Städte-Special Göteborg: Hochburg schwedischer Biere

Mutige Brauer mit unkonventionellen Ideen, kreative Bierstile und eine quirlige Kneipenkultur: In Göteborg tobt eine aufregende Craft-Szene. Eine Tour durch die City beweist, warum die Universitätsstadt an der Westküste Schwedens der Bier-Hotspots Nummer Eins im Lande ist.

Brewers Beer Bar

Stockholm kennt wohl jeder. Aber unter Bierreisenden gilt Göteborg als wahrer Geheimtipp. In der zweitgrößten Stadt des Landes, die im kommenden Jahr ihren 400. Geburtstag feiert, leben knapp 600.000 Einwohner. Aber die schwedische West-Metropole, durch die sich idyllisch der Fluss Göta älv schlängelt, hat neben Scherengärten, verträumten Altstadtgassen, dem beliebten Liseberg Freizeitpark sowie einem berühmten Fischmarkt, noch einiges mehr zu bieten: In der quirligen Studentenstadt pulsiert eine spannende Craft-Bierszene, die unter Schwedens Genießern heute absoluten Kultstatus genießt.

Die City am Kattegat ist inzwischen einer der bedeutendsten Bier-Hotspots in Skandinavien. Neben mehr als ein Dutzend hippen Kneipen mit unberechenbarer Bierauswahl sind viele Micro-Brauereien, aber auch renommierte Marken mit wie Stigbergets oder Poppels in Göteborg ansässig, deren Sude die Herzen von Craft-Fans rund um den Globus höherschlagen lassen. Rund 35 Craft-Stätten tummeln sich hier – mehr als in den meisten bundesdeutschen Millionenmetropolen.

Die erste Brauerei in der Stadt gründete 1649 ein Deutscher namens Johan Casparsson Poppelman, die allerdings 1835 wieder schließen musste. Eine weitere Legende in der Göteborger-Biergeschichte ist der Schotte Georg Carnegie, der 1745 wegen eines gescheiterten Aufstandes nach Göteborg floh und dort eine Brauerei gründete. In Glanzzeiten soll diese mehrere Millionen Liter Porter im Jahr produziert haben. „Carnegie Porter“ gilt somit als älteste schwedische Marke, die heute noch existiert und von der schwedischen Großbrauerei Nya Carnegiebryggeriet produziert wird.

Braustätten in Göteborg gelten seit jeher als beliebt. Grund dafür war einst der boomende Exportmarkt, ausgelöst durch die Globalisierung im 18. Jahrhundert. Die schwedische Ostindien-Kompanie hatte damals eine hohe Bedeutung für die Wirtschaft. So wurden neben unterschiedlichsten Waren auch jede Menge Bier in den Fernen Osten verschifft. Im Jahr 1813 wurde die East India Company zwar geschlossen, aber in Göteborg rauchten die Brauereischornsteine weiter. Irgendwann ließ der Erfolg jedoch nach. Alte Backsteingebäude, in denen große Bierproduzenten wie Pripps und Lyckholms ansässig waren, stehen zwar immer noch, die Brauereien wurden aber inzwischen von Carlsberg aufgekauft und anschließend geschlossen. Um die 2000er Wende stand es dann wirklich katastrophal um die Bierszene in Göteborg.

Erst mit der Gründung der ersten Mikrobrauereien in der Stadt nahm die Szene wieder Fahrt auf. Als einer der wichtigsten Craft-Pioniere gilt Mikael Dugge Engström, der 2005 am südlichen Rand von Göteborg die Dugges Bryggeri in Mölndal gründete. Sein erstes Bier war ein fünfprozentiges amerikanisches Pale Ale namens „Avenyn Ale“, das Mikael für ein angenehm tropisches Aroma auch heute noch mit den Hopfensorten Cascade, Chinook, Citra und Simcoe braut. Die Nachfrage wuchs schnell, denn solche Biere waren auch den Schweden bis dahin unbekannt. Im ersten Jahr produzierte Engström rund 300 Hektoliter. Durch seinen Erfolg war die Kapazität seiner Anlage schon vier Jahre später mit 1.500 Hektolitern ausgereizt und ein größerer Standort mit einem Ausstoß rund 7.000 Hektolitern musste her.

Heute steht die Braustätte in Landvetter, etwas östlich der City von Göteborg. Im Dugges-Portfolio befinden sich neben diversen Pale Ales und India Pale Ales mittlerweile auch einige Frucht-Sauerbiere mit Birnen oder Erdbeeren sowie ein 11,5-prozentiges Imperial Stout mit Mango, Kokosnuss und Tonkabohnen. Hinzu kommen fassgereifte Spezialitäten aus Rotwein-, Whisky- und Sude, die in karibischen Rum-Fässern gelagert werden. Damit hat Ensgtröm noch lange nicht genug: „Wir wollen unsere Kapazitäten noch weiter ausbauen und unseren Traum, ungewöhnliche Biere zu brauen, auf jeden Fall weiterleben“.

Als besonders innovativ gilt auch die 2012 gegründete Poppels Bryggeri in Jonsered, nordöstlich vom Stadtzentrum gelegen. Das Gründerteam startete vor acht Jahren mit einem Brown Ale und legte dann ein amerikanische Pale Ale vor, das heute zu den nationalen Lieblingsbieren der Schweden gehört und in jedem „Systembolaget“, also den speziellen Alkoholgeschäften in Schweden, verfügbar ist. Bei ihren Bieren schwören die Newcomer auf hohe Bioqualität der Rohstoffe. Somit ist Poppels nicht nur eine der bekanntesten, sondern inzwischen auch die größte Bio-Brauerei Schwedens.

Credit: Poppels

Wie gut die Biere aus Jonsered ankommen, zeigt auch die Nachfrage von „Project 003“. Das Imperial Saison, gebraut mit Johannisbeeren, war bereits wenige Minuten nach Veröffentlichung komplett ausverkauft. Aber ihren Erfolg erzielt die Poppels Bryggeri auch durch die Leidenschaft zur Kombination von Essen und Bier. Das Team arbeitet eng mit Köchen und Lebensmittelherstellern zusammen. So basiert die gesamte Speisekarte im eigenen Brauerei-Restaurant auf Foodpairings mit Bier. Das Corona-Virus hinterlässt zwar auch seine Spuren in der schwedischen Gastronomie und in der Bierbranche, aber Magnus Pettersson von Poppels ist zuversichtlich: „Unsere Verkäufe laufen weiterhin hervorragend, sodass unser Unternehmen zum Glück noch immer absolut stabil ist.”

Etwas stärker von den Covid-Auswirkungen betroffen, scheint die 2012 gegründete Craft-Stätte Beerbliothek im Südwesten der Stadt. Nach eigenen Aussagen seien die Verkäufe an Restaurants und Bars in den vergangenen Monaten um 70 Prozent zurückgegangen. Das Team um die Gründer Adam Norman, Richard Bull und Darryl de Necker riefen allerdings eine erfolgreiche Social Media-Kampagne für den Kauf lokaler Biere ins Leben. Der Bierabsatz rund um den Kirchturm sei dadurch, laut aktueller Zahlen, um 45 Prozent gestiegen. Ursprünglich begannen die Schweden als hochkreative Hobbybrauer, die allein im Gründungsjahr schon 43 Biere auf den Markt brachten. Auf jeder Dose steht noch heute die chronologische Nummer des Suds. Zur Core-Range gehören neben leichtem Session IPAs und hopfig-fruchtigem IPAs auch ein elfprozentiges Imperial Stout sowie ein unfiltriertes Pils mit deutschen und nordamerikanischen Hopfensorten.

