Partnerprogramm: Herbstzeit ist Barley Wine-Zeit

Credit: Braufactum

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Die Historie des Barley Wines geht zurück ins 18. Jahrhundert. Wegen turbulenten Zeiten in England und Konflikten mit weinproduzierenden Ländern, war eine Versorgung nicht immer gewährleistet und die Weinvorräte rar. So musste vor allem für die Adelshäuser eine Alternative zum beliebten Rebensaft her. Es entstand ein komplexes Strong Ale mit hohem Alkoholgehalt, hoher Stammwürze und eher geringer Kohlensäure. Durch obergärige Hefen bekommt der Barley Wine seinen fruchtig-weinigen Geschmack. Farblich schwankt er traditionell zwischen einem Bronze- und Mahagoni-Ton. Inzwischen unterscheidet man zwischen einer englischen und einer amerikanischen Variante. Dabei weist der englische Barley Wine eine Balance zwischen Hopfen und Malz auf, während sich der US-Vertreter eher durch Bittere und Hopfenaroma charakterisiert.

Ein Musterbeispiel für eine moderne Interpretation eines klassischen Barley Wines ist „Arrique“ von Braufactum aus Frankfurt. Nach der Gärung reift das 13,5-prozentige Ale drei Monate im Barriquefass aus amerikanischer Eiche. Schon früher lagerten Brauer das Bier gern in Fässern, die sie häufig über den Brauerei-Hof rollten, um die Hefe zu neuer Tätigkeit zu animieren. Und genau das beschreibt auch die neue Etikettengestaltung des Braufactum-Ales. Das Etiketten-Gemälde zeichnete Christina Schönberger von Barth-Haas.

Aber nicht nur die Flaschenoptik wirkt attraktiv. Das Bier präsentiert sich in einem ansprechenden Karamellton mit geringer Schaumbildung im Glas. Auch im Bukett zeigt sich eine Karamellnote, die sich mit getrockneten Pflaumen vereint. Im Geschmack dringt ein Aroma von Getreide und Trockenfrüchte durch. Eine zarte Bitterkeit gleicht die dezente Süße aus. Die seidige Textur rundet den Barley Wine ab. Eine ideale Versuchung jetzt für die Herbsttage.

„Arrique“ mit neuer Ausstattung ist nun im Online-Shop bei Braufactum verfügbar.

San Diego: Quirlige Craft-Metropole am Pazifik

In keiner amerikanischen Stadt tobt die Craft-Szene so turbulent wie in San Diego. Die südkalifornische Metropole gilt mit mehr als 150 Brauereien und unzähligen Taprooms inzwischen als Bierhauptstadt des Landes.

Taproom Modern Times

Für Standardtouristen ist San Diego eine wohl eher langweilige und ziemlich uninteressante Stadt. Sie besitzt neben einem berühmten Safari-Park und einer Sea-World mit dressierten Orcas und Delphinen kaum nennenswerte Sehenswürdigkeiten. Dennoch erfreuen sich die Einwohner im gemäßigten Pazifikklima von Südkalifornien an einem besonderen Privileg: In keiner anderen Metropole der USA gibt es mehr Brauereien und Craft-Bierkneipen als am Rande der San Diego Bay. Craft-Fans, die durch Stadtteile wie North Park oder Miramar schlendern, stoßen an jeder Ecke auf eine spannende Brauerei nach der anderen – meist mit eigenem Taproom. Und wer die Strecken nach anhaltenden Biergenuss nicht mehr allein per Fuß zurücklegen kann, dem bieten sich spezielle Bustouren an, die Besucher von Brewpub zu Brewpub kutschieren – ganz nach dem Sightseeing-Konzept „Hop-on, Hop-off“.

Zwischen Robben-Strand, Balboa Park und Gaslamp Quarter dreht sich in San Diego fast alles nur um das Thema Bier. In der 1,4 Millionenmetropole – kleiner als Hamburg oder München – residieren mehr als 150 Craft-Brauereien neben unzähligen Brewpubs und Taprooms. Hier gibt es Hopfensäfte, die man nirgendwo sonst im Lande finden kann. Lokale Pioniere wie Stone Brewing, Karl Strauss Brewing, Ballast Point, Pizza Port Brewing, Coronado Brewing oder AleSmith zündeten in den 1980er- und 1990er Jahren hier ein Feuerwerk, das den Ruf der kalifornischen Craft-Landschaft maßgeblich beeinflusste. Die Szene reicht heute von versteckten Hinterhof- und quirligen Nano-Brauereien bis hin zu weltbekannten Craft-Stätten, die als Begründer des stark hopfigen Westcoast-Styles gelten. Und wenn mal eine der vielen Micro-Brauereien schließt, heizt nebenan schon die nächste ihre Kessel an.

