Yankee & Kraut: Harter Trunk für Herkules

20180608_133939Bryan und Max von Yankee & Kraut sind bekannt für verrückte und hocharomatische Sude. Die Ingolstädter streben immer nach neuen und ungewöhnlichen Geschmacksabenteuern. Vor wenigen Wochen wurde Yankee Bryan stolzer Vater. Klar, dass er schon vor der Geburt des Sohnes ein individuelles Kindsbier eingebraut hat. Dabei geht es um ein Saison mit für den Stil eher untypischen acht Prozent Alkohol namens „Hercooles“. Der Clou: Sein Sohn heißt tatsächlich mit drittem Namen (etwas abgewandelt) Herkules.

Das kräftige Saison, oder auch Farmhouse Ale genannt, beweist mal wieder Bryans Kreativität. Der Trunk zeigt sich trüb und mit goldener Farbe im Glas. Das Bier duftet würzig und fruchtig nach reifer Banane sowie einem Hauch Stachelbeere. Am Gaumen präsentiert sich das Bier vollmundig, erfrischend und trocken. Auf der Zunge breiten sich würzige und grasige Noten aus, die sich mit fruchtigen Aromen der Hefe und des Hopfens vereinen. Neben der dominierenden Banane, ist aber auch ein Anklang von Ananas spürbar. Im Finish bleibt das Saison noch lange am Gaumen zurück.

Fazit: Gefährlicher Stoff! „Hercooles“ ist sehr gut trinkbar, sehr aromatisch und erfrischend. Die achtprozentigen Umdrehungen dieses Sudes merkt man aber erst nach einigen Gläsern…

 

Deutschlands Top-Brauer: Bryan France von Yankee & Kraut – Biere mit „Oida“-Effekt

Bryan_YankeeBryan France ist gebürtiger Amerikaner und genoss schon das ein oder andere Craft-Bier, bevor er nach Deutschland kam um Brauwesen an der TU München in Weihenstephan zu studieren. Nach dem Studium gründete er mit seinem Kumpel Max Senner die Marke „Yankee & Kraut“. Seit zwei Jahren überrascht das Kreativ-Duo aus Ingolstadt immer wieder mit neuen spannenden, richtig wilden aber auch gut trinkbaren Suden. Ihr Portfolio reicht vom fruchtig süffigen Pale Ale namens „Eden“, herb-aromatischen India Pale Lager namens „Hopulenz“ und der Fruchtbombe „Apotheose“ auch über Schankbier. Zudem gibt es ein Chili Double Black IPA und diverse Session Biere. Das Geheimnis von Braumeister Bryan: Er spart niemals an Rohstoffen, vor allem nicht an Hopfen. Und auch vor schrägen Zutaten wie Eukalyptus, Pfefferminze oder Kaffee schreckt er nicht zurück. Seine Leidenschaft zum Produkt spürt man schon auf der Zunge.

Bryan, welche Eigenschaften zeichnen Deiner Meinung nach einen richtig guten Craft-Brauer aus?

Kurz gefasst: „Mad Scientist“ (verrückter Wissenschaftler). Heißt: Im Herzen brennt die Leidenschaft für Experimentierfreudigkeit. Grenzen werden ausgetestet, verschoben und neu justiert. Das gilt auch für die Wissenschaft, die hinter richtig guten Bieren steckt. Es geht aber nicht allein ums Experimentieren, sondern auch um das Verfeinern der Braukunst um den Leuten etwas Aufregendes für ihre Geschmacksnerven zu zaubern. Aus diesem Grund ist auch eine gute Portion Mut erforderlich. Auf den ersten Blick scheint vieles ein bisschen hirnrissig… aber Gott sei Dank sind die meisten Craft-Brauer ein bisschen bekloppt! Zu guter Letzt, und damit alles schön ausgewogen bleibt, braucht ein guter Brauer viel Erfahrung und Knowhow.

Was macht für Dich ein wirklich außergewöhnliches Bier aus?

