San Diego: Quirlige Craft-Metropole am Pazifik

In keiner amerikanischen Stadt tobt die Craft-Szene so turbulent wie in San Diego. Die südkalifornische Metropole gilt mit mehr als 150 Brauereien und unzähligen Taprooms inzwischen als Bierhauptstadt des Landes.

Taproom Modern Times

Für Standardtouristen ist San Diego eine wohl eher langweilige und ziemlich uninteressante Stadt. Sie besitzt neben einem berühmten Safari-Park und einer Sea-World mit dressierten Orcas und Delphinen kaum nennenswerte Sehenswürdigkeiten. Dennoch erfreuen sich die Einwohner im gemäßigten Pazifikklima von Südkalifornien an einem besonderen Privileg: In keiner anderen Metropole der USA gibt es mehr Brauereien und Craft-Bierkneipen als am Rande der San Diego Bay. Craft-Fans, die durch Stadtteile wie North Park oder Miramar schlendern, stoßen an jeder Ecke auf eine spannende Brauerei nach der anderen – meist mit eigenem Taproom. Und wer die Strecken nach anhaltenden Biergenuss nicht mehr allein per Fuß zurücklegen kann, dem bieten sich spezielle Bustouren an, die Besucher von Brewpub zu Brewpub kutschieren – ganz nach dem Sightseeing-Konzept „Hop-on, Hop-off“.

Zwischen Robben-Strand, Balboa Park und Gaslamp Quarter dreht sich in San Diego fast alles nur um das Thema Bier. In der 1,4 Millionenmetropole – kleiner als Hamburg oder München – residieren mehr als 150 Craft-Brauereien neben unzähligen Brewpubs und Taprooms. Hier gibt es Hopfensäfte, die man nirgendwo sonst im Lande finden kann. Lokale Pioniere wie Stone Brewing, Karl Strauss Brewing, Ballast Point, Pizza Port Brewing, Coronado Brewing oder AleSmith zündeten in den 1980er- und 1990er Jahren hier ein Feuerwerk, das den Ruf der kalifornischen Craft-Landschaft maßgeblich beeinflusste. Die Szene reicht heute von versteckten Hinterhof- und quirligen Nano-Brauereien bis hin zu weltbekannten Craft-Stätten, die als Begründer des stark hopfigen Westcoast-Styles gelten. Und wenn mal eine der vielen Micro-Brauereien schließt, heizt nebenan schon die nächste ihre Kessel an.

Wer jedoch glaubt, dass die Biergeschichte von San Diego erst mit der Craft-Bewegung begann, der irrt sich. Schon 1897 eröffnete ein gewisser Conrad Doblier die San Diego Brewery, die allerdings schon zwanzig Jahre später durch die Prohibition geschlossen wurde. Von 1920 an war Produktion, Handel und Verkauf von Alkohol, also auch von Bier, strikt untersagt. Durstige Bürger mussten damals die nahgelegene Grenze nach Mexiko überqueren, um sich dort mit alkoholischen Getränken einzudecken. Erst 1933, nach dem staatlichen Alkoholverbot, nahm das Bierbrauen in Kalifornien wieder Fahrt auf. Als Geburtsstunde der Craft-Bierszene gelten jedoch erst die frühen 1980er Jahre, als die US-Regierung endlich Brewpubs legalisierte. Die meisten Macher starteten damals ihre Bier-Karriere, wie auch in anderen amerikanischen Regionen, ganz klassisch als Hobbybrauer.

