True Brew Brewing Co.: Verführerischer „Kickflip“

New England IPAs sind immer noch der heiße Trend in der Craft-Szene. Auch True Brew Brewing aus München brachte gerade einen neuen Vertreter auf den Markt. Mit großer Freude habe ich mir am Freitag im Taproom gleich mal ein „Do A Kickflip“ einschenken lassen und noch eine Dose zur Verkostung mitgenommen. Braumeister Luis stopfte das 6,66-prozentige Bier ordentlich mit den drei Hopfensorten Mosaic, Citra and Pacific Jade. Das merkt man.

Das sonnengelbe und trübe NEIPA mit feinporigem, elfenbeinweißem Schaum duftet nach einem fruchtigen Potpourri aus gelben Steinfrüchten, Mango, Maracuja und Papaya. Dazu gesellen sich noch eine feine Würze und eine sanfte Kräuternote. Über die Lippen fließt das Bier samtig-weich mit einer zurückhaltenden Karbonisierung. Auf der Zunge gibt der eingesetzte Hopfen noch mal Vollgas. Ausbalancierte Aromen von Papaya, gelben Steinfrüchten, Maracuja, etwas Zitrus sowie eine gewisse Würze verführen die Geschmacksknospen. Eine sanfte Bittere rundet das NEIPA ab. Das Finish hält sich lang und aromatisch.

Fazit: Definitiv eines der besten New England IPAs aus dem Süden der Republik. Die fruchtige Aromatik und der saftige Charakter sind absolut ausgewogen und präsentieren sich mit einer hohen Drinkability. Vom „Kickflip“ kann man locker auch mal zwei bis drei Dosen genießen. Perfektes Bier für den Feierabend.

Corona-Krise: Wie geht es Giesinger Bräu?

Covid-19 trifft auch die Craft-Bierbranche hart. Mit Kurzinterviews möchte ich die Community auf dem Laufenden halten, was bei Brauern, Biersommeliers, Händlern, Gastronomen und Bloggern derzeit passiert und wie all diese tollen Menschen mit dem Virus-Wahnsinn umgehen. Heute ging meine Mail an Steffen Marx vom Giesinger Bräu in München.

Simon Rossmann und Steffen Marx vom Giesinger Bräu

Hallo Steffen, wie wirkt sich die Corona-Krise auf Euer Tagesgeschäft aus?

Wir haben 40 Leute in Kurzarbeit. Die eigene Gastronomie mit über 1.000 Hektoliter ist platt. Rampenverkäufer, Staplerfahrer wurden schnell umgeschult zu Paketpackern und Auslieferern. Die Brauer und Brauerinnen sind fleißig, tapfer vor Ort und halten das Sudhaus warm. Und unser Shop läuft gut. Danke an das gesamte #teamgiesing.

Welche Probleme entstehen durch die Schließung der Bars, Taprooms und Restaurants?

Ja, die Situation ist schon blöd, wie bei allen anderen auch. Vor allem Biere, die schon bezahlt sind, gerade aber noch in den Kühlungen lagern und ablaufen werden. Deswegen: Liebe Bierverkäufer, wer Fassware von uns hat, kann diese natürlich noch zurückgeben. Meldet Euch bei mir, wenn ihr es noch nicht getan habt. Danke an alle Wirte und Wiederverkäufer.

Jede Krise hat Sieger und Verlierer. Was lernen wir aus der jetzigen Situation?

Es ist schön, dass uns die loyale und engagierte Crowd, die Fans, die Genießer sowie alle diejenigen, die viel mehr Bier kaufen, als sie eigentlich trinken können, da sind, uns unterstützen und uns helfen. Das ist enorm wichtig. Danke an alle Fans, Investoren und Genießer vom Giesinger Bräu.

Welche Tipps könnt ihr den Kollegen geben?

Einfach weiter gutes Bier anbieten und keine Kompromisse eingehen. Qualität setzt sich durch. Unbedingt die Preise hochhalten, denn 16.99 Euro für eine Kiste ist zu wenig. Macht weiter, die Leute lieben und brauchen gutes Bier. Danke an alle Bierproduzenten da draußen!

