Brauer-Portrait: Flügge Brauerei – „Wir lassen gern mal das Reinheitsgebot hinter uns“

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Biere von der Flügge Brauerei

Kennen gelernt habe ich die Flügge Brauerei aus Frankfurt am Main auf dem Craft-Bierfest im April in Stuttgart. Das war wohl auch einer der ersten öffentlichen Auftritte von Dominik Pietsch und seinem Kumpel Joachim – und eine tolle Entdeckung für mich. Eine neue Marke mit neuen spannenden Bieren. Dabei schrieben sich die Flügge-Macher auf die Fahnen, wilde und charakterstarke Sude zu brauen, die gern auch mal das Reinheitsgebot hinter sich lassen. So gilt als echter Sommertipp etwa „Fränk“, ein 3,2-prozentiges Sauerbier, vergoren mit norwegischer Hefe und anschließend auf Maracuja-Püree gelagert. Mit im Portfolio haben die Frankfurter auch Roggenbier, Imperial Stout und ein IPA, das mit 100 Prozent Brettanomyces-Hefe vergoren ist. Wer sich wundert, warum verschiedene Vögel auf den Etiketten prangen: Die Flügge-Macher sind bekennende Vogelfans.

Dominik Pietsch beatwortete die Fragen:

Welche Eigenschaften zeichnen Deiner Meinung nach einen richtig guten Craft-Brauer aus?

Eine große Portion Neugier, die Fähigkeit, über den Tellerrand (bzw. das Reinheitsgebot) zu schauen und einfach leckere, ausgewogene und handwerklich gut gemachte Biere zu brauen.

Was macht für Dich ein wirklich außergewöhnliches Bier aus?

Man trinkt sich als Bier-Nerd durch allerlei Sorten, und die haben auch alle ihren Charme und ihre Daseinsberechtigung. Aber ab und zu bleibt man regelrecht an einem Bier hängen und man wünscht sich, dass das Glas nie leer wird – entweder, weil es so gut runtergeht oder weil es einfach so wahnsinnig toll und neu schmeckt, dass man immer weiter trinken will. So einen Trunk würde ich dann als außergewöhnlich bezeichnen.

Was war das schrägste Bier, das Du jemals getrunken hast?

Schwierig, sich da auf das schrägste Bier zu beschränken. Ein Bier, was mir zuletzt als besonders schräg in Erinnerung geblieben ist, war das „Grie Soß“ von Glaabsbräu. Man denkt erst, das kann doch nicht funktionieren, dass man Kräuter der in Hessen bekannten Grünen Soße ins Bier zu bringen kann. Aber: es funktioniert!

Mit welchen ungewöhnlichen Zutaten würdest Du gern einmal brauen?

Hmm… also, sobald mir etwas Ungewöhnliches einfällt, probiere ich es immer erst auf unserer kleinen Brauanlage aus. Nicht wirklich ungewöhnlich, aber bei uns schwierig zu beschaffen sind z.B. englische Malze.

Was ist eigentlich Dein Lieblingsgericht und was trinkst Du dazu?

Jetzt gerade: Spargel, klassisch mit Kartoffeln und Sauce Hollandaise, dazu ein selbstgebrautes, leichtes Saison mit ca. 3,5 Prozent Alkohol. Das passt super.

Wie siehst Du die Entwicklung der Craft-Bierszene in fünf Jahren?

Das ist schwer abzuschätzen. Die aktuelle Entwicklung ist ja sehr positiv. Es kommen immer wieder neue, spannende Brauereien hinzu und mittlerweile arbeiten viele auch mit Brett-Hefen oder Lactos, was ich sehr begrüße. Bleibt nur zu hoffen, dass die Entwicklung und die Neugier in Deutschland nach neuen Geschmäckern anhalten. Ich bin da aber sehr optimistisch.

Und was hast Du als nächstes vor?

Wir haben gerade einen spannenden Sud zusammen mit dem Winzer Daniel Mattern angesetzt. Das Thema Bier/Wein-Hybrid interessiert mich schon lange, mal sehen, was draus wird – die Zwickl-Proben aus den Tanks sind schon richtig lecker! Außerdem würde ich mich gerne ans Thema „Fassreifung“ heranwagen. Und da wir als Brauerei ja noch nicht so lange existieren, wollen wir einfach erst mal so weitermachen und schauen, dass wir noch viele Menschen für unsere Biere begeistern können.

 

Brauer Portrait: Superfreunde – Bodenständiges Bier aus Berlin

Superfreunde
Stefan und Marco von den Superfreunden

Dass Stefan Schröer und Michael Arndt ihr Bierlabel „Superfreunde“ nannten, hat einen ganz einfachen Grund. Sie sind echte Buddys und zwar nicht erst seit gestern. Angefangen haben die beiden Berliner, die eigentlich gar keine ausgebildeten Brauer sind, mit einem eigenen Bistro in der Hauptstadt, in dem ein eigenes Bier vom Hahn fließen sollte. Das Ale kam so gut an, dass die Marke Superfreunde, dessen Team sich aktuell erweitert hat, seit Ende 2015 als renommiertes Mitglied der deutschen Craft-Bierszene anerkannt ist. So hat sich seit der Gründung des Labels auch das Portfolio erweitert: Neben Alt, Golden Pale Ale und IPA gibt es bald auch ein Pils in den Verkaufsregalen.

