Top-Brauer im Interview: Mathias Lottes von Braukraft schätzt Craft-Kollegen, die missratene Sude auch einfach mal wegkippen

img_2514bEs gibt einige Craft-Brauer, bei denen ich immer wieder ein schlechtes Gewissen bekomme. Einer dieser Zauberer heißt Mathias Lottes von Braukraft. Irgendwie habe ich es noch nicht geschafft, mehrere Biere von ihm vorzustellen (…kommt  aber demnächst!). Er ist eigentlich Pilot von Beruf und fliegt regelmäßig in einer Boeing um die Welt. Aus Leidenschaft braut Mathias Lottes aber auch seit einigen Jahren ungewöhnliche Sude in Geisenbrunn, westlich von München. Obwohl seine Biere national noch immer als Geheimtipp gelten, will der Bayer mit eigenem Sudhaus jetzt richtig durchstarten.

Wann hast du dein erstes Bier gebraut und wie ist es geworden?

Meinen ersten Versuch eines Bieres habe ich vor knappen 10 Jahren gestartet. Dabei konnte man aber noch lange nicht von einem richtigen Bier ausgehen, es wurde ungenießbar! Aber der Ehrgeiz es besser zu machen wurde geweckt!  Bis heute.

Wie bist Du eigentlich auf den Namen Braukraft gekommen?

Die Idee kam mir auf dem Nachhauseweg von einer Verkostung mit dem Rad. Ich wollte unbedingt einen deutschen Namen, den man aber eben auch international nutzen könnte. Er sollte kräftig wirken und sehr präsent.

Was macht für Dich ein wirklich außergewöhnliches Bier aus?

Ein Bier wird für mich wirklich außergewöhnlich, wenn ich die Geschichte dazu nach dem ersten Schluck erfahre. So kann ich mir erst ein Bild machen und dann schauen, ob es mit dem Gedanken des Brauers übereinstimmt.


Welchen Biertyp trinkst Du am liebsten und warum?

Das ist sehr stark abhängig von Jahreszeit und Stimmung. Zurzeit bevorzuge ich IPAs die nicht nur nach Zitrusaromen duften und schmecken. Sie geben dem Brauer den größten Spielraum, den es aber auch gilt, mit eigenen Ideen auszufüllen. Das finde ich am spannendsten.

Außerdem passen diese hopfenbetonten Biere sehr gut zu Gegrilltem – und ich grille sehr gern!  😉

Was sind Deine Lieblingshopfensorten?

Puh, da gibt es eine Menge. Bierabhängig liegt mir besonders die Verwendung von Saphir, Tettnagner und Amarillo.

Welche Eigenschaften zeichnen Deiner Meinung nach einen richtig guten Craft-Brauer aus?

Ein guter Craft-Brauer muss erfindungsreich sein. Er sollte alle Spielräume ausfüllen. Seine eigenen Stile verfolgen und auch mal den Mut haben, wenn ein Sud nicht so geworden ist wie er ihn sich vorgestellt hat, ihn einfach wegzuschütten.

Was war das schrägste Bier, das Du jemals getrunken hast?

Ein befreundeter Abiturient hat mich gebeten ihn dabei zu unterstützen ein Bier für seinen Abi-Jahrgang zu machen. Dabei kam es mehr darauf an, meine Anlage zu nutzen. Als ich dann gesehen habe, was er alles für Zutaten mitgebracht hat, dachte ich mir: „Hoppla, das kann was werden“.    (Cornflakes war noch das Harmloseste!) Es wurde ein wirklich gutes Bier!

An welchem Ort der Welt würdest Du mit Deinem besten Freund gern ein Bier trinken?

Der Ort, an dem du gerade bist, ist immer der beste Ort, mit wirklich guten Freunden ein Bier zu trinken!

Und was hast Du als nächstes vor?

Als nächstes steht der Aufbau und die Einweihung meines nagelneuen Sudhauses auf dem Plan. Nebenbei entwickle ich aber noch für eine Reihe an Leuten ein paar Biere. Außerdem habe ich noch ein paar neue Ideen. Es wird also nie langweilig.

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