Ostergeschenk: Bayerische Idee gegen das Kronkorken-Chaos

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Der „Degglbam“

Wer kennt das nicht: Nach einer Verkostung oder einer Feier mit Freunden, Kollegen sowie der Familie liegen überall auf dem Tisch kreuz und quer die Kronkorken der geöffneten Bierflachen rum. Um solch ein Chaos zu vermeiden baut jetzt eine kleine Manufaktur aus Oberbayern mit feinem Naturholz einen sogenannten „Degglbam“. Das heißt übersetzt ins Hochdeutsche: Deckelbaum. Ein starker Magnet hängt die Korken zu einer bierigen Baumkrone zusammen – angeblich schafft er 50 Deckel – also in etwa die Menge für einen Abend in fröhlicher Runde. Den „Degglbam“ gibt es naturbelassen, geölt oder in XXL-Format auch für größere Veranstaltungen.

Ich habe nur einen Kritikpunkt: Auf der Website vom „Deggelbam“ bewerben die Macher das Produkt überwiegend als „perfektes Geschenk für Männer“. Warum? Inzwischen gibt es in der Craft-Bierszene so viele Frauen, die gern auch regelmäßig den Baum schmücken würden. Bei mir macht er sich jedenfalls super auf dem Verkostungstisch.

*der „Degglbam“ wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt.

 

 

Brazilian Beer Contest: Heiße Sude aus den Tropen

20180303_085036Auch wenn die Sonne nur hin und wieder durch die Wolkendecke blitzt, zeigt das Thermometer schon am Morgen tropisch-feuchte 27 Grad. Vor der Halle des „Eisenbahn Biergarten“ im brasilianischen Blumenau sammeln sich die Juroren für den „Brazilian Beer Contest“ und lauschen nebenbei den Klängen von „Ein Prosit der Gemütlichkeit“, die aus irgendwelchen Lautsprechern des steinwurfentfernten „Vila Germanica Parks“ dröhnen. „Wenn das nicht ein guter Start in den Verkostungstag ist“, prustet ein Jurymitglied lachend heraus.

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Erste Runde: Session IPAs

Brasilien gilt als aufsteigende Biernation, die sich gern die deutsche Bierszene als Vorbild nimmt. Ob es dann gleich wie auf dem Oktoberfest zugehen muss, sei dahingestellt. Jedenfalls passiert in dem südamerikanischen Land ziemlich viel in Sachen Bier, wie die Fakten des Awards beweisen. Waren es vor sechs Jahren, als der Contest aus der Taufe gehoben wurde, noch 215 Einreichungen, bewertete eine 86-köpfige Jury aus 38 Ländern dieses Mal insgesamt 2.859 Biere von 475 Brauereien. Im Vergleich zum vergangenen Jahr stieg die Anzahl somit um 43 Prozent. Amanda Reitenbach,  die brasilianische Organisatorin,  freut sich über den Boom ihres Awards und die fast explodierende Bierszene ihres Landes. Inzwischen gibt es fast 700 Brauereien – und es werden immer mehr.

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Neuer Erfahrung: Bewertet wurde auf Tablets

Am liebsten brauen die brasilianischen Biermanufakturen wohl Pale Ale, India Pale Ale und bayerisches Hefeweizen. In diesen Kategorien gab es die meisten Einreichungen. Zudem verkostete die Jury neben massenhaft Witbieren auch süffige Kölsch, nachtschwarze Stouts und alkoholreiche Barley Wines. Am spannendsten war – vor allem für die internationale Jury – der neue brasilianische Stil „Catharina Sour“. Zwar war dieses Sauerbier als eigene Typologie in der Jury noch etwas umstritten, weil es sich dabei eigentlich nur um eine Abart der Berliner Weisse handelt, die allerdings mit zahlreichen Früchten angesetzt ist. Aber einige davon sind sogar mit landestypischem Obst wie Guave, Maracuja, Pitanga, Butia oder Umbu aromatisiert und – wie ich fand – ein wahrer, fruchtig-frischer Hochgenuss.

