La Burdigala: Französische Impressionen

LaBurdigala (1)Kürzlich hatte ich mal wieder was Französisches im Glas. Die kleinen bauchigen Flaschen mit dem ansprechenden Design sind optisch sehr ansprechend und machen Lust auf eine Probe. Hinter der Mikrobrauerei „La Burdigala“, die ihren Namen dem alten gallischen Terminus der Stadt Bordeaux verdankt, steckt Grégoire Agostini. Während seines Studiums in London und Australien entdeckte er die Vielfalt von Craft-Bieren und das Handwerk zum Brauen. Schließlich gründete der Franzose vor rund zwei Jahren seine eigene Garagenbrauerei. Und angeblich sind seine Biere mittlerweile sogar in der Bordelaiser Sternegastronomie angekommen.

Sechs Biere hat Agostini inzwischen im Sortiment. Das Besondere: Sie sind zu 100 Prozent Bio. Ich hatte zuerst das „Blanche au Sureau“ mit 4,5 Prozent im Glas. Das Weizenbier, gebraut mit Holunder, scheint in einem blassen Orangeton durch das Trinkgefäß. In die Nase strömen Aromen von Berpfirsichen und Holunder. Im Mund entwickelt sich der Holunder noch stärker. Das Weizen ist vollmundig mit einem sehr runden Körper. Der Geschmack komplementiert sich mit einer Note von Litschi. Bitter ist es nicht.

LaBurdigala (3)Das zweite Bier war das „IPA“ mit 6,5 Prozent, auf das ich mich als Hopfen-Anbeterin sehr gefreut habe. Leider konnte ich es gar nicht ganz einschenken, weil noch zu viel Heferückstände in der Flasche waren. Jedenfalls präsentiert es sich in einem kräftigen Orange mit schneeweißem, cremigen Schaum. Im Duft schön fruchtig nach reifen Mirabellen. Irgendeine Note ist allerdings dabei, mit der ich mich nicht so anfreunden kann. Auch im Geschmack spielt eine ganz individuelle, aber schwer definierbare Komponente mit. Zwar legt sich eine gewisse Fruchtigkeit auf die Zunge, die von einem starken Malzkörper untermauert ist. Aber irgendwas stört. Ich vermute, dass beim Transport oder der Lagerung etwas schiefgegangen und das Bier somit „umgekippt“ ist. In der Bierbewertungs-App „Untapped“ schneidet das französische IPA nämlich ziemlich gut ab.

Fazit: Das Weizen mit Holunder hat mir richtig gut gefallen. Vor allem die Kombination kannte ich bis dato noch nicht. Dem IPA würde ich gerne eine zweite Chance geben. Vielleicht habe ich irgendwann noch mal die Möglichkeit mich von den französischen Hopfenzauberern überzeugen zu lassen. Dann geht der nächste Genussurlaub vielleicht mal in die Region Bordeaux…

BRLO: Sundowner mit Hauptstadtflair

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„German IPA“ von BRLO

Das dreiköpfige Team der Berliner Craft-Werkstatt BRLO ist ziemlich heimatverbunden. Nicht nur der Name der Craft-Schmiede, dessen Bedeutung dem alt-slawischen Ursprung der Hauptstadt entspricht, deutet darauf hin. Da in Berlin jedoch noch keine Hopfenfelder blühen, nannten sie das neueste Bier etwas weitgefasster einfach „German IPA“. Denn die eingebrauten Hopfensorten – Comet, Hüll Melon und Polaris – kommen ausschließlich aus deutschen Landen.

