflegten. Das 10,5-prozentige Bier, das in Kollaboration mit The Garden Brewery aus Kroatien entstand, ist mit Kirschpüree vergoren. Zudem runden die befreundeten Brauer es für einen besonderen Geschmacks-Thrill noch mit Kakao, Vanille und Tonkabohne ab. Die Litauer von Sakiskiu Alus dagegen probierten sich an einem Braggot. Der zehnprozentige Sud ist mit Met sowie Vanilleschoten, Kakao- und Tonkabohnen gebraut. Das Aroma zeigt sich also mit einer intensiven Kakao- und Vanillenote sowie einer alkoholischen Wärme im Finish.

Auf weniger Alkohol setzt die Mannschaft von Bierol aus dem österreichischen Schwoich. Dessen Porter namens „Going Tonka-Beans“ besitzt im Vergleich zu den nordischen Varianten zwar nur schlanke fünf Prozent, präsentiert aber trotzdem ein vollmundiges, sanft-süßes Aroma. Durch die Zugabe der Tonkabohne erzielt das Bier neben röstigen, schokoladigen sowie espressoartigen Noten, auch einen Geschmack von Marzipan.

Inzwischen wagen sich auch deutsche Craftbrauer mit ganz extravaganten Suden an die schwarze Bohne. So führen die Macher von Ruhrpottbrew aus Oberhausen beispielsweise einen fassgereiften „Scotch Barrel Tonka Doppelbock“ im Portfolio, dessen Aroma eine Kombination aus Whisky mit süßlichen und vanilleähnlichen Anklängen aufzeigt. Die Brauer von Lillebräu aus Kiel hingegen legten ein 7,6-prozentiges Stout auf, das ein vollmundiges Aroma von Sahne, Karamell und Lebkuchen in Duft und Geschmack zaubert. Hinzu kommen die typischen Noten der Tonkabohne. Eine ähnlich kreative Variante legte auch das Team von Yankee & Kraut aus Ingolstadt auf und ließ ihr Imperial Baltic Porter mit Tonka-Beigabe gleich noch in Rotweinfässern schlummern. Das zeigt, die Möglichkeiten die Zauberbohne in Craft-Bieren einzusetzen, dürften noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht haben.

Erschienen im Meininger’s CRAFT Magazin für Bierkultur.

BestBrewChallenge 2021: Litauische Brauer auf dem Siegerpodest

Die Sieger der BestBrewChallenge von Bestmalz in Heidelberg stehen fest. Vorgabe war es in diesem Jahr, ein leichtes Weizenbier mit maximal 3,5 Prozent Alkohol zu produzieren. Wieder einmal durfte ich in der Jury dieses Wettbewerbs dabei sein und mit geschätzten Kolleginnen und Kollegen insgesamt 143 spannende Biere – überwiegend aus Europa – verkosten und bewerten. „Das ist ein neuer Rekord und mehr als wir aufgrund der allgemeinen Pandemie-Müdigkeit erwartet hatten“, freut sich Dr. Axel Göhler über die Einreichungen, der den Wettbewerb 2015 als Geschäftsführer der Palatia Malz GmbH ins Leben gerufen hat.

Gewonnen hat Tomas Sirtautas aus Litauen mit seiner modernen Interpretation eines leichten Weißbieres namens „Mischievous Wind“. Obwohl der leidenschaftliche Hobbybrauer schon vor zwei Jahren unter seinem Label „Relaxed Man“ in Litauen einen Brauwettbewerb gewonnen hat, ist er von der jetzigen Auszeichnung überwältig: „Ich bin fast vom Stuhl gefallen, als ich von meinem Sieg gehört habe.“ Sein Bier überzeugte uns, weil es alle Aromen enthält, die ein leichtes Weizenbier mitbringen sollte: Banane, etwas Nelke sowie eine leichte Säure und zudem eine gewisse Spritzigkeit vorlegte.

Der zweite Platz geht an Jan Mordhorst aus dem niedersächsischen Seevetal mit seinem „Endless Summer“, das mit nussigen Noten und einem harmonischen Gesamteindruck beeindruckte. Platz drei und vier belegen ebenfalls zwei Brauer aus Litauen. Kein Wunder, denn mit 73 Einreichungen belegt das Land die Spitze der Registrierungen. Zum Vergleich: Aus Deutschland kamen 53 Biere.

Die Konditionen für die BestBrewChallenge 2022 werden voraussichtlich Ende des Jahres bekannt gegeben.

Die Jury: Meinhard Wicht, Marlene Specht, ich, Patrick Schäfer und Fabian Staudinger (v.l.)

