Bier in Griechenland: Extreme, No-Go`s und echte Überraschungen

Eine Auswahl an griechischen Bieren
Eine Auswahl an griechischen Bieren

Dass die Griechen für Überraschungen gut sind, zeigen sie nicht nur in der Euro-Krise. Sie verblüffen auch mit interessanten Suden – sogar im Craft-Bierbereich. Während meines Kurzurlaubs auf der Insel Lefkas kam ich in den Genuss, einige dieser Hopfensäfte zu probieren. Zugegeben: Viel hatte ich nicht erwartet, aber ein paar Biere haben mich dennoch positiv überrascht.

Mythos Lager
Mythos Lager

In den Restaurants und Bars gab es ausschließlich Standardmarken wie Alfa, Fix oder Mythos. Natürlich habe ich diese mal probiert. Das eisgekühlte Lager der Mythos Brauerei gefiel mir bei 35 Grad im Schatten am besten. Kein wirklich großes Bier, aber mit einem angenehmen Malzkörper, einer gewissen Süße und auch einer erfrischenden Komponente – die bei heißem Mittelmeerklima auch dringend notwendig war. Mythos passte ziemlich gut zu gegrilltem Oktopus, Moussaka oder einfach nur zum griechischem Salat.

Da ich nicht der Mensch bin, der sich im Urlaub gerne in Massenhotels aufhält oder sich ausschließlich in Restaurants verköstigt, bevorzuge ich Selbstversorgung. Heißt: Wohnen in einem kleinen Häuschen mit Blick über das Meer, einkaufen im Fischladen, beim Metzger und in den Märkten der Umgebung. Aber auch in den Selbstbedienungsläden gibt es immer etwas Neues zu entdecken – vor allem beim Bier. Also deckte ich mich mit allen regionalen Hopfensäften ein, die ich kriegen konnte. Manchmal waren diese sogar direkt über der Käsetheke aufgebaut. Einige davon schmeckten so schauderhaft, dass sie schließlich – welch Schande – im Orkus endeten. Die meisten Biere waren aber einfach nur langweilig: simple Drinks gegen Staub, Hitze und Durst.

Septem - Honey Golden Ale
Septem – Honey Golden Ale

Hier nun die wahren Ausnahmen: Beginnen wir mit dem 6,5-prozentigem „Honey Golden Ale“ von der Septem Brauerei. Angesetzt mit griechischem Honig und zwei verschiedenen Hopfensorten: Styrian Goldings und Tettnanger. Im Aroma kommt der Honig zwar durch, wirkt aber keineswegs süßlich-unangenehm. Besonders gefällt mir die Geschmackskombination von Hopfen mit dem Bienen-Produkt. Aus derselben Brauerei probierte ich auch das Porter mit 5,5 Prozent. Dezente Kaffee-, Zartbitter- und Röstnoten sowie ein Hauch Kirsche und Hopfen umhüllen die Zunge. Kann man gut trinken.

Ein leckeres Extrem war das „Alexander the Great Beer“ – zumindest im ersten Moment. Zwar sieht das Etikett wirklich so aus, als stamme es aus der Zeit des griechischen Feldherrn. Aber das Bier duftet angenehm nach Honig und schmeckt nach Karamell. Doch leider kommt nach einigen Schlucken der Cut: Mit seiner enormen Süße wird „The Great Beet“ leider etwas zu aufdringlich.

Siris Microbrew - Voreia Pilsner
Siris Microbrew – Voreia Pilsner

Und wie heißt es oft so schön: Das Beste kommt zum Schluss. Am letzten Abend auf Lefkas öffnete ich auf der Terrasse das „Voreia Pilsner“ von Siris Microbrew. Gold in der Farbe, fünf Umdrehungen. Als ich meine Nase ins Glas hielt, schloss ich sofort genussvoll meine Augen. Endlich mal ein fruchtiger Duft, endlich spürt man Mal den Hopfen. Auch am Gaumen breiteten sich Zitrusaromen aus, gepaart mit reifer Aprikose. Von seiner Typologie her würde ich dieses Craft dann aber doch nicht als Pilsner sondern eher als smartes Pale Ale bezeichnen. Passt zum Klima, passt zum Fisch, passt zu einem Abend mit Blick in den Sonnenuntergang. Toll!

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7 Gedanken zu “Bier in Griechenland: Extreme, No-Go`s und echte Überraschungen

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  2. Na das klingt ja insgesamt eher nicht so dufte. Aber ich bin gespannt, ob ich bei meinem Besuch in einem Monat auch noch ein paar Ausnahmen finde 😉
    Aber ein paar Tipps habe ich jetzt ja schon mal!

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  3. Dietmar

    Corfu Beer – eine kleine Brauerei im Nordwesten Korfus, die neben Lager vor allem Ales braut.Das Red Ale war wie auch ein dunkles Bitter Ale verfügbar, das IPA leider nicht. Unterm Strich hat allerdings die komplette Range ziemlich ähnlich geschmeckt. Hopfen ist bei Corfu Beer eher kein großes Thema. Bei 36 Grad tat es sowieso und in der Tat dann auch mal das besagte Mythos, wenn auch mit der Folge einer akuten Unterhopfung am Ende der Ferien.

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  4. Pingback: Griechenland Teil 2: Feiner Hopfen auf Bierreise – Feiner Hopfen

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