Weihenstephan: Forscherbier aus der Männerhandtasche

Vergangene Woche war ich auf der BrauBeviale in Nürnberg. Leider war ich mit dem Auto da und konnte von den vielen und tollen Suden, die dort ausgeschenkt wurden, nur an einigen nippen. Matthias Ebner, Organisator des Innovationswettbewerbs für Getränke- und Lebensmitteltechnologie der TU München in Weihenstephan, hatte wohl besonders Mitleid mit mir. Er schenkte mir eine spezielle Männerhandtasche mit drei Bieren aus der Forschungsbrauerei. Die musste ich dann zwar quer durch die Messe schleppen, aber es hat sich gelohnt. Zwei Hopfensäfte aus der Holzkiste habe ich mir zuhause dann schon mal genauer auf der Zunge zergehen lassen.

1447778199053Das erste heißt „White Hoplosion Comet“. Eingebraut wurde das sechs prozentige Hefeweizen extra zum 150. Geburtstag der Uni für Brauwesen. Es leuchtet sonnengelb im Glas. Schon der hefig-fruchtige Duft lässt ein großes Bier erwarten. Moussierend und zugleich erfrischend verbreitet sich der Trunk am Gaumen. Aromen von roten Beeren und Zitrusfrüchten, die vom Comet Hopfen stammen, streicheln die Zunge. Dazu kommen würzige Noten von der Sorte Herkules und etwas Bananiges von der Hefe. Von den 56 Bittereinheiten merke ich im Abgang nicht besonders viel, stört aber nicht. Trotz sechsprozentigem Alkoholgehalt wirkt „Hoplosion“ eher leicht. Das bedeutet: hohe Trinkbarkeit.

1447778189543Das zweite Bier heißt „Luke`s Stout“. Mit 6,3 Prozent Alkohol ist es nicht zu schwer. Das kastanienbraune Stout riecht etwas nach Eisen, dennoch dominieren röstige Noten. Im Mund überraschend frisch mit karamelligen Nuancen, gepaart mit dunkler Schokolade, Kakao und einem Hauch Espresso. Im Abgang erscheint auf einmal ein fruchtiger und deutlicher Geschmack von Quitten.

Fazit: Das White Hoplosion Comet ist mal ein ganz anderes Weißbier-Erlebnis. Wenn man dieses Bier kaufen könnte, würde ich mir gleich noch ein paar Flaschen besorgen. Luke`s Stout ist sicherlich ein ansprechendes Ale, dennoch trifft es nicht ganz meinen Geschmack. Besonders positiv überrascht war ich allerdings von dem unerwartet, fruchtigem Abgang. Beide Biere lassen indes Hoffnung aufkeimen, das aus Weihenstephan künftig noch mehr großartige Hopfensäfte zu erwarten sind.

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