Birra Amacord: Vier italienische Sude zu Pasta & Co.

Rimini an der italienischen Adriaküste verbinden die meisten Leute wohl mit Urlaub, Strand und Party. Doch die Stadt an der Riviera hat auch in Sachen Bier einiges zu bieten. Neben ein paar Bars mit großer Bierauswahl gibt es dort auch die Craft-Werkstatt Birra Amacord. Vier Sude der 1997 gegründeten Brauerei konnte ich kürzlich probieren.

Zuerst wagte ich mich an das unfiltrierte „Ama Pilsner“ mit 4,9 Prozent Alkohol. In einem attraktiven Strohgelb schwimmt es im Glas, ein fein- bis mittelporiger Schaum liegt oben auf. Eingesetzt wurden für das Pils nur Dolden der Hopfensorten Mittelfrüh, Tradition und Spalter, die sich im Duft auch sofort würzig, floral, zart grasig und mit einem Kräuter-Touch präsentieren. Hinzu kommt ein Anklang von Weißbrotkruste. Auf der Zunge zeigt sich das Bier frisch und vollmundig mit einem malzig, würzig und floralem Geschmacksspiel. Die 33 Bittereinheiten sind nur minimal zu erkennen.

Nach dem Pilsner öffnete ich das „Ama Blonda“, ein sechs prozentiges Golden Belgian Ale. Gebraut ist die italienische Interpretation mit den Hopfensorten Perle und Mittelfrüh sowie einer eher ungewöhnlichen Beigabe: Orangenblütenhonig. Das Ale zeigt sich in einem trüben Goldton mit schneeweißem, feinporigem Schaum. Das Bukett präsentiert florale Noten sowie Aromen von Orangenschale, Blütenhonig und einem minimalen krautigem Anklang. Im Geschmack verbindet sich eine zarte Säure mit malzig-hefigen Noten, einem Hauch von Zitrus, einer dezenten Würzigkeit und dem Blütenhonig zu einer Gesamtkomposition. Eine hauchzarte Hopfenbittere von 25 Bittereinheiten runden das Bier ab.

Das „Ama Bruna“, ein 7,5-prozentigen Belgian Strong Ale, ist wohl der große Bruder des goldenen Ales. Allerdings zeigt sich die kräftigere Variante in einem appetitlichen Rehbraun und einem feinporigen, cremefarbenen Schaum. Es duftet zurückhaltend nach getrockneter Pflaume und frischer Sauerkirsche. Dazu paar sich eine gewisse nussige sowie deutliche Karamellnote. Auch auf der Zunge breiten sich dezent Karamell, Kirsche und Dörrpflaume aus. Das Bier wirkt geschmacklich leichter, als es mit seinen siebeneinhalb Prozent wirklich ist.

Der stärkste Vertreter der verkosteten Amacord-Sude ist das „Ama Mora“, ein Imperial Coffee Porter mit ordentlichen neun Umdrehungen. Gebraut wurde es mit einer Kaffeebohnen-Mischung von einer lokalen Rösterei. Im Glas zeigt es sich in einem Dunkelbraun, getoppt von einem beigefarbenen Schaum. In die Nase strömen röstige, nussige und herbe Noten, die sich mit Zartbitterschokolade und kaltem Filterkaffee vereinen. Am Gaumen breitet sich eine zarte Säure und röstig-herbe Töne aus, gepaart mit Aromen von Schwarzbrot und Espresso. Im Finish bleibt das Geschmacksspiel noch länger zurück.

Fazit: Jedes der vier Biere besitzt eine angenehme Drinkability und kann sich vor allem auch durch die Aufmachung sehen lassen. Das Pils ist eher eine italienische Interpretation des altdeutschen Bierstils, das aber gut als Aperitif genossen werden kann. Das Golden Belgian Ale dagegen kann ich mir gut zu einem gegrillten Fisch am Strand in Italien vorstellen und „Ama Mora“ passt sicher zu Tiramisu oder anderen leckeren Dolci. Geschmacklich hat mich das Belgian Strong Ale mit den harmonischen Karamell- und Dörrobst-Noten am meisten überzeugt, welches ich auch gern zu Pasta al Ragut genießen würde.