Buchrezension: Von Pharaonen und Germanen bis zu den neuen Craft-Akrobaten

IMG-20171219-WA0010Wer auf den letzten Drücker noch keine Idee für ein craftiges Weihnachtsgeschenk hat, der sollte mal das neue Buch von Markus Raupach ins Visier nehmen. Der bekannte fränkische Biersommelier hat sich auf eine Exkursion durch die jahrtausendalte Biergeschichte begeben und dabei so manche Schmonzette um des Deutschen liebstes Getränk ausgegraben. Auf über 200 reichlich bebilderten Seiten hat der Gründer der Deutschen Bierakademie viele wissenswerte Fakten zusammengetragen, die im Altertum beginnen, germanische Saufgelage betrachten, Rezepturen der Wikinger beschreiben und die Geheimnisse junger Craft-Zauberer enthüllen. „Bier – Geschichte und Genuss“, so der etwas langweilige Titel, liefert das Fundament, um auch moderne Hopfensäfte besser zu verstehen.

Auch wenn das lachende Glas auf dem Buchcover etwas seltsam rüberkommt, so ist es doch ein spannendes Werk, das mit viel Tiefgang – aber auch mit witzigen Anekdoten – hilft, Phasen der Langeweile während lähmender Festtage zu überbrücken. Aber Vorsicht: Schon nach den ersten Seiten macht sich der Durst auf ein kühles Craft bemerkbar.

 

Weihnachtsbäckerei: Kreative Plätzchen mit ordentlich Craft-Bier

20171217_135242Auch wenn ich ein Fable für kreative Biere habe, in einer Sache bin ich durchaus traditionell. Jedes Jahr wieder versuche ich mich an ungewöhnlichem Weihnachtsgebäck. Ganz klar, dass dabei auch Bier eine große Rolle spielt. Dieses Mal tüftelte ich gleich zwei Rezepte aus, die durch spezielle Zutaten tatsächlich richtig gut gelungen sind.

Helle Plätzchen mit Trappistenbier und Walnüssen

Zutaten:

  • 350 g Mehl
  • 175 g Zucker für Teig + 20 g Zucker für Walnüsse
  • Halbes Päckchen Vanillinzucker
  • Halbes Päckchen Backpulver
  • 100 ml Sonnenblumenöl
  • 175 ml Trappistenbier (Rochefort 10)
  • 80 g gehackte Walnüsse

Zubereitung:

Zuerst Mehl, Zucker, Vanillinzucker und Backpulver in einer Schüssel vermengen. Sonnenblumenöl und Bier dazugeben und verrühren. Walnüsse mit Zucker in einer Pfanne karamellisieren, dann unter den Teig heben, vorsichtig kneten und eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Ausrollen, ausstechen und etwa zehn Minuten bei 180 Grad backen. Garnierung ganz nach eigener Kreativität.

Fazit: Das karamellige Trappistenbier in Kombination mit den gezuckerten Walnüssen gibt einen ganz individuellen Kick.

 

Dunkle Plätzchen mit Porter und Schokolade

Zutaten:

  • 190 g Mehl
  • 160 g Zartbitterschokolade mind. 70 Prozent gehackt
  • 100 g weiche Butter
  • 100 ml Porter („Dunkle Macht“ von Landgang Brauerei)
  • 85 g brauner Zucker
  • 50 g Puderzucker
  • 35 g Kakao
  • 20 g gehackte Walnüsse
  • 10 g gehackte Mandeln
  • 1 EL Waldhonig
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz
  • Geriebene Zitronenschale

Zubereitung:

Alle Zutaten in einer großen Schüssel vermengen und kneten. Teig etwa eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen, dann kleine Kugeln formen und auf einem gefetteten Backblech ca. 15 Minuten bei 180 Grad backen. Je nach Belieben garnieren.

Fazit: Die schokoladigen, röstigen und kaffeeartigen Aromen des Porters verbinden sich mit dem Kakao, dem Honig und der Zartbitterschokolade zu einer wunderbaren Geschmacksstruktur. Das ist ein Rezept, das sicherlich auch Craft-Kerle begeistern kann.

