Finest Beer Selection: „Der neue Qualitätskompass für Brauereien“

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Dr. Werner Gloßner, Geschäftsführer Doemens, und Christian Wolf, Mitglied der Geschäftsleitung Meininger Verlag, im Interview über die Hintergründe der Finest Beer Selection, den Ablauf des neuen Verkostungsformates und die Unterschiede zu üblichen Bierwettbewerben.

Doemens und der Meininger Verlag haben mit der „Finest Beer Selection“ ein neues Verkostungsformat ins Leben gerufen. Was hat es mit der Kooperation auf sich?

Wolf: „Finest Beer Selection powered by Meininer Verlag & Doemens“ – eine bessere Konstellation kann man sich nicht vorstellen! Hier treffen sich zwei absolute Experten mit jahrelanger Erfahrung in der sensorischen Analyse und Bewertung von Bieren. Unser Meininger Verlag hat u.a. von 2014 bis 2022 den „Meininger’s International Craft Beer Award“ organisiert. Doemens ist seit 2004 die führende Institution in der nationalen und internationalen Ausbildung zum Biersommelier und bringt eine 20-jährige Erfahrung in der Organisation großer Bierverkostungen mit. Dieses Know-how zu bündeln und gewinnbringend in das neue Qualitätsformat „Finest Beer Selection“ umzusetzen, ist aus meiner Sicht ein riesiger, unschätzbarer Vorteil für alle Beteiligten.

Dr. Gloßner: Es ist tatsächlich ein Perfect Match, die beiden Unternehmen ergänzen sich mit ihrem fachlichen und auch technischen Background ideal. Der Meininger Verlag und die Doemens Akademie verfügen zudem über zahlreiche Medienkanäle, um die Ergebnisse der Finest Beer Selection einer breiten Öffentlichkeit nahezubringen. Weiterhin können beide Unternehmen auf ein weltweites Netzwerk zurückgreifen!

Welche Akzente sollen mit dem neuen Format gesetzt werden und wie unterscheidet sich die „Finest Beer Selection“ von anderen internationalen Bierwettbewerben?

Dr. Gloßner: Im Unterschied zu üblichen Bier-Wettbewerben handelt es sich bei der Finest Beer Selection nicht um eine Competition, bei der je Kategorie Biere mit anderen Bieren verglichen werden. Es geht also nicht um einen Rankingvergleich von Bieren, die zufällig gleichzeitig am selben Verkostungstisch stehen. Das Konzept versteht sich vielmehr als sensorische Exzellenzprüfung und dient den Brauereien als Qualitätskompass ihrer Biere.

Wolf: Jedes Bier wird individuell aromatisch analysiert und auf Basis eines transparenten 100‐Punkte‐Schemas bewertet. Dieser Finest Beer Score ist zentrales Element des Formats. Nur die besten Biere eines Jahres mit einem Finest Beer Score von 90 oder mehr Punkten schaffen es in den exklusiven Kreis der Finest Beer Selection und erhalten ein entsprechendes Siegel mit ihrer Punktzahl, mit dem sie beispielsweise auf ihrer Flasche werben dürfen.

Das erinnert an Bewertungen aus dem Weinbereich…

Wolf: Genau, das 100-Punkte-Schema und die Kommunikation des Scores auf der Flasche sind im Weinbereich international anerkannt und bewährt, erfolgreich eingesetzt wird dies beispielsweise in Form von „Parker-Punkten“. Die Wiedererkennbarkeit des Siegels der Finest Beer Selection ist ebenfalls sehr hoch. So wird sich die Finest Beer Selection als neues, verlässliches Qualitätssiegel für Brauereien, den Handel, die Gastronomie und für alle Bier-Konsumenten etablieren.

Stichwort „Qualitätssiegel“. Es gibt Stimmen in der Branche, die einen Vergleich zum DLG-Qualitätssiegel ziehen…

Dr. Gloßner: Die beiden Ansätze sind nicht zu vergleichen. Bei der DLG-Prüfung geht es darum, einwandfreie, sprich fehlerfreie Qualität, vorweisen zu können, inklusive Laboranalysen, Deklarationskontrolle und Einzelprüfverfahren nach wissenschaftlichen Anforderungen. Zentraler Punkt der Finest Beer Selection ist die individuelle sensorische Bewertung der Biere durch ein geschultes Verkostungsgremium. Diese Bewertung geht auf jedes einzelne Bier individuell ein mit einem unabhängig ermittelten sensorischen Qualitätsstandard.  