Neben ihren Klassikern setzen die Beerbliothek-Macher vor allem auf ungewöhnliche Experimente. Im Sortiment finden Bierliebhaber daher auch ein Oat Stout mit speziellem „Tarrazu“-Kaffee, eine Gose mit Mango, Melone, Maracuja und Stachelbeere oder aber ein IPA mit Kokosmilch und ein kaltgehopftes Sauerbier mit Orangenschalen. „Unsere Brauphilosophie ist relativ einfach“, betont Gründer Darryl de Necker, „wir produzieren ausschließlich Biere, die wir selbst trinken wollen.“ Gerade habe das Team einen Sud mit der Folgenummer 287 eingebraut. Frisch gezapft finden Aficionados diese Spezialitäten vor allem im hauseigenen Taproom am Varholmsgatan 4.

Ein eigener Schankraum gehört in der schwedischen Craft-Szene zum Erfolgsrezept. Diese Erfolgsformel haben auch die Macher von Stigbergets umgesetzt. Ihre Marke gilt als neuer Stern am schwedischen Craft-Bierhimmel. Gegründet wurde die Braustätte vor sieben Jahren mit der Intention ein Bier nur für das städtische Kino in Göteborg zu brauen. Inzwischen wird Braumeister Oli Banks schon international für seine IPAs gefeiert. Als Flaggschiff gilt sein „Amazing Haze“, das wohl das erste New England IPA in ganz Schweden war und auch schon reichlich Preise absahnte. Das 6,5-prozentige Bier legt Noten von Mango, Papaya und Pinie vor und wird von einer sanften Bittere abgerundet. Neben NEIPAs setz Banks jetzt auch immer mehr auf spontan vergorene Biere, experimentiert auch mit Fassreifung und arbeitet an Sorten mit weniger als 3,5 Prozent Alkohol. „Die Nachfrage nach aromatischen Leichtbieren steigt derzeit in Schweden deutlich an“, sagt der Stigbergets Braumeister, „wir hoffen, dass wir mit diesem Bierstil da noch einiges in Bewegung bringen können.“

An Ideen mangelt es jedenfalls den vielen Craft-Stätten in Göteborg nicht. So zählt auch das Team von Beersmiths zur Kreativ-Liga der Szene. Die junge Erfolgsbrauerei riefen der Brite Dave Barrat und sein Partnerin Malin vor fünf Jahren im Süden des Zentrums ins Leben. Vor der Gründung war Dave schon mehr als 30 Jahre als Freizeitbrauer tätig. Sein Traum war es aber schon immer eine eigenen Braustätte zu besitzen und seine Sude kommerziell zu verkaufen. Das gelang ihm in Göteborg. Im Portfolio von Beersmiths finden Craft-Fans neben diversen Lagern und IPAs auch ein NEIPA mit Laktose und Orange, eine Berliner Weiße, die für ihre rote Farbe und das fruchtige Aroma auf Kirschen gereift ist oder aber ein belgisches Witbier mit Lavendel.

Cooles Design von 0/0

Zu den innovativen Craft-Brauereien Göteborgs gehören außerdem O/O Brewing im Norden, All in Brewing am Hafen des Viertels Västra Eriksberg oder Barlind Beer auf der Insel Bohus-Björkö im Scheren-Archipel vor den Türen der Stadt gelegen. Letztere ist vor allem bekannt für ihr preisgekröntes IPA. Wer intensiv in die Szene Göteborgs und die Welt der lokalen Biere eintauchen will, der sollte unbedingt in den hippen Craft-Bars der Innenstadt einkehren. Zu den Highlights zählen etwa die beiden Locations der „Brewers Beer Bar“ mit wechselnden Suden vom Hahn. Hier gibt es zum Bier übrigens auch die angeblich beste Sauerteigpizza der Stadt. In der Nähe des Shoppingcenters Nordstan befindet sich der Pub „Ölrepubliken“ mit 30 Bieren vom Hahn und mehr als 200 verschiedenen Sorten aus Flasche und Dose. Aber auch die Craft-Kneipe „3 Små Rum“ lässt mit wechselndem Angebot die Herzen von Bier-Fans höherschlagen. Auch Brewdog und Omnipollo sind mit eigenen Bars in der Stadt vertreten.

Craftbier-Bar „Wärdshuset Tullen“

Mit diesem Angebot zählt Göteborg wohl zurecht als Bierhauptstadt Schwedens. Wer einmal durch die Brauereien, Taprooms und Kneipen der Stadt gezogen ist, wird von der Vielfalt der Szene begeistert sein. Die Biere der Craft-Zauberer sind bekannt für einen eigenen Touch: Egal ob klassisches Lager, hopfige IPAs, deftige Stouts oder fassgereifte Spezialitäten sowie kreative Sauerbiere, es gibt wahrscheinlich keinen Bierstil und kein Experiment, das die schwedischen Craft-Brauer auslassen. Und das Beste: Die Szene wächst immer weiter.

Erschienen im Meininger’s CRAFT Magazin für Bierkultur.

Salzburg-Special: Österreichs geheime Bierhauptstadt

Salzburg ist bekannt für eine hohe Brauereidichte, eigenständige Sude und gemütliche Bierlokale. Ein Trip durch die Hopfen- und Malzszene der Mozartstadt und seiner Region zeigt, dass in kaum einem anderen Landesteil von Österreich die Bierkultur so lebendig ist wie hier

Salzburg zählt zu den touristischen Hotspots in der Alpenrepublik. Zu den Highlights für mehr als 5,5 Millionen Besucher pro Jahr gelten aber nicht nur die weltweit bekannten Festspiele, das Geburtshaus von Wolfgang Amadeus Mozart oder die fast 1000 Jahre alte Festung Hohensalzburg, die über der barocken Altstadt thront und als Wahrzeichen der Metropole gilt. Die Stadt, durch dessen Mitte sich idyllisch die Salzach schlängelt, pflegt eine uralte Brauhistorie mit jahrhundertealten Brauereien, aber inzwischen auch eine neue quirlige Bierszene mit jungen Craft-Machern, Bierbars und traditionellen Wirtshäusern.

Während die Landeshauptstadt Wien mit seinen Heurigen Lokalen punktet, in denen der rund um die Stadt wachsende Wein die Hauptrolle spielt, gilt Salzburg inzwischen als geheime Bierhauptstadt des Landes. In der Barockstadt finden Freunde des Hopfen- und Gerstensaftes neben historischen Brauhäusern, die ihr Portfolio inzwischen durch kreative Sude ergänzen, auch an fast jeder Straßenecke spannende Bierlokale, urige Bräustüberl, gemütliche Biergärten, eine zentrale Ausbildungsstätte für Diplom-Biersommeliers und eine hochaktive Craft-Bierszene. Laut aktuellen Zahlen des österreichischen Brauereiverbands produzieren in Salzburg und der Region derzeit 13 Brauereien und 14 Hausbrauereien besondere Sude – für Österreich ein rekordverdächtiges Kontingent.

Damit trägt die Mozartstadt wohl auch zu einem erheblichen Anteil am österreichischen Pro-Kopf-Verbrauch bei Bier bei, der im internationalen Vergleich weltweit immerhin den zweiten Platz belegt. Insgesamt zählt der Branchenverband in Österreich bei landesweit nur knapp 9 Millionen Einwohnern mehr als 300 Braustätten mit rund 1000 verschiedenen Bieren und einem Gesamtausstoß von immerhin rund zehn Millionen Hektoliter – inklusive alkoholfreien Sorten. „Der Wirtschaftsmotor Braubranche läuft in Österreich sehr stabil und unabhängig von konjunkturellen Schwankungen“, sagt Verbandschef Siegfried Menz. Das sei vor allem der ausgeprägten Regionalität mit großer Biervielfalt, dem damit verbundenen Qualitätsanspruch zu verdanken.

