Brazilian Beer Contest: Heiße Sude aus den Tropen

20180303_085036Auch wenn die Sonne nur hin und wieder durch die Wolkendecke blitzt, zeigt das Thermometer schon am Morgen tropisch-feuchte 27 Grad. Vor der Halle des „Eisenbahn Biergarten“ im brasilianischen Blumenau sammeln sich die Juroren für den „Brazilian Beer Contest“ und lauschen nebenbei den Klängen von „Ein Prosit der Gemütlichkeit“, die aus irgendwelchen Lautsprechern des steinwurfentfernten „Vila Germanica Parks“ dröhnen. „Wenn das nicht ein guter Start in den Verkostungstag ist“, prustet ein Jurymitglied lachend heraus.

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Erste Runde: Session IPAs

Brasilien gilt als aufsteigende Biernation, die sich gern die deutsche Bierszene als Vorbild nimmt. Ob es dann gleich wie auf dem Oktoberfest zugehen muss, sei dahingestellt. Jedenfalls passiert in dem südamerikanischen Land ziemlich viel in Sachen Bier, wie die Fakten des Awards beweisen. Waren es vor sechs Jahren, als der Contest aus der Taufe gehoben wurde, noch 215 Einreichungen, bewertete eine 86-köpfige Jury aus 38 Ländern dieses Mal insgesamt 2.859 Biere von 475 Brauereien. Im Vergleich zum vergangenen Jahr stieg die Anzahl somit um 43 Prozent. Amanda Reitenbach,  die brasilianische Organisatorin,  freut sich über den Boom ihres Awards und die fast explodierende Bierszene ihres Landes. Inzwischen gibt es fast 700 Brauereien – und es werden immer mehr.

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Neuer Erfahrung: Bewertet wurde auf Tablets

Am liebsten brauen die brasilianischen Biermanufakturen wohl Pale Ale, India Pale Ale und bayerisches Hefeweizen. In diesen Kategorien gab es die meisten Einreichungen. Zudem verkostete die Jury neben massenhaft Witbieren auch süffige Kölsch, nachtschwarze Stouts und alkoholreiche Barley Wines. Am spannendsten war – vor allem für die internationale Jury – der neue brasilianische Stil „Catharina Sour“. Zwar war dieses Sauerbier als eigene Typologie in der Jury noch etwas umstritten, weil es sich dabei eigentlich nur um eine Abart der Berliner Weisse handelt, die allerdings mit zahlreichen Früchten angesetzt ist. Aber einige davon sind sogar mit landestypischem Obst wie Guave, Maracuja, Pitanga, Butia oder Umbu aromatisiert und – wie ich fand – ein wahrer, fruchtig-frischer Hochgenuss.

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