Kairoa Brewing

So auch Joe Peach, der vor rund zwanzig Jahren mit seiner Familie aus dem neuseeländischen Christchurch nach San Diego kam. Zunächst arbeitete er in einer der größeren Brauereien, um das Brauhandwerk zu lernen, dann entwickelte Peach zuhause eigene Rezepte. Erst Anfang dieses Jahres erfüllte er sich gemeinsam mit seinem Bruder Oliver den Traum einer eigenen Braustätte, die unter dem Namen Kairoa Brewing, im lebhaften University Hights Viertel zu eine der angesagtesten Craft-Stationen der Stadt zählt. Kairoa Brewing mit angeschlossenem Taproom, Restaurant und gemütlicher Dachterrasse im Lounge-Style wurde nur wenige Monate nach der Opening-Party vom City-Magazin zur besten neuen Brauerei San Diegos ausgezeichnet. „Um sich in solch einer Bierstadt zu behaupten, braucht man ein absolutes Alleinstellungsmerkmal“, betont Joe Peach, „und das haben wir durch den besonderen neuseeländischen Touch in unserer Location und mit unseren Bieren geschafft.“

Das spezielle Charakteristikum der Kairoa-Biere ist der Hopfen. Joe Peach verwendet ausschließlich Sorten aus Neuseeland. Und dass, obwohl er sich besonders gern auch mit deutschen Bierstilen beschäftigt. So wagte sich der kalifornische Newcomer schon an Münchner Dunkel und besondere Pils-Variationen, die er aber immer mit einem speziellen Twist präsentiert. Sein 5,6-prozentiges, goldglänzendes „Back Paddock“ ist beispielsweise mit 100 Prozent Pilsner Malz gebraut und bekommt ein blumiges und tropische Aromaspiel von Motueka- sowie Wakatu-Hopfen aus Neuseeland. Der experimentierfreudige Wahl-Kalifornier führt aber auch Sude wie belgisches Blond, diverse Pale Ales, tropische India Pale Ales sowie achtprozentige Imperial Stouts im Portfolio, für die er gern auch mal Himbeeren, Kakao, Banane, Kokosnuss oder Vanille in die Kessel packt.

Societe Brewing

Experimentierlust treibt auch das Team um Travis Smith und Douglas Constantiner von Societe Brewing im Stadtteil Kearny Mesa an. Die beiden Bierenthusiasten lernten sich zwar in einer anderen Brauerei kennen, entdeckten dort aber ihre „exzentrischen Philosophien über das Brauen“, wie sie beide sagen. Ihre Sude teilen sie bewusst in verschiedene Kategorien ein: Hopfige Biere im San Diego Style, dunkle Variationen, fassgelagerte Spezialitäten sowie klassische Sorten wie belgische Ales oder deutsche Interpretationen wie etwa ein Oktoberfest-Lager namens „Die Kellnerin“. Probieren können Aficionados die Biere im brauereieigenen Taproom mit Blick auf glänzende Silberkessel und gestapelte Holzfässer. Den Brauereinamen wählten die Gründer übrigens als Hommage an das Produkt Bier „als größte soziale Einheit des Planeten“: „Es bringt Menschen seit Jahrhunderten zusammen – ganz egal welche Klasse, Religion, Geschlecht oder Alter“, bekräftigt Smith.

AleSmith

Auch für das Team von AleSmith Brewing, das im August bereits auf den 24. Brauerei-Geburtstag angestoßen hat, steht Bier im Zentrum ihres Schaffens. So erweiterte Brauereichef Peter Zien immer wieder die Produktion sowie den Verkostungsraum, der derzeit zum größten in ganz San Diego zählt. Dort treffen sich die Hop-Heads der Stadt, um beispielsweise das „San Diego Pale Ale 394“ zu probieren. Dabei geht es um ein schlankes, fruchtiges Bier mit hoher Drinkability. Der Kollaborationssud entstand mit tatkräftiger Unterstützung eines durstigen Baseball-Teams. Aushängeschild von AleSmith, die laut einiger Online-Foren zu den besten Brauereien der USA gehört, ist das zwölfprozentige, pechschwarze „Speedway Stout“ mit 70 Bittereinheiten, das mit geröstetem Kaffee gebraut wird. Inzwischen gibt es mehrere Varianten des beliebten Kult-Stouts, auch eine fassgelagerte Version.