Wie sieht der Craft-Biermarkt nach Covid-19 aus?

Na hoffentlich gesund!

Corona-Krise: Wie geht es TrueBrew?

Covid-19 trifft auch die Craft-Bierbranche hart. Mit Kurzinterviews möchte ich die Community auf dem Laufenden halten, was bei Brauern, Biersommeliers, Händlern, Gastronomen und Bloggern derzeit passiert und wie all diese tollen Menschen mit dem Virus-Wahnsinn umgehen. Heute ging meine Mail an Andreas Dünkel von TrueBrew aus München.

Andi, wie wirkt sich die Corona-Krise auf Euer Tagesgeschäft aus?

Unser Tagesgeschäft spielt sich zum Großteil im Taproom ab, daher trifft es uns natürlich signifikant. Wir haben über Nacht die Initiative ergriffen unsere Tankbiere abzufüllen und bringen den Gästen, die im Münchner Stadtgebiet leben, unser Bier jetzt direkt nach Hause. Wir verschicken aber auch. Somit versuchen wir einfach für alle das Beste aus der Situation zu machen.

Welche Probleme entstehen durch die Schließung der Bars, Taprooms und Restaurants?

Der Ausfall, der jetzt in der Gastronomie entsteht, kann nach Corona erstmal nicht kompensiert werden. Die Frage ist, wie lange es so wie jetzt weitergeht und wer auch im Anschluss noch durchhalten kann. Es ist schön zu beobachten, dass alle an einem Strang ziehen und versuchen, sich mit kreativen Ansätzen über Wasser zu halten. Dennoch kann selbst ein gut laufendes To-Go Geschäft den regulären Umsatz nicht ausgleichen. Gerade der unabsehbare Zeithorizont und die dadurch resultierende Ungewissheit ist für alle Gastronomiebesitzer auch mental sehr belastend.

Jede Krise hat Sieger und Verlierer. Was lernen wir aus der jetzigen Situation?

Abgesehen von allen offensichtlichen wirtschaftlichen Herausforderungen zeichnet sich schon jetzt eine sehr schöne gesellschaftliche Dynamik der Hilfsbereitschaft und im Konsumbewusstsein ab. Auch die gezwungene Ruhephase hilft vielleicht, den schnelllebigen Alltag zu reflektieren, was sich im Nachgang zu einem sehr positiven allgemeinen Lebensgefühl entwickeln wird.

Wie sieht der Craft-Biermarkt nach Covid-19 aus?

Konsolidierung ist generell ein Thema, aber das angesprochene Konsumbewusstsein für regionale und handwerkliche Produkte könnte viele Leute dazu bewegen, doch öfter mal wieder zu den Bieren von Kleinbrauereien in ihrer Nähe zu greifen und dadurch auch Neues zu entdecken. Bestimmt bleibt dann auch der ein oder andere an der Marke hängen.

Corona-Krise: Wie geht es Hopfmeister?

Covid-19 trifft auch die Craft-Bierbranche hart. Mit Kurzinterviews möchte ich die Community auf dem Laufenden halten, was bei Brauern, Biersommeliers, Händlern, Gastronomen und Bloggern derzeit passiert und wie all diese tollen Menschen mit dem Virus-Wahnsinn umgehen. Heute ging meine Mail an Marc Gallo von Hopfmeister aus München.

Credit: Brigitte Sporrer

Hallo Marc, wie wirkt sich die Corona-Krise auf Euer Tagesgeschäft aus?

Der Verkauf ist ziemlich eingebrochen. Ich schätze mal um mindestens 50 Prozent. April und Mai waren bislang eigentlich immer die stärksten Monate. Das Auslandsgeschäft ist nicht mehr existent.

Welche Probleme entstehen durch die Schließung der Bars, Taprooms und Restaurants?

Natürlich erhebliche. Alle unsere Gastro-Kunden mussten schließen. Viele trifft das hart und die Frage ist ob sie jemals wieder öffnen. Dazu kommen die abgesagten Veranstaltungen.