Saugatuck Brewing: American Pale Ale als optimaler Craft-Starter

Saugatuck Brewing zählt zu den renommiertesten Brauereien aus dem US-Bundesstaat Michigan. Vor wenigen Tagen hatte ich eines der Flaggschiffe der 2005 gegründeten Craft-Stätte im Glas. Das American Pale Ale namens „Paled it!“ legt 5,5 Prozent Alkohol vor und wurde ordentlich gestopft mit den Hopfensorten Mosaic, Hallertauer Melon und Citra.

Das Ale glänzt in einem appetitlichen Goldton durchs Glas. Es duftet angenehm nach einem tropischen Fruchtkorb mit Noten von Ananas, Mango und Grapefruit. Die Aromen sind präsent, aber erschlagen einen nicht gleich. Auf der Zunge präsentiert sich das Pale Ale eher schlank mit einer moderaten Kohlensäure, die eine gewisse Frische versprüht. Im Geschmack zeigen sich ebenso die Tropenfrüchte. Neben Ananas, Mango und Grapefruit dringt aber auch ein Hauch von Honigmelone vom bayerischen Melon-Hopfen durch. Ein sanftes Malzbett untermauert den Gesamteindruck, der im Finish noch von einer schmeichelnden Bittere von nur 19 IBU abgerundet wird.

Fazit: Diese Pale Ale von Saugatuck ist ein echter Allrounder und nicht nur optimal für Craft-Novizen geeignet. Mit seinen sanften, aber durchaus präsententen Fruchtaromen erfreut das Bier sowohl den Gaumen von Hopfen-Profis als auch von Craft-Einsteigern, die sich gerade erst mit amerikanischen Bieren anfreunden.

Riedenburger Brauhaus: Sommer-Sud aus dem Altmühltal

Maximilian Krieger vom Riedenburger Brauhaus ist bekannt für trinkbare Sude. Schon vor rund fünf Jahren war ich ein Fan von seinem „Dolden Sud“. Jetzt legte der Bayer eine sommerliche Version davon vor. Der „Dolden Sommer Sud“ präsentiert schlanke 4,2 Prozent Alkohol und ein Aromaspiel aus vier bayerischen Hopfensorten: Smaragd, Cascade, Mandarina Bavaria und Spalter Select.

Goldgelb scheint das Sommer Ale durch das Glas. Ein schneeweißer, feinporiger Schaum komplementiert die appetitliche Optik. Der Duft erinnert an einen Spaziergang durch einen blühenden Blumengarten, zudem sich noch fruchtige Noten von Mandarine und Blutorange gesellen. Ein leicht malziger Touch trägt zu einem harmonischen Bukett bei. Auch auf der Zunge zeigt sich ein deutlich florales Aroma, das an Geranien erinnert und sich mit Zitrus-Tönen von Mandarine, Orange und Grapefruit vereint. Das bayerische Pale Ale ist unterlegt von einem sanften Malzkörper. Im Finish spielt noch eine angenehme Bittere mit.

Fazit: Ein wirklich attraktives sommerliches Ale, das zu jedem Anlass passt. Dieses Bier mit blumigen und fruchtigen Noten legt eine hohe Drinkability vor, sodass sich der „Dolden Sommer Sud“ sowohl für Craft-Einsteiger, aber auch für Geeks anbietet, die einfach mal ein unkompliziertes, aber aromatisches Pale Ale genießen wollen.

The Garden Brewery: Kroatisches Feierabend-IPA

Ich muss gestehen, dass mir The Garden Brewery bis vor kurzem noch völlig unbekannt war. Dabei feierte die kroatische Craft-Stätte im Juni bereits ihren dritten Geburtstag. Umso mehr freute ich mich auf den Genuss dessen American Westcoast Style IPAs mit 6,5 Umdrehungen. Die Macher brauten das Ale mit sechs Hopfensorten: Simcoe, Cascade, Azacca, Mandarina Bavaria und Zythos. Letztlich wurde es noch dreifach kaltgehopft.

In einem golden Orangeton steht das IPA im Glas. Es duftet harzig und fruchtig mit Noten von Pfirsich, Mandarine, Orange, Maracuja und Waldhonig. Im Antrunk zeigt sich eine gewisse Süße, bis dann die volle Hopfenpower wieder mit ihren fruchtigen Aromen durchdringt. Im Vordergrund präsentieren sich Aromen von Saftorange, Aprikose, Mango und Maracuja. Am Schluss dringen 60 Bittereinheiten durch, die aber eher sanft in der Wahrnehmung sind.