Modern Times

Damit liegt die Brauerei gut im Trend, denn fassgereifte Spezialitäten sind an San Diegos Theken derzeit gefragter denn je. Der aktuelle Megatrend unter den südkalifornischen Craft-Zauberern geht allerdings gerade in Richtung aromatischer Sauerbiere. Fast jede Bier-Manufaktur an der Bay führt so eine saure Spezialität im Portfolio. Sei es die Kreativstätte Modern Times im Midway District, dessen Brauer beispielsweise eine Gose in Dosen füllen, die sie mit Maracuja und Guave brauen, oder die 32 North Brewing, die eine schlanke, 4,1-prozentigen Berliner Weiße mit Pfirsich im Sortiment führt. Dazu gehören auch die Brauer von Bitter Brothers im Stadtviertel Bay Ho, die ihr Golden Sour zur Vollendung noch in blaufränkische Rotweinfässer legen, um Aromen von Kirschen und Himbeere zu erzielen.

Wer in San Diego auf der Suche nach Sauerbieren ist, der kommt auch an California Wild Ales im nördlich der Stadt gelegenen Sorrento Valley nicht vorbei. Die Brauereichefs haben sich nahezu ausschließlich auf saure Sude spezialisiert, die sie zur Veredelung in zuvor unterschiedlich belegte Holzfässer füllen. Zu den beliebtesten Sorten der Kalifornier zählen die „Gose Loco“, die in Tequila-Fässern mit Limettensaft, Salz und Koriander für vier Monate heranreift oder etwa das „Upheaval“-Ale, das ein Jahr in frischgeleerten Cabernet- und Spätburgunder-Fässern sowie zusätzlich noch drei Monate in der Flasche schlummert, bevor es über die Theke geht. „Wir sind stolz darauf in einer Stadt, die überwiegend von Westcoast Style IPAs dominiert wird, nur fassgereifte Sauerbiere anzubieten“, betont Brauerei-Mitgründer William DeWitt. So würden sich ihre Biere von vielen anderen Brauereien abheben.

Tasting-Flights bei Amplified

Bei der ungewöhnlichen Biervielfalt in San Diego liegt es auf der Hand, dass sich engagierte Brauer immer neue Spezialitäten ausdenken müssen, um im hartumkämpften Markt bestehen zu können. Das schafft zum Beispiel auch Amplified Ale Works ganz gut, die in ihrem Tasting-Studio im Stadtteil Miramar die Komponenten Bier und Musik miteinander verbinden. Bei harten Rockklängen können Besucher verschiedene Tasting-Flights mit diversen Suden in Form von Gitarren ordern und dazu auf einem Großbildschirm Live-Konzerte ansehen.

Wer es jedoch etwas ruhiger mag, braucht nur eine Tür weitergehen und landet beim Team von Pure Project Brewing, das seine Bier-Location mit Hängepflanzen, Gras und Moos verziert hat. Damit wollen die Craft-Brauer den unverwechselbaren südkalifornischen Stil vorleben. Auch ihre Biere kombinieren sie mit einzigartigen Aromen und Zutaten. Im Sudkessel landen nicht selten Hibiskus-Blüten, Ingwer, Ahornsirup, Brombeeren, Bio-Erdbeeren oder lokaler Honig.

In diesem kreativen Umfeld muss sich einer der Platzhirsche, die international renommierte Stone Brewing, anstrengen. Vor 23 Jahren startete Greg Koch mit seinem Geschäftspartner Steve Wagner als Micro-Brauerei und zählt heute zu den zehn größten Kreativbrauereien der USA. Zum Stone-Imperium mit mehr als 1000 Mitarbeitern im nördlich von San Diego gelegenen Escondido gehören innerhalb eines hektar-großen Garten-Areals, neben Brauerei und Verwaltung auch eine Outdoor-Bar und ein schickes Bistro mit Blick auf eine stattlichen Sudkessel. Hier, in der „Stone Brewing World Bistro & Garden“, dem Hotspot von Craft-Geeks aus aller Welt, herrscht ein buntes Treiben. Stone-Gründer Greg Koch freut sich über die dynamische Entwicklung in seiner Heimatstadt: „Es ist großartig, dass sich San Diego zum Bier-Mekka der USA entwickelt hat und wir einen großen Teil dazu beitragen konnten.“

Erschienen im Meininger’s CRAFT Magazin für Bierkultur.