Kalea: Weihnachstkalender für Craft-Entdecker

20171130_140841Es ist manchmal wie bei guten Weihnachtsgeschenken: So manche Schätze entdeckt man erst zum Schluss. Der Bier-Weihnachtskalender von Kalea bietet eine spannende Auswahl an nationalen wie internationalen Craft-Spezialitäten – vom IPA und Cream Stout bis hin zum Kaffeebier und Bock mit 7,4 Prozent Alkoholgehalt. Die winterliche Bierreise geht in stylischer Verpackung über zum Teil äußerst ungewöhnliche Stationen. 24 spannende Hopfensäfte kommen aus England, Irland und Italien, aber auch aus eher ungewöhnlichen Craft-Regionen wie Australien, den Orkney-Inseln und Sri Lanka. Und was bei den meisten Bier-Adventskalendern fehlt, hier sind Degustationsglas und Verkostungsfolder gleich dabei.

Alles in allem bietet der Bierkalender eine Auswahl besonderer Bierspezialitäten, die zum teils sogar exklusiv für den Kalender gebraut wurden. Echten Hop-Guys erwartet also für weniger als 70 Euro eine weihnachtliche Entdeckungsreise durch die Craft-Szene. Und wer den Kalender erst jetzt bestellt und die erste Tür ein paar Tage später öffnen muss, kann den Rückstand leicht an einen Abend aufholen.

 

Alibibox: Mit Craft-Bier direkt zum Tatort

AlibiboxDer Tatort ist die erfolgreichste Krimiserie aller Zeiten. Wenn wundert da die die Idee von Christoph Wagner und Daniel Tudmann, die gern noch eine Schippe drauflegen. Die beiden Münchner entwickelten eine Bierbegleitung zur sonntäglichen Krimi-Serie und somit ein multisenorisches TV-Erlebnis. Fans der Tatort-Reihe können sich die „Alibibox“ bestellen und erhalten pünktlich zur Primetime zwei Flaschen aus einer Craft-Brauerei der jeweiligen Stadt oder Region in dem die Story spielt und die Ganoven gejagt werden.

GEWINNSPIEL: Am Sonntag, den 26. November, gibt es Mord und Totschlag in Hamburg. Auf der Feiner Hopfen-Facebookseite könnt ihr ab sofort, bis Donnerstag (16.11., 12 Uhr) eine von fünf „Alibibox“ gewinnen. Was ihr dafür tun müsst? Schreibt unter den Facebook-Post, warum ausgerechnet ihr das leckere Craft-Bier aus der Hansestadt für einen spannenden TV-Abend gewinnen solltet. Ich darf aber noch nicht verraten, welcher Hopfensaft euch dann zum Tatort verwöhnen wird. Am Donnerstag, den 16.11. um 12 Uhr werden die Gewinner ausgewählt.

Viel Glück!

Kühlschrankinnovation: Bier in fünf Temperaturstufen

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Foto: Marco Retzlaff

Mit der Craft-Bierbewegung wächst nicht nur die Sortenvielfalt, sondern auch immer mehr das Interesse am perfekten Genuss und damit der Wunsch nach dem passenden Equipment. Ein wichtiges Thema dabei ist korrekte Lagerung und ideale Trinktemperatur. Denn: Helles, Pale Ales oder Witbier werden gern kühler genossen als etwa Stout, Doppelbock und Barley Wine. Um das zu gewährleisten, gibt es jetzt einen speziell entwickelten Kühlschrank. Aber keinen gewöhnlichen, sondern einen mit unterschiedlich einstellbaren Temperaturstufen – von vier bis 16 Grad ist alles realisierbar.

Möglich macht das Marco Retzlaff aus dem bayerischen Holzkirchen mit seiner Firma „Retzlaff Beer Fridges“. Auf der drinktec, die Weltleitmesse für Getränke und Liquid-Food in München, habe ich mir den schwarzen Schrank mal angesehen. Das Gerät namens „Bavaria 1516“ kann mehr als 200 Flaschen stehend kühlen, sieht wirklich schick aus und löst sicherlich viele Probleme von Craft-Bierfans, die – wie ich auch – immer viel zu viel Stoff kaufen, der einfach nicht in den herkömmlichen Kühlschrank passt. Grundsätzlich würde ich mir das Gerät sofort kaufen, doch preislich liegt der Cooler bei 2200 Euro, da muss ich noch ein bisschen überlegen.