Kleine Umfrage: Craftbier in Deutschland

Liebe Community,

seit knapp neun Jahren versorge ich euch auf meinem Blog mit Themen rund um das Thema Craftbier. Um mein Wissen an Euch weitergeben zu können, bilde ich mich regelmäßig fort. Gerade bin ich dabei den „Master of Beer“ abzuschließen und schreibe dafür eine Masterarbeit. Es wäre super von Euch, wenn ihr Euch zwei Minuten Zeit nehmen würdet, um an meiner Umfrage zu unserem Lieblingsthema teilnehmen würdet. Je mehr Leute mitmachen, umso aussagekräftiger wird das Ganze. Ich danke Euch ganz herzlich für Eure Teilnahme.

https://www.surveymonkey.de/r/C63WPJQ

Orcabrau: Sommerbier mit Calamansi-Frucht

Felix vom Endt mit seiner Brauerei Orca Brau in Nürnberg ist dafür bekannt, dass er immer wieder mit neuen und ungewöhnlichen Suden überrascht – am liebsten mit Bieren fernab des Reinheitsgebotes. Eines seiner neuesten Werke ist das 4,5-prozentige „Moyo“. Dabei handelt es sich um ein Witbier, das klassisch mit Orangenschalen und Koriandersamen gebraut ist. Als besonderen Kick packte das Orca-Team aber noch Calamansi dazu. Das ist eine besondere, hierzulande ziemlich unbekannte Zitrusfrucht, auch genannt Calamondinorange, die überwiegend auf den Philippinen wächst.

Schenkt man das Bier ins Glas, strahlt einem ein attraktives Sonnengelb entgegen. Getoppt ist der Sud von einem feinporigen und schneeweißen Schaum. Die Nase wird betört von einem süßlichen Zitrusduft, der sich mit sanft floralen und würzigen Noten vereint. Das Bukett hält auf der Zunge, was es verspricht. Frisch fließt das Witbier über die Lippen, bis es sich erfrischend und hocharomatisch ausbreitet. Süß-saure Aromen der Calamansi dominieren den Geschmack, der an Mandarine erinnert. Eine gewisse florale Note der Koriandersamen und eine dezente Würzigkeit ergänzen noch dasGeschmacksbild. Im Finish verabschiedet sich „Moyo“ mit einem leicht herben Touch und das Fruchtaroma bleibt noch länger am Gaumen zurück.

Fazit: Mit diesem Trunk präsentiert das Orca-Team ein perfektes Sommerbier. Schlank, frisch und super aromatisch macht es Lust auf mehr. Passt hervorragend als Aperitif, als leckere Entspannung am Wochenende auf der Terrasse oder als Begleiter zu gegrilltem Fisch wie etwa Wolfsbarsch, den ich gestern als Begleitung zum Moyo gegessen habe.

Düxer Bock: Kölner Brauhistorie erlebt Genuss-Renaissance

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Dass zu einem aussagekräftigen Markenauftritt nicht nur gutes Bier, sondern vor allem auch Storytelling gehört, weiß das Kölner Unternehmerehepaar Ulrich Linnenberg und Caroline Hamacher-Linnenberg wie kaum jemand anders. Ulrich liebt die Geschichte der Domstadt und stieß irgendwann auf die 1468 erstmal urkundlich erwähnten Brauerei „AufRome“, die bis ins späte 19. Jahrhundert ein fester Bestandteil der Kölner Bierszene war.

Anlass genug für die Linnenbergs die Marke „AufRome“ mit dem „Düxer Bock“ wieder aufleben zu lassen. Vor rund drei Jahren brachten die Kölner das traditionsreiche Bier auf den Markt, das für wahre Genießer eine Spezialität mit hohem Qualitätsanspruch darstellen soll. Das Rezept für das 6,9-prozentige Starkbier erarbeiteten sie mit dem Analytik-Institut Romeis in Bad Kissingen. Gebraut wird es bei Rittmayer im fränkischen Hallerndorf, zunächst in kleineren Mengen. Das Bier soll nicht nur die Kölner Biervielfalt ergänzen, sondern dient auch als eine Hommage an eine Liebesgeschichte, die rund um das Jahr 1510 passiert sein soll, wobei der „Düxer Bock“ eine tragende Rolle spielte. Hier die Details:

„In Deutz, das heute zu Köln gehört, wohnte einst ein Schneider, dessen Einkünfte kaum ausreichten, um seine Familie zu ernähren. Darum suchte er nach einer weiteren Einnahmequelle – und züchtete Kanarienvögel, die sich ob ihres schönen Gesangs gewinnbringend veräußern ließen. Das Problem: Das Federvieh sang schon dann, wenn die Nachbarn noch schliefen.

