Trend-Kneipe: Besuch in der Brewdog Bar in Helsinki

Brewdog Bar Helsinki
Brewdog Bar Helsinki

Auch Finnland hat einiges in Sachen Craft-Bier zu bieten. Aber dieses Mal war nicht ich dort, sondern meine Schwester. Und klar, als ebenso Bierliebhaberin ließ Elena es sich nicht entgehen, auf ihrem Wochenend-Tripp durch Finnlands Hauptstadt, in der Brewdog Bar – flippig und zum Teil mit Turnhallenboden ausgelegt – ein frisch gezapftes Punk IPA zu genießen.

Ihr Fazit: „Geil! Aber die in Edinburgh hatte mehr Atmosphäre und war irgendwie punkiger.“

Hier ein paar Eindrücke:

Frisch gezapftes Punk IPA
Frisch gezapftes Punk IPA

Foto: Feiner Hopfen

Sportliche Preise
Sportliche Preise

Foto: Feiner HopfenFoto: Feiner Hopfen

Brewdog
Brewdog

Brewdog: Restorative Beverage for Invalids & Convalescents

Brewdogs Hopfenhammer
Brewdogs Hopfenhammer

Wenn ein neues IPA aus der schottischen Hopfenhölle von Brewdog kommt, wartet schon eine ganze Fangemeinde auf den Zaubertrank. Was die Punker aus Ellon in Aberdeenshire diesmal aus dem Sudkessel hexten, ist pure Medizin. Darauf lässt nicht zuletzt auch der ungewöhnliche Name des Bieres schließen: Restorative Beverage for Invalids & Convalescents ist tatsächlich die zarte Umschreibung für ein IPA aus dem medizinischen Lehrbuch des berühmten Medicus Dr. Jonathan Pereira (1804–1853) und heißt ungefähr so viel wie „stärkendes Getränk für Invaliden und Menschen im Genesungsprozess“.

Ob die aufbauende Wirkung im Krankheitsfall tatsächlich funktioniert, kann ich nicht beurteilen. Aber eines ist ganz klar: Brewdogs Invalidenbier ist mit 100 Bittereinheiten ein richtiger Hopfenhammer geworden. Die Mixtur aus Citra, Amarillo und Centennial unterstützt von kraftvollen 7,8 Umdrehungen – zeigt hier ihre volle Durchschlagskraft. Als Malzbeigabe wurde der extrem helle Marris Otter verwendet, der das Ale mit einen blass-goldenen Körper versieht. Unbedarfte könnten glauben, ein leichtes Sommerbier im Glas zu haben. Aber Vorsicht: Dieser Trunk im Stil des 19. Jahrhunderts ist nichts für schwache Gemüter sondern ein Double IPA in seiner reinsten Form, mit brutalen Hopfengeschmack, staubtrocken, ohne jegliche Süße, aber mit höchster Intensität. Im Mund explodieren Zitrusaromen, unterlegt von noch nicht ganz reifen Steinfrüchten und münden in einen sehr langen Abgesang.

Fazit: Diese Brewdog-Medizin ist nichts für Craftbier-Novizen, aber ein Muss für alle echten Hopfen-Aficionados. Ein wirklich extrem bitteres IPA, bei dem man spürt, dass die Schotten hier Berge von Hopfen in den Sud gekippt haben. Mit über sechs Euro im Handel nicht gerade billig, aber irgendwie genial und seinen Preis allemal wert.

Brewdog „IPA is Dead“: Schottischer Beweis, dass dieser Bierstil noch lange lebt

Am Wochenende verkostete ich mit meiner Schwester die „IPA is Dead“-Serie von der schottischen Brauerei Brewdog. Dabei ging es um vier Single Hop Biere, die alle mit dem gleichen Malz und der gleichen Hefe gebraut, aber jeweils mit einem anderen Hopfen gestopft wurden: amerikanischer Amarillo, deutscher Comet, neuseeländischer Kohatu und amerikanischer Exp 366. Die Kreationen in dem Viererpack unterscheiden sich weder in der Stammwürze (15,5 Prozent), noch im Alkoholgehalt (7,2 Prozent) und auch nicht in der Bittere (70 IBU). Diese vier IPAs sind ein wunderbares Beispiel, wie intensiv Hopfen als Geschmacksträger dient.