Fazit: Das kroatische IPA ist ein sehr solides, unkompliziertes und gut trinkbares Bier. Vom Geschmack her nicht unbedingt ein Ausreißer, aber ein sehr schöner Allrounder zum Feierabend, in der Sonne oder zu asiatischen Speisen. Für Genießer mit Lust auf hohe Drinkability aber auch für Craft-Newcomer ein empfehlenswerter Tropfen. Ich werde mir auf jeden Fall noch ein paar Sorten von The Garden Brewery zum Verkosten besorgen.

Partnerprogramm: Beerwulf-Sale zum Internationalen Tag des Bieres

Credit: beerwulf.com

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Feier den Internationaler Tag des Bieres

Bierfans aufgepasst! Am 2. August ist wieder Internationaler Tag des Bieres, er wurde 2008 in den USA ins Leben gerufen und seither jährlich gefeiert.

Was du am Freitag also machen solltest?

  • Trinke gute Biere mit guten Freunden
  • Verschenke ein Bier – einfach, weil es besser schmeckt, wenn jemand anderes es kauft
  • Ehre die Brauer(innen) und Barkeeper(innen)
  • Probiere Biere aus aller Welt

Beerwulf feiert auch mit

Mit einem großen Sale zum internationalen Tag des Bieres – und zwar die ganze Woche! Bis Sonntag, 4. August um Mitternacht gibt es bis zu 60 % Rabatt auf Bierboxen, die Heimzapfanlage The SUB und mehr. Also, füll jetzt deinen Kühlschrank!

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Bier ab jetzt zuhause zapfen? Deine Chance!

Die Heimzapfanlage The SUB gibt’s diese Woche ab 49 € statt 129 €. Ob zum Grillabend, Fußball oder Feierabend, du kannst dein Lieblingsbier stets auf zwei Grad gekühlt und natürlich frisch gezapft zuhause genießen. Zu zapfen gibt’s 20+ Sorten in 2-L-Fässern („TORPS“), die dein Bier zwei Wochen frisch halten!

Erfahre mehr über The SUB.

Handwerksbrauerei Lemke: Helles wieder sexy

Helles Lager war lange Zeit für das Team um Oliver Lemke eher unsexy. Jetzt geben die Berliner dem Stil aber eine neue Chance. Unter dem Namen „Berliner Perle“ kommt die Version nun in die Bierregale. Das Helle besitzt 4,9 Prozent Alkohol und wurde mit den vier Hopfensorten Perle, Magnum, Mittelfrüh und Tradition aus der bayerischen Hallertau gebraut.

In einem glänzenden Gold, gekrönt von einem schneeweißen, feinporigen Schaum, präsentiert sich das untergärige Bier im Glas. Es duftet würzig-hopfig mit einem zart grasigen, harzigen und blumigen Anklang. Ein sanfter Malzton komplementiert das Bukett. Auf der Zunge breitet sich das Berliner Helle vollmundig-frisch mit angenehmen Malzaromen aus, die sich mit würzigen Hopfennoten vereinen. Im Finish zeigen sich sanfte 23 Bittereinheiten, die das Gesamtbild abrunden.

Fazit: Ein herrlich aromatisch und sehr gut trinkbares Helles, dass sich doch von einigen traditionellen Vertretern dieser Typologie abhebt. Passt sowohl zur Brotzeit als auch zum Grillen oder einfach als entspannter Genuss auf Terrasse oder Balkon. Probieren kann man das Bier auch am letzten Augustwochenende beim 20. Geburtstag der Lemke Brauerei.