Craft-Szene in Slowenien: Biertipps für den Sommerurlaub

Biere von der Carniola Brauerei

Slowenien entwickelt sich immer mehr zum attraktiven Bierland. In den vergangenen Jahren öffneten im Schatten der beiden Großbrauereien Laško und Union immer mehr Craft-Stätten mit vielfältigem Angebot. Um die 100 Brauereien soll es inzwischen in Slowenien geben. Vor allem in und rund um Ljubljana ist ganz schön was geboten. Wer also einen Städte Trip in die slowenische Hauptstadt startet, der wird begeistert sein, was es dort zu entdecken gibt.

Zu den Pionieren der slowenischen Kreativbier-Branche zählen die Macher von HumanFish Brewing, die ihre Biermanufaktur vor elf Jahren aus der Taufe hoben und seitdem mit ihren Suden die Szene mitgestalten. Als weitere Highlights in dem neuen Bierland gelten die Marken Pelicon, Loo-Blah-Nah, Reservoir Dogs oder Tektonik, um nur einige zu nennen. Genießen kann man die IPAs, Coffee Porters oder Barrel Aged Stouts der slowenischen Brauer sowohl in Brewpubs, Taprooms oder diversen Craft-Bierbars in Ljubljana wie beispielsweise der „Lajbah Bar“, im „Sir William’s Pub“ oder im „Pop’s Place“ – nicht selten wird dort von mindestens zehn Hähnen frisch gezapft. Auch lohnt sich ein Besuch in der Location von Pivovar Union, in der es zu deftigem Essen auch ein Pale Ale zur Auswahl steht.

Rok Rutar, Chef und Master Brewer von Carniola

Etwas außerhalb der Hauptstadt steht am Rande eines slowenischen Bergmassivs die Carniola Brauerei in Žirovnica. Dort experimentiert Rok Rutar, Chef und Master Brewer, auf einer kleinen Anlage mit verschiedenen Suden. Noch braut er rund 4000 Liter pro Monat, will sich aber wegen hoher Nachfrage auf das Doppelte steigern. Rutar begann vor etwa acht Jahren als Hobbybrauer. Heute schätzt der Slowene vor allem das heimische Wasser und slowenische Hopfensorten wie Styrian Wolf. Diese bringt Noten von tropischen Früchten, aber auch Blaubeere, Himbeere und Holunder in den Sud. Interessant ist auch die Hopfensorte Styrian Cardinal, die für Aromen von Erdbeere, Apfel und tropischen Früchten sorgt. Im Taproom der Craft-Stätte können Besucher die aktuellen Sorten frisch vom Fass probieren.

Und wer noch eine passende Unterkunft sucht, kann sich beispielsweise in das „Four Points by Sheraton Ljubljana Mons” einmieten, das neben Foodpairings auch eine eigene Bierbar im Foyer zu bieten hat. Denn die Hotelmarke, die zu Marriott International gehört, entwickelte ein sogenanntes „Best Brew“-Konzept, bei dem mehr als 220 Hotels weltweit mindestens ein lokales Craft-Bier anbieten, um Reisende in die jeweilige Bierkultur einzuführen.

Foodpairing im Hotel

Bierbegeisterung: Familienunternehmen mit Leidenschaft zum Bier

Dorothea und Hans Wächtler von „Bierbegeisterung“ (Credit: Bierbegeisterung)

[Sponsored Post] „Wir lieben nicht nur Bier, sondern wir leben Bier“ – heißt das Motto von Hans Wächtler (56) und seiner Tochter Dorothea (26). Die beiden Biersommeliers gründeten vor rund sechs Jahren die Firma Hans Wächtler Projektmanagement GmbH in Bamberg, um bei immer mehr Menschen die Begeisterung für Bier zu wecken. Die Wächtlers wollen mit ihrer fränkischen Marke „Bierbegeisterung“ das Thema Bier in all seinen Facetten vorantreiben und auch das Bewusstsein und die Wertigkeit dafür steigern.