Jede Krise hat Sieger und Verlierer. Was lernen wir aus der jetzigen Situation?

Augen auf bei der Berufswahl. Aber im Ernst: theoretisch werden Lebensmittel ja immer konsumiert. Die Frage ist nur, ob das Craft-Bier und regionale Brauereien wirklich davon profitieren. Der Preis ist bedingt durch das derzeit verminderte Einkommen ein wichtiger Faktor. Vermutlich werden die einen bewusster einkaufen und andere versuchen bei den Lebenshaltungskosten zu sparen. Der Bier-Konsum daheim fällt auf jeden Fall geringer aus. Gleichzeitig kann ich eine Welle der Solidarität gegenüber den kleineren Betrieben feststellen, da uns Kunden durch direkte Bestellungen unterstützen. Wir haben deshalb unseren Online-Shop kurzfristig realisiert. Gleichzeitig gibt es online aktuell ein Überangebot und auch hier steigt der Wettbewerb.

Wie sieht der Craft-Biermarkt nach Covid-19 aus?

Das vermag ich nicht einzuschätzen. Es gibt derzeit so viele Entwicklungen. So gewähren viele größere Brauereien den Gastronomen Kredite und werben damit auch um neue Kunden. Die kleineren Brauereien haben da eher das Nachsehen. Wenn ich mir aber ansehe, welche Verluste die großen Brauereien derzeit fahren, frage ich mich ob wir kleineren mit unseren schlanken Kostenstrukturen da nicht besser dran sind. Trotzdem werden viele Brauereien diese Zeit nicht überleben und die Karten neu gemischt werden. Ich glaube aber nicht, dass Craft-Bier stirbt, sondern weiterhin ein fester Bestandteil unserer Bierlandschaft sein wird.

Corona-Krise: Wie geht es der Munich Brew Mafia?

Covid-19 trifft auch die Craft-Bierbranche hart. Mit Kurzinterviews möchte ich die Community auf dem Laufenden halten, was bei Brauern, Biersommeliers, Händlern, Gastronomen und Bloggern derzeit passiert und wie all diese tollen Menschen mit dem Virus-Wahnsinn umgehen. Heute ging meine Mail an Dario Stieren von der Munich Brew Mafia aus München.

Niklas, Alex und Dario von der Munich Brew Mafia. Credit: Erik Bohr

Hallo Dario, wie wirkt sich die Corona-Krise auf Euer Tagesgeschäft aus?

Da wir sehr gerne und häufig mit unseren Bierfreunden, unserer Familia feiern sind wir gerade sehr einsam ohne diese Feste und Veranstaltungen. Natürlich wirken sich die Einschränkungen auch auf unseren Verkauf aus. Als kleine Brauerei haben wir aber den Vorteil, dass wir flexibel auf den Markt reagieren können. Eine neue Webpage mit Onlineshop sowie Heimlieferdienst steht bereits und wir sind froh um jeden, der uns – sicher von zu Hause – unterstützt. Getränkemärkte, Fachgeschäfte und Einzelhandel haben weiter geöffnet und sind für euch im Einsatz. Wichtig ist, dass man seine regionale Vielfalt unterstützt, damit diese auch nach der Krise noch besteht.

Welche Probleme entstehen durch die Schließung der Bars, Taprooms und Restaurants?

Bier ist ein geselliges Getränk, das gern in der Runde getrunken wird. Dafür sind unsere Wirte da, die Gastlichkeit und Gemütlichkeit vermitteln. Wir hoffen doch sehr, dass alle unsere Bars, die so mutig waren Craft-Bier ins Sortiment aufzunehmen, diese schwere Zeit überstehen und wir dort gemeinsam wieder gutes Bier genießen können. Es gibt Projekte zur Unterstützung der Gastronomen und Gutscheinverkäufe, bei denen man seine Stammkneipe und Restaurants unterstützen kann. Schön, dass schon viele diese Angebote wahrgenommen haben.

Jede Krise hat Sieger und Verlierer. Was lernen wir aus der jetzigen Situation?

