Dry & Bitter und Good Guys Brew: Neuseeländischer Sommerdrink aus Skandinavien

Skandinavien zählt zu den spannendsten Craft-Bierregionen der Welt. Kürzlich hatte ich einen Kollaborationssud von Dry & Bitter aus dem dänischen Gørløse und Good Guys Brew aus Karlstad in Schweden im Glas. Wer sich das Sortiment der beiden Marken ansieht, merkt sofort, dass bei der Zusammenarbeit geballte Kreativität aufeinandertrifft. So handelt es sich bei „Balancing Pact” um ein siebenprozentiges New Zealand IPA mit wirklich spannenden neuseeländischen Hopfensorten: Waimea, Waiiti, Rakau, Motueka und Nelson Sauvin.

Orangegelb leuchtet das Bier durchs Glas, der Schaum thront feinporig und schneeweiß oben drauf. Schon beim Einschenken schießen tropische Noten in die Nase. Das Bukett präsentiert einen verführerischen Obstkorb aus Papaya, reife Mango, Maracuja, Ananas, Zitrus und Feige. Prickelnd-frisch rinnt das IPA über die Lippen, während sich im Mundraum ein fruchtiger Cocktail ausbreitet. Auch auf der Zunge zeigen die neuseeländischen Hopfensorten ihre Power, die von einem angenehmen Malzbett unterlegt sind. Im Finish bleiben die fruchtigen Noten mit einer harmonischen Herbe noch lange zurück.

Fazit: Ein wahnsinnig spannendes Bier, das die Kraft und Aromatik der Hopfen vom anderen Ende der Welt präsentiert. Der perfekte Sommerdrink!

True Brew Brewing Co.: Verführerischer „Kickflip“

New England IPAs sind immer noch der heiße Trend in der Craft-Szene. Auch True Brew Brewing aus München brachte gerade einen neuen Vertreter auf den Markt. Mit großer Freude habe ich mir am Freitag im Taproom gleich mal ein „Do A Kickflip“ einschenken lassen und noch eine Dose zur Verkostung mitgenommen. Braumeister Luis stopfte das 6,66-prozentige Bier ordentlich mit den drei Hopfensorten Mosaic, Citra and Pacific Jade. Das merkt man.

Das sonnengelbe und trübe NEIPA mit feinporigem, elfenbeinweißem Schaum duftet nach einem fruchtigen Potpourri aus gelben Steinfrüchten, Mango, Maracuja und Papaya. Dazu gesellen sich noch eine feine Würze und eine sanfte Kräuternote. Über die Lippen fließt das Bier samtig-weich mit einer zurückhaltenden Karbonisierung. Auf der Zunge gibt der eingesetzte Hopfen noch mal Vollgas. Ausbalancierte Aromen von Papaya, gelben Steinfrüchten, Maracuja, etwas Zitrus sowie eine gewisse Würze verführen die Geschmacksknospen. Eine sanfte Bittere rundet das NEIPA ab. Das Finish hält sich lang und aromatisch.

Fazit: Definitiv eines der besten New England IPAs aus dem Süden der Republik. Die fruchtige Aromatik und der saftige Charakter sind absolut ausgewogen und präsentieren sich mit einer hohen Drinkability. Vom „Kickflip“ kann man locker auch mal zwei bis drei Dosen genießen. Perfektes Bier für den Feierabend.

All together beer: Kollaborationssud für gute Zwecke

Corona trifft die Craft-Bierszene unvorbereitet und hart. Die Macher der Brauerei Other Half in New York riefen deswegen die Aktion #alltogetherbeer ins Leben, mit der sie andere Craft-Stätten rund um den Globus aufrufen, ein Bier zu brauen, um die Erlöse an die von der Krise Betroffenen der Branche zu spenden. Das Grundrezept für das ausgedachte IPA ist für jedermann zugänglich und so konzipiert, dass für die teilnehmenden Crafter nur wenig Kosten zusammenkommen. Jeder Brauer kann es allerdings ein wenig anders umsetzen. Dabei sind die drei deutschen Brauereien Frau Gruber aus Gundelfinden, Brewheart aus Otterfing und Sudden Death vom Timmendorfer Strand, die für solch ein „All together IPA“ kollaborierten. Gehopft haben die Macher es nicht kostengünstig simpel, sondern gleich dreifach mit Mosaic, Simcoe, Cascade und Motueka.