Partnerprogramm: Gutes Bier, Streetfood und Live-Musik im Weldegarten

Credit: Welde

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Am kommende Juli-Wochenende lockt das dreitägige Weldefest wieder in den Weldegarten und ans Sudhaus der Brauerei in Plankstadt. Das Fest wird am Freitagabend um 18 Uhr mit Live-Musik und den sechsten „Craft Beer Tapdays Rhein-Neckar“ eröffnet. Wie jedes Jahr stehen die Brauer selbst hinter der Theke, schenken ihre Biere aus und sind gespannt auf Gespräche mit interessierten Bier-Fans. Welde freut sich auf die Kollegen von Störtebeker (Stralsund), Zötler (Rettenberg/Allgäu), Steamworks (Vancouver), BrauArt Sausenheim (Grünstadt), Glaabsbräu (Seligenstadt), Munich Brew Mafia (München), Brewers Tribute (Berlin) und auf die Brauerei Riegele (Augsburg). Neben den Gastbieren bietet die Braumanufaktur Welde ihre hauseigenen Brauspezialitäten und kleine Mengen exklusiver Weldefest-Biere an.

Credit: Welde

Burger, Maultaschen und Pulled Beef

Für kulinarische Grundlagen ist auch gesorgt. Was sich bewährt, kommt gern wieder: neben Leckereien von Bratwurst bis Knödel aus der Weldegarten-Küche beziehen an allen drei Festtagen verschiedene Foodtrucks in der Sudhausstraße Stellung und bieten ihre Snacks an. Passend zu den unterschiedlichen Bieren haben die Foodtrucker eine kleine, aber feine Auswahl an Gerichten mit und ohne Fleisch dabei. Zubereitet wird alles direkt vor den Augen der Genießer. Die Speisekarte reicht von verschiedenen Burger-Variationen und Burritos über ungarische Langos und Pulled Beef bis hin zu Currys aus Sri Lanka und Maultaschen.

Verkostungen, Brauereitouren und Kinderspaß

Die WeldeBierwelt öffnet am Samstag und Sonntag ihre Tore auch für Brauereiführungen und das Kinderprogramm „Fassbrause-Forscher“. Ein besonderes Highlight werden die Bierverkostungen am Samstag und Sonntag in der WeldeBierwelt sein. Biersommelier Malte Brusermann verbindet Brauspezialitäten mit dem handgemachten Käse von der Käsemanufaktur Müller. Der „Bierpadre“ wird von der „Wunderwaffe Hopfen“ berichten und am Sonntagnachmittag stellt Braumeister Stephan Dück die prämierten Gewinnerbiere des diesjährigen Internationalen Craft Beer Awards vor. Die Verkostungen finden im Zwickelkeller der Braumanufaktur statt, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Tickets gibt es online auf www.welde.de/weldewelt/.

Die kleinen Besucher lädt die WeldeBierwelt zur betreuten Fassbrause-Forschungsreise ein und der Mitmachzirkus Paletti baut auf der kleinen Wiese am Sudhaus seine Zirkusarena auf. Jonglieren, Seiltanz und mehr aus der Welt der Artisten selbst ausprobieren – das geht unter fachkundiger Anleitung bei dem Zirkus aus Mannheim. Wer sich zwischendurch auspowern möchte, kann nach Herzenslust in einer der beiden Hüpfburgen toben. Für durstige Kinderkehlen haben die Getränkestationen alkoholfreie Getränke wie Mineralwasser und Fassbrause im Sortiment.

INFO:

Das Weldefest – 26.-28.7.2019

Weldegarten & Welde Braumanufaktur, Brauereistr. 1, 68723 Plankstadt

Mehr Infos auf https://www.welde.de/weldewelt/

Craft Beer Verkostungen beim Weldefest (Sa + So)

Samstag 27.07.2019

16.00 Uhr | Bier & Käse – Biersommelier Malte Brusermann

18.00 Uhr | „Wunderwaffe Hopfen“ – Der Bierpadre

Sonntag 28.07.2019

13.30 Uhr | Bier & Käse – Biersommelier Malte Brusermann

15.00 Uhr | Prämierte Biere – Braumeister & Biersommelier Stephan Dück

16.30 Uhr | „Wunderwaffe Hopfen“ – Der Bierpadre

Zu allen Verkostungen wird Brot vom Artisan Boulanger Peter Kapp gereicht.

Teilnehmerzahl begrenzt. Preis pro Person pro Verkostung: 20 Euro. Tickets sind online erhältlich im Vorverkauf, solange der Vorrat reicht.

