Next Level Brewing: Wiener Newcomer mit überraschendem Indie-Bier

20161027_161422Auf dem Logo prangt ein Krake mit Augenklappe. Für Alexander Beinhauer und Johannes Grohs von Next Level Brewing aus Wien symbolisiert der achtarmige Tintenfisch pure Freiheit, Unabhängigkeit und Flexibilität. Seine Tentakel stehen für das Braunetzwerk sowie für die Vielfalt ihrer Sude. „Wir brauen keine Gefälligkeitsbiere, sondern immer nur das, was uns selbst am besten schmeckt “, sagen die beiden Österreicher. Die Gypsy-Brauer arbeiten seit 2015 ganz nach dem Motto „Langweiliges Bier war gestern!“.

20161027_161552So ein Versprechen muss man mal auf die Probe stellen. Kürzlich hatte ich drei ihrer Biere im Glas. Zuerst das „Local Hero“. Ein Pale Ale, aromatisiert mit den Hopfensorten Centennial, Simcoe und Chinook, 26 Bittereinheiten und schlanken 5,3 Prozent Alkohol. Gebraut haben die Independent-Macher es im Brauhaus Gusswerk in Salzburg. In der Nase habe ich Aromen von reifer Mango, Maracuja sowie Grapefruit und Orange. Auf der Zunge spielt sich das orangegoldene Ale leicht und frisch mit Noten von tropischen Früchten wie etwa Mango und Maracuja. Im Finsih rutscht es die Kehle mit einer dezenten Herbe hinab.

20161027_163315Etwas bitterer verabschiedetet sich das „Five o‘ clock – Earl Grey IPA“ mit seinen 55 Bittereinheiten. Dieses India Pale Ale mit 5,7 Prozent Alkohol soll der klassischen Tee-Stunde Konkurrenz machen. Schließlich wurde es mit echtem Earl Grey Tee gebraut. Hinzu kommen noch die englischen Hopfensorten First Gold, East Kent Golding und Fuggles. Zusammengerührt wurde es in der Bierschmiede in Seefeld am Attersee. Kupferfarben glänzt das Bier im Glas. Es duftet wirklich nach Tee, der typische Bergamotte- und Orangennoten mit sich bringt. Auf der Zunge dasselbe Aromabild, kombiniert mit einem Hauch Karamell.

20161027_165003Ganz nach dem Motto: Das Beste kommt zum Schluss, hob ich mir eine 4,9-prozentige Freestyle Gose zum Finale auf. Der Wiener Trunk wurde in der Gablitzer Privatbrauerei in Gablitz, nur 20 Kilometer von der Donaumetropole entfernt, gebraut. „Lemon Thyme“ wurde mit Zitronensaft, Thymian, Indischem Koriander und Meersalz gewürzt. In diesem Jahr gewann diese österreichische Interpretation eines alten deutschen Bierstils sogar Platin beim „Meininger’s International Craft Beer Award“. Goldgelb strahlt das Indie-Bier im Glas. In die Nase strömen sofort die Noten der besonderen Zutaten: Thymian und Zitrone mit einer leicht salzigen Nuance. Am Gaumen moussiert die Gose fast wie Champagner. Schon im Antrunk dominieren Kräuteraromen. Die Spezialhefe und der Zitronensaft geben dem Trunk den typischen säuerlichen Geschmack. Sehr erfrischend! Dazu gesellt sich eine dezente Malzsüße. Diese Kombination bleibt noch lang in der Kehle zurück.

Fazit: Das Pale Ale ist super harmonisch und gefällt mir mit den tropischen Noten richtig gut. Kommt gut als gemütlicher Feierabendgenuss oder auch als sanfter Trunk für Zwischendurch. Das IPA dagegen ist schon sehr außergewöhnlich. In solch einer originellen Mixtur, habe ich noch nie zuvor ein IPA getrunken. Mal eine ganz andere Interpretation des Bierstils, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig. Am besten hat mir wirklich das letzte Bier geschmeckt. Die Gose ist total erfrischend und der Thymian überrascht mit ganz erstaunlicher Würze. Dazu ein frischgegrillter Fisch oder eine Meeresfrüchteplatte: Ein wahrer Gaumenschmaus. Ich werde mir auf jeden Fall auch die anderen Biere von Next Level Brewing besorgen und freue mich auf weitere Geschmackserlebnisse.

 

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3 Gedanken zu “Next Level Brewing: Wiener Newcomer mit überraschendem Indie-Bier

  1. Pingback: Brauer-Portrait: „Next Level Brewing“ – Inspirationen aus der Food-Szene – Feiner Hopfen

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