Finnland: Kurze Bierprobe jenseits des Polarkreises

Eisige Schneelandschaft in Ivalo
Eisige Schneelandschaft in Ivalo

Bin gerade aus dem finnischen Lappland von einem Winter-Drive mit Audi nördlich des Polarkreises zurück. Mit einem 367 PS-Gefährt bretterte ich bei minus 18 Grad über die Schneepisten der Teststrecke bei Ivalo nahe des berühmten Inari-Sees. Der Adrenalinkitzel machte mächtig Durst auf ein geiles Bier. Im „Petronella“, dem wohl besten Restaurant im kleinen Nest Saariselka, inmitten nordischer Wildnis, bestellte ich abends zu Steinpilzsuppe und Elchbraten das einzige Bier, das es dort gab: ein Lager von Lapin Kulta. Immerhin was Finnisches und vom Fass. Gereicht wurde das regionale Standardbier in einem Weizenglas. Übersetzt heißt der Name übrigens „Das Gold Lapplands“.

Lapin Kulta Lager
Lapin Kulta Lager

Lapin Kulta ist natürlich kein Craft-Bier und trotz goldener Farbe, der Geschmack war für eingefleischte Hopheads alles andere als goldig. Die zweitgrößte Brauerei Finnlands wurde 1873 noch unter anderer Bezeichnung gegründet und bietet heute ausschließlich Lager- und Pils-Sorten an. Viel kann ich zu diesem goldfarbenen Lager nicht sagen. Jedenfalls spürt man kaum Alkohol. Das Bier wirkt mit seinen 4,5 Prozent so dünn, dass ein kräftiger, an Wodka gewöhnter Finne wohl schon mal ein Fass trinken muss, um Wirkung zu verspüren. Als Durstlöscher zum kräftigen Nordmannsessen war es ok, aber der köstliche Elch hätte definitiv etwas Besseres verdient.

Dagegen erwies sich eine kleine, gemütliche Bierbar (The Oak Barrel) auf dem Flughafen in Helsinki als echter Craft-Geheimtipp, während ich auf den Heimflug wartete. Als ich auf einer Tafel über der Bar die Bezeichnung „Microbreweries“ entdeckte, ging mir doch glatt das Herz auf. Ich bestellte noch ein finnisches Porter der Suomenlinna-Brauerei, die auf einer Insel vor Helsinki liegt. 0,2 für 5,90 Euro war schon happig, aber zumindest ein kurzer Gaumenschmaus. Aber richtige Biere kosten in Finnland auch richtig Geld. Immerhin wies das Ale schöne Kaffeenoten auf mit einem Hauch von roten Beeren in Nase und Geschmack. So konnte ich mir wenigstens den Cappuccino sparen.

Finnisches Porter in Helsinki am Flughafen
Finnisches Porter in Helsinki am Flughafen

Der Keeper erzählte mir, dass Finnen nicht nur harte Sachen, sondern auch gern Bier trinken. Der Gerstensaft könne zudem eine lange Geschichte vorweisen. Die Vorväter des Finnvolkes brauten bereits vor Jahrtausenden das Urbier Sahti, das anstelle von Hopfen mit Wachholderbeeren angesetzt wurde. Und während ich dem Barmann lauschte, wurde schon wieder zum Boarding aufgerufen…

2 Gedanken zu “Finnland: Kurze Bierprobe jenseits des Polarkreises

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