Man merkt dem Bier sofort an, dass hier echte Profis am Werk waren. „All together“ zeigt sich in einer attraktiven, goldgelben Farbe, getoppt von einem schneeweißen, feinporigen Schaum. In die Nase strömen schmeichelnde fruchtige und würzige Noten der eingesetzten Hopfensorten. Auf der Zunge breitet sich das Bier mit moderater Kohlensäure aus und präsentiert einen angenehmen Fruchtcocktail aus Grapefruit, Orange, Mango, Maracuja, Ananas und gelben Steinfrüchten. Dazu gesellt sich ein harziger und würziger Touch. Im Finish verabschiedet sich das IPA harmonisch-fruchtig mit einer sanften Bittere.

Fazit: Ein super Bier, das bei so viel hopfiger Fruchtaromatik dennoch eine wahnsinnig hohe Drinkability vorlegt. Ein großes Kompliment an die drei Brauereien, die die Erlöse jeweils an unterschiedliche Stellen spenden. Mehr dazu auf den jeweiligen Websites.

Corona-Krise: Wie geht es der Cast-Brauerei?

Covid-19 trifft auch die Craft-Bierbranche hart. Mit Kurzinterviews möchte ich die Community auf dem Laufenden halten, was bei Brauern, Biersommeliers, Händlern, Gastronomen und Bloggern derzeit passiert und wie all diese tollen Menschen mit dem Virus-Wahnsinn umgehen. Heute ging meine Mail an Zachary Clemens von der Cast-Brauerei aus Stuttgart.

Hallo Zach, wie wirkt sich die Corona-Krise auf Euer Tagesgeschäft aus?

In diesen verrückten Zeiten konzentrieren wir uns auf unsere Getränke- und Supermärkte hier in der Region und versuchen damit die trockenen Kehlen zuhause zu befriedigen. Zum Glück trinken die Leute nicht weniger, sondern einfach nur in den eigenen vier Wänden. Dafür haben wir kurzfristig auch einen Webshop mit Hauszustellung eingerichtet.

Welche Probleme sind durch die Schließung der Bars, Taprooms und Restaurants entstanden?

Leider sind hier viele tolle Kunden weggefallen. Allerdings gehen einige Gastronomen jetzt auch neue Wege und nutzen andere Absatzkanäle. Uns unterstützt beispielsweise das „O-Reilly´s Irish Pub“ in Stuttgart mit einem Versandservice von Beer Mystery Boxen. Und das ganze jetzt schon zum vierten Mal.

Jede Krise hat Sieger und Verlierer. Was lernen wir aus der jetzigen Situation?

Wir müssen vieles neu bewerten, Kunden, Endkunden und natürlich die ganze Situation. Es wird in Zukunft alles etwas anders laufen und darauf müssen wir uns einstellen.

Welche Tipps könnt ihr Kollegen geben?

Seid nicht statisch, sondern entwickelt euch weiter. Hört auf eure Kunden und versucht das Beste aus der Situation zu machen. Bloß nicht den Kopf in den Sand stecken.

Wie sieht der Craft-Biermarkt nach Covid-19 aus?

Es wäre toll, wenn man das schon wüsste. Ich denke es wird sich so einiges ändern und auch ändern müssen. Aber vielleicht ist das genau das Richtige.

Orca Brau: Nippon-Sonnenschein aus dem Frankenland

Felix vom Endt von Orca Brau aus Nürnberg zaubert mit seinem neuen Milkshake IPA „Ukiyo“ schon den Sommer ins Glas. Bei dem Trunk handelt es sich um ein 7,2-prozentiges Ale, das der Franke mit Laktose, Mango und Maracuja braut. Neben alternativen Zutaten steckt noch jede Menge Citra- und Amarillo-Hopfen im Sud. Der Name stammt übrigens aus dem Japanischen und bedeuten so viel wie „fließende Welt“. In der Nippon-Philosophie ist damit gemeint, dass man einfach jeden Moment leben soll – in diesem Fall wohl mit dem „Ukiyo“-Bier.