Wer jedoch glaubt, dass die Biergeschichte von San Diego erst mit der Craft-Bewegung begann, der irrt sich. Schon 1897 eröffnete ein gewisser Conrad Doblier die San Diego Brewery, die allerdings schon zwanzig Jahre später durch die Prohibition geschlossen wurde. Von 1920 an war Produktion, Handel und Verkauf von Alkohol, also auch von Bier, strikt untersagt. Durstige Bürger mussten damals die nahgelegene Grenze nach Mexiko überqueren, um sich dort mit alkoholischen Getränken einzudecken. Erst 1933, nach dem staatlichen Alkoholverbot, nahm das Bierbrauen in Kalifornien wieder Fahrt auf. Als Geburtsstunde der Craft-Bierszene gelten jedoch erst die frühen 1980er Jahre, als die US-Regierung endlich Brewpubs legalisierte. Die meisten Macher starteten damals ihre Bier-Karriere, wie auch in anderen amerikanischen Regionen, ganz klassisch als Hobbybrauer.

Kairoa Brewing

So auch Joe Peach, der vor rund zwanzig Jahren mit seiner Familie aus dem neuseeländischen Christchurch nach San Diego kam. Zunächst arbeitete er in einer der größeren Brauereien, um das Brauhandwerk zu lernen, dann entwickelte Peach zuhause eigene Rezepte. Erst Anfang dieses Jahres erfüllte er sich gemeinsam mit seinem Bruder Oliver den Traum einer eigenen Braustätte, die unter dem Namen Kairoa Brewing, im lebhaften University Hights Viertel zu eine der angesagtesten Craft-Stationen der Stadt zählt. Kairoa Brewing mit angeschlossenem Taproom, Restaurant und gemütlicher Dachterrasse im Lounge-Style wurde nur wenige Monate nach der Opening-Party vom City-Magazin zur besten neuen Brauerei San Diegos ausgezeichnet. „Um sich in solch einer Bierstadt zu behaupten, braucht man ein absolutes Alleinstellungsmerkmal“, betont Joe Peach, „und das haben wir durch den besonderen neuseeländischen Touch in unserer Location und mit unseren Bieren geschafft.“

Das spezielle Charakteristikum der Kairoa-Biere ist der Hopfen. Joe Peach verwendet ausschließlich Sorten aus Neuseeland. Und dass, obwohl er sich besonders gern auch mit deutschen Bierstilen beschäftigt. So wagte sich der kalifornische Newcomer schon an Münchner Dunkel und besondere Pils-Variationen, die er aber immer mit einem speziellen Twist präsentiert. Sein 5,6-prozentiges, goldglänzendes „Back Paddock“ ist beispielsweise mit 100 Prozent Pilsner Malz gebraut und bekommt ein blumiges und tropische Aromaspiel von Motueka- sowie Wakatu-Hopfen aus Neuseeland. Der experimentierfreudige Wahl-Kalifornier führt aber auch Sude wie belgisches Blond, diverse Pale Ales, tropische India Pale Ales sowie achtprozentige Imperial Stouts im Portfolio, für die er gern auch mal Himbeeren, Kakao, Banane, Kokosnuss oder Vanille in die Kessel packt.

Societe Brewing

Experimentierlust treibt auch das Team um Travis Smith und Douglas Constantiner von Societe Brewing im Stadtteil Kearny Mesa an. Die beiden Bierenthusiasten lernten sich zwar in einer anderen Brauerei kennen, entdeckten dort aber ihre „exzentrischen Philosophien über das Brauen“, wie sie beide sagen. Ihre Sude teilen sie bewusst in verschiedene Kategorien ein: Hopfige Biere im San Diego Style, dunkle Variationen, fassgelagerte Spezialitäten sowie klassische Sorten wie belgische Ales oder deutsche Interpretationen wie etwa ein Oktoberfest-Lager namens „Die Kellnerin“. Probieren können Aficionados die Biere im brauereieigenen Taproom mit Blick auf glänzende Silberkessel und gestapelte Holzfässer. Den Brauereinamen wählten die Gründer übrigens als Hommage an das Produkt Bier „als größte soziale Einheit des Planeten“: „Es bringt Menschen seit Jahrhunderten zusammen – ganz egal welche Klasse, Religion, Geschlecht oder Alter“, bekräftigt Smith.