Das dynamische Duo führt diverse Projekte durch, entwickelt und gestaltet verschiedene Konzepte für dessen Kunden oder Partner und bietet sowohl Seminare als auch Fortbildungen für Bierbotschafter (IHK) und Biersommeliers an. Zudem beraten die Bamberger auch kleine und mittelständische Unternehmen im Bereich Technik, Marketing und Vertrieb. Hans ist dabei als ausgebildeter Braumeister mit mehr als 35 Jahren Branchenerfahrung der Techniker im Wächtler-Team, während seine Tochter für das gesamte Foodpairing verantwortlich ist und den Titel „Master of Marketing Management und Vertrieb“ trägt. Ihre Masterarbeit schrieb die Genussfrau über „Analyse verschiedener Vertriebs- und Marketingstrategien im deutschen Craftbiermarkt und Implikationen für die Praxis“. Sie spricht fließend Englisch und Spanisch, sodass die Leistungen der „Bierbegeisterung“ in drei Sprachen angeboten werden.

Zu alldem führen Hans und Dorothea auch Inhouse-Schulungen für Mitarbeiter von Brauereien, Gastronomie und Handel in Zusammenarbeit mit der Genussakademie Doemens in Gräfelfing bei München durch. In Kooperation mit Doemens und der Industrie- und Handelskammer (IHK) können sich auch Bierbotschafter durch die Wächtlers ausbilden lassen. Außerdem geben die beiden Oberfranken IHK-Hobbybrauer-Seminare, bieten Vertriebsunterstützung für diverse Firmen in Europa und sind ein akkreditiertes Institut des Institutes of Masters of Beer (MoB).

Welche Seminare wann und wo stattfinden, findet ihr hier:

www.bierbotschafter-ihk.info

www.bierbegeisterung.de

www.braucampus.de

Hoppebräu: Neues Biermekka im bayerischen Oberland

Das Warten hat sich gelohnt: Bei Kaiserwetter öffnete Markus Hoppe gestern offiziell seine Brauerei mit Gastronomie im bayerischen Waakirchen in der Nähe des Tegernsees. Mit idyllischem Bergpanorama im Biergarten oder mit Blick auf die glitzernden Sudkessel in der gemütlich eingerichteten „Zapferei“, können Bierfans künftig neun Hoppebräu-Biere – vom Weißbier über Double IPA und Kollaborationssude mit befreundeten Brauereien – frisch vom Hahn genießen. Der zehnte Hahn ist für ständig wechselnde Gastbiere vorgesehen. Fassgereifte Spezialitäten gibt es aus der Flasche.

Die gute Stube der „Zapferei“

Verhungern muss in der „Zapferei“ auch niemand. Es gibt eine kleine, aber feine Speisekarte mit zünftigen Brotzeit-Schmankerln und maximal zwei warmen Gerichten wie Biergulasch, Bierbratwürste oder Chili con Carne. Regionalität spielt bei den Hoppes eine bedeutende Rolle, so kommen die Zutaten von Landwirten aus der Region. Die Gastronomie betreibt Familie Hoppe selbst, die Leitung übernimmt Markus Mutter Susanne. „Wir haben ein Kommunikationszentrum geschaffen, in dem jeder mitmachen, hinterfragen und genießen kann“, schwärmt Markus bei seiner Begrüßungsrede, „und ich habe mir damit meinen größten Traum erfüllt.“ Sein Ziel ist es, noch mehr Menschen vom Bier zu begeistern, ganz egal ob Ausflügler, Sportler oder Urlauber.