Dass die Bierkultur insbesondere in Salzburg sehr lebendig ist, kann der Branchenprimus indes nur bestätigen. Als älteste Braustätte der Mozartstadt gilt das Hofbräuhaus Kaltenhausen, das der einstige Bürgermeister Johann Elsenheimer 1475 unter dem Namen „Kaltes Bräuhaus“ errichtete. Nach etlichen Besitzern, wie etwa der fürsterzbischöflichen Hofkammer, diversen Herzögen und dem geschichtsträchtigen Kaiser Franz I., zog einst eine Kurfürstin die Braustätte zu einem der führenden regionalen Industriebetriebe des 19. Jahrhunderts hoch.

Aber nach zwei Weltkriegen und zahlreichen Besitzerwechseln ebbte der Erfolg allmählich ab, bis der Betrieb 2011 eingestellt und das alte Sudhaus abgerissen wurde. Aber Kaltenhausen lebt weiter, wenn auch in anderer Form: Eine neue, vollautomatisierte Kleinanlage wurde installiert, auf der heute Braumeister Martin Simion mit seinem Team süffiges Kellerbier, bernsteinfarbenes Pale Ale oder ein kräftig gehopftes India Pale Ale mit der Hopfensorte Citra braut. Im Sortiment finden Bierliebhaber immer wieder auch saisonale und limitierte Spezialitäten. Darunter ein Bier, vergoren mit dem Saft reifer Veltliner-Weintrauben, eine weitere Sorte, die auf frischgehobeltem Zirbelholz reift oder einen etwa einen 9,5-prozentigen Barley Wine.

Reinhold Barta, GF, Braumeister, Biersommelier, Brauhaus Gusswerk, Hof, Salzburg, 20130923, (c) wildbild

Auch wenn im Salzburger Land uralte Biertraditionen weiter erfolgreich gepflegt werden, so setzen heute immer mehr Jungbrauer auf kreative Sude. Neben dem Team von Kaltenhausen gehört auch Reinhold Barta mit seinem 2007 gegründeten Brauhaus Gusswerk im nur wenige Kilometer von Salzburg entfernten Hof zu den neuen Sudzauberern der Region. Vor den Toren der Stadt produziert der umtriebige Chef der aufstrebenden Bio-Manufaktur neben klassischen Bierstilen wie Weizen, Wiener Lager und hellem Vollbier auch ganz besondere Spezialitäten. So führt Barta in seinem Segment ein Dry Stout namens „Das schwarze Schaf“, ein dunkles Starkbier mit neun Umdrehungen und dem ungewöhnlichen Titel „Horny Betty“ sowie fassgereifte Aromabomben aus Ex-Bourbon oder Ex-Sherry-Fässern. Bei seinen biologisch-dynamischen Bieren setzt der Gusswerk-Chef auf Natürlichkeit und Regionalität. „Nachhaltigkeit und schonender Umgang mit Ressourcen,“ so Barta, „war für mich schon immer immens wichtig und integrativer Bestandteil unserer Philosophie.“

Besonderen Wert auf die Auswahl der Rohstoffe legt auch die fast 530-jährige Stiegl Brauerei mit ihrem „Gut Wildshut“, rund 30 Kilometer vom Haupthaus des Traditionsbetriebes entfernt. Dort betreibt ein Team eine eigene Bio-Landwirtschaft und kultiviert Urgetreidesorten wie die Alpine Pfauengerste oder den Laufener Landweizen. Diese Sorten werden vermälzt und in den „Wildshuter Bierspezialitäten“ umgesetzt. Zwar zählen zu den Stiegl-Flaggschiffen eher die Lager- und Märzenbiere. Aber die größte Privatbrauerei des Landes, in dessen Brauwelt sich auf 35.000 Quadratmetern das größte Biermuseum Österreichs befindet, ist auch bekannt für hohe Experimentierfreude.

Foto: Wildbild/Sandra Hallinger

Neben Märzen, Hellem, Pils und Weizen setzt das Stiegl-Kollektiv auch auf Pale Ale und innovative Biere wie etwa ein nachtschwarzes „Baltic Chili Porter“ mit Charapita-Chili, ein „Gin Style IPA“ mit Wacholder oder eine erfrischende Berliner Style Weiße mit Himbeeren sowie Jahrgangsbiere wie beispielsweise das beliebte „Faux Pas Apricot“, ein fassgereiftes Marillen-Starkbier. Alle Stiegl-Biere tragen als Garantie für Qualität und lange Reifung das Gütesiegel „Slow Brewing“. Für Brauereiinhaber Heinrich Dieter Kiener ist die Mitgliedschaft in dieser Qualitätsvereinigung selbstverständlich: „Der Hektik unserer Zeit erteilen wir mit unserer Art zu brauen eine klare Absage.“

Dieselbe Philosophie pflegt auch Seppi Sigl von der 1601 gegründeten Trumer Privatbrauerei im rund 15 Kilometer entfernten Obertrum, die er in achter Generation führt. Trumer ist seit nunmehr acht Jahren Mitglied bei „Slow Brewing“. Das Besondere an den Suden der Braustätte ist nicht nur die lange Reifezeit, sondern auch die Verwendung von Naturhopfen sowie ein patentiertes, offenes Gär-System, wobei Gerb- und Bitterstoffe in Handarbeit abgeschöpft werden. Durch dieses Verfahren schmecken die Trumer-Biere besonders mild. Spitzenreiter von Seppi Sigl sind das international ausgezeichnete, 4,9-prozentiges „Trumer Pils“ sowie das Session Pils „Hopfenspiel“ mit schlanken 2,9 Prozent. Kaltgehopft ist es mit dem französischen Aromahopfen Triskel und US-Cascade. Einmal im Jahr kommt auch die „Hopfenernte“ auf den Markt. Ein Bier, das meist etwas kräftiger und mit Hopfen eingebraut ist, der direkt vor der Trumer Haustür wächst. Seppi Sigl plant auch Neuerungen in der Brauerei: „Künftig werden wir definitiv in Nachhaltigkeit investieren und denken gerade auch über eine neue leichte Pilsspezialität nach.“

Sepp Sigl
Credit: Michael Königshofer moodley brand identity

Nur einen Steinwurf von der Trumer Privatbrauerei entfernt, befindet sich das österreichische Mekka für angehende Biersommeliers. Im Bierkulturhaus von Axel Kiesbye dreht sich alles um Hopfen- und Malzsäfte, aber auch um Technologie und Sensorik. Brauingenieur Kiesbye und sein Team haben sich in der Akademie auf das Biersommelierwesen spezialisiert. Neben der Ausbildung bieten die Obertrumer aber auch Braukurse sowie sogenannte Grand Cru-Seminare an, in denen es um spezielle Foodpairings und neue Technologien des Craft-Bierbrauens geht. In diesem Jahr startet auch das „Braumeister Camp“ die nächste Runde, bei dem Teilnehmer gemeinsam mit renommierten Brauern aus aller Welt ihr eigenes Bier produzieren und sich fachlich austauschen können.

Axel Kiesbye in Action
Credit: Bierkulturhaus

Zu den diesjährigen Stars gehören etwa Scott Jennings von Sierra Nevada Brewing aus den USA, Nikolas Marjanovic von der Beavertown Brewey aus England und Oliver Wesseloh von der Kreativbrauerei Kehrwieder aus Hamburg. Axel Kiesbye legt bei seinen Angeboten viel Wert darauf, den Nerv der Zeit zu treffen. „Ich versuche die Zukunft unserer Branche zu deuten und so die Kursinhalte attraktiv weiter zu entwickeln“, sagt er. Seiner Ansicht nach werde beispielsweise die Bedeutung von klimaschonenden Brautechniken und die Bier-Auspreisung mit Bio- und anderen Gemeinwohl-Auszeichnungen auch an Bedeutung für Diplom-Biersommeliers gewinnen.