Zusammenhalten ist wohl das Wichtigste, was wir aktuell lernen können. Auch wer nicht direkt betroffen ist, sollte solidarisch sein. Das kann heißen: zeigen von Mitgefühl für unsere systemrelevanten Arbeitsbienen, Verzicht auf viele Dinge, Hilfe in unserer Landwirtschaft (HOPFEN!!!) oder die Unterstützung seiner regionalen Brauereien. Jeder kann irgendwas beitragen und später sagen: Wir haben‘s gemeinsam geschafft!

Wie sieht der Craft-Biermarkt nach Covid-19 aus?

Na, wir hoffen, dass es munter weiter geht.

Testbräu: Himbeer-Duft für Sonnentage

Harte Zeiten, gute Biere: Dass auch Quereinsteiger gute Sude brauen können, beweisen Nicole Herdin, Dirk Lamprecht und Heiko Schwanz von Testbräu. Kürzlich hatte ich das sechsprozentige „Sorachi Blanche“ in der Himbeere-Cider-Edition im Glas. Wie bei allen ihren Bieren setzt das momentan in München brauende Team, das eigentlich in Nebra in Sachsen-Anhalt ihren Sitz hat, auch hier auf ihre Philosophie: „kein Reinheitsgebot ist uns zu heilig, keine Zutat zu teuer und keine Rezeptur zu abwegig.“

So braute das Testbräu-Trio ihr „Sorachi Blanche“ mit jeder Menge Himbeeren, Sorachi Ace-Hopfen und Cider-Hefe. In einem beerigen Rotton strahlt das Bier äußerst appetitlich durchs Glas, ein mittelporiger, zart pinker Schaum liegt oben auf. In die Nase strömen sofort die fruchtigen Noten der Himbeeren sowie ein leicht weiniger Anklang. Schon im Duft lässt sich vermuten, dass das Blanche eine leichte Säure mit sich bringt. Schlank und mit moderater Kohlensäure präsentiert sich das Bier auf der Zunge. Fruchtig-beerige Aromen dominieren das Geschmacksbild. Im Hintergrund zeigt der Hopfen dezente Zitrusnoten. Trotz sechs Prozent Alkohol wirkt das Fruchtbier angenehm leicht und regt zum weiteren Genießen ein.

Fazit: Ein absolut gelungenes Himbeer-Blanche, dass ich mir sehr gut im Sonnenschein auf der Terrasse als Aperitif vorstellen kann. Ich freue mich auf weitere Biere aus dem Hause Testbräu.

TrueBrew Brewing Co.: Münchner Craft-Brauer setzen auf aromatische Trinkfreude

Der Taproom der Jungs von TrueBrew in München zählt inzwischen zu den heißesten Craft-Bier-Hotspots der Stadt. Aus zehn Hähnen fließen dort neben Session Pils, Pale Ale und IPA auch Bockbiere sowie wechselnde Spezialitäten. Um ihre Fans nun auch zuhause zu beglücken, füllen Andreas, Lucas und Luis jetzt auch immer mehr Biere in schicke Dosen ab. Kürzlich habe ich die drei aktuellen Sorten probiert.

Schon mal vorab: Eines haben die drei Sude gemein. Sie legen alle einen berechenbaren Alkoholgehalt von 5,1 Prozent vor. Zuerst schenkte ich mir das bernsteinfarbene, naturtrübe Vienna Style Lager namens „Summit“ ins Glas. Ein schneeweißer Schaum toppt das attraktive Gesamtbild. Das Bier duftet angenehm malzig mit karamelligen Anklängen und einem würzigen sowie zart blumigen Touch. Auf der Zunge breiten sich nussige und auch malzige Töne aus, die ein wenig an Biskuit und Waldhonig erinnern, ohne süßlich zu wirken. Dazu gesellen sich herbe Hopfennoten. Die moderate und gut eingebundene Kohlensäure trägt zu einem ausbalancierten Bier bei.