Braufactum: Sommerlicher Sundowner

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India Pale Ales existieren inzwischen in den verschiedensten Spielarten. Eine spannende Interpretationen ist das Weizen IPA von Braufactum. Gestern hatte ich dieses Bier namens „Indra“ wieder mal im Glas. Es präsentiert sich bernsteinfarben, mit beigefarbenem, cremigem Schaum und lädt optisch gleich zum Antrunk ein. Auch der Duft dieses Weizen IPAs, den die Frankfurter-Brautruppe zur Vollendung mit ordentlich amerikanischen Cascade-Hopfen stopft, ist nicht von schlechten Eltern.

Das grüne Gold strömt neben bananigen Hefenoten und den Honigtönen vom Malz sofort in die Nase. Aromen von Blutorange und Litschi ergänzen das Aromaprofil. Auf der Zunge breitet sich „Indra“ angenehm vollmundig aus, ohne irgendwie sättigend zu wirken. Auch hier zeigt sich eine ansprechende Komposition der verwendeten Rohstoffe, die sich mit einer zarten Säure verbinden. Nicht nur im Duft, auch geschmacklich sind Noten von Blutorange, Litschi und Banane vertreten, die sich mit einer gewissen Würzigkeit paaren. Am Ende kommt noch eine harmonische Herbe ins Spiel.

Fazit: „Indra“ ist ein echter Klassiker, eine schmeichelnde Melange aus fruchtigen und würzigen Aromen. Ein idealer Begleiter zu gegrilltem Geflügel, aber auch einfach als sommerlicher Sundowner. Aber Vorsicht: Die 6,8 Prozent, spürt man wohl erst nach dem dritten Glas.

Partnerprogramm: Hinter den Kulissen von Het Uiltje – „To brew f*cking good beer“

Credit: beerwulf.com

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Vom Heimbrauer zu einer der besten Brauereien der Welt: Diesen Traum lebt Robbert Uylemann von Het Uiltje. 2018 gehörte die Brauerei aus Haarlem (nähe Amsterdam) zu den Top 100 Brauereien auf RateBeer. Stets nach dem Motto „to brew f*cking good beer“ ging Robbert seinen Weg und ab und zu landet auch mal ein Weihnachtsbaum im Braukessel…

Hinter den Kulissen von Het Uiltje

Beerwulf hat Het Uilje hinter den Kulissen besucht und sich mit Robbert unterhalten! Entdecke hier Episode 9 der Serie „Brauerei des Monats“.

Het Uiltje Biere 10 Prozent günstiger entdecken

Du magst es hopfig und extrem? Dann entdecke Het Uiltje als Brauerei des Monats bei Beerwulf – den ganzen Juli über gibt es die preisgekrönten Uiltje Biere mit 10 Prozent Rabatt.

Mehr sehen? Hier gibt’s alle Episoden der Brauerei des Monats.

Brauer als Brandmeister

Bier-Brand, Hopfen-Gin oder Doppelbock-Elixiere: Immer mehr Brauer steigen mit ungewöhnlichen Destillaten ins Spirituosen-Business ein und schaffen sich mit ihren klassischen Rohstoffen ein zweites Standbein.

Credit: Steven P. Carnarius

Wann genau die ersten Braumeister aus ihren Suden hochprozentige Brände destillierten, weiß bis heute eigentlich niemand so recht. Aber wahrscheinlich waren es wieder mal schlaue Mönche, die früher schließlich alles aus dem Garten Gottes in Alkoholika verwandelten. Erst viel später haben findige Brauer ihre misslungenen Gerstensäfte retten wollen und zu Schnaps verarbeitet. Das Ergebnis dieser Resteverwertung waren meist hochprozentige Rachenputzer, die so manchen Konsumenten in die Knie zwangen.

