Kollaborationssud: Innovative Handschrift mit „Schwarzer Tinte“

IMG_20170705_211322_588Brauereibesuche sind immer was Besonderes. Vor allem, wenn der Braumeister in den Lagerkeller zum Zwickeln einlädt. Als ich im Mai  beim Tölzer Mühlfeldbräu war, zapfte mir Sebastian Heuschneider ganz frisch etwas von der „Schwarzen Tinte“, die er gemeinsam mit Martin Seidl von der Dietrachinger Brauerei aus dem österreichischen Braunau entwickelte. Für den individuellen Kick röstete Brauer Seidl eigenhändig das verwendete Roggenmalz für das 6,2-prozentige Stout.

Schon damals war das noch nicht ganz fertige Bier ein Hochgenuss. Aber nun probierte erneut, als es ausgereift war: Im Glas steht das Bier wirklich wie schwarze Tinte. Ein espresso-farbener, fast sahniger Schaum vervollständigt die Optik. Das Stout duftet nach Zartbitterschokolade, röstig und dezent nach Kaffee. Ein bisschen zeigt sich auch der eingesetzte Sorachi Ace Hopfen, der einen Hauch von Limone und Kokos zaubert. Auf der Zunge verbreitet sich eine zarte Malzsüße aus, die an Toffee erinnert. Das Mundgefühl ist fast cremig, aber keinesfalls wirkt das Stout zu schwer. Noten von Schokolade und gerösteten Kaffeebohnen dominieren das Aromabild. Ganz dezent scheinen fruchtige Noten vom Sorachi durch. Im Finish zeigen sich noch Nuancen von Kakao und eine zurückhaltende Hopfenbittere.

Fazit: „Schwarze Tinte“ ist ein komplexes Stout mit hoher Trinkbarkeit. Die Kombination mit dem Roggenmalz vermittelt dem Bier die innovative Handschrift der beiden Brauer. Das bayerisch-österreichische Craft wirkt überhaupt nicht stark oder sättigend. Passt perfekt als Dessert oder als genussvoller Absacker eines gemütlichen Abends.

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