AleSmith

Auch für das Team von AleSmith Brewing, das im August bereits auf den 24. Brauerei-Geburtstag angestoßen hat, steht Bier im Zentrum ihres Schaffens. So erweiterte Brauereichef Peter Zien immer wieder die Produktion sowie den Verkostungsraum, der derzeit zum größten in ganz San Diego zählt. Dort treffen sich die Hop-Heads der Stadt, um beispielsweise das „San Diego Pale Ale 394“ zu probieren. Dabei geht es um ein schlankes, fruchtiges Bier mit hoher Drinkability. Der Kollaborationssud entstand mit tatkräftiger Unterstützung eines durstigen Baseball-Teams. Aushängeschild von AleSmith, die laut einiger Online-Foren zu den besten Brauereien der USA gehört, ist das zwölfprozentige, pechschwarze „Speedway Stout“ mit 70 Bittereinheiten, das mit geröstetem Kaffee gebraut wird. Inzwischen gibt es mehrere Varianten des beliebten Kult-Stouts, auch eine fassgelagerte Version.

Modern Times

Damit liegt die Brauerei gut im Trend, denn fassgereifte Spezialitäten sind an San Diegos Theken derzeit gefragter denn je. Der aktuelle Megatrend unter den südkalifornischen Craft-Zauberern geht allerdings gerade in Richtung aromatischer Sauerbiere. Fast jede Bier-Manufaktur an der Bay führt so eine saure Spezialität im Portfolio. Sei es die Kreativstätte Modern Times im Midway District, dessen Brauer beispielsweise eine Gose in Dosen füllen, die sie mit Maracuja und Guave brauen, oder die 32 North Brewing, die eine schlanke, 4,1-prozentigen Berliner Weiße mit Pfirsich im Sortiment führt. Dazu gehören auch die Brauer von Bitter Brothers im Stadtviertel Bay Ho, die ihr Golden Sour zur Vollendung noch in blaufränkische Rotweinfässer legen, um Aromen von Kirschen und Himbeere zu erzielen.

Wer in San Diego auf der Suche nach Sauerbieren ist, der kommt auch an California Wild Ales im nördlich der Stadt gelegenen Sorrento Valley nicht vorbei. Die Brauereichefs haben sich nahezu ausschließlich auf saure Sude spezialisiert, die sie zur Veredelung in zuvor unterschiedlich belegte Holzfässer füllen. Zu den beliebtesten Sorten der Kalifornier zählen die „Gose Loco“, die in Tequila-Fässern mit Limettensaft, Salz und Koriander für vier Monate heranreift oder etwa das „Upheaval“-Ale, das ein Jahr in frischgeleerten Cabernet- und Spätburgunder-Fässern sowie zusätzlich noch drei Monate in der Flasche schlummert, bevor es über die Theke geht. „Wir sind stolz darauf in einer Stadt, die überwiegend von Westcoast Style IPAs dominiert wird, nur fassgereifte Sauerbiere anzubieten“, betont Brauerei-Mitgründer William DeWitt. So würden sich ihre Biere von vielen anderen Brauereien abheben.

Tasting-Flights bei Amplified

Bei der ungewöhnlichen Biervielfalt in San Diego liegt es auf der Hand, dass sich engagierte Brauer immer neue Spezialitäten ausdenken müssen, um im hartumkämpften Markt bestehen zu können. Das schafft zum Beispiel auch Amplified Ale Works ganz gut, die in ihrem Tasting-Studio im Stadtteil Miramar die Komponenten Bier und Musik miteinander verbinden. Bei harten Rockklängen können Besucher verschiedene Tasting-Flights mit diversen Suden in Form von Gitarren ordern und dazu auf einem Großbildschirm Live-Konzerte ansehen.

Wer es jedoch etwas ruhiger mag, braucht nur eine Tür weitergehen und landet beim Team von Pure Project Brewing, das seine Bier-Location mit Hängepflanzen, Gras und Moos verziert hat. Damit wollen die Craft-Brauer den unverwechselbaren südkalifornischen Stil vorleben. Auch ihre Biere kombinieren sie mit einzigartigen Aromen und Zutaten. Im Sudkessel landen nicht selten Hibiskus-Blüten, Ingwer, Ahornsirup, Brombeeren, Bio-Erdbeeren oder lokaler Honig.