Harmonisch präsentiert sich auch das Juicy Pale Ale namens „Joyride“, das durch eine helle Bernsteinfarbe besticht. Auch hier thront ein stabiler, weißer Schaum auf dem Bier. In die Nase strömt sofort ein fruchtiges Hopfen-Bukett, das mit Aromen von Mandarine und Maracuja zum ersten Schluck animiert. Im Mundraum entfaltet sich eine gewisse Vollmundigkeit mit einer sanften Karbonisierung. Dazu paaren sich tropisch-fruchtige Aromen von Mango und Maracuja von der eingesetzten Sorte Mosaic sowie Noten von Pfirsich und ein würziger Hauch. „Joyride“ verabschiedet sich mit einer angenehmen Herbe, die zum Weitertrinken anregt.

Das letzte der Trilogie ist das nachtschwarze „Bavarian Stout“, auf dem ein cremefarbener Schaum schwimmt. Es duftet klassisch-malzig mit Noten von Schokolade und etwas Lakritz. Im Antrunk zeigt sich das Stout angenehm schlank. Aromen von Milchschokolade und Kakao treffen auf eine dezente Röstigkeit. Das Finish ist langanhaltend, trocken und mild bitter.

Fazit: Drei wirklich harmonische Sude, die durch ihr jeweiliges Aromaspiel und ihre hohe Drinkability überzeugen. Keine Biere, die überfordern, sondern zu einem zweiten Glas anregen. Ich freue mich schon auf weitere kreative Sude aus dem Hause TrueBrew.

Brauer-Portrait: Hausfreund – „Ein Brauer muss sich an seinem Bier messen lassen“

David, Andy und Moritz von Hausfreund

„Einen Hausfreund braucht jeder“, heißt es bei den Machern der Marke Hausfreund aus Ottobrunn bei München, „mit ihm wird es nie langweilig.“ Und genau das haben sich Moritz, David und Andy auf die Fahnen geschrieben. Sie experimentieren fleißig bei den Rohstoffkombinationen und bringen somit bei hoher Trinkfreude einen kreativen Touch in ihre Sude. Moritz, der die Marke vor rund drei Jahren gründete, ist mit David für die Außendarstellung im Vertrieb und auf Festivals zuständig. Andy ist studierter Braumeister sowie ausgewiesener Hopfenexperte und somit zuständig für die Biere. Neben einem ungewöhnlichen Hellen, das mit den vier Hopfensorten Melon, Perle, Saphir und Cascade gebraut ist, führen die Münchner auch diverse andere Sorten: German Pale Ale, IPA, Imperial Stout und saisonale Sude wie etwa ein „Oktober Pale Lager“ oder einen „Wet Hop Weizendoppelbock“ im Portfolio.

Die Fragen beantworten Moritz und Andy gemeinsam:

Welche Eigenschaften zeichnen Eurer Meinung nach einen richtig guten Craft-Brauer aus?

Andy: Neben Tattoos und Bart, die Kenntnis der Rohstoffe und wie man sie einsetzt sowie Flexibilität im Prozess und vor allem gute Qualität des Endproduktes.

Moritz: … dem kann ich mich nur anschließen. Ein guter Brauer muss sich an seinem Bier messen lassen.

Was macht für Euch ein wirklich außergewöhnliches Bier aus?

Moritz: Eine außergewöhnliche Story, besondere Zutaten oder auch einfach eine außergewöhnliche Interpretation, die das Bedürfnis steigert, das Bier zu probieren.

Andy: Eine gute Drinkability gepaart mit gutem Aroma und außergewöhnlichem Geschmackserlebnis.

Was war das schrägste Bier, das ihr jemals getrunken habt?

Andy: Das war ein Oyster Stout, das mit Austernschalen gebraut wurde.

Moritz: Was ist schräg heutzutage? Man hört oft von sehr schrägen Bieren, leider bekommt man die selten tatsächlich in die Hände. Aber es gab schon einige Sude, die mir zwar aufgrund von Zutaten wie Thaibasilikum, Chili-Pfeffer, Salz usw. schräg klangen, aber doch sehr gut und ausgewogen geschmeckt haben. Es waren aber auch einige Sude dabei, die geschmacklich sehr schräg geblieben sind.

Mit welchen ungewöhnlichen Zutaten würdet ihr gern einmal brauen?