Augustiner Salzburg

Nicht alle Macher der Salzburger Bierkultur setzen auf Modernität. Als eine der wichtigsten Traditionalisten in der Stadt gilt der Augustiner Bräu. Seit 1621 wird im Stadtteil Mülln, am Fuß des Mönchsbergs, süffiges Bier gebraut und auch dort genossen. Das urige Bräustüberl gilt als Österreichs größte Biergaststätte und der angeschlossene Biergarten als größter des Landes. Um in der quirligen Atmosphäre ein Bier zu bekommen, müssen Gäste zuerst bezahlen, sich aus dem Regal einen Steinkrug nehmen um sich dann das goldfarbene Märzen von den Schankburschen ganz frisch aus Holzfässern einschenken lassen. Im „Schmankerlgang“ finden Hungrige an Verkaufsständen die passende Speise zum Trunk.

Ein weiterer historischer Hotspot ist „Die Weisse Brauerei“. Seit mehr als hundert Jahren wird im Salzburger Stadtteil Schallmoos feinstes Weißbier gebraut. Im zweiten Weltkrieg wurde die Braustätte zwar von einer Bombe getroffen, vollständig zerstört, aber einige Jahre später wiederaufgebaut. Weißbier zählte damals nicht unbedingt zu den beliebtesten Stilen der Österreicher, so dass die Weisse damals die einzige Produktion für diese obergärige Spezialität in der Region war. In den 1980ger Jahren übernahm Hans Georg Gmachl die Brauerei, die er derzeit gemeinsam mit dem Brauer Wolfgang Schweitl führt. Das inzwischen allseits beliebte Bier wird auch heute noch nach traditionellem Rezept gebraut und im eigenen Wirtshaus ausgeschenkt.

Salzburgs Erfolgsgeschichte als heimliche Bierhauptstadt der Alpenrepublik ist untrennbar mit der regionalen Gastronomie verbunden. Attraktive Bierlokale findet der Salzburg-Besucher in jedem Stadtteil. Wer die Mozartstadt bereist, sollte jedoch unbedingt auch beim Gablerbräu, beim Sternbräu oder im s’Kloane Brauhaus einkehren. Die Wirtshäuser servieren neben österreichischer Küche meist ihre eigenen naturtrüben Biersorten.

 Zu den beliebtesten Bierlokalen der Stadt zählt zudem die Trumerei, die neben ihren eigenen Suden auch eine umfangreiche Bierkarte mit internationalen Craft-Sorten anbietet. Aber auch die Salzburger Volkswirtschaft „Fuxn“ mit ausreichender Bierauswahl und modernen Speisen sowie der älteste Bierkeller Salzburgs namens „PitterKeller“ sind einen Besuch wert. Dort servieren die Kellner neben diversen Biersorten auch kreative Bier-Cocktails. Nicht zu vergessen ist der Belgier Dirk Baert mit seinen Lokalen „Alchimiste Belge“ und der „Beffa Bar“, die angeblich die größte Auswahl an belgischen Bieren in ganz Österreich aufweisen. Auch wenn sich Traditionalisten erst noch an Lambic, Witbier und Trappistensude gewöhnen müssen, so freut sich Baert inzwischen über den regen Zuspruch seines Angebots – und nicht nur bei internationalen Touristen.

Erschienen im Meininger’s CRAFT Magazin für Bierkultur.

BierForum: Braukunst Live! mit interessantem Wissensforum

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Die Braukunst Live!, eines der wohl größten deutschen Bierfestivals, rückt immer näher und Besucher können auf viele neue Ideen gespannt sein. Wie immer warten spannende Brauereien, ungewöhnliche Sude und interessante Gespräche auf ein genussfreudiges Publikum. Eine der wohl spannendsten Neuerungen ist das „BierForum“, das am Freitag (31.1.) im Vorfeld der Messe stattfindet. Bei diesem kongressähnlichen Symposium halten Top-Speaker verschiedene Vorträge, die sich alle um das Thema handeln: „Wie schaffen wir es, den Wert des Bieres beim Verbraucher darzustellen?“

Eine Materie, die viele aus der Bierbranche beschäftigt. Experten dozieren in zwei Räumen des MVG Museums und beleuchten die Themen aus Blickwinkeln der Gastronomie und des Handels. So spricht etwa Michael Ehler, einer der renommiertesten deutschen Rhetorik-Trainier, über Strategien beim Verkaufsgespräch. Klaus Artmann dagegen ist im „BierForum“ zuständig für Wissen am Point of Sale. Denn neben seinen Aktivitäten als Biersommelier ist er auch als Berater für mittelständische Unternehmen tätig. Alles Themen, die vor allem junge Craft-Brauer beim Aufbau ihres Geschäftes unterstützen können.

Einen Vergleich der Wertigkeit von Wein und Bier liefert Prof. Dominik Durner. Er fungiert als Professor für Lebensmitteltechnologie und Önologie an der Hochschule Kaiserslautern. Seine Funktionen am Weincampus: Er ist Vorsitzender des Gemeinsamen Ausschuss der Fachbereiche (GAF), Leitung Dualer Studiengang (B. Sc.) Weinbau und Önologie sowie Mitglied im Prüfungsausschuss. Mit dem Thema Bier ist Durner in jeder Hinsicht bewandt, weil er unter anderem Vorstandsmitglied beim Meininger’s International Craft Beer Award ist. Auch Bier-Sensorik dient als wichtiges Verkaufsargument, worüber Dr. Wolfgang Stempfl referiert, der mehr als drei Jahrzehnte der Kopf und das Gesicht der Doemens Genussakademie in Gräfelfing bei München war.

Zudem gibt es Vorträge von der „BierBegeisterung“. Hans Wächtler, der sich seit mehr als 30 Jahren dem Bier und der Braubranche widmet, spricht über Erfolgsfaktoren der Szene. Wächtler liebt nicht nur Bier, er lebt es auch und spezialisierte sich daher auch auf die Aromen, die aus den verschiedenen Rohstoffen kommen. Seine Tochter Dorothea, eine renommierte Biersommelière, doziert im Forum über ihre Spezialgebiete Vertrieb und Marketing.

Das „BierForum“ ist als bunte Mischung von Vorträgen und Themen ausgelegt. Speziell richtet sich die Veranstaltung an Leute aus Handel und Vertrieb sowie an Brauer und die, die es noch werden wollen. Die Referenten stehen auch beratend zur Beantwortung gezielter Fragen zur Verfügung. Dabei stellen die Organisatoren auch diverse Getränke zur Verfügung. Im Anschluss an den Kongress finden ab 14:00 Uhr im MVG Museum die Fachbesucherstunden der Braukunst Live! statt. Jeder Teilnehmer ist herzlich eingeladen direkt im Anschluss in der Halle zu verweilen und sich durch die Welt der kreativen Biere zu verkosten.

„BierForum“

Wann: 31. Januar 2020, 9 bis 14 Uhr

Wo: MVG Museum Ständlerstr. 20, 81549 München

Preise: Tagesticket kostet 350 Euro pro Person. Aussteller der Braukunst Live! zahlen 250 Euro. Die Gebühr umfasst die eintägige Teilnahme am Bierforum inklusive Mittagessen, Tagungs- und Pausengetränke. Preise zzgl. MwSt. Sie erhalten von den Veranstaltern eine Auftragsbestätigung/Rechnung. Bitte beachten Sie, dass die Plätze limitiert sind. Ihre persönliche Eintrittskarte erhalten Sie direkt vor Ort im MVG Museum an der Registrierung.