Bei ihren Produkten verfolgen die Berliner ihre eigene Philosophie: „Unsere Biere sind süffig, gradlinig, und leicht zu verstehen“, sagt Stefan. Dennoch geht es bei den Superfreunden keinesfalls um herkömmliche Standardbiere, sie sind kaltgehopft, aber ausgewogen. Schließlich will das Kollektiv interessante Biere verkaufen, die jeder gern trinken möchte.

Die Fragen beantworteten Marco Sgarra, Vertriebsleiter, und Stefan Schröer, Mitgründer, gemeinsam:

Welche Eigenschaften zeichnen Eurer Meinung nach einen richtig guten Craft-Brauer aus?

Back to the roots! Ein Craft-Brauer darf auch normale und alt bewehrte Sude brauen, schließlich müssen auch Craft-Biere eine gute Trinkbarkeit vorweisen. Viele Leute verbinden Craft-Bier gleich mit „verrücktes Bier“. Das ist sehr schade, da Einsteiger in die Craft-Welt schnell abgeschreckt sind. Ein guter Brauer muss solide Biere herstellen können, die gern auch Ecken und Kanten haben dürfen aber Lust auf mehr machen. Gute Rohstoffe, transparente Wege und ein ehrlicher Umgang mit dem Produkt sind ebenso es­sen­zi­ell. Ohne eine gute Marke und das dazugehörige Marketing ist die Präsenz im Markt und die Bindung zum Kunden leider nur sehr schwer und gehört natürlich ebenso mit zu den Aufgaben.

Was macht für Euch ein wirklich außergewöhnliches Bier aus?

Es muss schmecken, am besten gleich zehn Mal hintereinander.

Was war das schrägste Bier, das ihr jemals getrunken hast?

Five O’Clock – Earl Grey IPA von Next Level Brewing. Darin stimmen wir wohl beide überein.

Mit welchen ungewöhnlichen Zutaten würdet ihr gern einmal brauen?

Schwierige Frage. Da wir in Bayern brauen, sind wir einerseits an das Reinheitsgebot gebunden und andererseits sind wir auch sehr bodenständig unterwegs. Dennoch planen wir in diesem Jahr einige Special-Sude in Kollaboration mit MÜCKE Craft Beer und Sudden Death Brewing. Details sind allerdings noch nicht klar. Schokolade finden wir aber sehr interessant.

Wie seht ihr die Entwicklung der Craft-Bierszene in fünf Jahren?

Die Szene könnte lebendiger und unterschiedlicher nicht sein. Jedes Land agiert und funktioniert völlig anders. Deutsche Konsumenten sind gerade erst aufgewacht und machen die ersten Schritte. Es werden noch viele Brauereien kommen und gehen. Deutschland ist ein Bierland, das allerdings sehr verwöhnt und ziemlich träge ist, wenn es um neue Aromen bzw. Bierarten geht. Aber wir sind uns sicher, der Geschmack wird sich nach und nach entwickeln, denn Craft-Bier und die damit verbundene Transparenz sowie Nachhaltigkeit kleiner und mittelständischer Bertriebe trifft den heutigen Zeitgeist zu 100 Prozent. Also: go for it!

Und was habt ihr als nächstes vor?

Wir sind gerade auf der Autobahn Richtung Kemmern bei Bamberg unterwegs, um unseren ersten Pils-Sud abzufüllen. Außerdem haben wir dieses Jahr vor, auf viele Festivals und Craft-Messen zu gehen.

 

Brauer Portrait: Olaf Wirths von „Labieratorium“ – vom Spucke-Sud zum Aphrodisiakum

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Olaf Wirths von Labieratorium

Olaf Wirths verfolgt ein klares Ziel: Seine Heimatstadt Cottbus braucht wieder ein eigenes Bier. So begann er vor rund drei Jahren unter der Marke „Labieratorium“ mit seiner Partnerin Anja Braun besondere Sude zu brauen. Seit Sommer 2017 führen die beiden Brandenburger auch ihre eigene 10-Hektoliter-Anlage, auf der sie inzwischen rund 14 verschiedene Hopfen- und Malzsäfte produzieren. Dabei legt Olaf und sein 7-köpfiges Team viel Wert auf Biere mit eigenem Charakter, Ecken und Kanten. „Vergessene und alte Bierstile neu zu interpretieren und diese vor dem Verschwinden zu bewahren sind dabei echte Herausforderungen“, sagt Olaf.

Doch das mit dem Cottbuser-Bier funktionier bisher ganz gut. Schließlich öffnete der Brauer auch eine eigene Bierbar namens „Labyrinth am Altmarkt“. Dort fließen neben „Cottbuser Pils“, „Cottbuser Rotbier“ und „Cottbuser Hell“ auch „Der geile Bock“, „Schwarze Pumpe“ sowie „Paranoid IPA“ frisch vom Hahn.

Olaf, welche Eigenschaften zeichnen Deiner Meinung nach einen richtig guten Craft-Brauer aus?

Im Grunde ist der wahre Craft-Brauer ein Suchender. Er sollte unabhängig, selbständig, authentisch, neugierig, kreativ, experimentierfreudig, mutig und anspruchsvoll sein. Sein Antrieb: jedes seiner Biere immer weiter zu perfektionieren und seine alchemistische Berufung in unverwechselbare Form zu gießen.

Was macht für Dich ein wirklich außergewöhnliches Bier aus?