Was heute aus den Alchimistenküchen der Craft- und Spezialitätenbrauer in die Regale kommt, hat mit diesem Ursprungsgesöff nicht mehr viel zu tun. Wenn Nachwuchsbrenner der Kreativbierszene heute ihr Portfolio mit Genussbränden erweitern, dann setzen sie auf höchste Produktqualität und verwenden dabei meist Rohstoffe aus eigener Produktion. Die Vielfalt der Destillate reicht dabei vom fruchtigem IPA-Brand über hopfengestopften Gin, vom Brandy mit Brettanomyces-Hefe bis zum Whisky aus dem Stout-Fass. Um ihre Genusspalette zu komplettieren, entwickeln immer mehr Brauer gemeinsam mit Profibrennern ihre bierspezifischen Destillate oder investieren gleich in eigenes Brenn-Equipment. Dass die Qualität solcher Elixiere seit Jahren immer besser wird, bestätigt auch der Bamberger Bier- und Edelbrandsommelier Markus Raupach: „Vor allem Bierbrände kommen allmählich aus dem einstigen Schmuddel-Image raus und zeigen ganz neue Genusswelten auf.“ Für Raupach hat der neuerliche Qualitätsschub einen einfachen Grund. Seitdem 2018 das alte Branntweinmonopol in Deutschland gefallen ist, werden Brenner nicht mehr staatlich subventioniert, sondern müssen ihre Produkte selbst an den Konsumenten bringen. Seitdem würden der Qualitätsanspruch und die Lust am Experimentieren deutlich steigen.

Dieses Stadium haben amerikanische Brauer längst hinter sich und überraschen seit Jahren beim Laborieren mit Hochprozentigem durch immer neue Variationen. Eine der ersten US-Brauereien, die sich an die Brennblasen wagte, war die Anchor Brewing Company in San Francisco, dessen Macher vor rund 26 Jahren eine Kleinbrennerei unter dem Firmennamen Anchor Distilling eröffneten. Direkt neben der Braustätte begann ein professionelles Team damals die Produktion eines Single Malt Whisky namens „Old Potrero“, den die Brandmeister aus 100 Prozent Roggen in echten Pot Stills destillierten. Inzwischen gibt es den kalifornischen Whisky mit edler Aufmachung in zahlreichen Ausführungen.

Dass Brauer auch Whisky produzieren, ist nicht abwegig. Schließlich ist die Bierherstellung eine Vorstufe der Malt-Whisky-Produktion, denn bis auf die Destillation sind viele Arbeitsgänge gleich. Besondere Interpretationen dieses Brandes legt Dogfish Head Brewing aus Milton vor. Diese basieren meist auf einem speziell eingebrauten, besonders kräftigen Spezialsud. Derzeit führt Dogfish neben einem in Rumfässern gelagerten Malt Whisky, rund ein Dutzend weiterer Brände im Portfolio: Erdnuss-Wodka, Apfel-Brandy oder einen mit Cascade-Hopfen gebrannten Gin. Der Wodka stützt sich auf vorhandenes Braumalz, der Brandy wurde mit Brettanomyces-Hefe vergoren. „Wir nutzen jeden kreativen Ansatz, um neue und ungewöhnliche Ideen bis an die äußerste Grenze zu treiben“, sagt Dogfish Head-Chef Sam Calagione.

Inzwischen entdecken aber auch vermehrt deutsche Brauer die Liebe zur eigenen Spirituose und sammeln damit erste Auszeichnungen ein. Zahlreiche Ehrungen konnte beispielsweise der Elch Bräu in der fränkischen Schweiz verbuchen. Mit seiner 1.000-Liter-Brennblase experimentiert Brauerei- und Brennerei-Chef Georg Kugler an ganz individuellen Destillaten. In uralten Felsenkellern lässt der fränkische Bier- und Edelbrandsommelier neben Williams-, Quitten- und Kirsch-Spirituosen auch feinste Brände aus Torfmalz und Bockbier schlummern. Kuglers Ziel ist es, sich künftig noch mehr mit Whisky zu beschäftigen.

Da hat die badische Staatsbrauerei Rothaus aus dem Schwarzwald dem Franken schon etwas voraus. Braumeister Max Sachs entwickelte schon vor knapp 15 Jahren die Idee, einen „Black Forest Single Malt Whisky“ mit regionalem Touch herzustellen. Da die Braustätte aber kein Brennrecht besaß, taten sich die Badenser mit der Destille Kammer-Kirsch aus Karlsruhe zusammen. Mit klarem Schwarzwaldwasser und heimischem Braumalz maischt Sachs ein, lässt die hochkonzentrierte Würze vergären und überführt das Produkt anschließend zur Brennerei, wo es destilliert wird und zur Vollendung mindestens drei Jahre in Ex-Bourbon-Fässern reift.