Markus Hoppe und ich

Hoppebräu Zapferei:

Mittwoch und Donnerstag: 17.00-23.00 Uhr

Freitag: 09.00-23.00 Uhr (mit Weißwurstfrühstück)

Samstag: 10.00-23.00 Uhr

Sonntag: 10.00-20.00 Uhr

Hoppebräu GmbH
Tölzer Straße 37
83666 Waakirchen

Markus Hoppe bei seiner Begrüßungsrede

Buchtipp: „Die 100 besten Craft Bier-Bars“

20181022_123008„Kaum etwas ist süßer als die Qual der Wahl“, heißt der erste Satz im neuen Buch „Die 100 besten Craftbier-Lokale in Deutschland“. Stimmt, aber nach langer Durststrecke gibt es endlich auch hierzulande eine spannende Vielfalt. Die Herausgeber Marika Schiller und Benjamin Brouër vom Meininger Verlag in Neustadt an der Weinstraße präsentieren in ihrem Werk die ihrer Meinung nach besten 100 Bierbars, Pubs und Restaurants der Nation, die Craft-Sude in den Vordergrund rücken.

20181022_122901Ganz egal ob Hamburg, München oder Berlin, in deutschen Metropolen eröffnen immer mehr spannende Bier-Locations, bei denen es sich um urige Kneipen, szenige Taprooms oder gleich ein ganzes Biererlebniszentrum handelt. Aber auch in kleineren Städten wie Münster, Essen oder Kaiserslautern gibt es inzwischen echte Craft-Tempel. Neben den Bars bietet das Buch auch noch eine Übersicht von 30 Craft-Biershops sowie Wissenswertes zu Herkunft, Herstellung und Genuss von Bierstilen. Hinzu kommen anschauliche Anleitungen, wie man Bier richtig verkostet und was dabei zu beachten ist.

20181022_122932Fazit: Das Buch stellt einen schick aufgemachten und übersichtlichen Guide dar, den man schon fast als kleinen Reiseführer durch die hiesige Craft-Welt sehen kann. Dieses Werk sollte jeder Bierfan, der sich auch mal jenseits seiner Stammkneipe bewegt, unbedingt im Regal stehen haben. Aber auch Craft-Novizen, die sich gerade erst mit dem Thema beschäftigen, finden in diesem Werk den Kompass für vergnügliche Stunden.

Verkaufspreis: 16,95 Euro

Erhältlich im Buchhandel oder direkt beim Meininger Verlag unter diesem Link.

Buchtipp: „Die schönsten Brauereien in Berlin und Potsdam“

20180711_145009.jpg„Berlin und Bier – das ist eine lange Liebesbeziehung mit jeder Menge Leidenschaft“, schreibt Markus Raupach, Gründer der Bierakademie und Biersommelier, in seinem neuen Buch „Die schönsten Brauereien in Berlin und Potsdam“. In seinem Werk beschreibt der Bamberger erst die Geschichte der Berliner und Potsdamer Bierkultur, bis er dann insgesamt 27 kleine und große Braustätten beider Städte mit ihren Machern und Suden vorstellt.

20180711_145038.jpgAußerdem präsentiert Markus Raupach 22 coole Bier-Hotspots in Berlin – von Bars über Shops ist alles mit dabei – wo man als Bierfan mal gewesen sein sollte. Zur Orientierung, wo sich welche Location befindet, gibt es auch eine übersichtliche Karte auf der alle Stationen eingezeichnet sind. Außerdem finden Leser noch eine kurze Auflistung wichtiger Bierstile mit ihren Merkmalen sowie die „Welt der Biersensorik“ umgesetzt in einer Übersichtsgrafik. Hinzu kommt noch ein Extra-Special: Wer das Exemplar für 19,95 Euro kauft, kriegt auch eine Vielzahl von Bier-Gutscheinen im Wert von rund 100 Euro dazu.

20180711_145102.jpgFazit: Schickes Design und viele Infos – Das Buch schafft eine prima Übersicht welche Brauereien, Locations und Shops sich derzeit in Berlin befinden und welche Biere man in der Hauptstadt unbedingt mal probieren sollte. Eigentlich schon fast eine Pflichtlektüre für Bierfans und ein guter Einstieg in die Berliner-Bierwelt – auch für Novizen.