Es gibt für mich zwei Varianten außergewöhnlicher Biere. Zum einen gibt es solche, die durch Ihre Komplexität, ihre Balance oder bewusst geschaffene Nicht-Balance eine Emotion in mir wecken. Als inspirierendes Beispiel möchte ich das „Westbrook Mexican Cake Imperial Stout“ nennen.  Außerdem gibt es Biere, die mich mit jedem Schluck dazu animieren einen weiteren zu nehmen und durch ihre Drinkability bestechen. In einem außergewöhnlichen Sud möchte ich eintauchen, um dessen geheimnisvolle Einfachheit zu entdecken. Als Beispiel möchte ich das Helle von Tilmans nennen.

Was war das schrägste Bier, das Du jemals getrunken hast?

Das schrägste Bier war mit Sicherheit „Chicha“, ein echtes Spucke-Bier aus Mais, das ich in Peru getrunken habe – wirklich eine sehr archaische Begegnung mit dem Getränk Bier. Aber auch „Mbege“, das traditionelle Bier der Chagga, einer Volksgruppe am Fuße des Kilimanjaro war echt ungewöhnlich. Es wird aus Hirsemehl und Kochbananen hergestellt. Nicht zu vergessen ein Bilsenkrautbier, dass ich von einer bayrischen Brauerin einer bekannten Biobierbrauerei geschenkt bekommen habe.

Mit welchen ungewöhnlichen Zutaten würdest Du gern einmal brauen?

Unser Symbol und Logo, auf dem der Gott Pan zu sehen ist, steht für Fruchtbarkeit, Rausch und Lust. Daher möchte ich natürlich irgendwann ein Bier brauen, welches das ultimative Aphrodisiakum-Bier ist. Dafür möchte ich gern die Rinde des immergrünen Yohimbe- Baums aus Westafrika verwenden, vielleicht werden aber auch Kräuter wie indische Narde oder Eberraute zum Einsatz kommen. Aber eins ist sicher: Das wird ein geiles Bier.

Was ist eigentlich Dein Lieblingsgericht und was trinkst Du dazu?

Ich liebe die Thailändische Küche, dass sicherlich meinen längeren Aufenthalten in Südostasien geschuldet ist. Diese Mischung aus chinesischen, indischen und europäischen Einflüssen im Essen finde ich fantastisch und das dann kombiniert mit einem kräftig gehopften IPA, Pale Ale oder Lager ist ein wahrer Genuss.

Wie siehst Du die Entwicklung der Craft-Bierszene in fünf Jahren?

Die Entwicklung wird global völlig unterschiedlich verlaufen. Deutschland ist diesbezüglich noch ein sehr junges Pflänzchen. Das Reinheitsgebot hat bis vor wenigen Jahren noch wie eine Art Mauer gewirkt, die sich nun langsam öffnet. Mittelfristig wird sich Craft-Bier in Deutschland dann etablieren, wenn hohe Qualität der Anspruch der Szene bleibt. Durchsetzen werden sich Brauereien, die finanziell und strukturell gut aufgestellt sind. Hier werden leider nicht ausschließlich die besten Produkte und damit auch besten Brauereien überleben, sondern vor allem die mit hervorragender Vernetzung, gezielten Marketingstrategien und klarem Imageaufbau. Letztlich entscheiden aber doch die Konsumenten, welche Art von Craft-Bier in Deutschland überleben wird.

Und was hast Du als nächstes vor?

Ende Mai mache ich mit einem meiner Partnerunternehmen eine spannende Bierreise durch Irland. Neben viel wandern besuchen wir innerhalb der acht Tage sieben Brauereien und natürlich viele tolle Pubs. Das wird lustig.

Brauer-Portrait: Marcel Alberti von „Brewers Fantasy“ – Oma als Inspirationsquelle

15319157_1227142207328557_169717939609532842_nMarcel Alberti entwickelte ziemlich früh die Leidenschaft zum Bier. Mit 14 probierte der Halb-Ire schon heimlich Selbstgebrautes von seiner Oma in Dublin und lies sich von diesem Zaubertrank inspirieren. Wenige Jahre später trat er eine Ausbildung zum Brauer und Mälzer an. In Fürth-Erlenbach im Odenwald erfüllte er sich 2015 den Traum einer eigenen Brauerei namens Brewers Fantasy. Marcel Albertis Fokus liegt auf irischen und englischen Bierstilen wie Porter, Stout oder India Pale Ale. Je nach Saison produziert das Fantasy-Team auch veredelte Sorten mit Champagnerhefe oder gar mit Fasslagerung.

 

  1. Marcel, was ist passiert, damit Du dich für den Brauer-Beruf entschieden hast?

Wegen meiner halb irischen Herkunft ist mir die Leidenschaft für Bier in die Wiege gelegt worden. Bereits mit 14 habe ich bei meiner Omi in Dublin heimlich ihr selbstgebrautes Stout probiert. In Irland ist es nämlich durchaus üblich, Bier selbst zu brauen. Das liegt an der hohen Alkoholsteuer. Mit 16 habe ich dann ein Praktikum in einer Brauerei absolviert. Von da war mir klar, dass ich eine Ausbildung als Brauer und Mälzer beginnen möchte.