Gesagt, getan: Schenkt man das Bier ins Glas, geht wahrlich die Sonne auf. Ein schneeweißer Schaum thront zurückhaltend oben drauf. Das Milkshake IPA katapultiert eine tropische Fruchtbombe in die Nase. Auf der Zunge zeigt sich eine sanfte Säure, die sich mit fruchtigen Noten der eingesetzten Früchte und den Zitrustönen des Hopfens vereint. Die Laktose sorgt für einen zart milchigen Touch, der der IPA-Spielart alle Ehre macht. Eine sanfte Herbe hält sich im Finish dezent am Gaumen.

Fazit: Ein perfektes Sonnenscheinbier! Was aufs Erste vielleicht ziemlich wuchtig klingt, ist ein hocharomatisches Bier, das durch seine Zutaten und den höheren Alkoholgehalt dennoch seine tolle Trinkbarkeit behält. Nicht nur die Farbe, auch die fruchtigen Aromen bringen sommerliche Gefühle hervor. Also: Bier ins Glas, Sonnenbrille auf und genießen.

Brewdog Overworks: Vielfältige Aromawumme

Nach dem Grillen darf es gern auch mal ein Bier mit richtig Wumms sein. Neulich hatte ich als Digestif das „Brettanarchist Overlord No. 2“ von Brewdog Overworks. Dabei handelt es sich um ein Triple IPA, das mit Citra kaltgehopft und mit 100 Prozent Brettanomyces-Hefe vergoren wurde. Zudem lag der Sud noch ein Jahr in einem Rotweinfass. Ich muss gestehen, das zwölfprozentige Bier hat meine Erwartungen absolut übertroffen.

In einem orangegelben Farbton fließt das IPA ins Glas, ein beigefarbener Schaum liegt oben auf. Das Bukett betört vielfältig. Ein Duft aus getrockneten Aprikosen, Dörrpflaume, Waldhonig und Toffee macht Lust auf den ersten Schluck. Auf die Zunge legt sich vorerst eine gewisse Honigsüße, die sich mit getrockneten Aprikosen und Limonen paart. Das Mundgefühl ist angenehm vollmundig. Zarte Holztöne und eine leichte Würzigkeit ergänzen das Geschmacksbild. Im Finish zeigt sich eine dezente Bitterkeit und der wärmende Alkohol mit ordentlicher Power.

Fazit: Was für eine Aromawumme! „Brettanarchist Overlord No. 2“ ist der perfekte Absacker mit einem spannenden Geschmacksprofil. Die schottischen Brauhunde zeigen mit diesem Trunk mal wieder, dass sie nach wie vor zur Elite der europäischen Craft-Brauereien gehören. Absolute Probierempfehlung.

Hopfmeister: Sommerdrink mit Kriecherln

Sommer, Sonne, Sauerbier: Wer eine aromatische und ungewöhnliche Erfrischung für die warmen Tage sucht, sollte mal ins Portfolio von Hopfmeister aus München schauen. Das „Bella Mira“ braute das bayerische Team mit Minze, Ingwer und Kriecherln – das ist eine kleine, leicht säuerliche Pflaumenfrucht, aus der normalerweise Schnaps gebrannt wird. Gehopft ist das 4,9-prozentige Bier mit Cascade.

In einem trüben gelborangen Ton fließt das Sauerbier ins Glas. Der Schaum ist stiltypisch eher zurückhaltend. In die Nase dringen sofort Noten von Ingwer und Minze. Über die Lippen läuft „Bella Mira“ äußerst erfrischend, bis sich auf der Zunge eine sanfte Säure präsentiert, die sich harmonisch mit dem fruchtigen Aroma der gelben Pflaumen und würzigen Ingwernoten vereint. Im Finish zeigt sich eine kühlende Wirkung der Minze, die gleich Lust macht, einen nächsten Schluck zu nehmen.

Fazit: Die Kombination der Rohstoffe ist auch für die Craft-Branche wirklich mal was ganz anderes. Dieses „Fruchtsauer“ passt ideal als Erfrischungsgetränk für die warmen Tage. Macht Spaß!