Wolf: Mit einer Mindestpunktzahl von 90 Punkten haben wir die „Qualitäts-Latte“ sehr hochgehängt. Zum Vergleich: Bei Weinverkostungen wird zumeist bereits ab 85 Punkten oder sogar darunter veröffentlicht. Wir stellen also höchste Ansprüche an die Biere, nur die Besten eines Jahres schaffen es in den exklusiven Kreis der Finest Beer Selection.

Welche Vorteile haben die Brauereien zudem von einer Teilnahme?

Dr. Gloßner: Zunächst einmal erhalten die Brauereien ein professionelles, unabhängiges Feedback auf ihre Biere durch eine international besetzte Bierexpertenjury. Und dieses Feedback beschränkt sich nicht auf den Finest Beer Score, also die Bewertung in Form einer Punktzahl. Im Zuge der Verkostung erstellt die Jury für jedes Bier eine aromatische Beschreibung in Form eines Spinnennetzdiagramms, das Finest Beer Profile. Nicht zuletzt fertigen wir für jedes eingereichte Bier ein professionelles, hochaufgelöstes Foto an. Finest Beer Profile, Finest Beer Score sowie das Produktbild sind Bestandteil der Ergebnismittelung. Im Fall einer Aufnahme in die Finest Beer Selection erhalten die Brauereien für ihre siegreichen Biere zudem das Siegel samt Punktzahl, das sie frei verwenden können.

Wolf: Ein weiterer, wichtiger Benefit unseres Formats ist die Publikation der siegreichen Biere. Diese werden reichweitenstark über die eigene Website, die weltweiten Kommunikationskanäle von Doemens sowie die Meininger Publikationen präsentiert. Über die Getränkefachpublikationen des Meininger Verlags werden insbesondere die wichtigen B2B-Kanäle Getränkehandel, Gastronomie, Sommeliers und die Bar-Branche gezielt angesprochen.

Die „Finest Beer Selection“ verzichtet auf spezielle Bierstil-Guidelines. Wie genau sollen dann die Verkostungen ablaufen?

Dr. Gloßner: Wir schaffen nicht die Bierstile an sich ab, sondern befreien uns, oder besser gesagt die Brauereien und die Jury nur von dem engen Korsett, das die meisten Guidelines bei Bierwettbewerben mit ihren aromatischen Festlegungen und fixen Werten für Farbe, Bitterwerte, Stammwürze bzw. Alkoholgehalt oftmals vorgeben. Wir sind sicher, dass diese Vorgehensweise einer unvoreingenommenen, auf die Bierqualität fokussierten Verkostung absolut entgegenkommt.

Wolf: In der Praxis sieht das dann so aus: Die Brauereien melden ihr Bier einfach so an, wie sie es selbst einschätzen. Wenn sie meinen, einen hellen Bock gebraut zu haben, melden sie das Bier als solchen an. Oder als Witbier, oder als Double IPA oder, oder, oder. Es gibt weit über 100 Bierstile zur Auswahl. Wenn das Bier keinem der zur Auswahl stehenden Bierstile entspricht, es sich beispielsweise um ein kreatives Brauexperiment handelt, haben die Brauereien die Möglichkeit, ihr Bier individuell unter Angabe der wesentlichen Informationen anzumelden.

Und die Verkoster – wie bewertet die Jury dann die Biere?

Dr. Gloßner: Der von der Brauerei ausgewählte Bierstil bzw. die individuellen Informationen dienen als sensorischer Anhaltspunkt für die Verkoster. Auf Basis dieser Information, gepaart mit der hohen Fachexpertise der einzelnen Verkoster, beschreibt und bewertet die Finest Beer Expert Jury die Biere. Kurz gesagt: Statt sich an Styleguides klammern zu müssen, werden die Biere durch die Erfahrungsexpertise und den Verkostungshorizont bewertet.

Nach welchen Faktoren werden die Juroren ausgewählt?

Dr. Gloßner: Sowohl der Meininger Verlag als auch Doemens verfügen durch die langjährige Organisation verschiedener Bierwettbewerbe über eine Vielzahl an Verkosterkontakten, von denen wir wissen, dass sie ein ausgeprägtes Know-how über die weltweite Bierlandschaft mitbringen. Diese hohe Fachexpertise und Erfahrung sind entscheidend für eine Jury-Einladung zur Finest Beer Selection.