Bei dieser Mixtur läuft Craft-Bierfans wahrscheinlich schon das Wasser im Mund zusammen. So geht es mir jedenfalls. Das kupferfarbene Bier hat ordentliche sieben Prozent. Ein komplexer Duft nach Pfirsich, Mango und reifer Birne aber hauptsächlich von roten Beeren strömen in die Nase. Im Antrunk cremig-süß, bis sich dann die wunderbare Aromastruktur der Hopfensorten zeigt. Erdbeer-Nuancen vom Hüll Melon gesellen sich zu Blaubeer-Noten vom Comet und der Polaris bringt eine angenehme Frische. Ein Hauch von Orange und Zitrone rundet das Finish ab. 50 Bittereinheiten machen das IPA komplett. Die angenehme Herbe bleibt noch einige Zeit im Rachen zurück.

Fazit: Schmeckt! Bei diesem Craft merkt man zum einen das handwerkliche Können des Braumeisters. Zum anderen die Kraft der ausgewählten deutschen Hopfensorten. Die sieben Umdrehungen, kombiniert mit den dezent süßlichen Malzaromen wirken zwar anfangs etwas schwer, aber dieses Bier eignet sich wirklich ideal als Sundowner-Getränk.

Bestellen kann man das Bier zum Beispiel hier.

Gotlands Bryggeri: Blaubeer-Bier von der Schweden-Insel

20160821_181027Einen Brautag ohne nebenbei ein paar Biere zu genießen ist langweilig. Gestern setzten meine Schwester und ich einen obergärigen Sud mit Mosaic und Chinook-Hopfen an. Nach dem Läutern öffneten wir uns das „Mors Lilla Bulldog – Blåbärs IPA“ mit 6,6 Prozent von der schwedischen Gotlands Bryggeri in Visby.

Was das Bier nun mit „Mutters kleiner Bulldogge“ zu tun hat, bleibt beim Verkosten ein Rätsel. Aber das Design hat was. Auf mehreren Etiketten der Gotländer lacht einem dieser Hund entgegen. Vermutlich eine Serie. Nun ja, jedenfalls regt die Farbe des IPAs schon mal den Appetit an: Rötlich mit einem leichten Fliederton glänzt es im Glas. Lässt also schon vermuten, dass dieses Nordland-IPA tatsächlich mit Blaubeeren gebraut wurde. Es verströmt einen kraftvollen beerigen Duft, den Zitrusnoten und eine schöne Hopfigkeit begleiten. Auf der Zunge hat das Craft dann dezente Anklänge der blauen Waldbeeren und etwas Limone. Eher dominiert die Herbe des Hopfens. Leider sind keine genauen Angaben zu den Zutaten auf Etikett oder Brauerei-Website zu finden. Da muss man wieder mal raten. Untermauert ist das Insel-Bier von einer Dosis Waldhonig, die eine dezente Süße mitbringt. Eine grasige Bittere mit leichter Fruchtnuance bleibt am Gaumen zurück.

Fazit: Ein interessantes IPA, das mir allerdings etwas zu unharmonisch ist. Wir haben uns beim Anblick auf das Etikett total auf eine schöne Blaubeernote auf der Zunge gefreut, die dann leider nur unterschwellig durchdringt. Die, ich schätze mal rund 80 Bittereinheiten, sind ziemlich knackig und überlagern etwas das feine fruchtige Aroma. Dennoch war es ein Genuss, ein Bier von der schwedischen Insel zu trinken. Ein paar weitere IPA`s mit der Bulldogge stehen schon im Kühlschrank.

Wo es das gibt? Zum Beispiel hier.

 

Airbräu: Flughafenmanufaktur hebt mit Craft-Bier ab

20160812_201406Sie gilt als die einzige Flughafenbrauerei der Welt. Auf jeden Fall ist sie bislang gleichermaßen beliebt bei Geschäftsreisenden und Touristen, die auf ehrliche und bodenständige Biere nach bayerischer Machart stehen. Jetzt hat der Münchner Airbräu, direkt am Franz-Josef-Strauss Flughafen, aber auf die Zeichen der Zeit reagiert. Mit seinem „AirCraft“ will Brauer René Jacobsen jetzt auch genussfreudige Liebhaber gut gehopfter Biere aus aller Welt bedienen. Sein goldfarbenes Helles, das er als Single-Hop mit reichlich Hallertauer Perle und traditionellem Gerstenmalz angesetzt hat, überrascht durch Frische und Süffigkeit. Der Sud reift über einen Zeitraum von vier bis fünf Wochen bei drei Grad Celsius im Gärtank, bevor er dann vom Brauer in kleinen Mengen handgezapft abgefüllt wird. Aber nicht nur die  die Herstellung, auch das Logo-Design und die Etikettierung der Flaschen sind handgemacht.