BRLO: Saison mit Überraschungseffekt

Während meiner Interview-Serie über Corona, ist es nun auch wirklich mal wieder an der Zeit, ein Bier vorzustellen. Die tollen Sude, die ich in den vergangenen Wochen genossen habe, würden sonst untergehen. Das wäre schade. Eines meiner Highlights war etwa das „Stormy Saison“ von BRLO aus Berlin. Dabei handelt es sich um ein 6,5-prozentiges belgisches Saison, das neben den Hopfensorten Galaxy, Saazer, Hallertauer Tradition, Ella und Kazbek auch mit rosa Pfeffer gebraut wurde.

In einem Sonnengelb fließt das Bier ins Glas. Schon beim Einschenken strömen tropische Noten in die Nase. Hält man den Riechkolben näher zum Bier, so werden die Geruchsknospen von exotischen Tönen verwöhnt. Dazu gesellen sich würzige und beerige Aromen. Nach einem spritzigen Antrunk zeigen sich eine gewisse Hefe-Würzigkeit mit zart pfeffrigem Anklang sowie volle Fruchtnoten von Melone, Waldbeeren, Zitrus und Mango. Im Finis bleibt das Aromaspiel mit 25 Bittereinheiten noch lange am Gaumen zurück.

Fazit: Das Bier hat mit seinem vielfältigen Charakter meine Erwartungen übertroffen. Kein gewöhnliches Saison, sondern eher ein Sud, der überrascht und vor allem sehr viel Freude auf die Zunge zaubert.

Corona-Krise: Wie geht es dem Brauhaus Lemke?

Covid-19 trifft auch die Craft-Bierbranche hart. Mit Kurzinterviews möchte ich die Community auf dem Laufenden halten, was bei Brauern, Biersommeliers, Händlern, Gastronomen und Bloggern derzeit passiert und wie all diese tollen Menschen mit dem Virus-Wahnsinn umgehen. Heute ging meine Mail an Oliver Lemke von der Brauhaus Lemke aus Berlin.

Hallo Oli, wie wirkt sich die Corona-Krise auf Euer Tagesgeschäft aus?

Das Tagesgeschäft wurde und wird ziemlich durcheinandergewirbelt, weil ja bekanntlich alle Bars, Kneipen und Restaurants geschlossen sind, hat sich unser Bierabsatz komplett verschoben. Fassware geht so gut wie gar nicht mehr, dafür ist unser Flaschenvertrieb wichtiger geworden. Diese Krise ist in 20 Unternehmensjahren nicht die erste – und dank eines super Teams entwickeln wir immer wieder neue Ideen und Ansätze, um uns durch diese Zeit zu manövrieren. Viele Themen, über die wir im üblichen Tagesgeschäft vor Corona immer nur geredet haben, setzen wir jetzt einfach um.

Welche Probleme entstehen durch die Schließung der Bars, Taprooms und Restaurants?

Das liegt auf der Hand: Für uns ist der Bierabsatz eingebrochen. Genauso wie wir als Brauerei, haben auch Spirituosen-Manufakturen, Weingüter oder regionale Lebensmittelproduzenten ihre Kunden verloren – hoffentlich nur für eine gewisse Zeit. Wir sind weiterhin mit vielen unserer Abnehmern in der Gastronomie in Kontakt. Einige haben auch auf Angebote zum Mitnehmen umgestellt, andere bleiben geschlossen und harren der Dinge.

Jede Krise hat Sieger und Verlierer. Was lernen wir aus der jetzigen Situation?

Es wirkt wie eine Floskel, aber es zeigt sich wieder mal: Ein Unternehmen muss sich laufend neu erfinden und immer wieder neue Wege gehen. So auch jetzt! Wir müssen immer beweglich bleiben, uns verändern und unvorhergesehenen Situationen anpassen können.

Welche Tipps könnt ihr Kollegen geben?

Positiv bleiben und auf die Rückkehr zur Normalität hinarbeiten. Nutzt die erzwungene Pause und geht Projekte an, die im üblichen Tagesgeschäft aus Zeitgründen immer wieder stecken geblieben sind.