Wolf: Wichtig ist uns, dass die Verkoster vor Ort geschult werden, damit sie nicht nur ihr hohes Level in der Verkostungspraxis einbringen, sondern dass sie auch die Systematik der Finest Beer Selection verstehen und erfolgreich umsetzen können. Auch in diesem Punkt bringen der Meininger Verlag und Doemens eine umfangreiche, vielseitige und langjährige Expertise mit.

Ab wann können Brauereien ihre Biere anmelden?

Dr. Gloßner: Die Anmeldung ist seit Ende April freigeschaltet. Alle Informationen und den direkten Link zur Bier-Anmeldung findet man unter finest-beer-selection.com.

Alle Infos unter:

https://finest-beer-selection.com/

Weltmeisterschaft der Biersommeliers: Feiner Hopfen zählt zu den besten der Welt

Am Sonntag fand die 7. Weltmeisterschaft der Biersommeliers in München statt. 81 Teilnehmer:innen aus 18 Nationen und vier Kontinenten traten in verschiedenen Disziplinen gegeneinander an. Geprüft wurden theoretische Grundlagen rund ums Thema Bier sowie sensorische Fähigkeiten in Blindverkostungen mit internationalen Bierstilen sowie Fehlaromen. Durch meine Bronzemedaille bei der Deutschen Meisterschaft im vergangenen Jahr konnte ich mich für die WM qualifizieren und mit Team Deutschland antreten.

Die besten acht Teilnehmer aus den Vorrunden zogen ins Finale ein. So auch ich. Jeder Finalist zog eine Nummer, die das Bier bestimmte, das wir der Jury präsentieren mussten. Um welches es sich handelte, wurde erst zur Präsentation aufgedeckt. Man hatte also keinerlei Vorbereitung. Mein Los fiel auf die Nummer sechs. Unter der Haube versteckte sich das „Steam Beer“ der Anchor Brewing in San Francisco.

Leider habe ich es nicht aufs Treppchen geschafft, darf mich aber zu den besten fünf Biersommeliers der Welt zählen. Und wenn man es genau nimmt, gelte ich aktuell als beste Biersommelière rund um den Globus. Schließlich war ich die einzige Frau im Finale der WM.

Team Deutschland

Budweiser Budvar: Die Kraft der Freiheit

Frische Ideen, moderner Markenauftritt und spannende Kollaborationssude mit jungen Craftbrauern: Budweiser Budvar ist nicht nur eine der größten Brauereien in Tschechien, sondern gilt auch als eine der innovativsten. Die Macher der staatlichen Braustätte beweisen, dass man neue Wege gehen kann ohne dabei seinen Wurzeln zu verlieren.

Tschechien gilt als europäische Bierregion schlechthin. Das Land, in dem einst das Pils erfunden wurde, zählt heute mehr als 600 Brauereien und die stets durstigen Einwohner halten mit rund 140 Litern Bier pro Kopf immer noch den Spitzenrang beim weltweiten Bierkonsum. Neben den größten Städten Prag und Pilsen ist vor allem das historische Budweis eine der wichtigsten Biermetropolen. Inmitten der Hauptstadt von Südböhmen, in der sich die Flüsse Moldau und Maltsch zwischen den Ausläufern des Böhmerwaldes treffen, liegt die Staatsbrauerei Budweiser Budvar. Hier hat sich in den vergangenen Jahren viel bewegt. Aber: „Trotz aller Modernisierunsgbestrebungen legen wir nach wie vor großen Wert auf unsere Tradition bei der Bierqualität und beim Brauprozess“, betont Brauereidirektor Petr Dvořák.

Das Team von Budweiser Budvar zeigt sich kreativ, legt neue Biere auf, entwickelt spezielle Biergläser und unterstützt mit Kollaborationssuden die heimische Craftbier-Szene. So gilt die Marke mit einem Ausstoß von rund 1,7 Millionen Hektolitern pro Jahr als tschechisches Musterbeispiel für den gelungenen Spagat zwischen Tradition und Moderne. Zum Budweiser-Imperium, das nichts mit der gleichnamigen Marke in den USA gemein hat, zählt aber nicht nur die Brauerei, die hinter gläsernen Gebäuden produziert. Dazu gehören auch ein nagelneues Besucherzentrum mit schicker Bierbar sowie eine Multimedia-Ausstellung zur Geschichte des städtischen Brauwesens sowie ein Merchandise-Shop und eine angeschlossene, hochmoderne Gastronomie mit spezieller Zapftechnik.