Andy: Mit sibirische Bärenknochen😉… Spaß beiseite. Das Reinheitsgebot limitiert uns natürlich bei ungewöhnlichen Zutaten. Wir haben angelehnt an die Single Hop IPA‘s (SHIPA) aber letztes Jahr Biere gebraut, bei denen wir den die Hopfensorten von nur einem Hof genommen haben (Single Farm Hops).

Moritz: Wir haben aber auch ein paar Ideen für Ausnahmegenehmigungen…

Was ist eigentlich Euer Lieblingsgericht und was trinkt ihr dazu?

Moritz: Ich esse am liebsten was Lokales mit einem lokalen Bier und lass mich überraschen. Ein schönes Cordon Bleu mit einem guten Hellen geht aber fast immer.

Andy: … oder eine Pizza Quattro Formaggi mit einem leichten Pale Ale.

Wie seht ihr die Entwicklung der Craft-Bierszene in fünf Jahren?

Moritz: Ich denke, dass vor allem das Segment Gasthausbrauerei bzw. „Brewpub“ wachsen wird. Sicher werden aber auch noch einige „Neue“ dazu kommen und auch noch mehr internationale Marken auf den deutschen Markt drängen. Alles in allem denke ich, dass die Szene noch deutlich wachsen wird.

Andy: Ich glaube, das Craft-Bier insgesamt noch regionaler werden wird und vor allem auch im regionalen Biermarkt aufgehen wird.

Und was habt ihr als Nächstes vor?

Moritz & Andy: Wir planen gerade ein Kollaborationsbier mit unseren Freunden von Higgins Ale Works und Jeremy von Neshaminy Creek Brewing Company. Außerdem arbeiten wir an einem neuen IPA, dass wir hoffentlich im Verlauf des Frühjahres präsentieren können.

Tilmans Biere: Modernes Weißbier par excellence

Weißbier gilt vor allem in Bayern als Grundnahrungsmittel und darf auch bei hiesigen Craft-Brauern nicht im Portfolio fehlen. Die meisten Hopfenzauberer setzen allerdings auf moderne Interpretationen dieses klassischen Bierstils. So auch die Macher von Tilmans Biere aus München bei ihrem Trunk „Der Weizen“. Vereint wird hierbei traditionelles Handwerk und kreative Braukunst. Den besonderen Touch schenkt Braumeister Til seinem Weißbier durch heimisches Weizen- und Gerstenmalz, Flaschengärung sowie mit Hopfensorten wie Comet aus der Hallertau und Strisselspalt aus Frankreich.

Sonnengelb und natürlich naturtrüb strahlt das sechsprozentige Weißbier durch das Glas. Ein feinporiger, schneeweißer Schaum komplementiert die Optik. Die Nase wird verführt durch ein frisches und fruchtiges Bukett. Estrige Noten von sanfter Banane und Nelke paaren sich mit Zitrusfrüchten und einem Touch von Weißwein. Auf der Zunge zeigt sich „Der Weizen“ frisch, schlank mit zarter Säure und cremigem Malzkörper. Hefe und Hopfen dominieren das Geschmacksbild mit würzigen und fruchtigen Aromen. So dringen vor allem Zitrusfrüchte und ein Anklang von Weißwein in den Vordergrund, begleitet von einem sanften Bananen- und Nelkenton. Das aromatische Finish lädt zum nächsten Schluck ein.

Fazit: Ein leckerer Klassiker, der niemanden so schnell überfordert und sicherlich auch gewöhnliche Weizen-Trinker zu Craft-Liebhabern bekehren kann. Für mich ist dieses moderne Weißbier ein ständiger Begleiter zum Weißwurstfrühstück, zur Pizza oder einfach am Tresen vom Frisches Bier, der Münchner Bierbar von Tilmans Biere.