Ostergeschenk: Bayerische Idee gegen das Kronkorken-Chaos

20180323_125345
Der „Degglbam“

Wer kennt das nicht: Nach einer Verkostung oder einer Feier mit Freunden, Kollegen sowie der Familie liegen überall auf dem Tisch kreuz und quer die Kronkorken der geöffneten Bierflachen rum. Um solch ein Chaos zu vermeiden baut jetzt eine kleine Manufaktur aus Oberbayern mit feinem Naturholz einen sogenannten „Degglbam“. Das heißt übersetzt ins Hochdeutsche: Deckelbaum. Ein starker Magnet hängt die Korken zu einer bierigen Baumkrone zusammen – angeblich schafft er 50 Deckel – also in etwa die Menge für einen Abend in fröhlicher Runde. Den „Degglbam“ gibt es naturbelassen, geölt oder in XXL-Format auch für größere Veranstaltungen.

Ich habe nur einen Kritikpunkt: Auf der Website vom „Deggelbam“ bewerben die Macher das Produkt überwiegend als „perfektes Geschenk für Männer“. Warum? Inzwischen gibt es in der Craft-Bierszene so viele Frauen, die gern auch regelmäßig den Baum schmücken würden. Bei mir macht er sich jedenfalls super auf dem Verkostungstisch.

*der „Degglbam“ wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt.

 

 

Brazilian Beer Contest: Heiße Sude aus den Tropen

20180303_085036Auch wenn die Sonne nur hin und wieder durch die Wolkendecke blitzt, zeigt das Thermometer schon am Morgen tropisch-feuchte 27 Grad. Vor der Halle des „Eisenbahn Biergarten“ im brasilianischen Blumenau sammeln sich die Juroren für den „Brazilian Beer Contest“ und lauschen nebenbei den Klängen von „Ein Prosit der Gemütlichkeit“, die aus irgendwelchen Lautsprechern des steinwurfentfernten „Vila Germanica Parks“ dröhnen. „Wenn das nicht ein guter Start in den Verkostungstag ist“, prustet ein Jurymitglied lachend heraus.

20180303_130022
Erste Runde: Session IPAs

Brasilien gilt als aufsteigende Biernation, die sich gern die deutsche Bierszene als Vorbild nimmt. Ob es dann gleich wie auf dem Oktoberfest zugehen muss, sei dahingestellt. Jedenfalls passiert in dem südamerikanischen Land ziemlich viel in Sachen Bier, wie die Fakten des Awards beweisen. Waren es vor sechs Jahren, als der Contest aus der Taufe gehoben wurde, noch 215 Einreichungen, bewertete eine 86-köpfige Jury aus 38 Ländern dieses Mal insgesamt 2.859 Biere von 475 Brauereien. Im Vergleich zum vergangenen Jahr stieg die Anzahl somit um 43 Prozent. Amanda Reitenbach,  die brasilianische Organisatorin,  freut sich über den Boom ihres Awards und die fast explodierende Bierszene ihres Landes. Inzwischen gibt es fast 700 Brauereien – und es werden immer mehr.

20180303_090736
Neuer Erfahrung: Bewertet wurde auf Tablets

Am liebsten brauen die brasilianischen Biermanufakturen wohl Pale Ale, India Pale Ale und bayerisches Hefeweizen. In diesen Kategorien gab es die meisten Einreichungen. Zudem verkostete die Jury neben massenhaft Witbieren auch süffige Kölsch, nachtschwarze Stouts und alkoholreiche Barley Wines. Am spannendsten war – vor allem für die internationale Jury – der neue brasilianische Stil „Catharina Sour“. Zwar war dieses Sauerbier als eigene Typologie in der Jury noch etwas umstritten, weil es sich dabei eigentlich nur um eine Abart der Berliner Weisse handelt, die allerdings mit zahlreichen Früchten angesetzt ist. Aber einige davon sind sogar mit landestypischem Obst wie Guave, Maracuja, Pitanga, Butia oder Umbu aromatisiert und – wie ich fand – ein wahrer, fruchtig-frischer Hochgenuss.