Die Erfolgsgeschichte von Budweiser Budvar begann am 7. Oktober 1895 als heimische Brauberechtigte mit der Situation des damaligen „Bürgerbräu“ unzufrieden waren, das weitgehend unter deutscher Regie betrieben wurde. Kurzentschlossen gründeten sie als Protestaktion ein Konkurrenzunternehmen, die Tschechische Aktienbrauerei, die fortan dem tschechischem Volk gehören sollte. Schon ein Jahr nach der Gründung heimste das Bier wegen seiner besonderen Qualität renommierte Auszeichnungen auf europäischen Getränkemessen ein und kassierte 1897 – erstmalig in Deutschland – eine Goldmedaille auf der Lebensmittelausstellung in Stuttgart.

Das süffige Bier konnte sich bald einen Ruf über die tschechischen Grenzen hinaus erarbeiten. So musste mit wachsendem Absatzerfolg schon bald die Produktionsstätte erweitert werden. Zwischen 1905 und 1908 wurden eine zweite Brauanlage und eine neue Maschinenhalle gebaut, die Lagerkeller erweitert und auch weitere Teile der Brauerei modernisiert. Zur selben Zeit kam es zum Konflikt mit dem Braukonzern Anheuser-Busch, der die Marke Budweiser in den USA registrieren ließ. Nach jahrelangem Markenstreit wurde 1911 ein Vertrag geschlossen, in dem die Tschechische Aktienbrauerei gegen erheblichen Schadensersatz die amerikanische Marke anerkannte. Budweiser gab allerdings nicht die Rechte ab, den Zusatz „Original“ auf ihrem Label zu nutzen. Seit 1947 fungiert die Brauerei nunmehr als rein staatlicher Betrieb und läuft seit 1967 unter dem Namen Budweiser Budvar.

Die Staatsbrauerei ist bekannt für seinen unbändigen Modernisierungsdrang. So wurden in den vergangenen 90er Jahren ein eigenes Vertriebslager errichtet und Handelsbeziehungen im In- und Ausland geknüpft. Die Produktion konnte damit um 250 Prozent gesteigert und die Millionengrenze bei den Hektolitern geknackt werden. Hundert Jahre nach der Gründung exportierte die Brauerei das Bier bereits in 56 Länder. Heute sind es über 70. Den größten Absatzmarkt bildet seit jeher Deutschland, wo der böhmische Gerstensaft mit zum meistverkauften internationalen Bier zählt. „Wir gehören nicht wie die meisten großen Biermarken irgendeinem internationalem Braukonzern,“ sagt Brauereidirektor Petr Dvořák, „umso mehr freuen wir uns über eine absolute Unabhängigkeit.“

Als Flaggschiff der Tschechen gilt das „Budweiser Budvar Original“, ein Lagerbier, das rund 70 Prozent des Verkaufs ausmacht und ausschließlich aus regionalen Zutaten gebraut wird: tschechischem Saazer Doldenhopfen, mährischem Gerstenmalz, traditioneller Bierhefe und Quellwasser aus einem 300 Meter tiefen, auf dem Brauereigelände gelegenen Brunnen. Zur Vollendung seines feinherben Geschmacks reift es dann 90 Tage in riesigen, liegenden Tanks. Auch beim Meininger’s International Craft Beer Award wurde das Bier jüngst mit der Goldmedaille gehuldigt.