Ein außergewöhnliches (und gutes) Bier braucht den sogenannten „Oida-Effekt“. Es muss herausfordernd und unerwartet in Geschmack und Aroma sein. Das ultimative Bier hat seine eigene Stimme und erregt Aufmerksamkeit. Nach jedem Schluck denkt man nur „Oida!“ und wenn es ausgetrunken ist, will man einfach nichts anderes, als noch eins aufmachen. Allerdings trinke ich nur selten ein Bier und denke „WOW, davon muss ich mehr haben!“.

Was war das schrägste Bier, das Du jemals getrunken hast?

Ich habe unendlich viele „schräge“ Biere probiert, aber das ungewöhnlichste ist wahrscheinlich „Room 101“ oder der Pumpkin-Sud den ich und ein Freund vor 15 Jahren gebraut haben. Mein Kumpel Kevin wollte unbedingt ein Bier anstatt Pumpkin Pie zu Thanksgiving haben. Das Ale hat tatsächlich wie Kürbiskuchen geschmeckt und hatte 6,5 Umdrehungen.

Mit welchen Zutaten würdest Du gern mal brauen?

Da ich jetzt in Bayern wohne, ist diese massiv Liste etwas angewachsen. Ich wollte eigentlich immer schon einen Roman schreiben…

Was ist eigentlich Dein Lieblingsgericht und was trinkst Du dazu?

Ich glaube, ich habe zu viele Lieblingsgerichte. Gerade in diesem Moment schickt mir Johannes Kugler von Brew Age aus Wien ein Foto von einem Käsekrainer. Dazu würde ich jetzt gerne sein New England IPA „Alphatier“ trinken oder unser „Hopulenz“.

Wie siehst Du die Entwicklung der Craft-Bierszene in fünf Jahren?

Die Craft-Bierszene wird in den nächsten fünf Jahren noch kräftig weiter wachsen. Allerdings gibt es auch immer mehr Konkurrenz. Letztlich werden nur Brauereien mit entsprechender Qualität und Kreativität überleben. Die anderen werden entweder aussterben oder sich auf „Mainstream-Biere“ konzentrieren müssen.

Und was hast Du als nächstes vor?

Als nächstes machen wir ein Laden in der Ingolstädter Innenstadt auf, mehr Infos dazu kommen schon sehr bald.

Brauer Portrait: Yankee & Kraut – Bierliebe zwischen Ami und Bayer

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Max Senner und Bryan France – Yankee & Kraut

Bryan France ist ein echter Hophead. Kein Wunder, denn er kommt aus den USA. Genau genommen aus Reno in Nevada, wo die Hopfengärten nicht weit entfernt von seiner Stammkneipe lagen. Seine Leidenschaft zu hopfigen Bieren brachte er mit nach Deutschland. Zwar studierte er erst Biologie, setzte dann aber in Weihenstephan noch Brauwesen oben drauf. Davor rührte er nur hobbymäßig in kleinen Sudkesseln und bastelte an ein paar Rezepten. Im vergangenen Jahr zählte er zu den Finalisten im Innovationswettbewerb der Weihenstephaner Uni. Sein Ziel war es dann eine eigene Biermarke rauszubringen. Um das zu stemmen, tat sich der 33-Jährige mit Max Senner zusammen. Die beiden sind seit Jahren schon dicke Freunde und genießen seltene Sude am liebsten zusammen.

In diesem Jahr starteten die beiden unter dem Namen „Yankee & Kraut“ durch. Die erste verfügbare Kreation war das Wettbewerbsbier namens „Hopulenz IPL“ – das schon echt gut gelungen war. Danach kam ein Pale Ale namens „Eden“, das einer Hopfenbombe gleicht. Das neueste Werk ist die „Sommerfinsternis“. Ein Stout, das mit Weißbierhefe vergoren und extrem hopfengestopft wurde. Und so wie ich das amerikanisch-bayerische Team kenne, tüfteln sie schon längst wieder an neuen Rezepturen.