In der Nase duftete das 4,9-prozentige Vollbier wie ein traditionelles Helles: malzig, aber mit mäßiger Süße. Doch am Gaumen überrascht AirCraft trotz seines dominierenden Malzcharkters mit einer feinen Bittere und mit ausgewogenen Fruchtaromen, die entfernt an Blutorange und ein wenig an reife Aprikose erinnern. Hinzu kommt ein leichter Zederngeschmack, der zur Charakteristika der Hallertauer Perle zählt.

Fazit: Obwohl der alleinige Einsatz von Hallertauer Perle nicht gerade eine gewagte Hopfenkombination im Sinne kreativer Craft-Biere darstellt, so ist dennoch ein leckerer Trunk entstanden. Vor allem ist es eine super Idee des Airbräu-Teams, auch am Flughafen etwas Besonderes anzubieten. Alles in allem ist das Flughafen-Craft ein wirklich gekonntes Helles und man kann sich nur wünschen, dass sich die Brau-Mannschaft künftig auch noch an weitere Sude herantraut.

 

 

 

Brauer Portrait: Simon Rossmann – Brauer und Radio-Star

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Simon Rossmann vom Giesinger Bräu

Giesinger Bräu war die erste Craft-Bierbrauerei in München. Sie wurde 2006 in einer Garage ins Leben gerufen. Schnell kamen Erfolg und Umzug. Inzwischen hat sich der Giesinger zu einer echten Kultstätte in der bayerischen Hauptstadt entwickelt. Simon Rossmann gehört zwar nicht zum Gründungsteam, aber stand schon ziemlich früh mit am Kesseln. Er ist Produktionsleiter und im Prinzip für den ganzen Betrieb verantwortlich. Der 30-Jährige steht total auf den Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne. So braut er mit seinem Team neben konventionellen Hellen, Weißbier und Pils immer wieder mal Neues aus. So kamen allein im vergangenen Jahr vier neue Spezialsude heraus, darunter ganz ungewöhnliche Starkbiere. Wer beim Giesinger den Biergarten oder Bräu-Stüberl besucht, wird jedes Mal mit saisonalen Spezialitäten überrascht. Mit Simon am Kessel wird es beim Giesinger nie langweilig.

Außerdem hat der Münchner mit ein paar Kumpels eine eigene Radiosendung namens „Biergebiete“. Einmal im Monat senden sie auf Radio Lora 92,4 spannende Themen über`s Bier. Dabei laden sie Personen aus dem Braugewerbe ein, diskutieren mit Experten über die Szene oder verkosten Live ein paar neue Sorten. Zwischendrin läuft ausgewählte Punk-Musik.

 

  1. Was ist passiert, damit du sich für den Brauer-Beruf entschieden hast?

Mit neun Jahren habe ich die ersten offenen Gärbottiche gesehen, die mich bis heute faszinieren. Eigentlich wollte ich aber immer Lebensmittelchemie studieren. Bin dann aber doch auf Brauwesen und Getränketechnologie gekommen.

 

  1. Wann hast du dein erstes Bier gebraut und wie ist es geworden?

Das war 2009 mit zwei anderen Studienkollegen. Da haben wir ein IPA mit deutschen Hopfensorten gebraut. Die Biersorte kannte zu dem Zeitpunkt noch keiner😉

 

  1. Welche anderen Brauer/Brauereien haben dich am meisten inspiriert?

Eric Toft und Ludwig Narziß.