Stephan Michel von Mahrs Bräu. Credit: Steven P. Carnarius

Auch Stephan Michel, Chef vom Mahrs Bräu in Bamberg, setzt auf Single Malt Whisky. Der ehrgeizige Franke investierte gleich in eine vollautomatische, hauseigene Brennerei, in der die Sprit-Crew jetzt den Mahrs-Whisky vierfach brennt, drei Jahre in französische Barriques packt und anschließend in Rum-, Cognac- oder Sherry-Fässern veredelt. „Unser Whisky ist nichts für normale Single Malt-Freaks“, urteilt Mahrs-Chef Michel, „er besticht eher durch ein mildes Vanillearoma und ist auch an weibliche Zielgruppen gerichtet.“ Für seine bereits seit längerem produzierten Bier-Destillate plant der Bamberger künftig ein eigenes Label.

Credit: Schlenkerla

Aber was genau ist eigentlich ein Bierbrand? Die Spirituose, darf nur dann so bezeichnet werden, wenn sie durch die Destillation von frischem Bier entsteht und geschmackliche Merkmale vom Grundprodukt vorlegt. Stiltypisch dafür sind etwa die Brände der Rauchbierbrauerei Schlenkerla in Bamberg, die nach der Destillation ihren unverkennbaren Rauchgeschmack vorweisen. Seit kurzem gibt es den Trunk auch in einer weiteren Variante: das Destillat lagert auf Rauchmalz und bekommt dadurch eine ähnliche Farbe und ein ähnliches Aroma wie ein schottischer Whisky. Laut Schlenkerla-Chef Matthias Trum ist dieses Verfahren einzigartig bei der Herstellung von Bierbränden, sodass er es bereits patentieren ließ. Für ihn ist klar: „Durch solche Brände wird die Kulinarik des Bieres deutlich erweitert.“

Bei den Spielmöglichkeiten mit Hopfen und Malz sind der Experimentierfreude bei Bierbränden kaum Grenzen gesetzt. So lassen etwa die Macher vom Stiegl-Gut Wildshut in Österreich ihren „Urbierbrand“ in speziellen georgischen Amphoren reifen, während ein Kreativ-Brauer wie Christian Hans Müller von Hanscraft aus Aschaffenburg sein 40-prozentiges Bierdestillat „Saison Julie“ im Spessart-Eichenfass für ein zart-cremiges Aroma und ein kernig-malziges Finish schlummern lässt. Auch das Craft-Label „Von Freude“ aus Hamburg rühmt sich mit einem Bierbrand namens „Glasklar“. Die Chefs beschreiben das Produkt als Essenz ihres Bieres „Ale Primeur“, das einen hopfig-malzigen Duft von reifen Steinfrüchten und Karamell besitzt.

Und die Munich Brew Mafia setzt bei der Produktion ihres „Manolo Pistolo“ auf ein stark gehopftes Pale Ale als Grundbier für den Brand. Braumeister Dario Stieren wertet sein hochprozentiges Produkt als genussvolle Ergänzung zum Bier-Portfolio und hält es nicht für ausgeschlossen, dass von seinem Team noch mehr Hochprozentiges kommt: „Es gibt hochspannende Synergien zwischen Bier und Spirituose, so könnte unser Brand beispielsweise auch als Grundstoff für Liköre oder andere Geister dienen.“

Auch Craft-Tausendsassa David Hertl hat den Trend zu härteren Drinks schnell ertastet. In seiner Braumanufaktur im fränkischen Schlüsselfeld begann er unlängst mit einem IPA-Brand und produziert jetzt auch einen Hopfen-Gin. Als Basis dient ein Bierdestillat, das mit mazeriertem Zitronengras, Wacholder, Hopfen und Malz versehen wird und sechs Wochen reift. Anschließend stopft Hertl den Gin noch mit den Hopfensorten Sorachi Ace und Mandarina Bavaria – so bekommt die Wacholder-Spirituose ein süßliches Aroma von Kokos und Orange. Aktuell entwirft er dazu noch ein passendes Hop-Tonic-Water. Aber warum macht er das Alles? „An der Brennblase mit unseren Rohstoffen zu spielen, ist im Leben eines Brauers einfach einen Riesenspaß“, jubiliert der quirlige Jungbrauer.

Credit: Braumanufaktur Hertl

Erschienen im Meininger’s CRAFT Magazin für Bierkultur.