 

Die Fragen beantwortete Bryan:

  1. Was ist passiert, damit du dich für den Brauer-Beruf entschieden hast?

Seit dem ich 18 bin braue ich Bier. Wollte aber früher nie Brauer werden. So dachte ich zumindest, bis ich nach Deutschland kam und hier ein bisschen arbeitete. Dann wurde mir plötzlich klar, dass ich etwas Leidenschaftliches machen muss. Bierbrauen als Beruf hat sich auf einmal doch nicht so verkehrt angehört. Das ist jetzt fast genau zwei Jahre her.

 

  1. Wann hast du dein erstes Bier gebraut und wie ist es geworden?

Das erste Bier habe ich mit einem Freund (Kevin Basta) zusammen in der Küche meinen Eltern gebraut.  Erstaunlicherweise ist es tatsächlich gut geworden, obwohl es kein 08/15 Bier war.  Ich wollte gleich am Anfang was Starkes brauen. Ich habe mich also für einen Barleywine entschieden (Stammwürze ca. 19°P). Genannt habe ich es “Barfallonyou”.  Ich glaub da sind sogar noch ein paar Flaschen davon im Keller bei meinen Eltern.

 

  1. Welche anderen Brauer/Brauereien haben dich am meisten inspiriert?

Was mich am meisten inspiriert hat sind die Biere und Brauer aus Belgien.  Geschmacklich waren die völlig neu für mich. Danach kam Weißbier ins Spiel und ich habe mich ziemlich lange mit verschiedenen Hefestämmen und deren Gärnebenprodukten beschäftigt. Meine Liebesgeschichte mit Hopfen ist erst vor 1,5 Jahren zur Blüte gekommen. Hopfen hat mich schon immer interessiert, aber die meisten IPA’s  in den USA waren meistens viel zu bitter und die Hopfengaben eher auf Bittereinheiten orientiert als auf reines Aroma oder Geschmack des Hopfens.

 

  1. Welches Bier (außer den eigenen) würdest du deinem besten Freund empfehlen?

Da gibt es je nach Typologie ein ganze Menge Lieblingsbiere.
Helles:  „Das Helle“ von Tilman Ludwig (Tilmans Biere). Das hatte ich sogar auf meiner Hochzeit.  Ist einfach verdammt gut und sau süffig.

IPA: „Amarsi“ von Alexander Himburg (Himburg’s Braukunst Keller).  Das „Wendigo“ Westcoast IPA von Vladimir Kaznakov, Unorthodox Brewing aus Bratislava, Slowakei. Lecker!  Pliny the Elder / Pliny the Younger, Russian River Brewing Co.

Trappisten Bier:  Rochefort 10

Weißbier:  Gutmann, Andechser, oder Hopf „Spezial“

Abgefahren: „Mexas Ranger Porter“ von Mikkeller, einfach sau lecker.

Tripel:  Westmalle, Tripel Karmeliet oder auch „Lemondrop“ von Giesinger.

Belgisch: De Dolle „Arabier“

Geuze: 3 Fonteinen „Oude Geuze“

Flanders Red/Oud Bruin: Duchesse du Bourgogne, Liefmans „Gouden Band“

Ich glaub ich sollte jetzt lieber damit aufhören…

 

  1. Was sind für dich wichtige Kriterien für ein richtig gutes Craft-Bier?

Geschmacklich soll es innovativ und anders sein, aber natürlich auch gut schmecken.  Ein richtig gutes Craft-Bier ist immer einzigartig und von höchster Qualität.  Kosten sind, im angemessenen Rahmen, völlig egal.

 

  1. Was sind deine Lieblings-Hopfensorten?
  • Cascade, sowohl aus den USA, als auch aus deutschem Anbau.
  • Centennial
  • Chinook
  • Amarillo
  • Citra
  • Hallertauer Mittelfrüh

 

  1. Mit welcher berühmten Person würdest du gern mal anstoßen und warum?

Mit dem amerikanischen Starkoch Anthony Bourdain. Der Mensch ist einfach sau lustig und steht auf gescheites Essen und auf alles im Überfluss. Der nächste Tag wäre definitiv Teufelszeug.