 

  1. Welches Bier (außer den eigenen) würdest du deinem besten Freund empfehlen?

Den Gutmann Weizenbock. Für mich eins der besten Biere der Welt.

 

  1. Was sind deine Kriterien für ein richtig gutes Craft-Bier?

Vollster Einsatz fürs Produkt mit allen Optionen.

 

  1. Was sind Deine Lieblings-Hopfensorten?

Alltime-Classics: Saphir, Saazer, Tradition, Tettnanger, Mittelfrüh

Zurzeit: Zuchtstamm 10416

 

  1. Mit welcher berühmten Person würdest du gern mal anstoßen und warum?

Carl von Linde. Würde mich bei ihm für die wohl beste Erfindung aller Zeiten bedanken: Das Kühlsystem.

Craftwerk Brewing: Session Lager mit neuem Hopfenzauber

CraftwerkBrewingCallistaSeit dieser Brausaison gibt es wieder neue spannende Hopfensorten. Eine davon nennt sich „Callista“. Sie kennzeichnet sich durch längliche und große Dolden. Ihr Aroma: Multivitamin-Cocktail. In der Brauszene heißt es sogar, dass es der deutsche Amarillo werden könnte. Spannend, oder?

Und ich wollte ganz klar wissen, was da so dran ist. Daher probierte ich kürzlich das „Mad Callastia“ mit zarten 3,9 Prozent von Craftwerk Brewing. Das Session Lager des Kreativablegers von Bitburger ist eines der ersten, dass mit der neuen Sorte gebraute wurde. Im Glas strahlt schneeweißer Schaum auf purem Gold. Ein verwobenes Bukett von frischen Aromen der Sternfrucht, Stachelbeere und Limone strömt in das Riechorgan. Der Antrunk ist erfrischend, dezent süß. Am Gaumen schwirren dann komplexe Fruchtnuancen von Aprikose, Zitrusfrüchten und roten Beeren aus. Ein leichter Malzkörper mit einem grasigen Hauch des Hopfens vollenden das Ganze. Im Finish bleibt das Lager sogar noch mit einer dezenten Herbe zurück.

Fazit: Der Hopfen kann was! Ein Session Lager ist ein gutes Beispiel um den Konsumenten die neue Sorte vorzustellen. Trotz der geringen Prozentanzahl zeigt Callista, was sie kann. Wirklich hocharomatisch und komplex. Ich freue mich auf noch weitere Biere mit diesem grünen Gold. Olli Wesseloh von der Kreativbrauerei Kehrwieder hat beispielsweise ein IPA damit gebraut, das muss ich mir holen.

„Craft-Beer gibt’s hier“: Deutschlands erste gedruckte Craft-Bierkarte

Craft-Beer-KarteLiebe Craft-Bierfans,

wer kennt das nicht: Ein Trip in eine andere Stadt, Urlaub in einer anderen Region – viele Bars und viele Kneipen, aber wo sind die bierigen Hot-Spots? Wo gibt es das beste Bier? Selbst in der eigenen Region verbergen sich häufig Locations, die man vielleicht noch gar nicht kennt. Moritz Röder und ich haben daher die erste gedruckte Craft-Bierkarte aus der Taufe gehoben. Erst mal nur für München. Darin findet ihr die wichtigsten Anlaufstationen für unseren geliebten Hopfensaft in der bayerischen Landeshauptstadt. Ihr könnt die Karte ausklappen und ganz leicht wieder zusammenfalten. Passt also ideal in jede Hosen- oder Handtasche. Und wisst ihr was, sie ist auch noch kostenlos. Ihr findet die Karte etwa im „Biervana“, im „Red Hot“, aber auch beim „Getränke Walter“ oder im „Schwarzen Hahn“.

Gebt uns gerne Feedback, wie sie euch gefällt und ob es noch mehr davon geben soll.

Eine Homepage gibt es übrigens auch: http://www.craftbeerkarte.de