 

  1. Wann hast Du Dein erstes Bier gebraut und wie ist es geworden?

Mein erstes Bier war ein Ale, das ich mit einem Homebrew Kit gebraut habe. Da war ich 16 Jahre alt. Mein Onkel aus Dublin hat mir das Set zum Geburtstag geschenkt. Wir haben damit dann zusammen experimentiert. Das Bier war aufgrund der Zuckerzugabe für die Nachgärung recht stark und geschmacklich eher mittelmäßig.

 

  1. Welche anderen Brauer/Brauereien haben Dich am meisten inspiriert?

Inspiriert hat mich Alexander Himburg von Himburgs Braukunstkeller. Ich fand es sehr mutig von ihm, als erster Brauer im Odenwald den Versuch zu wagen, Craft-Bier auf den Markt zu bringen..

 

  1. Welches Bier (außer den eigenen) würdest Du Deinem besten Freund empfehlen?

Besonders empfehlenswert:

– „Amarsi“ und „Pale Ale“ von Himburgs Braukunstkeller

– “Marc`s Chocolate Bock” von Maisel & Friends

– „Rochefort 10“ von Brasserie de Rochefort

– „Kriek“ von Lindemanns

 

  1. Was sind Deine Kriterien für ein richtig gutes Craft-Bier?

Meine Kriterien für ein gutes Craft-Bier sind zu aller erst ein ausgewogener und runder Geschmack sowie eine schöne Farbe mit einer feinporigen Schaumkrone als Topping. Des Weiteren ist es wichtig, dass man die eigene Handschrift des Braumeisters erkennt. Außerdem sollte das Bier eine besondere Note haben.

 

  1. Was sind Deine Lieblings-Hopfensorten?

Ich experimentiere generell gern mit verschiedenen Hopfensorten. Zu meinen absoluten Favoriten aber zählen Apollo Chinook, Cascade, Amarillo und Saphir.

 

  1. Mit welcher berühmten Person würdest Du gern mal anstoßen und warum?

Ich würde gerne mit Ludwig Narziß anstoßen. Leider hatte ich im Gegensatz zu manchen Brauerkollegen nicht das Vergnügen, an einer Vorlesung von ihm teilnehmen zu können. Viele Leute erzählten mir, dass er eine ganz eigene und besondere Ansicht zum Thema Brauen hat. Das finde ich gut. Außerdem halte ich ihn für den besten Brautechnologen seiner Zeit.

 

Brauer-Portrait: „Next Level Brewing“ – Inspirationen aus der Food-Szene

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Gründerteam von „Next Level Brewing“ (links: Johannes)

Früher war Johannes Grohs von seinem Job ziemlich gelangweilt. Dagegen wollte der Wiener etwas tun und begann zunächst hobbymäßig zuhause sein eigenes Bier zu brauen. Aus Spaß wurde ernst. Mit seinem Kumpel Alexander Beinhauer fiel schnell die Entscheidung, eine eigene Biermarke rauszubringen. Also wurden die beiden professionelle Brauer. Ihre Marke heißt jetzt „Next Level Brewing“, unter der die Österreicher ziemlich coole Biere rausbringen. Die Maxime der beiden Wiener: „Wir wollen keine Gefälligkeitsbiere brauen, sondern immer nur das, was uns selbst am besten schmeckt.“ Seit 2015 experimentieren die Gypsy-Brauer nunmehr ganz nach dem Motto „Langweiliges Bier war gestern!“ – und jetzt macht der Job auch Johannes Grohs so richtig Spaß.

Johannes, was ist passiert, damit Du sich für den Brauer-Beruf entschieden hast? 

Ich war klassischer Biertrinker und im Job inhaltlich gelangweilt. Als ich erfahren hatte, dass man Bier zuhause brauen kann, habe ich das mal ausprobiert. Überwältigt von den vielen kreativen Möglichkeiten, bin ich dann komplett in das Thema reingekippt. Also alles sehr klischeehaft: vom leidenschaftlichen Hobbybrauer zur Berufung.

 Wann hast Du Dein erstes Bier gebraut und wie ist es geworden?

Das war 2012, ein Geburtstagsbier für meinen Vater. Ein durchaus trinkbares Blonde Ale, von dem sogar immer noch zwei Flaschen als Andenken daheim stehen.

Welche anderen Brauer/Brauereien haben Dich am meisten inspiriert?

 In der Anfangszeit ganz klar Brew Dog und Mikkeller. Mittlerweile lassen wir uns eher von anderen Branchen, vor allem von der Food-Szene inspirieren. Wir kreieren unsere Biere immer nach einer aromatischen Idee, unabhängig von vorgegebenen Biertypologien.

Welches Bier (außer den eigenen) würdest Du Deinem besten Freund empfehlen?

Steamworks „Killer Cucumber Ale“

Was sind Deine Kriterien für ein richtig gutes Craft-Bier?

 Dass es aus einer unabhängigen Brauerei stammt und nicht von der Marke eines Industriekonzerns. Aromatisch, gut ausbalanciert und gut trinkbar muss es sein. Das ist insbesondere bei aromaintensiven, sehr kreativen Bieren die große Kunst. Entscheidend ist, dass ein Bier in Erinnerung bleibt und Du es gern nochmals trinken möchtest.

Was sind Deine Lieblings-Hopfensorten?

Hopfen ist dann zweitrangig, wenn man auch Früchte im Bier haben darf 😉 Generell bin ich aber ein Fan von australischen Hopfensorten wie Vic Secret und Galaxy. Von den jüngsten Hopfenzüchtungen hat mich bis jetzt keine nachhaltig überzeugt. 