Zum Konzept der böhmischen Brauer gehört nicht nur die Qualität des Bieres, sondern auch die Art und Weise des Ausschanks. So werden beispielsweise die Schankkellner ausgebildet, um die speziell gekühlten Gläser, die penibel gereinigt und in einem tiefen Becken mit eisigem Wasser liegen, korrekt zu füllen. Experten rühmen die aufwändige Zapftechnik als einzigartiges Ritual in der Bierszene. Gezapft wird aus einem Schwenkhahn, dessen eingebautes Kugelventil besondere Konsistenzen verspricht. Das Innenleben besitzt ein Mikrosieb, mit dessen Hilfe ein „nasser“ Schaum aus mindestens 50 Prozent Bier entsteht. Zudem wird bei diesem Prozess der CO2-Gehalt etwas reduziert, sodass das Bier eine noch höhere Trinkbarkeit aufweist. In Budweis befolgt man seit jeher die alte Regel: „Der Braumeister braut das Bier, aber der Schankkellner macht es.“

Credit Budweiser Budvar

Neben dem Besteller gibt es noch weitere Sorten im Budvar-Portfolio. Darunter ein Alkoholfreies, Hinzu kommt das 4,7-prozentige „Dark Lager“, das ein sanft bitteres, röstiges Aroma mit Anklängen von Kaffee präsentiert.

Als neuestes Highlight im Sortiment gilt das 7,5-prozentige „Budvar Reserve“, ein lang gereiftesStarkbier , das mit regionalen Rohstoffen hergestellt wird und in den Brauereikellern 200 Tage schlummerte, um ein vielschichtiges und komplexes Aromaspiel entstehen zu lassen. Ergebnis: Ein Bier mit filigranem Duft von malzigen, angenehm würzigen und sanft floralen Noten. Mit vollmundigem Geschmack präsentiert sich ein süßlicher Anklang von Karamell und Honig. Eine Herbe von 26 Bittereinheiten rundet das Bier ab.  

Dass Budweiser Budvar keine eingestaubte Traditionsbrauerei ist, beweist die Mannschaft um Braumeister Aleš Dvořák, die sich seit ein paar Jahren auch für Kollaborationssude mit heimischen Kreativbrauern begeistert. Gerade erst kam ein Bier mit der 2012 gegründeten tschechischen Craftbrauerei Pivovar Clock aus Potštejn, östlich von Prag gelegen, auf den Markt. Bei dem limitierten Sud handelt es sich um ein 5,2-prozentiges Lager in der Dose mit dem Namen „Bohemian Idols“. Zwei tschechische Hopfensorten werden hier in den Fokus gerückt: Saaz Late ist eine Variation des Saazer Hopfens, der für ein ausgewogenes Verhältnis von Bitterkeit und Aroma sorgt, der Kazbek wiederum bringt ein harmonisches Zitrusaroma sowie eine angenehme Würze mit. „Mit diesem Gemeinschaftsbier wollen wir das klassische tschechische Lager in eine neue Richtung bringen, ohne unsere Kernqualitäten beim Bierbrauen zu vernachlässigen“, bekräftigt Braumeister Dvořák.

Der Braumeister. Credit Budweiser Budvar

Die tschechische Staatsbrauerei ist seit jeher berühmt für ihre untergärigen Lagerbiere. Umso mehr überraschte, dass die Budweiser Brauer 2021 gemeinsam mit den Crafties von Nachmelená Opice aus der Kleinstadt Krnov, nahe der polnischen Grenze, das erste obergärige Bier aus der Taufe hoben. Dabei handelt es sich um ein 4,9-prozentiges Pale Ale namens „Opičí Ejl“, das mit den amerikanischen Hopfensorten Cascade, Simcoe, Amarillo und Mosaic kaltgehopft ist. Warum sich Budweiser für solche Sondersude begeistert, erklärt Brauereichef Petr Dvořák: „Wir möchten von Zeit zu Zeit auch mal etwas ganz Neues vorstellen, um uns selbst und unseren Kunden zu beweisen, dass es sich beim Bier um eine lebendige Kategorie handelt, die uns immer noch mit spannenden Produkten überraschen kann.“

Für einigen Wirbel sorgte indes, als sich Budweiser Budvar vor zwei Jahren in neuem Gewand präsentierte. Grundgedanke: Das Design soll aufgeräumter und klarer wirken, ohne den Wiedererkennungswert der Marke zu verlieren. So wurde auch das Logo, das als Herz der Marke gilt, angepasst und stärker in den Vordergrund gerückt. Die Botschaft „Greetings from the Republic of Beer“ soll die Position als einzige Staatsbrauerei der Tschechischen Republik untermauern. „Marken, die den Wunsch der Menschen nach Ehrlichkeit, Qualität und Nachhaltigkeit erfüllen, haben in Zukunft die besten Chancen im Markt“, erklärt Rüdiger Schleusner, Geschäftsführer der Budweiser Budvar Importgesellschaft mit Sitz in Erfurt.