Mehr Infos: https://www.braukunst-live-muenchen.de/highlights/bierforum.html

Buchtipp zum Weihnachtsfest: „Craft-Bier – Brauen und Genießen“

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In seinem neuesten Werk geht der promovierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler sowie passionierte Hobbybrauer Hagen Rudolf explizit auf die Thematik Craft-Bier ein. Der Autor spricht mit bekannten Personen aus der Craft-Szene, um Aufschluss zu geben, was denn das Besondere an den neuen Kreativbieren ist, warum diese so ungewöhnlich schmecken und meist mehr kosten als herkömmliche Biere. Bei Rudolfs Gesprächspartner handelt es sich um Bierexperten, wie etwa Michael Hanreich, Braumeister beim Schlenkerla, Alexander Welzel, Geschäftsführer vom Online-Hopfenshop „Hopfen der Welt“, Thomas Vogel, Biersommelier und Geschäftsführer von der Brausystem GmbH „Das Bier!“ sowie die Brauerin und Inhaberin der Brauerei Schneeeule in Berlin.

Mit seinem Buch will Hagen Rudolf zum einen aufzeigen, was die Craft-Bierbewegung ausmacht und was sie in nur wenigen Jahren in der Getränkeindustrie bewirkt hat. Gleichzeitig sollen Craft-Novizen animiert werden, auch mal ein unkonventionelles Bier zu probieren. Hinzu kommen Informationen über Glaskultur, die sich durch die Craft-Szene immer vielfältiger gestaltet und praktische Ratschläge, wie man ein Bier richtig verkostet und was beim Thema Foodpairing zu beachten ist. Außerdem beschreibt der Autor, wie Aficionados zuhause ihr eigenes Craft-Bier brauen können und gibt hilfreiche Tipps.

So geht er auch explizit auf die Rohstoffe ein und erklärt, warum sich beispielsweise ein „Carabelge“-Malz besonders für Biere wie Blonde, Tripel oder Dubbel eignet, ein dunkles böhmisches Tennenmalz dagegen eher für dunkle Ales und Bockbiere pass. Selbst Hopfensorten wie Callista, Ariana sowie Sabro und der Einsatz des grünen Goldes beim Brauprozess finden Beachtung. Auch die Hefe wird als komplexester Bier-Rohstoff bis ins Detail aufgegriffen – selbst im Bezug auf alkoholfreie Sude. Alternative Zutaten wie Kräuter, Süßholz, Blüten, Kakao und Honig macht Rudolf ebenso zum Thema.

In „Craft-Bier – Brauen und Genießen“, das im Fachverlag Hans Carl erschienen ist, vermittelt der Autor aktuelles Wissen und mit seinen Expertengesprächen auch interessante Details, die sicherlich noch nicht jedermann weiß. Eher ein kurzweiliges Lesebuch als ein trockenes Lehrbuch, das sich an Craft-Novizen und Hobbybrauer richtet, sowie an alle Genussmenschen, die mehr über dieses spannende Thema wissen wollen.

www.carllibri.com, 24,90 Euro

Buchtipps: Von Trappisten-Suden, ungewöhnlichen Craft-Rezepten und bierigen Liebesgeschichten

Credit:Pixabay_Jarmoluk

Die erste Kerze brennt, der erste Schnee ist gefallen und das Weihnachtsfest steht kurz bevor. Da stellt sich bei vielen die Frage: Was soll ich verschenken und was wünsche ich mir? Hier kommen ein paar Tipps für interessante Bücher, die Freude, Wissen sowie Spaß vermitteln und ins Regal von Bierfans gehören.

„50 Craft-Bier Rezepte – Kreative Biere einfach nachgebraut“

Wie braue ich Session Pils, Witbier mit Basilikum, Melonen-Weizen oder California Common? Bierexperte Ferdinand Laudage präsentiert in seinem Buch fünfzig verschiedene Rezepte ganz unterschiedlicher Bierstile zum Nachbrauen – ganz nach dem Motto „Schluss mit der Ideenflaute und auf zu neuen Bier-Ufern.“ Die Auswahl der Rezepte reicht dabei von traditionellen Suden wie etwa Dortmunder Export, Irish Red Ale oder belgischem Tripel bis hin zu ganz ungewöhnlichen Hopfen- und Malzsäften wie Mango New England IPA, Coffee Stout und Pecan Nut Brown Ale. Neben erprobten Anleitungen des Autors, erhält die Sammlung auch exklusive Kreationen bekannter Craft-Bierexperten aus der gesamten Republik. So können sich Freizeitbrauer beispielweise auf die Spuren von Superfreunde, Atelier der Braukünste, Mashsee oder der Brauerei Flügge begeben und echte Bier-Highlights nachstellen. Pflichtlektüre für alle kreativen Hobbybrauer und die, die es noch werden wollen.

http://www.ulmer.de, 17,95 Euro

„IPA – A Legend In Our Time”

India Pale Ale ist der Mutter-Bierstil der internationalen Craft-Bierbewegung. Roger Protz schreibt in seinem Werk über die spannende Historie der hopfigen Typologie, die sicherlich viele so noch gar nicht kennen, den Aufstieg und den Abstieg des IPAs sowie die Craft-Revolution und die damit verbundene Renaissance des Stils. Zudem stellt er mehr als 160 verschiedene India Pale Ales rund um den Globus vor, die von klassischen Vertretern über saisonale Sorten und Bieren mit wilder Hefe reichen. Eine super Lektüre für Brauer, Biersommeliers und alle IPA-Fans, allerdings auf Englisch.

www.hugendubel.de/, 24,90 Euro

„Belgische Trappisten- und Abteibiere“

Dieser Bildband bietet eine Übersicht von 34 belgischen Trappisten- und Abteibieren – mit dabei auch viele unbekannte Sorten. Jef van den Sten beleuchtet dabei, wo diese Biere entstehen, wie sie sich unterscheiden und welche Besonderheit sich hinter jeder Sorte verbirgt. Der Autor stellt die Mönche der Trappistengemeinschaft sowie die Mitarbeiter der jeweiligen Brauereien vor, die jedes Rezept ausgearbeitet und die Produktpalette weiterentwickelt haben. Sehr informativ mit schicken Bildern, die auch Einblick in Räume der Brauereien gewähren, wo sonst niemand hindarf. Am besten ein Trappistenbier ins Glas schenken und schmökern.

https://gev.be/, 49,90 Euro

 „Bier mit Dir – Ein frischgezapfter Liebesroman“

Wer für die kalten Wintertage noch einen lustigen Roman sucht, in dem Bier einen dominanten Part einnimmt, der sollte sich mal das Buch von Marion Bischoff und Tina Grashoff zur Hand nehmen.