Mit welcher berühmten Person würdest Du gern mal anstoßen und warum?

Es ist mir egal, ob jemand berühmt ist. Denn berühmt machen dich andere Leute und nicht du dich selbst. Wichtiger ist mir Denkweise und Vorstellungskraft eines Menschen. Daher würde ich gerne mit Elon Musk ein Bier trinken, um über Fassreifung auf dem Mond zu plaudern.

 

Brauer Portrait: Dominik von Broy Beer – neue Marke in der Bierhauptstadt

img_20161021_174452München hat eine neue Brauerei. Dominik und sein Partner André gründeten – von der Szene völlig unbemerkt – ziemlich genau vor einem Jahr die Marke „Broy Beer“. Und wie es sich für Craft-Brauer gehört: Ihr ersten Rezepte entwickelten sie erst in der heimischen Küche, jetzt in der Garage und als Gypsys verwirklichen sie die Sude dann in einer Partnerbraustätte. Bisher stehen zwei Sorten der beiden Newcomer in den Regalen: Ein Helles und ein hopfiges Pale Ale. Bald soll auch ein fassgelagertes Bier auf den Markt kommen. Interessanter Nebeneffekt: Bisher füllen die Münchner ihren Stoff ausschließlich  in Dosen ab.

Die Fragen beantwortete Dominik:

Wann hast du dein erstes Bier gebraut und wie ist es geworden?

Den ersten Broy-Sud habe ich 2011 in der Küche gebraut. Er war auf jeden Fall trinkbar, aber nicht gut ausbalanciert. Sud für Sud wurden Feinheiten geändert bis ich mit dem Geschmacksprofil zufrieden war. Es ist cool sein Bier von Sud 1 bis zu einem fertigen Produkt selber zu entwickeln und damit Bier-Fans zu überzeugen.

 

Wie bist Du eigentlich auf den Namen „Broy“ gekommen?

Wir haben einen kurzen und schlagkräftigen Namen gesucht. Broy ist dann irgendwie aufgetaucht, ich weiß auch nicht mehr ganz wie, aber natürlich in Anlehnung an das deutsche Wort Bräu.

 

Was macht für Dich ein wirklich außergewöhnliches Bier aus?

Das ist schwer zu sagen. Viele Biere sind außergewöhnlich hinsichtlich Zutaten, Brauprozess oder Geschmack. Ein wirklich außergewöhnliches Bier hat meiner Meinung nach, diesen gewissen „Wow-Effekt“. Wenn man nach dem ersten Schluck absetzt und sich denkt: „Leck mich – das ist echt gut“.

 

Welchen Biertyp trinkst Du am liebsten und warum?

Das ist immer situationsabhängig. Zum Essen gerne hopfige Pale Ales und IPAs, einfach weil sie verschiedenste Gerichte super komplementieren und so nochmal ein ganz neues Geschmackserlebnis erzeugen. Auf ein Bier unter Freunden trinke ich in München gerne Helles, weil es vollmundig und trotzdem unkompliziert ist. Bei uns arbeitet aber auch der ein oder andere Stout Fan.

 

Was sind Deine Lieblingshopfensorten?

Hüll Melon – das ist einfach ein geiler Hopfen, und hoffentlich bald Teil eines unserer neuen Biere

 

Welche Eigenschaften zeichnen Deiner Meinung nach einen richtig guten Craft-Brauer aus?

Die Grundvoraussetzung für gutes Bier, sei es bei einem Brauer oder Craft-Brauer ist die gewissenhafte, saubere und präzise Arbeit. Darüber hinaus muss ein guter Craft-Brauer aber vor allem kreativ arbeiten. Das fängt bei Rezepten an und hört im Vertrieb auf. Kreativität ist Fluch und Segen zugleich. In einer kleinen Brauerei hat man alle Freiheiten seine Kreativität auszuleben, was ein großer Vorteil gegenüber großen Brauereien ist. Andererseits kann man als Craft-Brauer ohne die nötige Kreativität, im deutschen Biermarkt nur schwer Fuß fassen.

 

Was war das schrägste Bier, das Du jemals getrunken hast?

Irgendwie ist jedes Craft-Bier etwas schräg, und das ist auch das Schöne daran. Jedes hat seine Eigenarten und Auffälligkeiten. Ob beabsichtigt oder nicht, bringt jeder Brauer seinen persönlichen Touch mit ins Bier. Wenn ich wirklich eins nennen müsste, dann wäre das wohl das Mikkeller „Spontan Sour Cherry“, einfach weil es so weit von dem entfernt ist was man in Deutschland als Bier kennt.

 

An welchem Ort der Welt würdest Du mit Deinem besten Freund gern ein Bier trinken?

Am Tresen, in einer ruhigen Kneipe. Soll schon mal vorgekommen sein.