Der Relaunch stärkt den Auftritt der Marke, die Kollaborationen unterstreichen das innovative Image. Brauereichf Petr Dvořák ist aber auch der Meinung, dass vor allem die Craftbrauereien derzeit dazu beitragen, dass das Thema Bier insgesamt wieder interessanter wird. Er gibt zu, dass auch sein Haus davon profitiert, dass Konsumenten über Geschmack, Zutaten und den Brauprozess sprechen. Seiner Meinung nach bringen gerade die jungen Kreativbrauer wieder Aufregung in die zuvor etwas einfallslose Kategorie Bier. „Die Chancen stehen nicht schlecht,“ so Petr Dvořák, „dass Craftbiere zur neuen Premium-Kategorie werden.“ Mit Budweiser Budvar wolle er in der Nähe dieser Kräfte sein und gemeinsam mit den neuen Akteuren lernen.

Erschienen im Meininger’s CRAFT.

Partnerprogramm: Giesinger Bräu startet mit Biertruck

[Sponsored Post] Das neueste Crowdfunding-Projekt aus dem Hause Giesinger in München fand erneut schnell viele Unterstützer. An nur zwei Tagen spendeten Giesinger-Fans 27.500 Euro für den neuen Biertruck, der ab Anfang Mai in München und Umgebung auf Straßenfesten, Festivals und Messen, aber auch bei privaten Feiern unterwegs sein soll – bei andauerndem Erfolg der Kampagne sogar mit eigener Zapfanlage im Innenraum.

Die Vorbereitungen bei Giesinger laufen auf Hochtouren: Am 11. April wurde der etwa sieben Meter lange und fast 7,5 Tonnen schweren Imbisswagen-Klassiker aus Köln überführt. „Jetzt arbeiten wir mit Hochdruck an der Restaurierung, um unsere Fans und Bierliebhaber pünktlich zum Auftakt auf dem Streetlife-Festival mit Corso Leopold am 5. und 6. Mai auf der Münchner Leopoldstraße bedienen zu können“, erklärt Giesinger-Chef Steffen Marx. Auch für das zweite Crowdfunding-Ziel, 52.500 Euro für den Innenausbau und die eigene Zapfanlage, zeigt sich Marx angesichts der bislang erreichten mehr als 41.000 Euro sehr zuversichtlich: „Wenn alles nach Plan läuft, können bereits die ‚Rock im Park‘-Besucher Anfang Juni in Nürnberg frisch gezapftes Giesinger vom Fass genießen.“ Weitere Stationen für die erste Sommertour des Bier-Botschafters auf vier Rädern sind diverse Straßenfeste, die Lange Nacht der Brauereien in München, das bekannte Craft Beer Fest in Regensburg und viele weitere.

Die Crowdfunding-Kampagne läuft noch bis 29. April. Als Dankeschön für die Unterstützer gibt es – je nach investiertem Betrag – zum Beispiel die „Giesinger Erhellung“ mit persönlichem Etikett, VIP-Tickets zur Langen Nacht der Brauereien am 20. und 21. Juli oder Freibier am Truck für bis zu zwei Jahre. Wer allerdings 950 Euro investiert, darf sich auf den Besuch vom Biertruck im eigenen Hof oder Garten freuen – inklusive 300 Halbe Bier. Voraussetzung ist, dass die Location im Münchner Stadtgebiet oder im S-Bahn-Einzugsbereich liegt.

https://www.startnext.com/giesingerbiertruck

Sierra Nevada: Gose mit enormer Kaktus-Power

20171130_180938Man glaubt es kaum, aber und um den Globus liegen deutsche Bierstile gerade voll im Trend. Neben Pils, Weißbier oder Dunklem interpretieren Craft-Brauer aber auch uralte Sorten wie die hierzulande fast schon ausgestorbene Gose. Die Macher von Sierra Nevada aus Kalifornien legten eine eigens interpretierte Version dieses Stils vor, das sie allerdings als „Ale im Gose-Style“ bezeichnen. Das einzigartige an dem 4,5-prozentigen Bier: „Otra Vez“ ist mit Koriander, Grapefruit und einer regionalen Kaktussorte gebraut.