Klappentext:

„Wozu braucht man(n) eine Frau, wenn es Bier gibt? Ben führt einen erfolgreichen Bier-Blog und kümmert sich um ein großes IT-Projekt in der Firma. Privat läuft es jedoch alles andere als rund. Die Beziehung zu seiner langjährigen Freundin scheitert. Frustriert beschließt er ohne Frau zu leben. Wenn da nicht nur die neue Kollegin wäre. Lis, die im Job immer den Durchblick hat, steuert mit einem stalkenden Ex und einem auf Karriere versessenen Verehrer von einer Katastrophe in die nächste. Dabei stellt sie Bens Welt gleich mit auf den Kopf. Kann das gut gehen?“

Eine gute Unterhaltung, bei der sich die Frage stellt: Passen Bier und Liebe überhaupt zusammen?

https://r-m-v.de, 13,50 Euro

Isarkindl: Lager-Spezialität mit wildem Hopfen aus den Isarauen

Xaver und sein Team beim Hopfenzupfen / Credit: Nicolas Martin-Beaumont

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Xaver Amler wohnt nur unweit der idyllischen Isarauen in Freising bei München. Als studierter Brauer und Chef von Isarkindl, fiel ihm bei Spaziergängen auf, dass am Rande des Flusses eine essenzielle Brauzutat wächst: Hopfen, allerdings in wilder Form. Es reizte den 32-jährigen Bayer enorm, damit ein spezielles Bier zu produzieren, das es so in der Welt der deutschen Biere wohl noch nicht gibt. So beobachtete und analysierte Xaver die wilden Dolden einige Jahre aufmerksam und tätigte mit geringen Mengen schon mal einige Probesude. Im vergangenen Jahr erntete er zum ersten Mal das grüne Gold an den Ufern der Isar im größeren Stil. Jetzt geht das Projekt „Wildhopfen Lager“ in die zweite Runde.

Von Anfang an sollte es mehr als nur ein Bier werden. Also holte sich der Freisinger seinen Kumpel und Fotografen Nicolas Martin-Beaumont ins Boot, der das Projekt schon 2018 mit Bildern und einer Video-Installation begleitete. Nicolas arbeitete bereits an Video-Experimenten mit Belichtung von Waldlandschaften. So gibt die Foto- und Bewegbilddokumentation einen Blick auf das Isarauen-Ökosystem und die handwerkliche Herstellung dieses Spezialbieres. Dabei ist klar: Das Projekt schafft ein wahrlich neues Erlebnis, um die Sinneseindrücke des wilden Hopfens durch Geschmack (Bierausschank), Bild und Ton (Video-Installation) dem Konsumenten nahe zu bringen.

Das bernsteinfarbene 5,1-prozentige Lagerbier, das mit einem feinporigen, schneeweißen Schaum getoppt ist, braute Xaver mit seinem Team beim Eittinger Fischbräu, nur knappe 15 Kilometer von Freising entfernt. Im Duft zeigt sich das untergärige Bier malzig und mit einer gewissen Würze des wilden Hopfens. Auf der Zunge breitet sich das Lager mit einer leichten Süße angenehm frisch aus. Ein honigartiger Malzton ergänzt das grasig-würzige und zart blumige Hopfenspiel, das durch sanfte Zitrus-Anklänge und eine angenehme Bittere abgerundet wird.

Xaver beim Brauen des Wildhopfen Lagers / Credit: Nicolas Martin-Beaumont

Wer Lust und Zeit hat, kann am kommenden Samstag und Sonntag (23. + 24.11.) innerhalb der „Biernissage“ im Wirtshaus Furtnerbräu in Freising das Bier probieren und sich über das Thema „Wilder Hopfen“ ausführlich informieren und unterhalten lassen.

San Diego: Quirlige Craft-Metropole am Pazifik

In keiner amerikanischen Stadt tobt die Craft-Szene so turbulent wie in San Diego. Die südkalifornische Metropole gilt mit mehr als 150 Brauereien und unzähligen Taprooms inzwischen als Bierhauptstadt des Landes.

Taproom Modern Times

Für Standardtouristen ist San Diego eine wohl eher langweilige und ziemlich uninteressante Stadt. Sie besitzt neben einem berühmten Safari-Park und einer Sea-World mit dressierten Orcas und Delphinen kaum nennenswerte Sehenswürdigkeiten. Dennoch erfreuen sich die Einwohner im gemäßigten Pazifikklima von Südkalifornien an einem besonderen Privileg: In keiner anderen Metropole der USA gibt es mehr Brauereien und Craft-Bierkneipen als am Rande der San Diego Bay. Craft-Fans, die durch Stadtteile wie North Park oder Miramar schlendern, stoßen an jeder Ecke auf eine spannende Brauerei nach der anderen – meist mit eigenem Taproom. Und wer die Strecken nach anhaltenden Biergenuss nicht mehr allein per Fuß zurücklegen kann, dem bieten sich spezielle Bustouren an, die Besucher von Brewpub zu Brewpub kutschieren – ganz nach dem Sightseeing-Konzept „Hop-on, Hop-off“.

Zwischen Robben-Strand, Balboa Park und Gaslamp Quarter dreht sich in San Diego fast alles nur um das Thema Bier. In der 1,4 Millionenmetropole – kleiner als Hamburg oder München – residieren mehr als 150 Craft-Brauereien neben unzähligen Brewpubs und Taprooms. Hier gibt es Hopfensäfte, die man nirgendwo sonst im Lande finden kann. Lokale Pioniere wie Stone Brewing, Karl Strauss Brewing, Ballast Point, Pizza Port Brewing, Coronado Brewing oder AleSmith zündeten in den 1980er- und 1990er Jahren hier ein Feuerwerk, das den Ruf der kalifornischen Craft-Landschaft maßgeblich beeinflusste. Die Szene reicht heute von versteckten Hinterhof- und quirligen Nano-Brauereien bis hin zu weltbekannten Craft-Stätten, die als Begründer des stark hopfigen Westcoast-Styles gelten. Und wenn mal eine der vielen Micro-Brauereien schließt, heizt nebenan schon die nächste ihre Kessel an.

Wer jedoch glaubt, dass die Biergeschichte von San Diego erst mit der Craft-Bewegung begann, der irrt sich. Schon 1897 eröffnete ein gewisser Conrad Doblier die San Diego Brewery, die allerdings schon zwanzig Jahre später durch die Prohibition geschlossen wurde. Von 1920 an war Produktion, Handel und Verkauf von Alkohol, also auch von Bier, strikt untersagt. Durstige Bürger mussten damals die nahgelegene Grenze nach Mexiko überqueren, um sich dort mit alkoholischen Getränken einzudecken. Erst 1933, nach dem staatlichen Alkoholverbot, nahm das Bierbrauen in Kalifornien wieder Fahrt auf. Als Geburtsstunde der Craft-Bierszene gelten jedoch erst die frühen 1980er Jahre, als die US-Regierung endlich Brewpubs legalisierte. Die meisten Macher starteten damals ihre Bier-Karriere, wie auch in anderen amerikanischen Regionen, ganz klassisch als Hobbybrauer.

Kairoa Brewing

So auch Joe Peach, der vor rund zwanzig Jahren mit seiner Familie aus dem neuseeländischen Christchurch nach San Diego kam. Zunächst arbeitete er in einer der größeren Brauereien, um das Brauhandwerk zu lernen, dann entwickelte Peach zuhause eigene Rezepte. Erst Anfang dieses Jahres erfüllte er sich gemeinsam mit seinem Bruder Oliver den Traum einer eigenen Braustätte, die unter dem Namen Kairoa Brewing, im lebhaften University Hights Viertel zu eine der angesagtesten Craft-Stationen der Stadt zählt. Kairoa Brewing mit angeschlossenem Taproom, Restaurant und gemütlicher Dachterrasse im Lounge-Style wurde nur wenige Monate nach der Opening-Party vom City-Magazin zur besten neuen Brauerei San Diegos ausgezeichnet. „Um sich in solch einer Bierstadt zu behaupten, braucht man ein absolutes Alleinstellungsmerkmal“, betont Joe Peach, „und das haben wir durch den besonderen neuseeländischen Touch in unserer Location und mit unseren Bieren geschafft.“

Das spezielle Charakteristikum der Kairoa-Biere ist der Hopfen. Joe Peach verwendet ausschließlich Sorten aus Neuseeland. Und dass, obwohl er sich besonders gern auch mit deutschen Bierstilen beschäftigt. So wagte sich der kalifornische Newcomer schon an Münchner Dunkel und besondere Pils-Variationen, die er aber immer mit einem speziellen Twist präsentiert. Sein 5,6-prozentiges, goldglänzendes „Back Paddock“ ist beispielsweise mit 100 Prozent Pilsner Malz gebraut und bekommt ein blumiges und tropische Aromaspiel von Motueka- sowie Wakatu-Hopfen aus Neuseeland. Der experimentierfreudige Wahl-Kalifornier führt aber auch Sude wie belgisches Blond, diverse Pale Ales, tropische India Pale Ales sowie achtprozentige Imperial Stouts im Portfolio, für die er gern auch mal Himbeeren, Kakao, Banane, Kokosnuss oder Vanille in die Kessel packt.

