Ayinger Celebrator: Craft-Akt mit bayerischem Bock

Ayinger Celebrator
Ayinger Celebrator

Dies ist eine echte Premiere: Ich habe, bevor ich im vergangen Jahr nach München zog, mein ganzes Leben im oberbayerischen Bier-Dorf Aying – nicht weit von der Brauerei entfernt – verbracht. Wenn der Wind gut stand, habe ich schon als Kind den Geruch von Hopfen und Malz gerochen. Und nach der Schule haben wir uns manchmal heimlich in den Biergarten geschlichen.

Nachdem ich dort unter den alten Kastanienbäumen schon einige Male den allseits bewunderten und mehrfach prämierten Celebrator probiert hatte, wollte ich dieses traditionelle Bockbier schon seit langem mal in meinem Blog besprechen, bin aber irgendwie immer an Barrieren gestoßen: meine E-Mail blieb unbeantwortet und meine Anfrage für ein Brauer-Portrait wurde ignoriert. Da es sich um Bier aus meinem Heimatort handelt, bin ich also etwas befangen.

Nun aber zum Getränk: Der Celebrator ist ein dunkler Bock im klassischen bayerischen Stil, mit einer Stammwürze von 18,5 und einem Alkoholgehalt von 6,7 Prozent. Im Glas erscheint das Bier fast schwarz, mit leichtem Mahagoni-Ton. Schon über der mokka-farbenen Schaumkrone liegt ein karamelliger, schwerer Malzduft unterstrichen von leichten Holznoten. Im Antrunk konkurrieren Aromen von Kaffee, Zartbitterschokolade mit einer dezenten Hopfennote. Danach entwickelt sich eine würzige Struktur mit Anklängen von Feige, Rosine und Dörrpflaume zu einem komplexen Geschmackscocktail. Schließlich zeigt sich der Celebrator mit einem langen, cremigen Abgang angenehm trocken, etwas röstig und mit gut ausbalanciertem Hopfeneinsatz.

Fazit: Wirklich eines der besten Bockbiere im klassischen Stil, das ich bislang getrunken habe. Schon das altehrwürdig gestaltete Etikett auf der 0,33-l-Vichy-Flasche erinnert an alte Zeiten, als ein kräftiger Bock noch als Hauptbestandteil eines jeden bayerischen Bacchanals galt. Süffig, vollmundig, aber nicht so süß wie die meisten Doppelböcke, bei denen nur der Alkoholgehalt als Qualitätsparameter zählt. Alles in allem ein perfekter Absacker nach üppigen Mal.

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