Da in heimischen Gefilden eher selten mal Kaktusfrüchte ins Glas kommen, kann man sich umso mehr auf das Aroma des Gose-Ales freuen. Das strohblonde Bier, getoppt von einer feinporigen, schneeweißen Schaumkrone, wirkt im Glas schon mal sehr appetitlich. Es duftet nach Zitrusfrüchten wie Grapefruit und Limette. Deutlich zeigt sich im Bukett aber auch die Kaktusfrucht, die vom Duft her an eine Mixtur aus Birne und Honigmelone erinnert. Während des Antrunks gleitet eine feine Rezenz über die Lippen, die im Mundraum kurzzeitig moussiert. Eine zarte Säure umgarnt die Zunge, die sich mit den fruchtigen Noten der Grapefruit und der kalifornischen Kaktusfeige vereint. Im Finish präsentiert sich ein eleganter Malzkörper, der das Aromaspiel mit einem Touch frischgebackener Weißbrotkruste abrundet. Eine filigrane Hopfenbittere verbirgt sich eher dezent im Hintergrund.

Fazit: „Otra Vez“ ist ein finessenreiches Ale im Gose-Style, das Zunge und Gaumen mit einem ungewöhnlichen Geschmackspektrum überrascht. Für mich war das eine Premiere, da ich noch nie zuvor ein Bier mit Kaktus genossen habe. Wegen des schlanken Alkoholgehalts ist das Sierra Nevada-Craft doch eher eine aromatische Erfrischung für den Sommer. Sicherlich passt es aber auch gut zu leichtem Käse und nordischen Fischgerichten.

Buchrezension: Von Pharaonen und Germanen bis zu den neuen Craft-Akrobaten

IMG-20171219-WA0010Wer auf den letzten Drücker noch keine Idee für ein craftiges Weihnachtsgeschenk hat, der sollte mal das neue Buch von Markus Raupach ins Visier nehmen. Der bekannte fränkische Biersommelier hat sich auf eine Exkursion durch die jahrtausendalte Biergeschichte begeben und dabei so manche Schmonzette um des Deutschen liebstes Getränk ausgegraben. Auf über 200 reichlich bebilderten Seiten hat der Gründer der Deutschen Bierakademie viele wissenswerte Fakten zusammengetragen, die im Altertum beginnen, germanische Saufgelage betrachten, Rezepturen der Wikinger beschreiben und die Geheimnisse junger Craft-Zauberer enthüllen. „Bier – Geschichte und Genuss“, so der etwas langweilige Titel, liefert das Fundament, um auch moderne Hopfensäfte besser zu verstehen.

Auch wenn das lachende Glas auf dem Buchcover etwas seltsam rüberkommt, so ist es doch ein spannendes Werk, das mit viel Tiefgang – aber auch mit witzigen Anekdoten – hilft, Phasen der Langeweile während lähmender Festtage zu überbrücken. Aber Vorsicht: Schon nach den ersten Seiten macht sich der Durst auf ein kühles Craft bemerkbar.

 

Schinkels Brauhaus: Hessisches Hanfbier ohne High-Faktor

Es ist schon was Besonderes, wenn eine ganz normale Regionalbrauerei neben Pils, Weizen und Dunkel auch India Pale Ale und Brown Ale im Standartsortiment führt. Schinkels Brauhaus aus dem hessischen Witzenhausen ist ein ganz besonderer Ort. Das Team versorgt dort seine Kunden zusätzlich mit saisonalem Bock- und Kirschbier. Als echte Überraschungen legt das Familienunternehmen gern auch limitierte Sude vor. Eine dieser Spezialitäten hatte ich kürzlich im Glas: das Hanfbier. Nur zur Erinnerung: Hanf gehört zu der ältesten Pflanzengattung der Menschheit, heißt im lateinischen Cannabis.

Eines schon mal vorweg: High macht das 4,5-prozentige Ale durch seine überschaubare Dosierung natürlich nicht, das wäre gesetzlich auch nicht erlaubt. Das orangefarbene „Bio Cannabi(-er)“ ist mit der Hanfsorte „Finola“ gebraut, die in der Region angebaut wird. Das Bier bringt hanfige Aromen in die Nase, die zwar ein wenig muffig wirken, aber dazu gesellt sich neben einer würzigen und blumigen Hopfennote aus der Sorte Bio-Perle auch ein getreidiger Touch von der  Malzmixtur. Im Antrunk zeigt sich eine gewisse Süße. Die Rezenz ist schön frisch. Auch im Geschmack präsentiert das Ale einige wohl typische Noten aus der Hanfbeigabe. Aber der Hopfen schenkt dem Bier letztendlich einen angenehmen floralen Hauch sowie zarte Töne von Zitrone. Im Finish bleibt das Gesamtbild noch einige Zeit im Mund zurück.