 

 

Brauer Portrait: Yankee & Kraut – Bierliebe zwischen Ami und Bayer

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Max Senner und Bryan France – Yankee & Kraut

Bryan France ist ein echter Hophead. Kein Wunder, denn er kommt aus den USA. Genau genommen aus Reno in Nevada, wo die Hopfengärten nicht weit entfernt von seiner Stammkneipe lagen. Seine Leidenschaft zu hopfigen Bieren brachte er mit nach Deutschland. Zwar studierte er erst Biologie, setzte dann aber in Weihenstephan noch Brauwesen oben drauf. Davor rührte er nur hobbymäßig in kleinen Sudkesseln und bastelte an ein paar Rezepten. Im vergangenen Jahr zählte er zu den Finalisten im Innovationswettbewerb der Weihenstephaner Uni. Sein Ziel war es dann eine eigene Biermarke rauszubringen. Um das zu stemmen, tat sich der 33-Jährige mit Max Senner zusammen. Die beiden sind seit Jahren schon dicke Freunde und genießen seltene Sude am liebsten zusammen.

In diesem Jahr starteten die beiden unter dem Namen „Yankee & Kraut“ durch. Die erste verfügbare Kreation war das Wettbewerbsbier namens „Hopulenz IPL“ – das schon echt gut gelungen war. Danach kam ein Pale Ale namens „Eden“, das einer Hopfenbombe gleicht. Das neueste Werk ist die „Sommerfinsternis“. Ein Stout, das mit Weißbierhefe vergoren und extrem hopfengestopft wurde. Und so wie ich das amerikanisch-bayerische Team kenne, tüfteln sie schon längst wieder an neuen Rezepturen.

 

Die Fragen beantwortete Bryan:

  1. Was ist passiert, damit du dich für den Brauer-Beruf entschieden hast?

Seit dem ich 18 bin braue ich Bier. Wollte aber früher nie Brauer werden. So dachte ich zumindest, bis ich nach Deutschland kam und hier ein bisschen arbeitete. Dann wurde mir plötzlich klar, dass ich etwas Leidenschaftliches machen muss. Bierbrauen als Beruf hat sich auf einmal doch nicht so verkehrt angehört. Das ist jetzt fast genau zwei Jahre her.

 

  1. Wann hast du dein erstes Bier gebraut und wie ist es geworden?

Das erste Bier habe ich mit einem Freund (Kevin Basta) zusammen in der Küche meinen Eltern gebraut.  Erstaunlicherweise ist es tatsächlich gut geworden, obwohl es kein 08/15 Bier war.  Ich wollte gleich am Anfang was Starkes brauen. Ich habe mich also für einen Barleywine entschieden (Stammwürze ca. 19°P). Genannt habe ich es “Barfallonyou”.  Ich glaub da sind sogar noch ein paar Flaschen davon im Keller bei meinen Eltern.

 

  1. Welche anderen Brauer/Brauereien haben dich am meisten inspiriert?

Was mich am meisten inspiriert hat sind die Biere und Brauer aus Belgien.  Geschmacklich waren die völlig neu für mich. Danach kam Weißbier ins Spiel und ich habe mich ziemlich lange mit verschiedenen Hefestämmen und deren Gärnebenprodukten beschäftigt. Meine Liebesgeschichte mit Hopfen ist erst vor 1,5 Jahren zur Blüte gekommen. Hopfen hat mich schon immer interessiert, aber die meisten IPA’s  in den USA waren meistens viel zu bitter und die Hopfengaben eher auf Bittereinheiten orientiert als auf reines Aroma oder Geschmack des Hopfens.

 

  1. Welches Bier (außer den eigenen) würdest du deinem besten Freund empfehlen?

Da gibt es je nach Typologie ein ganze Menge Lieblingsbiere.
Helles:  „Das Helle“ von Tilman Ludwig (Tilmans Biere). Das hatte ich sogar auf meiner Hochzeit.  Ist einfach verdammt gut und sau süffig.

IPA: „Amarsi“ von Alexander Himburg (Himburg’s Braukunst Keller).  Das „Wendigo“ Westcoast IPA von Vladimir Kaznakov, Unorthodox Brewing aus Bratislava, Slowakei. Lecker!  Pliny the Elder / Pliny the Younger, Russian River Brewing Co.

Trappisten Bier:  Rochefort 10

Weißbier:  Gutmann, Andechser, oder Hopf „Spezial“

Abgefahren: „Mexas Ranger Porter“ von Mikkeller, einfach sau lecker.

Tripel:  Westmalle, Tripel Karmeliet oder auch „Lemondrop“ von Giesinger.

Belgisch: De Dolle „Arabier“

Geuze: 3 Fonteinen „Oude Geuze“

Flanders Red/Oud Bruin: Duchesse du Bourgogne, Liefmans „Gouden Band“

Ich glaub ich sollte jetzt lieber damit aufhören…

 

  1. Was sind für dich wichtige Kriterien für ein richtig gutes Craft-Bier?

Geschmacklich soll es innovativ und anders sein, aber natürlich auch gut schmecken.  Ein richtig gutes Craft-Bier ist immer einzigartig und von höchster Qualität.  Kosten sind, im angemessenen Rahmen, völlig egal.

 

  1. Was sind deine Lieblings-Hopfensorten?
  • Cascade, sowohl aus den USA, als auch aus deutschem Anbau.
  • Centennial
  • Chinook
  • Amarillo
  • Citra
  • Hallertauer Mittelfrüh

 

  1. Mit welcher berühmten Person würdest du gern mal anstoßen und warum?

Mit dem amerikanischen Starkoch Anthony Bourdain. Der Mensch ist einfach sau lustig und steht auf gescheites Essen und auf alles im Überfluss. Der nächste Tag wäre definitiv Teufelszeug.