In diesem kreativen Umfeld muss sich einer der Platzhirsche, die international renommierte Stone Brewing, anstrengen. Vor 23 Jahren startete Greg Koch mit seinem Geschäftspartner Steve Wagner als Micro-Brauerei und zählt heute zu den zehn größten Kreativbrauereien der USA. Zum Stone-Imperium mit mehr als 1000 Mitarbeitern im nördlich von San Diego gelegenen Escondido gehören innerhalb eines hektar-großen Garten-Areals, neben Brauerei und Verwaltung auch eine Outdoor-Bar und ein schickes Bistro mit Blick auf eine stattlichen Sudkessel. Hier, in der „Stone Brewing World Bistro & Garden“, dem Hotspot von Craft-Geeks aus aller Welt, herrscht ein buntes Treiben. Stone-Gründer Greg Koch freut sich über die dynamische Entwicklung in seiner Heimatstadt: „Es ist großartig, dass sich San Diego zum Bier-Mekka der USA entwickelt hat und wir einen großen Teil dazu beitragen konnten.“

Erschienen im Meininger’s CRAFT Magazin für Bierkultur.

Online-Event: Erste virtuelle Messe für Hobbybrauer

Hobbybrauen liegt im Trend. Immer mehr Bierliebhaber stellen sich zuhause an die Kessel, um ihre ganz individuellen Sude zu kreieren. Zudem gibt es inzwischen auch vermehrt Events und Veranstaltungen, die sich rund um das Thema Freizeitbrauen drehen. Am 18. und 19. Oktober findet jetzt sogar die erste virtuelle Messe für Hobbybrauer im deutschsprachigen Raum statt. Auf hopfenfreaks.com finden Bierfreunde an beiden Tagen rund 25 Vorträge und Interviews mit erfahrenen Hausbrauern, sowie einige Experten-Chats und eine Online-Ausstellung mit Infos zu Braugerätschaften, Rohstoffen und Kursen rund ums Brauen und Verkosten. Profis zeigen in Filmbeiträgen die größten Fallstricke beim Brauen und geben praktische Tipps wie man das eigene Bier noch besser machen kann. Einige Hobbybrauer gewähren Einblick in ihre Anlagen, verraten ihre Tricks und zeigen Erfolge und Ausrutscher. 

Zu den Experten zählen neben Holger Eichele, Geschäftsführer des Deutschen Brauerbundes, auch Nicola Buchner, Geschäftsführerin des Verbands der Diplom Biersommeliers sowie Jörg Krüger, Chefredakteur des Brau!magazins. Das vorläufige Programm gibt es hier https://hopfenfreaks.com/programm/

Teilnehmer können alle Angebote kostenfrei mit dem Desktop, Laptop, Tablet oder sogar dem Smartphone nutzen. Wer alle Videos und zahlreiche Bonus-Materialien auch nach der Messe noch abrufen will, kann ein spezielles Ticket erwerben. Der Early Bird-Preis für den VIP-Pass beträgt 49 Euro (statt 69). Ihr liebe Leser, erhaltet zusätzlich noch eine Ermäßigung von zehn Euro. Einfach folgenden Code bei der Bestellung eingeben: iewf-lbpu-bike

Münchner Bier-Event: O’zapft is auf dem Craftbeer-Oktoberfest

Craftbeer Oktoberfest

Nach der Wiesn ist vor dem Craftbeer-Oktoberfest. Am kommenden Freitag und Samstag findet in der Münchner Reithalle das für Bier-Geeks viel interessantere Spektakel statt. Insgesamt 16 Craft-Brauereien aus der bayerischen Hauptstadt und Umgebung sowie eine Biermanufaktur aus Polen schenken ihre Sude aus, die von süffigem hellen über modernes Weißbier, Pale Ale, India Pale Ale, Stout und Sorten fernab des Reinheitsgebotes reichen. Die Brauer stehen selbst hinter den Ständen, um den Gästen alles über ihre Geschichte, Intention und Biere zu erzählen. Ganz nach dem Motto: Genuss und Gemütlichkeit statt Einheitsgeschmack und Massenabfertigung.