BierForum: Braukunst Live! mit interessantem Wissensforum

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Die Braukunst Live!, eines der wohl größten deutschen Bierfestivals, rückt immer näher und Besucher können auf viele neue Ideen gespannt sein. Wie immer warten spannende Brauereien, ungewöhnliche Sude und interessante Gespräche auf ein genussfreudiges Publikum. Eine der wohl spannendsten Neuerungen ist das „BierForum“, das am Freitag (31.1.) im Vorfeld der Messe stattfindet. Bei diesem kongressähnlichen Symposium halten Top-Speaker verschiedene Vorträge, die sich alle um das Thema handeln: „Wie schaffen wir es, den Wert des Bieres beim Verbraucher darzustellen?“

Eine Materie, die viele aus der Bierbranche beschäftigt. Experten dozieren in zwei Räumen des MVG Museums und beleuchten die Themen aus Blickwinkeln der Gastronomie und des Handels. So spricht etwa Michael Ehler, einer der renommiertesten deutschen Rhetorik-Trainier, über Strategien beim Verkaufsgespräch. Klaus Artmann dagegen ist im „BierForum“ zuständig für Wissen am Point of Sale. Denn neben seinen Aktivitäten als Biersommelier ist er auch als Berater für mittelständische Unternehmen tätig. Alles Themen, die vor allem junge Craft-Brauer beim Aufbau ihres Geschäftes unterstützen können.

Einen Vergleich der Wertigkeit von Wein und Bier liefert Prof. Dominik Durner. Er fungiert als Professor für Lebensmitteltechnologie und Önologie an der Hochschule Kaiserslautern. Seine Funktionen am Weincampus: Er ist Vorsitzender des Gemeinsamen Ausschuss der Fachbereiche (GAF), Leitung Dualer Studiengang (B. Sc.) Weinbau und Önologie sowie Mitglied im Prüfungsausschuss. Mit dem Thema Bier ist Durner in jeder Hinsicht bewandt, weil er unter anderem Vorstandsmitglied beim Meininger’s International Craft Beer Award ist. Auch Bier-Sensorik dient als wichtiges Verkaufsargument, worüber Dr. Wolfgang Stempfl referiert, der mehr als drei Jahrzehnte der Kopf und das Gesicht der Doemens Genussakademie in Gräfelfing bei München war.

Zudem gibt es Vorträge von der „BierBegeisterung“. Hans Wächtler, der sich seit mehr als 30 Jahren dem Bier und der Braubranche widmet, spricht über Erfolgsfaktoren der Szene. Wächtler liebt nicht nur Bier, er lebt es auch und spezialisierte sich daher auch auf die Aromen, die aus den verschiedenen Rohstoffen kommen. Seine Tochter Dorothea, eine renommierte Biersommelière, doziert im Forum über ihre Spezialgebiete Vertrieb und Marketing.

Das „BierForum“ ist als bunte Mischung von Vorträgen und Themen ausgelegt. Speziell richtet sich die Veranstaltung an Leute aus Handel und Vertrieb sowie an Brauer und die, die es noch werden wollen. Die Referenten stehen auch beratend zur Beantwortung gezielter Fragen zur Verfügung. Dabei stellen die Organisatoren auch diverse Getränke zur Verfügung. Im Anschluss an den Kongress finden ab 14:00 Uhr im MVG Museum die Fachbesucherstunden der Braukunst Live! statt. Jeder Teilnehmer ist herzlich eingeladen direkt im Anschluss in der Halle zu verweilen und sich durch die Welt der kreativen Biere zu verkosten.

„BierForum“

Wann: 31. Januar 2020, 9 bis 14 Uhr

Wo: MVG Museum Ständlerstr. 20, 81549 München

Preise: Tagesticket kostet 350 Euro pro Person. Aussteller der Braukunst Live! zahlen 250 Euro. Die Gebühr umfasst die eintägige Teilnahme am Bierforum inklusive Mittagessen, Tagungs- und Pausengetränke. Preise zzgl. MwSt. Sie erhalten von den Veranstaltern eine Auftragsbestätigung/Rechnung. Bitte beachten Sie, dass die Plätze limitiert sind. Ihre persönliche Eintrittskarte erhalten Sie direkt vor Ort im MVG Museum an der Registrierung.

Mehr Infos: https://www.braukunst-live-muenchen.de/highlights/bierforum.html