Fazit: Nichts für harte Drogen-Freaks, aber eine nette Idee der Familienbrauerei Schinkel. Ich bin froh, dieses Bier mal probiert zu haben, denn unter all den Craft-Geschmäckern, ist es sicherlich eine seltene Ausnahme. Allerdings stört mich ein wenig diese Muffigkeit, die den Charakter des Ales untermauert. Aber wer gern Hanftee oder ähnliches genießt, der wird sicherlich begeistert sein.

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Next Level Brewing: Gose mit indischer Pfeffer-Power

IMG_20170909_181152_852Kenner der österreichischen Bierszene wissen das: Das Wiener Team von Next Level Brewing braut keine Gefälligkeitsbiere für Jedermann, sondern schafft eher Sude für Fans und Spezialisten. Nach Überzeugung der beiden Braumeister Johannes Grohs und Alexander Beinhauer darf es – was die Aromen angeht – auch gern mal was ganz Extremes sein. Ich hatte kürzlich ihr „Tiger Berry“ im Glas, eine 4,7-prozentige Gose, gebraut mit Himbeeren, Tiger-Pfeffer und Meersalz. Klingt doch schon mal ganz schön ausgefallen, oder?

Beim Einschenken löst die Wiener-Gose bereits einen Wow-Effekt aus. Das Craft fließt in einem rosafarbenen Ton ins Glas, das an das saftige Fruchtfleisch einer Grapefruit oder an das Federkleid eines Flamingos erinnert. Im Duft zeigen sich erst einmal nur die frischen Himbeeren. Am Gaumen wird es dann schön komplex. Im Antrunk zeigt sich das Meersalz, auf der Zunge entwickelt sich wieder die Fruchtigkeit der Beeren. Der indische „Bio Tiger Peffer“ aus der Wiener Manufaktur „Die Pfefferei“, unterstreicht die intensiven Fruchtnoten. Das Mundgefühl ist vollmundig und frisch. Erst im Abgang schlagen die pikanten Pfeffernoten an den Gaumen.

Fazit: „Tiger Berry“ ist definitiv keine klassische Gose, eher eine seltene Wiener Variante dieses Bierstils. Aber Next Level Brewing beweist damit wieder ihre Lust an experimentellen Suden. Und ich finde, dass ist ihnen auch dieses Mal wieder gut gelungen. Ein spannendes Bier, das ich mir sehr gut als Aperitif vorstellen kann.

 

Kühlschrankinnovation: Bier in fünf Temperaturstufen

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Foto: Marco Retzlaff

Mit der Craft-Bierbewegung wächst nicht nur die Sortenvielfalt, sondern auch immer mehr das Interesse am perfekten Genuss und damit der Wunsch nach dem passenden Equipment. Ein wichtiges Thema dabei ist korrekte Lagerung und ideale Trinktemperatur. Denn: Helles, Pale Ales oder Witbier werden gern kühler genossen als etwa Stout, Doppelbock und Barley Wine. Um das zu gewährleisten, gibt es jetzt einen speziell entwickelten Kühlschrank. Aber keinen gewöhnlichen, sondern einen mit unterschiedlich einstellbaren Temperaturstufen – von vier bis 16 Grad ist alles realisierbar.

Möglich macht das Marco Retzlaff aus dem bayerischen Holzkirchen mit seiner Firma „Retzlaff Beer Fridges“. Auf der drinktec, die Weltleitmesse für Getränke und Liquid-Food in München, habe ich mir den schwarzen Schrank mal angesehen. Das Gerät namens „Bavaria 1516“ kann mehr als 200 Flaschen stehend kühlen, sieht wirklich schick aus und löst sicherlich viele Probleme von Craft-Bierfans, die – wie ich auch – immer viel zu viel Stoff kaufen, der einfach nicht in den herkömmlichen Kühlschrank passt. Grundsätzlich würde ich mir das Gerät sofort kaufen, doch preislich liegt der Cooler bei 2200 Euro, da muss ich noch ein bisschen überlegen.