Craftbeer Oktoberfest

Für zusätzliche Stimmung sorgen vier Münchner Bands, die von Funk, Soul, Pop, Blues bis hin zu Rock’n‘Roll etwas anderes als Helene Fischer oder DJ Ötzi im Repertoire haben. Verhungern muss auf dem Craftbeer-Oktoberfest auch niemand. Für die richtige Grundlage bilden sieben Foodtrucks vor der Tür einen Streetfood-Markt. Hier gibt es vom klassischem Burger, einem Pastramigriller, amerikanischen Beefbrisket oder vegetarisch und veganen Leckereien bis hin zu regionalen Bio Bratwürsteln, alles was den Hunger stillt und auch ideal zum Bier passt. Wer mehr zum Thema Foodpairing wissen möchte, kann sich auch zu speziellen Workshops anmelden.

Fakten auf einen Blick:
Wann: Freitag & Samstag den 11.-12. Oktober 2019 jeweils von 16-1 Uhr
Wo: Reithalle // Heßstraße 132 // 80797 München
Eintritt:  ab 10,31 €
Infos & Tickets: http://craftbeer-oktoberfest.de/

Top-Brauer: Fürst Wiacek – Quereinsteiger aus Berlin

Georg Fürst von Fürst Wiacek
Credit: Eva Andersone

Georg Fürst und Lukasz Wiacek kamen eher durch Zufall zum Bierbrauen. Während einer Reise durch Jordanien machte der Web-Entwickler Lukasz spontan ein Praktikum bei der Craft-Brauerei Carakale – angefixt von der Materie dann auch bei Põhjala in Tallinn und bei Beavertown in London. Letztlich tingelte der Berliner noch in den USA durch diverse Kreativstätten und baute zuhause mit seinem Kumpel die Tätigkeit als Hobbybrauer weiter aus. Eigentlich wollten Lukasz und Georg Whisky produzieren, aber irgendwie waren die selbstgebrauten Biere dann doch spannender. Die Hauptstädter nannten ihre Marke „Fürst Wiacek“ und brauen seitdem als Gypsys ihre Sude im größeren Stil bei der Camba in Gundelfingen. Es dauerte nicht lang, schon zählten die Biere der Quereinsteiger landesweit zu den kreativsten Sorten. Ihren Namen macht sich die beiden Nachwuchsbrauer mit megafruchtigen New England IPAs. Inzwischen gibt es aber auch ein paar saure Vertreter. Georg Fürst im Gespräch:

Welche Eigenschaften zeichnen Deiner Meinung nach einen richtig guten Craft-Brauer aus?

Ausdauer, Authentizität, Leidenschaft, Kreativität, den Willen zur Perfektion und das Wissen, dass er immer nur so gut ist wie sein letztes Bier. 

Was macht für Dich ein wirklich außergewöhnliches Bier aus?

Sich immer auf das zweite Glas zu freuen und unbedingt diese Entdeckung auch Freunden zu empfehlen. 

Was war das schrägste Bier, das Du jemals getrunken hast?

Für mich hat Bier immer eine soziale Komponente. Ich genieße das Biertrinken in guter Gesellschaft und deswegen ist das schrägste Bier für mich vielleicht ein Pils aus Nordkorea, das ich bei der Mikkeller Beer Celebration in Kopenhagen im Glas hatte. Nicht allein des Bieres wegen, sondern weil das Gespräch mit den Brauern und der kurze Einblick in deren Welt so interessant waren.

Mit welchen ungewöhnlichen Zutaten würdest Du gern einmal brauen?

Ich hatte schon mal für unsere Smoothie IPAs über Jackfruit nachgedacht. Die hatte ich mal in Kambodscha frisch vom Baum gegessen, die war richtig köstlich. Hier habe ich allerdings noch keine leckere Jackfruit bekommen, die vergleichbar mit den Früchten in Kambodscha war. Oft wird sie unreif geerntet und ist dann eher geschmacklos. 

Was ist eigentlich Dein Lieblingsgericht und was trinkst Du dazu?

Pizza und dazu ein hazy IPA.

Wie siehst Du die Entwicklung der Craft-Bierszene in fünf Jahren?

Wir sind viel auf Festivals unterwegs und freuen uns immer über den Austausch mit anderen Brauereien sowie Bier-Enthusiasten. In allen Ländern gibt es unterschiedliche Entwicklungsstadien, aber tatsächlich sind die meisten Länder weiter als Deutschland. Das meine ich auch hinsichtlich der Konsumenten. International sind die Biergenießer sehr neugierig und haben dabei gute Kenntnisse was Fehler im Bier angeht. Diese Eigenschaften werden sich in den nächsten fünf Jahren wohl auch in Deutschland weiterentwickeln. Dabei denke ich, dass generell kleinere Brauereien, egal ob bereits etabliert oder neu im Markt, mit lokaler Verbundenheit wachsen können.