Brauer Portrait: Simon Rossmann – Brauer und Radio-Star

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Simon Rossmann vom Giesinger Bräu

Giesinger Bräu war die erste Craft-Bierbrauerei in München. Sie wurde 2006 in einer Garage ins Leben gerufen. Schnell kamen Erfolg und Umzug. Inzwischen hat sich der Giesinger zu einer echten Kultstätte in der bayerischen Hauptstadt entwickelt. Simon Rossmann gehört zwar nicht zum Gründungsteam, aber stand schon ziemlich früh mit am Kesseln. Er ist Produktionsleiter und im Prinzip für den ganzen Betrieb verantwortlich. Der 30-Jährige steht total auf den Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne. So braut er mit seinem Team neben konventionellen Hellen, Weißbier und Pils immer wieder mal Neues aus. So kamen allein im vergangenen Jahr vier neue Spezialsude heraus, darunter ganz ungewöhnliche Starkbiere. Wer beim Giesinger den Biergarten oder Bräu-Stüberl besucht, wird jedes Mal mit saisonalen Spezialitäten überrascht. Mit Simon am Kessel wird es beim Giesinger nie langweilig.

Außerdem hat der Münchner mit ein paar Kumpels eine eigene Radiosendung namens „Biergebiete“. Einmal im Monat senden sie auf Radio Lora 92,4 spannende Themen über`s Bier. Dabei laden sie Personen aus dem Braugewerbe ein, diskutieren mit Experten über die Szene oder verkosten Live ein paar neue Sorten. Zwischendrin läuft ausgewählte Punk-Musik.

 

  1. Was ist passiert, damit du sich für den Brauer-Beruf entschieden hast?

Mit neun Jahren habe ich die ersten offenen Gärbottiche gesehen, die mich bis heute faszinieren. Eigentlich wollte ich aber immer Lebensmittelchemie studieren. Bin dann aber doch auf Brauwesen und Getränketechnologie gekommen.

 

  1. Wann hast du dein erstes Bier gebraut und wie ist es geworden?

Das war 2009 mit zwei anderen Studienkollegen. Da haben wir ein IPA mit deutschen Hopfensorten gebraut. Die Biersorte kannte zu dem Zeitpunkt noch keiner 😉

 

  1. Welche anderen Brauer/Brauereien haben dich am meisten inspiriert?

Eric Toft und Ludwig Narziß.

 

  1. Welches Bier (außer den eigenen) würdest du deinem besten Freund empfehlen?

Den Gutmann Weizenbock. Für mich eins der besten Biere der Welt.

 

  1. Was sind deine Kriterien für ein richtig gutes Craft-Bier?

Vollster Einsatz fürs Produkt mit allen Optionen.

 

  1. Was sind Deine Lieblings-Hopfensorten?

Alltime-Classics: Saphir, Saazer, Tradition, Tettnanger, Mittelfrüh

Zurzeit: Zuchtstamm 10416

 

  1. Mit welcher berühmten Person würdest du gern mal anstoßen und warum?

Carl von Linde. Würde mich bei ihm für die wohl beste Erfindung aller Zeiten bedanken: Das Kühlsystem.

Brauer Portrait: Munich Brew Mafia – Vom Tap House zu Don Limone

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Niklas und Dario von der Munich Brew Mafia. (Foto: www.erikbohr-fotograf.com)

Dario Stieren und Niklas Zerhoch gelten derzeit als eines der angesagtesten Newcomer-Teams der Craft-Bierszene. Kein Wunder, denn schon mit 16 Jahren, als ihre Schulkollegen noch an der Limo nuckelten, verliebten sich die beiden Münchner in spannende Hopfensäfte. Schließlich ließ Dario sich zum Bier-Profis ausbilden. Er lernte sein Handwerk an der ältesten Bier-Uni der Welt in Weihenstephan – von der schon so manch internationaler Star-Brauer abging. Parallel machte der 25-Jährige auch noch seinen Biersommelier. Niklas dagegen studierte erst mal Geschichte und Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Klingt jetzt erst mal nicht so nach Bier. Als er dann aber, so wie Dario auch, im Tap House der bayerischen Hauptstadt jobbte, kam er immer mehr mit der Sortenvielfalt von Craft-Bieren in Kontakt.

In diesem Jahr riefen die Münchner dann die Marke „Munich Brew Mafia“ ins Leben. Ihr erstes Bier unter diesem Label brauten sie in Gundelfingen – und dieser erste Sud kann sich sehen lassen. Aficionados dürfen sich gerade über ein neues IPA und bald noch auf viele weitere Kreationen freuen.

 

Dario und Niklas beantworteten die Fragen gemeinsam:

  1. Was ist passiert, damit ihr euch sich für den Brauer-Beruf entschieden habt?

Bier an sich ist ein spannendes und vielschichtiges Produkt. Handwerkliches und kreatives Arbeiten lässt sich im Craft-Bereich gut verbinden. Dazu kommt die technische Raffinesse und interessante Rohstoffe, die jedes Bier einzigartig machen. Nach nun fast sechs Jahren Brauen in der Küche haben wir den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

  1. Wann habt ihr euer erstes Bier gebraut und wie ist es geworden?

2010 dürfte das gewesen sein. Da bei uns kaum verfügbar, brauten wir ein Düsseldorfer Alt. Das Bier war recht ordentlich, jedoch kein richtiges Alt, sondern vielmehr ein Doppelalt. Wir haben versehentlich mit der doppelten Menge Malz eingemaischt.