Buchrezension: Von Pharaonen und Germanen bis zu den neuen Craft-Akrobaten

IMG-20171219-WA0010Wer auf den letzten Drücker noch keine Idee für ein craftiges Weihnachtsgeschenk hat, der sollte mal das neue Buch von Markus Raupach ins Visier nehmen. Der bekannte fränkische Biersommelier hat sich auf eine Exkursion durch die jahrtausendalte Biergeschichte begeben und dabei so manche Schmonzette um des Deutschen liebstes Getränk ausgegraben. Auf über 200 reichlich bebilderten Seiten hat der Gründer der Deutschen Bierakademie viele wissenswerte Fakten zusammengetragen, die im Altertum beginnen, germanische Saufgelage betrachten, Rezepturen der Wikinger beschreiben und die Geheimnisse junger Craft-Zauberer enthüllen. „Bier – Geschichte und Genuss“, so der etwas langweilige Titel, liefert das Fundament, um auch moderne Hopfensäfte besser zu verstehen.

Auch wenn das lachende Glas auf dem Buchcover etwas seltsam rüberkommt, so ist es doch ein spannendes Werk, das mit viel Tiefgang – aber auch mit witzigen Anekdoten – hilft, Phasen der Langeweile während lähmender Festtage zu überbrücken. Aber Vorsicht: Schon nach den ersten Seiten macht sich der Durst auf ein kühles Craft bemerkbar.

 

Weihnachtsbäckerei: Kreative Plätzchen mit ordentlich Craft-Bier

20171217_135242Auch wenn ich ein Fable für kreative Biere habe, in einer Sache bin ich durchaus traditionell. Jedes Jahr wieder versuche ich mich an ungewöhnlichem Weihnachtsgebäck. Ganz klar, dass dabei auch Bier eine große Rolle spielt. Dieses Mal tüftelte ich gleich zwei Rezepte aus, die durch spezielle Zutaten tatsächlich richtig gut gelungen sind.

Helle Plätzchen mit Trappistenbier und Walnüssen

Zutaten:

  • 350 g Mehl
  • 175 g Zucker für Teig + 20 g Zucker für Walnüsse
  • Halbes Päckchen Vanillinzucker
  • Halbes Päckchen Backpulver
  • 100 ml Sonnenblumenöl
  • 175 ml Trappistenbier (Rochefort 10)
  • 80 g gehackte Walnüsse

Zubereitung:

Zuerst Mehl, Zucker, Vanillinzucker und Backpulver in einer Schüssel vermengen. Sonnenblumenöl und Bier dazugeben und verrühren. Walnüsse mit Zucker in einer Pfanne karamellisieren, dann unter den Teig heben, vorsichtig kneten und eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Ausrollen, ausstechen und etwa zehn Minuten bei 180 Grad backen. Garnierung ganz nach eigener Kreativität.

Fazit: Das karamellige Trappistenbier in Kombination mit den gezuckerten Walnüssen gibt einen ganz individuellen Kick.

 

Dunkle Plätzchen mit Porter und Schokolade

Zutaten:

  • 190 g Mehl
  • 160 g Zartbitterschokolade mind. 70 Prozent gehackt
  • 100 g weiche Butter
  • 100 ml Porter („Dunkle Macht“ von Landgang Brauerei)
  • 85 g brauner Zucker
  • 50 g Puderzucker
  • 35 g Kakao
  • 20 g gehackte Walnüsse
  • 10 g gehackte Mandeln
  • 1 EL Waldhonig
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz
  • Geriebene Zitronenschale

Zubereitung:

Alle Zutaten in einer großen Schüssel vermengen und kneten. Teig etwa eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen, dann kleine Kugeln formen und auf einem gefetteten Backblech ca. 15 Minuten bei 180 Grad backen. Je nach Belieben garnieren.

Fazit: Die schokoladigen, röstigen und kaffeeartigen Aromen des Porters verbinden sich mit dem Kakao, dem Honig und der Zartbitterschokolade zu einer wunderbaren Geschmacksstruktur. Das ist ein Rezept, das sicherlich auch Craft-Kerle begeistern kann.