So wurde auch ein reicher Steuereinnehmer jeden Morgen aus dem Schlaf gerissen. Der Konflikt war vorprogrammiert: Während der eine seinen Schlaf nicht missen wollte, war der andere nicht bereit, auf seine Nebeneinnahmen zu verzichten. Der Streit eskalierte. Schließlich ging der übermüdete Steuereinnehmer zum Gegenangriff über: Er kaufte sich einen Ziegenbock, den „Düxer Bock“, den er so schlecht fütterte, dass das Tier mit lautem Gemecker schon morgens sein Futter einklagte und den Gesang der Vögel übertönte. Die lautstarke Posse machte den Konflikt und die Streithähne stadtbekannt.

Was die beiden Kontrahenten nicht wussten: Ihre Kinder hatten sich ineinander verliebt. Allerdings konnten sie sich nur heimlich sehen und wurden schließlich getrennt, als sich der Schneider, als Unterlegener im Streit, außerhalb der Stadt eine neue Existenz aufbauen musste. Erst Jahre später, nach dem Tod der Väter, trafen sich die beiden in Deutz wieder. Die alte Liebe entfachte neu und sie wurden, so die Story, für immer ein Paar.“

Mit dem „Düxer Bock“ der jetzt als Bierspezialität seine Wiedergeburt fand, möchten die Linnenbergs an diese romantische Geschichte erinnern. Ziel des Ehepaars war es von Beginn an, etwas Besonderes in einer speziellen Flasche zu kreieren. So fließt der Bock in einem strahlenden und glanzfeinen Bernsteinton ins Glas, ein feinporiger, cremefarbener Schaum liegt oben auf. Die attraktive Optik macht Lust das Bier zu probieren.

Im Duft zeigen sich schmeichelnde malzige Aromen von Waldhonig, Karamell und Brotkruste. Ergänzt wird das Bukett von sanften fruchtigen Tönen des Callista-Hopfens aus der bayerischen Hallertau. Süßlich rinnt das Bier über die Lippen, bis es sich vollmundig und mit moderater, schön eingebundener Kohlensäure im Mundraum ausbreitet. Auf der Zunge präsentiert der „Düxer Bock“ mit harmonischen Noten von Honig, Karamell und Brotkruste. Zum Aromaspiel gesellen sich sanfte hopfige Fruchtanklänge, die an Aprikose und Zitrus erinnern. Im Finish bleibt der Geschmack noch lange und aromatisch am Gaumen zurück. Der Nachtrunk gestaltet sich trocken, sodass man sofort Lust auf den nächsten Schluck bekommt.

Ein absolut rundes und ausbalanciertes Bier, dass es nur in speziellen Läden, wie etwa in Weinhandlungen, Online-Shops und gehobenen Supermärkten gibt. Der „Düxer Bock“ kann hervorragend als Speisenbegleitung eingesetzt oder am besten als alleinstehendes Genussgetränk genossen werden.

Tolle Aktion: Der „Müllradler“ als Flaschensammler

Credit: Roman Hackl

Ein umweltbewusster Leser von feinerhopfen.com hat sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen und mich um mediale Unterstützung gebeten:

Jeder kennt die Situation, dass leere Bierpullen achtlos in die Botanik geworfen werden und dort die Umwelt belasten. In Graß, einem Ortsteil von meinem Heimatdorf Aying, nimmt Roman Hackl, der sich selbst den „Müllradler“ nennt, das Heft in die Hand und sorgt für Ordnung im Gelände. Mit Fahrrad und passendem Anhänger tourt er durch das Dorfgebiet und die Randgemeinden, um – ganz selbstlos und unpolitisch – weggeworfene oder vergessene Flaschen einzusammeln.

Allein in diesem Jahre hat er bereits mehr als 2000 Bierflaschen entsorgt. Dabei wird er von der Ayinger Brauerei mit Bierträgern und damit verbundenen Logistik unterstützt. Als Ermutigung für seine guten Taten hat ihm der Ayinger Bürgermeister jetzt höchstpersönlich eine Mülltonne übergeben.

Auch wenn manche Leute solche Aktionen vielleicht als etwas schräg empfinden mögen, so ist dennoch lobenswert, wie sich manche Menschen um unsere Umwelt sorgen. Wer die Aktionen von Roman Hackl unterstützen möchte, hier sein Kontakt: muellradler@drachengruss.de