  1. Welche anderen Brauer/Brauereien haben euch am meisten inspiriert?

An erster Stelle steht wohl Giesinger: Durch mehrere Praktika konnte ich (Dario) der Brauerei beim Wachsen zusehen und wir diskutieren auch heute gemeinsam immer noch regelmäßig bierige Ideen. Aber auch der Erfolg von Camba ist für uns interessant. Allein die Vielfalt der Biere ist wahnsinnig spannend. Und nicht zu vergessen: Tap House ist zwar keine Brauerei, jedoch der beste Arbeitsplatz und Inspirationsquelle erster Klasse.

  1. Welches Bier (außer den eigenen) würdet ihr eurem besten Freund empfehlen?

Bis auf wenige Ausnahmen mögen wir eigentlich alle Bierstile, wenn sie gutgemacht sind. Zu jeder Lebenslage gibt’s ein passendes Bier. Zum aktuellen Wetter würden wir zum Beispiel ein Oude Beesel Kriek empfehlen und dazu einen leckeren Tomate-Büffelmozarella-Salat.

  1. Was sind eure Kriterien für ein richtig gutes Craft-Bier?

Innovation vereint mit Tradition und guter Technik – aber vor allem ist erlaubt, was schmeckt.

  1. Was sind eure Lieblings-Hopfensorten?

Mistral, Hallertauer Blanc, Hersbrucker, Citra.

  1. Mit welcher berühmten Person würdet ihr gern mal anstoßen und warum?

Am liebsten trinken wir Bier mit Familie und Freunden, jedoch wäre ein Stammtisch mit Gerhard Polt, Günther Grünwald, Monika Gruber und ALF sicher der Hammer!

Brauer Portrait: Braukatz – vom Film zum Bier

Kathrin und Stephanie Meyer
Kathrin und Stephanie Meyer von der Brau-Manufactur Allgäu

Auch wenn es so manche Männer nicht wahr haben wollen: Frauen haben das Brauen erfunden. Also ist es gar nicht so ungewöhnlich, dass in der Brau-Manufacur Allgäu in Nesselwang, südöstlich von Kempten, zwei Frauen den Sudkessel rocken. Kathrin Meyer ist zwar als Filmemacherin häufig unterwegs, aber ihre Affinität zum Bier besteht schon lange. Vor rund fünf Jahren absolvierte sie ihr Prüfung zur Biersommelière. Als Jurymitglied des European Beer Stars verkostet sie bei Doemens in Gräfelfing bei München jedes Jahr allein an zwei Tagen rund 100 Biere. Das regte sie an mit ihrer Schwester Stephanie auch eigene Sude zu brauen. Sie ist schließlich auch Braumeisterin der 1968 gegründeten Familienbrauerei von Vater Karl und somit steht jegliches Equipment zur Verfügung.

Brauerei Manufaktur Allgäu GmbH, Braukatz Bier,  Kathrin Meyer (lange Haare) und Stephanie Meyer
Die Biere der Marke „Braukatz“

Stephanie Meyer vergleicht ihren Job mit dem eines Komponisten. Die Rohstoffe sind ihre Noten, die sie zu unterschiedlichen Kombinationen zusammenfügt. So kreierten die beiden Schwestern ihre „Braukatz“. Ein goldgelbes Pale Ale mit 5,4 Prozent, gebraut mit viere Hopfensorten, die dem Bier ein unvergessliches Aroma geben sollen: Mandarina Bavaria, Hallertauer Tradition, Hersbrucker spät und Spalter Select.

 

  1. Was ist passiert, damit ihr euch für den Brauer-Beruf entschieden haben?

Unser kleiner Bruder Konstantin (34 Jahre) sollte eigentlich die Brauerei übernehmen. Er hat bei Hofbräu Traunstein eine Brauerlehre abgeschlossen, sich aber dann gegen den Beruf entschieden und Medizin studiert. Wir Schwestern waren schon immer eng mit dem väterlichen Betrieb verknüpft und haben uns irgendwann nach dem Hochschulstudium für das Brauhandwerk entschieden.

 

  1. Wann habt ihr euer erstes Bier gebraut und wie ist es geworden?

2009 ein Brennnessel-Bier.

 

  1. Welche anderen Brauer/Brauereien haben euch am meisten inspiriert?

Markus Berberich von der Insel Brauerei auf Rügen, Eric Toft von der Brauerei Schönram und Markus Lohner von Camba Bavaria.

 

  1. Welches Bier (außer den eigenen) würdet ihr eurem besten Freund empfehlen?

Eigentlich drei Biere: Meckatzer Weißgold, TAPX Marie’s Rendezvous und Graminger Berggeist.

 

  1. Was sind eure Kriterien für ein richtig gutes Craft-Bier?

Ein handwerklich gebrautes Bier mit Ecken und Kanten, das in sich harmonisch ist.

 

  1. Was sind eure Lieblings-Hopfensorten?

Tettnanger, Hallertauer Mittelfrüh und Mandarina Bavaria, der in unserem „Braukatz Pale Ale“  ist.

 

  1. Mit welcher berühmten Person würdet ihr gern mal anstoßen und warum?

Mit dem Dalai Lama, wegen seiner ruhigen und besonnenen Aura.