IPA is Dead Serie von Brewdog
IPA is Dead Serie von Brewdog

 

Hopfen: Comet

Farbe: bernstein

Geruch: erinnert an Punk IPA, Blaubeere, Zitrusfrüchte

Geschmack: Blaubeere, rote Beeren, Pampelmuse

 

Hopfen: Exp 366

Farbe: bronze

Geruch: Papaya, Mango, Zitrusfrüchte, Pinienharz

Geschmack: Papaya, malzig, Südfrüchte, Pinie

 

Hopfen: Amarillo

Farbe: bronze

Geruch: Blutorange, blumig, Zitrusfrüchte

Geschmack: Orangenschale, Pfirsich, Grapefruit

 

Hopfen: Kohatu

Mein Favorit: Brewdog Comet
Mein Favorit: Brewdog Comet

Farbe: bronze

Geruch: Ananas, Pinie

Geschmack: blumig, tropische Früchte, malzig, Zitrusfrüchte

 

Fazit: Alle vier sind ein hopfiges Erlebnis, keine Frage. Das Brewdog-Team zeigt hier wieder einmal, dass sie zu den innovativsten Craft-Bier-Produzenten in Europa zählen. Am besten gefiel mir das Comet IPA. Die Hopfenaromen standen absolut im Vordergrund und brachten intensive Fruchtnoten auf die Zunge. Danach folgte das Exp 366, das aber im Geruch mehr versprach als der Geschmack hielt. Beim Amarillo kamen die klassisch charakterisierenden Noten leider nicht intensiv genug durch. Auf dem letzten Platz landete das Kohatu. Von neuseeländischen Hopfen ist der Genießer eigentlich richtig deftige Fruchtbomben gewöhnt. Hier dringt der Obstcharakter bedauerlicherweise kaum durch. Trotz allem sind alle vier IPAs eine Verkostung wert. Interessant ist auch, wenn man die Biere untereinander mischt, so dass sich das eigene Geschmackserlebnis bestimmen lässt.

Brewdog: „Hello my name is Mette Marit“

Brewdog - Hello my name is Mette Marit
Brewdog – Hello my name is Mette Marit

Die schottische Brauerei Brewdog ist nicht nur für ihre ungewöhnlichen Biere bekannt, sondern auch für die eigenwillige Namensgebung ihrer Sude. Neben dem „Hello my name is Sonja“ mit kübelweise frischen Moosbeeren, gibt es auch das „Hello my name ist Mette Marit“, eine Ode an die gleichnamige norwegische Prinzessin. Die Schotten brauten denn auch mit norwegischen Moosbeeren und sparten – wie gewöhnlich – bei diesem India Pale Ale auch nicht am Hopfen: Citra, Nelson Sauvin und Bramling Cross geben ein duftendes, hopfiges Aroma.

Eines vorweg: Das goldene Double IPA mit 8,2 Prozent Alkoholgehalt riecht nicht nach norwegischer Prinzessin. Es duftet süßlich nach Karamell und den roten Beeren. Im Mund dominiert der Hopfen mit seinen Zitrusnoten von Grapefruit und Limone. Die dezente Säure wird von den Preiselbeeren unterstützt, die sich dann aber noch in eine karamellige Süße umwandeln. Der Abgang ist kräftig bitter und sehr trocken.

Fazit: Ein interessantes IPA, dennoch hätte ich mir mehr Aromen aus dem Korb von roten Früchten gewünscht. Die Sonja-Version gefiel mir deutlich besser. Übrigens: In Norwegen heißt das Bier: „Hello my name ist censored“.

Brewdog: Totes Pony im Club

Dead Pony Club von Brewdog
Dead Pony Club von Brewdog

Sommer, Sonne und kräftiger Durst: Ein leichtes Session Ale muss her. Ich entscheide mich für das „Dead Pony Club“ von den schottischen Brauhunden. Bei 3,8 Prozent Alkoholgehalt erwarten die meisten Biertrinker nicht gerade eine Geschmacksbombe. Aber typisch Brewdog: An Hopfen und den dazugehörigen Aromen wird nicht gespart. Allein das Bukett des Pale Ales nach kalifornischem Stil lässt Staunen. Die verwendeten Hopfensorten Simcoe, Citra und HBC bringen vollste PS-Leistung. Düfte von Maracuja, Zitrus, Orange und Papaya schwirren umher. Im Geschmack balancieren sich Hopfen und Malz wunderbar aus. Fruchtaromen von Ananas, Mango und Limetten paaren sich auf der Zunge auf einem feinen Bett aus Malz. Im Abgang folgt, auch typisch für Brewdog, eine kräftige Bittere.

Fazit: Ein gutes Craft-Bier muss nicht immer über fünf Prozent haben, um mit hopfigen Geschmacksexplosionen zu punkten. Wenn ein Session Ale liebevoll und kreativ gebraut wurde, dient es nicht nur als fruchtige Erfrischung für den Sommer, es ist auch ein Highlight für Genießer.

Übrigens: Irgendeine Umweltorganisation hat die supergeilen T-Shirts von Brewdog mit einem auf dem Rücken liegenden Pony angemahnt, worauf die witzigen Hemden aus den Regalen verschwanden. Weiß jemand, wo man solche Hemden noch kaufen kann???