Und was hast Du als Nächstes vor?

Eine eigene Brauerei besitzen. Wir planen schon eine Weile, aber nächstes Jahr sollte es so weit sein. 

Partnerprogramm: O’zapft is mit Sortenvielfalt

Credit: beerwulf

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In München tobt die Wiesn, und bei Dir daheim? Mit der Heimzapfanlage The SUB! kannst Du auch vom Sofa aus frisch gezapftes Bier genießen. Stets auf zwei Grad gekühlt, zwei Wochen lang frisch und ganz nach Deinem Geschmack.

Entdecke die Heimzapfanlage The SUB

Beladen wird die stylische Zapfanlage mit den passenden 2-Liter-Fässern (auch TORPS genannt). Derzeit gibt’s über 30 Biere zu erkunden – ganz neu dabei: Het Uiltje IPA, Gösser Radler und Hopfmeister Franz Josef.

Welches SUB passt zu Dir?

Die Heimzapfanlage gibt es in 3 Varianten:

  • The SUB Compact ist die kleinste und günstigste Version, entweder in schwarz, rot oder grau – das perfekte Einsteigermodell
  • The SUB Color Edition im edel-glänzenden Gehäuse ist der etwas größere elegantere Eyecatcher für jede Heimbar, verfügbar in fünf verschiedenen Farben
  • The SUB Heineken Edition wurde vom australischen Designer Marc Newson entworfen – die Premium Version im edel-silbernen Alugehäuse mit Heineken-Logo

Was zapfst Du Dir zur Wiesn?

Wer in Oktoberfeststimmung kommen will, für den gibt es natürlich ein bayerisches Helles von Hoppebräu, Franz Josef Helles von Hopfmeister oder das Helle von BRLO zu zapfen. Aber auch ein Weißbier von Camba Bavaria oder gar ein Affligem Blond, Lagunitas IPA und Newcastle Brown Ale.

ENTDECKE ALLE BIERE FÜR THE SUB

Credit: beerwulf

Das Oktoberfest geht vorbei…

…die Heimzapfanlage bleibt! Entdecke alle SUB Heimzapfanlagen und SUB Vorteilsbundles mit 2L-Fässern.

Crossroads Ales & Lagers: „New Age Lager” und „Farmhouse Ale” aus dem Alpenland

Vor wenigen Wochen lernte ich auf einem Festival in Altenstadt den Brauer Chance Graves von Crossroads Ales & Lagers aus Schongau kennen. Dort schenkte der gebürtige US-Amerikaner ein „Tropical Wheat Ale“ und ein „East Coast IPA“ aus, die ich beide richtig gut fand. Kürzlich ließ mir Chance seine Frischabfüllungen vom „New Age Lager“ und „Farmhouse Ale“ zukommen, die ich gestern mal probiert habe.

Das 5,3-prozentige Lager strahlt in einem Strohgelb durchs Glas, ein feinporiger Schaum liegt oben auf. Gestopft hat der Wahl-Schongauer das Bier mit Azacca- und Mosaic-Hopfen, dessen fruchtigen Aromen sich schon dezent in der Nase zeigen. Der würzige Lager-Charakter steht allerdings im Vordergrund. Auf der Zunge präsentiert sich die moderne Interpretation schlank und frisch. Auch hier ist der typische Lager-Geschmack vorhanden, wird aber von sanften exotischen Klängen der Hopfensorten angenehm ergänzt. Ein deutliche, aber keineswegs störende Bittere rundet das Bier ab.

Ein rundes Gesamtbild zeigt auch das 6,1-prozentige „Farmhouse Ale“, das in einem ansprechenden Orangegelb mit cremigem Schaum in der Pilstulpe schwimmt. Das Ale duftet fruchtig-frisch mit verführerischen Mandarinen-Noten und einer gewissen Würze der belgischen Hefe. Vollmundig-spritzig breitet sich der Schongauer Sud im Mundraum aus. Das Aromaspiel setzt sich aus Zitrusnoten zusammen, die an Mandarine und Orangenzeste erinnern. Wieder spielt der würzige Hefeanklang eine deutliche Rolle. Im Finish zeigt sich das Ale trocken und wird durch eine angenehme Herbe komplementiert.