Gastbeitrag: Bieretiketten – Formen, Angaben und andere wissenswerte Fakten

Ein Gastbeitrag von Robin Vieregge

Was ein hervorragendes Bier ausmacht – ganz klar. Guter Hopfen, eine gute Mischung und ein guter Braumeister, schon sind die besten Voraussetzungen für eine geschmackliche Explosion getroffen. Doch es gibt noch einen anderen Weg, ein Bier einzigartig zu machen: Mithilfe der Bieretiketten. Was genau versteht man eigentlich unter diesen speziellen Aufklebern, in welcher Form gibt es sie und gibt es bestimmte Gesetze, die eingehalten werden müssen?

Welche Formen können Bieretiketten annehmen?

Wer einmal im Getränkemarkt vor einer Feier mit dem Durst nach Bier unterwegs war, der wird bemerkt haben, dass es viele verschiedene Arten von Bier gibt. Und eine ebenso große Vielfalt wie bei den Biersorten gibt es dementsprechend auch bei den Etiketten. Diese können verschiedene Farben, Formen oder Positionen annehmen, welches je nach Bier einen anderen Eindruck erzeugt und die Aufmerksamkeit des Kunden erregen soll. Ganz abgesehen davon, was letztendlich auf den Bieretiketten aufgedruckt ist, also womit die Hersteller werben, gibt es einige Etikettenformen, die generell unterschieden werden können.

Die klassischen Bieretiketten, denen Du wahrscheinlich am häufigsten begegnest, befinden sich am dicken Teil der Flasche. Hierbei spricht man umgangssprachlich vom Bauch, weshalb die meisten Etiketten auf Bierflaschen auch Bauchetiketten genannt werden. Je nach abweichender Position um ein paar Zentimeter kann daraus aber auch ein Rückenetikett oder ein Brustetikett werden.

Besonderheiten gibt es natürlich auch. So bezeichnet etwa der Begriff „Halsschleife“ ein Bieretikett, welches um den Hals der Flasche angebracht ist. Dazu gibt es noch verschiedene Siegeletiketten, die etwa die Haltbarkeit des Getränks aneignen, oder das sogenannte Biersiegel.

Was muss bei der Herstellung von der Etiketten beachtet werden?

Etiketten haben, neben der werbenden Eigenschaft, noch einen weiteren, für den Verbraucher äußerst wichtigen Sinn. Sie dienen als Kennzeichen von verschiedenen Angaben, zu denen der Hersteller gesetzlich verpflichtet ist. So ist etwa das Mindesthaltbarkeitsdatum, der Alkoholgehalt oder das Zutatenverzeichnis für den Konsumenten am bedeutendsten, aber auch andere Angaben wie die genaue Verkehrsbezeichnung oder diverse Infos zu Nährwerten oder Hersteller müssen auf den Aufklebern enthalten sein. Einige Gesetze oder Verordnungen bestimmen die korrekten Angaben auf den Kennzeichen.

Kontrovers ist die Angabe der Nährwerte. Eine relativ junge Gesetzgebung legt fest, dass alle Zutaten, nebst Kalorien, aufgelistet werden müssen.

Was müssen Bieretiketten aushalten?

Als Lebensmittelkennzeichnung müssen die Etiketten auf Bieren viel aushalten. Dazu zählt die schnelle Temperaturänderung, etwa wenn Du Dein Bier aus dem Kühlschrank mit an den See nimmst, aber auch die damit einhergehende Entstehung von Kondenswasser und anderen Umweltfaktoren. Der Hersteller nutzt also spezielle, äußerst widerstandsfähige Etiketten, damit Du Dein Bier zu jeder Zeit mit vollständigem Bier-Etikett auf der Flasche genießen kannst.

Wenn du mehr zu Bieretiketten erfahren möchtest, schau doch mal auf der Seite von Label Network vorbei.