Wie sieht der Craft-Biermarkt nach Covid-19 aus?

 Wenn ich das wüsste, würde ich als Hellseher arbeiten und damit wohl eine Menge Geld verdienen.

Corona-Krise: Wie geht es Hopfenkopf Bräu?

Covid-19 trifft auch die Craft-Bierbranche hart. Mit Kurzinterviews möchte ich die Community auf dem Laufenden halten, was bei Brauern, Biersommeliers, Händlern, Gastronomen und Bloggern derzeit passiert und wie all diese tollen Menschen mit dem Virus-Wahnsinn umgehen. Heute ging meine Mail an Martin Seidl von Hopfenkopf Bräu aus dem südostbayerischen Feichten an der Alz.

Hallo Martin, wie wirkt sich die Corona-Krise auf Euer Tagesgeschäft aus?

Im Bereich der Flaschenbiere sind wir normal unterwegs und der Abhof-Verkauf ist sogar gestiegen. Bei der Fassware stagniert das Geschäft komplett, da unsere Gastronomen gerade alle geschlossen haben. Das Lager steht voll. Für mich entfällt ein großer Teil des Umsatzes wegen ausfallenden Braukursen, Seminaren und Bierverkostungen. Da das Projekt Hopfenkopf/Dietrachinger aber nicht nur auf dem Bein des Bierverkaufs steht, werden wir die Krise gut überstehen. Wir haben jetzt Zeit, unsere Pläne wie Brauereiumbau und kommende Baumaßnahmen besser aufzuarbeiten.

Welche Probleme entstehen durch die Schließung der Bars, Taprooms und Restaurants?

Durch die Schließung der Gastronomien ist der Fassbierverkauf völlig zum Erliegen gekommen – und wie wohl jeder weiß: mit Fassbier lässt sich mehr Geld verdienen als mit Flaschenbier. Zudem ist die Nachfrage an unseren Spezialbieren fast gänzlich zurückgegangen, da die meisten in der Krise auf Helles und Weißbier zurückgreifen. Wenn nicht bald eine Lockerung kommt, kann es sogar sein, dass die Bars und Gastronomen, die wir beliefern, gar nicht mehr aufsperren.

Das würde bedeuten, dass wir die ganze Überzeugungsarbeit umsonst gemacht haben, dass die Gastronomen auf gutes handgebrautes Bier umsteigen. Und: Es gehen treue und tolle Kunden verloren.

Jede Krise hat Sieger und Verlierer. Was lernen wir aus der jetzigen Situation?

Die Sieger in der Krise sind eindeutig die Großbrauereien, da sie eindeutig mehr Kapital auf der Seite haben und die Menschen in solchen Zeiten oft eher zu günstigeren Produkten greifen. Trotzdem fällt auf, dass auch sehr viele Konsumenten in der Krise vermehrt regionale Biere trinken. Tödlich für kleine und mittelständische Brauereien ist auch das Verbot von Festen, bei denen Regionalität immer gepunktet hat. Man lernt aus dieser Situation das Gastronomen für uns der beste und zuverlässigste Partner sind. Ich denke, dass auch Startups und kleine Brauereien nach der Krise (sofern sie diese überlebt haben) gestärkt aus der Situation gehen, da viele Menschen sicher danach mehr auf Regionalität und Qualität setzen werden. Zumindest hoffe ich das.

Welche Tipps könnt ihr Kollegen geben?

Ich rate jedem, wenn es erforderlich ist, sich bei „Startnext Coronahilfe Crowdfounding“ anzumelden. Das hat bei einigen Kollegen schon sehr geholfen.

Wie sieht der Craft-Biermarkt nach Covid-19 aus?

Nach der Krise wird von vielen Qualität und Regionalität besonders geachtet. Alle, die ein solides, trinkbares Bier und einige geniale Spezialitäten auf dem Markt haben, werden sicher profitieren. Jene, die nur auf extreme „Überdrüberbiere“ setzen,  werden früher oder später die Bühne des Bierbrauens verlassen. In diesem Sinne wünsche ich allen Kollegen allzeit gut Sud und viel Erfolg. Es wird bald besser!