Societe Brewing

Experimentierlust treibt auch das Team um Travis Smith und Douglas Constantiner von Societe Brewing im Stadtteil Kearny Mesa an. Die beiden Bierenthusiasten lernten sich zwar in einer anderen Brauerei kennen, entdeckten dort aber ihre „exzentrischen Philosophien über das Brauen“, wie sie beide sagen. Ihre Sude teilen sie bewusst in verschiedene Kategorien ein: Hopfige Biere im San Diego Style, dunkle Variationen, fassgelagerte Spezialitäten sowie klassische Sorten wie belgische Ales oder deutsche Interpretationen wie etwa ein Oktoberfest-Lager namens „Die Kellnerin“. Probieren können Aficionados die Biere im brauereieigenen Taproom mit Blick auf glänzende Silberkessel und gestapelte Holzfässer. Den Brauereinamen wählten die Gründer übrigens als Hommage an das Produkt Bier „als größte soziale Einheit des Planeten“: „Es bringt Menschen seit Jahrhunderten zusammen – ganz egal welche Klasse, Religion, Geschlecht oder Alter“, bekräftigt Smith.

AleSmith

Auch für das Team von AleSmith Brewing, das im August bereits auf den 24. Brauerei-Geburtstag angestoßen hat, steht Bier im Zentrum ihres Schaffens. So erweiterte Brauereichef Peter Zien immer wieder die Produktion sowie den Verkostungsraum, der derzeit zum größten in ganz San Diego zählt. Dort treffen sich die Hop-Heads der Stadt, um beispielsweise das „San Diego Pale Ale 394“ zu probieren. Dabei geht es um ein schlankes, fruchtiges Bier mit hoher Drinkability. Der Kollaborationssud entstand mit tatkräftiger Unterstützung eines durstigen Baseball-Teams. Aushängeschild von AleSmith, die laut einiger Online-Foren zu den besten Brauereien der USA gehört, ist das zwölfprozentige, pechschwarze „Speedway Stout“ mit 70 Bittereinheiten, das mit geröstetem Kaffee gebraut wird. Inzwischen gibt es mehrere Varianten des beliebten Kult-Stouts, auch eine fassgelagerte Version.

Modern Times

Damit liegt die Brauerei gut im Trend, denn fassgereifte Spezialitäten sind an San Diegos Theken derzeit gefragter denn je. Der aktuelle Megatrend unter den südkalifornischen Craft-Zauberern geht allerdings gerade in Richtung aromatischer Sauerbiere. Fast jede Bier-Manufaktur an der Bay führt so eine saure Spezialität im Portfolio. Sei es die Kreativstätte Modern Times im Midway District, dessen Brauer beispielsweise eine Gose in Dosen füllen, die sie mit Maracuja und Guave brauen, oder die 32 North Brewing, die eine schlanke, 4,1-prozentigen Berliner Weiße mit Pfirsich im Sortiment führt. Dazu gehören auch die Brauer von Bitter Brothers im Stadtviertel Bay Ho, die ihr Golden Sour zur Vollendung noch in blaufränkische Rotweinfässer legen, um Aromen von Kirschen und Himbeere zu erzielen.

Wer in San Diego auf der Suche nach Sauerbieren ist, der kommt auch an California Wild Ales im nördlich der Stadt gelegenen Sorrento Valley nicht vorbei. Die Brauereichefs haben sich nahezu ausschließlich auf saure Sude spezialisiert, die sie zur Veredelung in zuvor unterschiedlich belegte Holzfässer füllen. Zu den beliebtesten Sorten der Kalifornier zählen die „Gose Loco“, die in Tequila-Fässern mit Limettensaft, Salz und Koriander für vier Monate heranreift oder etwa das „Upheaval“-Ale, das ein Jahr in frischgeleerten Cabernet- und Spätburgunder-Fässern sowie zusätzlich noch drei Monate in der Flasche schlummert, bevor es über die Theke geht. „Wir sind stolz darauf in einer Stadt, die überwiegend von Westcoast Style IPAs dominiert wird, nur fassgereifte Sauerbiere anzubieten“, betont Brauerei-Mitgründer William DeWitt. So würden sich ihre Biere von vielen anderen Brauereien abheben.

Tasting-Flights bei Amplified

Bei der ungewöhnlichen Biervielfalt in San Diego liegt es auf der Hand, dass sich engagierte Brauer immer neue Spezialitäten ausdenken müssen, um im hartumkämpften Markt bestehen zu können. Das schafft zum Beispiel auch Amplified Ale Works ganz gut, die in ihrem Tasting-Studio im Stadtteil Miramar die Komponenten Bier und Musik miteinander verbinden. Bei harten Rockklängen können Besucher verschiedene Tasting-Flights mit diversen Suden in Form von Gitarren ordern und dazu auf einem Großbildschirm Live-Konzerte ansehen.

Wer es jedoch etwas ruhiger mag, braucht nur eine Tür weitergehen und landet beim Team von Pure Project Brewing, das seine Bier-Location mit Hängepflanzen, Gras und Moos verziert hat. Damit wollen die Craft-Brauer den unverwechselbaren südkalifornischen Stil vorleben. Auch ihre Biere kombinieren sie mit einzigartigen Aromen und Zutaten. Im Sudkessel landen nicht selten Hibiskus-Blüten, Ingwer, Ahornsirup, Brombeeren, Bio-Erdbeeren oder lokaler Honig.

In diesem kreativen Umfeld muss sich einer der Platzhirsche, die international renommierte Stone Brewing, anstrengen. Vor 23 Jahren startete Greg Koch mit seinem Geschäftspartner Steve Wagner als Micro-Brauerei und zählt heute zu den zehn größten Kreativbrauereien der USA. Zum Stone-Imperium mit mehr als 1000 Mitarbeitern im nördlich von San Diego gelegenen Escondido gehören innerhalb eines hektar-großen Garten-Areals, neben Brauerei und Verwaltung auch eine Outdoor-Bar und ein schickes Bistro mit Blick auf eine stattlichen Sudkessel. Hier, in der „Stone Brewing World Bistro & Garden“, dem Hotspot von Craft-Geeks aus aller Welt, herrscht ein buntes Treiben. Stone-Gründer Greg Koch freut sich über die dynamische Entwicklung in seiner Heimatstadt: „Es ist großartig, dass sich San Diego zum Bier-Mekka der USA entwickelt hat und wir einen großen Teil dazu beitragen konnten.“

Erschienen im Meininger’s CRAFT Magazin für Bierkultur.