Fazit: Beide Sorten machen definitiv Spaß. Das „New Age Lager“ ist durch die eher sanften Hopfenaromen sicherlich auch ein tolles Bier für Craft-Einsteiger, da es eine hohe Drinkability besitzt und nicht überfordert. Das „Farmhouse Ale“ ist etwas anspruchsvoller, aber auch sehr gut trinkbar mit harmonischem Charakterspiel. Auf Chance Graves muss man wohl ein Auge werfen, da sind noch viele interessante Sude zu erwarten.

Schräge Biere: Aromawummen im Milchshake-Stil

Immer mehr Brauer entdecken Vanilleschoten als ungewöhnliche Zutat für kräftige Sude. Mit dem exquisiten Gewürz erzielen sie ungewöhnliche Aromen in Stouts, Porters und IPAs, die häufig sogar an Eiscreme erinnern.

„Mexican Vanilla Piña Colada Milkshake IPA“ von Omnipollo

Vanille zählt zu den teuersten Gewürzen der Welt. Im Kilopreis sind die Schoten der Orchideen-Pflanze, die ursprünglich in Mexiko und Mittelamerika wuchs, heute überwiegend auf Madagaskar, Réunion und anderen Inseln im Indischen Ozean stammen, fast so teuer wie Silber. Grund dafür ist der aufwendige Reifeprozess. Erst durch monatelange Trocknungs- und Fermentierungsprozesse entsteht das typische Aroma der Vanille, das in fast keinem Luxus-Dessert fehlen darf und neuerdings auch immer häufiger in experimentellen Bieren auftaucht.

Für motivierte Craft-Brauer ist wohl kaum eine Zutat zu teuer. Denn vermehrt entdecken sie den Geschmack der Vanille für besonders aromatische Sude. Angeblich eignet sich die Königin der Gewürze überwiegend für dunkle und kräftigere Sorten wie etwa Stout oder Porter. Aber auch ein gut ausbalanciertes India Pale Ale harmoniert mit den aromatischen Schoten der südlichen Erdkugel. Dabei wird der Vanille-Geschmack durch verschiedene Methoden ins Bier gebracht. Die Schoten können mitgekocht, bei der Gärung hinzugegeben oder zur Veredelung mit ins Fass gelegt werden. Häufig wird aber auch nur preisgünstiges Vanilleextrakt zur Aromatisierung verwendet.

Zu den Vorreitern bei Vanille-Bieren zählen zählt die US-Brauerei 3 Floyds. Dessen „Pillar of Beasts“ präsentiert eine ganz besondere Aromawucht und legt dabei noch ordentliche 14,5 Prozent Alkohol vor. Bei dem Sud handelt es sich um einen Barley Wine, der zwölf Monate mit Vanilleschoten und Kakaobohnen in alten Bourbon-Fässern schlummert. Solch kräftige Sude harmonieren offensichtlich sehr gut mit dem besonderen Gewürz. Auch die renommierte Craft-Stätte Prairie Artisan Ales aus Oklahoma verfeinert ihr 13-prozentiges Imperial Stout „Prairie Bomb“ mit Zutaten speziellen Zutaten wie Schokolade und Chilli – die Vanilleschoten sorgen dabei für den Extrakick. Auf „ratebeer“ zählt diese Aromawumme zu den 50 besten Imperial Stouts der Welt.

Viele Craft-Fans rund um den Globus stehen inzwischen auch auf helle Vanilla-Biere. Einer der Renner der schwedischen Manufaktur Omnipollo ist das „Mexican Vanilla Piña Colada Milkshake IPA“, das aus einer Kollaboration mit der US-Brauerei Tired Hands Brewing Co. entstammt. Das IPA mit Laktose, Vanille und 7,2 Umdrehungen erlangt zusätzlich eine enorme Fruchtigkeit, die geschmacklich an exotischen Piña Colada erinnert. Auch die polnischen Brauer von Ale Browar legen mit ihrem Milkshake Pale Ale namens „Shake the World“ eine echte Vanille-Bombe vor, die sich in Verbindung mit Cascade-Hopfen wie ein prickelnder Milchshake präsentiert.

