Uerige DoppelSticke Edition 1862: Hammer-Alt zur Jubelfeier

Uerige - Doppel Sticke Edition 1862
Uerige – Doppel Sticke Edition 1862

Lange habe ich diesen Schatz im Bierkeller für ganz besondere Ereignisse aufbewahrt. Immerhin war die schnucklige 375ml-Langhalsbottle des „DoppelSticke Edition 1862“ ein persönliches Geschenk aus der Uerige-Brauerei. Aber die grässliche Regenperiode der vergangenen Wochen bei uns in Bayern mit Temperaturen von meist unter zehn Grad, brachten mich dazu, diese alkoholreiche Wärmeflasche vorzeitig aus der Versenkung zu ziehen.

Es fällt schwer, bei diesem Trunk eine Einordung in eine der gängigen Typologien zu finden. Ist es ein krasses Altbier, die rheinische Version eines Barley Wines oder eher ein Düsseldorfer Imperial Ale? Vielleicht von all dem ein bisschen – aber auf jeden Fall genial. Fest steht jedenfalls: Dieses Bier ist ein echter Geheimtipp.

Ich hatte schon vor einiger Zeit schon mal das normale Uerige DoppelSticke mit 8,5 Prozent Alkoholgehalt probiert, eine Version, mit der die Uerige-Macher schon seit einigen Jahren erfolgreich den US-Markt bedienen. Auch das war schon ein beindruckender Craft-Trunk. Aber bei der Edition 1862, die zum 150. Jubiläum der Hausbrauerei aufgelegt wurde, haben die Düsseldorfer Traditionsbrauer von allem noch mal eine Schaufel mehr in den Sudkessel gekippt.

Nicht nur durch einen Alkoholgehalt von 11,8 Prozent verspricht dieses Bier wirklich Superlative. Allein die Zutaten bilden eine einzigartige Kombination: Gerstenmalz, Karamellmalz, Weizenmalz und Röstmalz, außerdem reichlich Doldenhopfen und die hauseignen Uerige-Hefe. Dazu wurde der Zaubertrank noch 12 Monate im Single-Malt-Fass gelagert.

Dunkelbraun läuft dieses Bier beinahe wie Schweröl ins Glas. Und augenblicklich fluten süße Aromen von Dörrpflaume, Waldfrüchten und Sahnekaramell den Raum. Über allen weht der feine Duft aus dem schottischen Whiskyfass. Im Antrunk macht zunächst der Alkohol mächtig Eindruck. Dann wird es filigraner: Es schmeckt nach Brombeere, Mandel, Vanille, Kandis, Schokolade und einem Hauch Lakritz. Wer schon mal in den schottischen Highlands war und dort hausgemachte Whisky-Marmelade probiert hat, wird sich erinnern. Die Uerige-Brauer rundeten das Bier mit einer sauberen Bittere aus den Doldenhopfen ab, die eine angenehme Balance zur Süße herstellt. Empfehlung: Nicht zu kalt trinken, am besten bei 12 Grad.

Fazit: Schließe mich den Worten von Düsseldorfer Altstadt-Gourmets an: „Dat is wahrlich ein leckeres Dröppke!“  Aber mit einem Peis von knapp 25 Euro die 375ml-Flasche eher etwas für ganz besondere Tage, eben für Jubiläen jeglicher Art. Aber da es nur eine limitierte Sonderauflage von 150 Flaschen gab, dürfte es schwerfallen, diesen Sud noch irgendwo aufzutreiben. Ich habe noch eine Flasche im Keller und die werde ich wohl zum nächsten Weihnachtsfest mit feiner Schokolade probieren.

2 Gedanken zu “Uerige DoppelSticke Edition 1862: Hammer-Alt zur Jubelfeier

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