Craft-Szene in Slowenien: Biertipps für den Sommerurlaub

Biere von der Carniola Brauerei

Slowenien entwickelt sich immer mehr zum attraktiven Bierland. In den vergangenen Jahren öffneten im Schatten der beiden Großbrauereien Laško und Union immer mehr Craft-Stätten mit vielfältigem Angebot. Um die 100 Brauereien soll es inzwischen in Slowenien geben. Vor allem in und rund um Ljubljana ist ganz schön was geboten. Wer also einen Städte Trip in die slowenische Hauptstadt startet, der wird begeistert sein, was es dort zu entdecken gibt.

Zu den Pionieren der slowenischen Kreativbier-Branche zählen die Macher von HumanFish Brewing, die ihre Biermanufaktur vor elf Jahren aus der Taufe hoben und seitdem mit ihren Suden die Szene mitgestalten. Als weitere Highlights in dem neuen Bierland gelten die Marken Pelicon, Loo-Blah-Nah, Reservoir Dogs oder Tektonik, um nur einige zu nennen. Genießen kann man die IPAs, Coffee Porters oder Barrel Aged Stouts der slowenischen Brauer sowohl in Brewpubs, Taprooms oder diversen Craft-Bierbars in Ljubljana wie beispielsweise der „Lajbah Bar“, im „Sir William’s Pub“ oder im „Pop’s Place“ – nicht selten wird dort von mindestens zehn Hähnen frisch gezapft. Auch lohnt sich ein Besuch in der Location von Pivovar Union, in der es zu deftigem Essen auch ein Pale Ale zur Auswahl steht.

Rok Rutar, Chef und Master Brewer von Carniola

Etwas außerhalb der Hauptstadt steht am Rande eines slowenischen Bergmassivs die Carniola Brauerei in Žirovnica. Dort experimentiert Rok Rutar, Chef und Master Brewer, auf einer kleinen Anlage mit verschiedenen Suden. Noch braut er rund 4000 Liter pro Monat, will sich aber wegen hoher Nachfrage auf das Doppelte steigern. Rutar begann vor etwa acht Jahren als Hobbybrauer. Heute schätzt der Slowene vor allem das heimische Wasser und slowenische Hopfensorten wie Styrian Wolf. Diese bringt Noten von tropischen Früchten, aber auch Blaubeere, Himbeere und Holunder in den Sud. Interessant ist auch die Hopfensorte Styrian Cardinal, die für Aromen von Erdbeere, Apfel und tropischen Früchten sorgt. Im Taproom der Craft-Stätte können Besucher die aktuellen Sorten frisch vom Fass probieren.

Und wer noch eine passende Unterkunft sucht, kann sich beispielsweise in das „Four Points by Sheraton Ljubljana Mons” einmieten, das neben Foodpairings auch eine eigene Bierbar im Foyer zu bieten hat. Denn die Hotelmarke, die zu Marriott International gehört, entwickelte ein sogenanntes „Best Brew“-Konzept, bei dem mehr als 220 Hotels weltweit mindestens ein lokales Craft-Bier anbieten, um Reisende in die jeweilige Bierkultur einzuführen.

Foodpairing im Hotel

Bierbegeisterung: Familienunternehmen mit Leidenschaft zum Bier

Dorothea und Hans Wächtler von „Bierbegeisterung“ (Credit: Bierbegeisterung)

[Sponsored Post] „Wir lieben nicht nur Bier, sondern wir leben Bier“ – heißt das Motto von Hans Wächtler (56) und seiner Tochter Dorothea (26). Die beiden Biersommeliers gründeten vor rund sechs Jahren die Firma Hans Wächtler Projektmanagement GmbH in Bamberg, um bei immer mehr Menschen die Begeisterung für Bier zu wecken. Die Wächtlers wollen mit ihrer fränkischen Marke „Bierbegeisterung“ das Thema Bier in all seinen Facetten vorantreiben und auch das Bewusstsein und die Wertigkeit dafür steigern.

Das dynamische Duo führt diverse Projekte durch, entwickelt und gestaltet verschiedene Konzepte für dessen Kunden oder Partner und bietet sowohl Seminare als auch Fortbildungen für Bierbotschafter (IHK) und Biersommeliers an. Zudem beraten die Bamberger auch kleine und mittelständische Unternehmen im Bereich Technik, Marketing und Vertrieb. Hans ist dabei als ausgebildeter Braumeister mit mehr als 35 Jahren Branchenerfahrung der Techniker im Wächtler-Team, während seine Tochter für das gesamte Foodpairing verantwortlich ist und den Titel „Master of Marketing Management und Vertrieb“ trägt. Ihre Masterarbeit schrieb die Genussfrau über „Analyse verschiedener Vertriebs- und Marketingstrategien im deutschen Craftbiermarkt und Implikationen für die Praxis“. Sie spricht fließend Englisch und Spanisch, sodass die Leistungen der „Bierbegeisterung“ in drei Sprachen angeboten werden.

Zu alldem führen Hans und Dorothea auch Inhouse-Schulungen für Mitarbeiter von Brauereien, Gastronomie und Handel in Zusammenarbeit mit der Genussakademie Doemens in Gräfelfing bei München durch. In Kooperation mit Doemens und der Industrie- und Handelskammer (IHK) können sich auch Bierbotschafter durch die Wächtlers ausbilden lassen. Außerdem geben die beiden Oberfranken IHK-Hobbybrauer-Seminare, bieten Vertriebsunterstützung für diverse Firmen in Europa und sind ein akkreditiertes Institut des Institutes of Masters of Beer (MoB).

Welche Seminare wann und wo stattfinden, findet ihr hier:

www.bierbotschafter-ihk.info

www.bierbegeisterung.de

www.braucampus.de

Hoppebräu: Neues Biermekka im bayerischen Oberland

Das Warten hat sich gelohnt: Bei Kaiserwetter öffnete Markus Hoppe gestern offiziell seine Brauerei mit Gastronomie im bayerischen Waakirchen in der Nähe des Tegernsees. Mit idyllischem Bergpanorama im Biergarten oder mit Blick auf die glitzernden Sudkessel in der gemütlich eingerichteten „Zapferei“, können Bierfans künftig neun Hoppebräu-Biere – vom Weißbier über Double IPA und Kollaborationssude mit befreundeten Brauereien – frisch vom Hahn genießen. Der zehnte Hahn ist für ständig wechselnde Gastbiere vorgesehen. Fassgereifte Spezialitäten gibt es aus der Flasche.

Die gute Stube der „Zapferei“

Verhungern muss in der „Zapferei“ auch niemand. Es gibt eine kleine, aber feine Speisekarte mit zünftigen Brotzeit-Schmankerln und maximal zwei warmen Gerichten wie Biergulasch, Bierbratwürste oder Chili con Carne. Regionalität spielt bei den Hoppes eine bedeutende Rolle, so kommen die Zutaten von Landwirten aus der Region. Die Gastronomie betreibt Familie Hoppe selbst, die Leitung übernimmt Markus Mutter Susanne. „Wir haben ein Kommunikationszentrum geschaffen, in dem jeder mitmachen, hinterfragen und genießen kann“, schwärmt Markus bei seiner Begrüßungsrede, „und ich habe mir damit meinen größten Traum erfüllt.“ Sein Ziel ist es, noch mehr Menschen vom Bier zu begeistern, ganz egal ob Ausflügler, Sportler oder Urlauber.

Markus Hoppe und ich

Hoppebräu Zapferei:

Mittwoch und Donnerstag: 17.00-23.00 Uhr

Freitag: 09.00-23.00 Uhr (mit Weißwurstfrühstück)

Samstag: 10.00-23.00 Uhr

Sonntag: 10.00-20.00 Uhr

Hoppebräu GmbH
Tölzer Straße 37
83666 Waakirchen

Markus Hoppe bei seiner Begrüßungsrede