Als weitere Bier-Attraktion mit dem Gewürz aus dem Indischen Ozean gilt das 5,5-prozentige „Orange Velvet“ aus Norwegen. Die Brauer von Lervig Aktiebryggeri packten für dieses ungewöhnliche IPA neben Vanille auch frische Mango und Limette in die Sudkessel. In San Diego produzierten die Macher von Belching Beaver indes ein „Orange Vanilla IPA“, das geschmacklich an ein Orangen-Milcheis erinnert. Dass jedoch eine neuseeländische Brauerei namens McCashin’s sogar ein Pils mit Vanille aromatisierte, mag für Puristen ziemlich schräg klingen. Immerhin schnitt das „Coconut Vanilla Pilsner“ mit schlanken 4,6 Prozent bei der Bewertungsplattform „Untappd“ mit mehr als drei von fünf Punkten ab.

Erschienen im Meininger’s CRAFT Magazin für Bierkultur. (4/2019)

Brewheart: Kokos-Cocktail aus der Dose

Es ist doch immer wieder eine Freude, sich mit Brauern zu treffen und auszutauschen. Vergangenen Woche hatte ich ein Date mit Andreas von Brewheart. Er ist zwar kein ausgebildeter Bierproduzent, aber seine Sude können sich echt sehen lassen. So gab er mir die neuen Sorten mit, die er und sein Kollege in der Camba Old Factory in Gundelfingen bei Augsburg eigenständig verwirklichen. Mein bisheriger Favorit ist das 7,7-prozentige Double Dry Hopped India Pale Ale namens „Hop Eye”, in dem jede Menge Citra- und Sabro-Hopfen stecken.

Schon beim Einschenken strömen hopfige Noten in die Nase, während das IPA in einem trüben Gelborange ins Glas fließt. Ein feinporiger, cremefarbener Schaum setzt dem Bier eine attraktive Haube auf. „Hop Eye“ duftet intensiv nach Kokosnuss, ausgelöst vom noch ziemlich neuen amerikanischen Sabro-Hopfen. Angenehme tropische Noten von Ananas und Mango sowie deutliches Zitrus-Aroma komplimentieren das Bukett. Schon im Antrunk zeigt sich das Ale vollmundig mit moderater Kohlensäure und einer zarten Süße. Auch auf der Zunge präsentieren die beiden Hopfensorten ihre volle Power. Kokos, Limone und Ananas dominieren den Geschmack. Eine geringe Bittere rundet das Bier ab.

Fazit: Bei diesem Hazy IPA gibt es eigentlich nichts zu meckern. Das Aromaspiel ist ausbalanciert und durch die Kokos-Noten mal was anderes. Vielleicht könnte das Bier einen Tick mehr Kohlensäure für einen stärkeren Erfrischungseffekt haben, aber das ist wohl Geschmackssache. Passt bestimmt hervorragend zu Curry-Gerichten oder gegrilltem Fisch wie Red Snapper oder Dorade.

Partnerprogramm: Zwei Augsburger Institutionen setzen Tradition fort

Die Panther-Profis Jakob Mayenschein (links) und Alex Lambacher hatten Spaß beim traditionellen „Panther-Pur“-Einbrauen mit Riegele-Chef Sebastian Priller. ©ThorstenFranzisi

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Es steht für pure Emotion und ist seit Jahren Kult im Stadion: Das Bier „Panther Pur“. Zum Saisonstart waren heute die Augsburger Eishockey-Profis erneut im Brauhaus Riegele zu Gast, um unter Anleitung von Brauereichef Sebastian Priller traditionell ihren eigenen Sud zu brauen – und das bereits zum 21. Mal. Gemeinsam am Braukessel standen Sportmanager Duanne Moeser, Marketingmanager Leo Conti, Gesellschafter Max Horber sowie die Spieler-Neuzugänge Jakob Mayenschein und Alex Lambacher.

Die Augsburger Panther verfügen mit „Panther Pur“ als einzige Mannschaft der Deutschen Eishockey Liga (DEL) über ein eigenes Bier. Mit über 13% Stammwürze hat es die Kraft des Malzes in sich und seine tiefdunkle Farbe passt perfekt zu den Panthern. Die Spezialität ist allerdings streng limitiert, in ihren Genuss kommen die Fans nur exklusiv im Augsburger Curt Frenzel Stadion. „Riegele und die Augsburger Panther passen nicht nur zusammen, sie gehören zusammen“, da sind sich Panther-Manager Leo Conti und Brauereichef Sebastian Priller einig. „Wir sind froh, Einigung über eine weitere, langfristige Zusammenarbeit gefunden zu haben und auch in den nächsten Jahren köstliche Getränke von Riegele, insbesondere natürlich das ‚Panther Pur‘, im Curt-Frenzel-Stadion ausschenken zu können“, so Conti.