Brew Age: „Affiger” Prototyp eines New England IPAs

IMG_20170702_114127_693Sogenannte „New England IPAs“ (NEIPA)  liegen momentan extrem im Trend. Ein Musterbeispiel für diesen Bierstil hatte ich kürzlich auf dem Hoffest vom Bierhandwerk in Freising im Glas. Zu Gast war auch das Team von Brew Age aus Wien, die ihr „Alphatier“ erstmals in Deutschland ausschenkten. Aber was ist eigentlich dieses NEIPA von dem gerade die Craft-Nerds sprechen? Die österreichischen Gypsy-Brauer beschreiben das ganz treffend:

„Polarisierendes Merkmal ist die dichte, feine Trübung. Manche Exemplare sehen im Glas eher wie ein Milkshake als ein IPA aus. Während die meisten Brauer bei ihren Bieren eine natürliche Klärung durch Sedimentation der Hefe im Tank, mittels Zentrifuge oder Filtration anstreben, ist beim NEIPA alles anders. Durch intensives, mehrmaliges Hopfenstopfen, den Einsatz eines Hefestamms, der sich nur langsam absetzt und das Verbrauen von Weizen- oder Haferflocken wird hier eine stabile, intensive Trübung angestrebt. Die Weizen- oder Haferflocken sollen das Mundgefühl erhöhen, ein weiteres wichtiges Merkmal dieser Biere. „Smooth“ muss es sein, eine hohe Drinkability haben und eine nur mäßige Hopfenbittere… Was NEIPAs mit klassischen IPAs verbindet ist die intensive Hopfenfrucht. Ein NEIPA kann nicht fruchtig-juicy genug sein. Aus dem Glas soll einem ein Cocktail an Südfrüchten entgegenspringen. Jedoch fehlen die sonst üblichen harzigen, pinienartigen Aromen. Kurz gesagt ein Hopfensmoothie, perfekt für heiße Sommertage.“

Und das „Alphatier“ der Jungbrauer ist für mich ein Prototyp eines NEIPAs. Vier hocharomatische Hopfensorten verwendete das Brew Age-Kollektiv: Amarillo, Centennial, Citra und Mosaic. Im Glas steht es wirklich wie ein Orangensaft mit Schaumkrone. Durchschauen kann man nicht. Gelungene Trübung. Man könnte auch fast behaupten, dass die Sonne im Glas aufgeht. Auf der Zunge breitet sich das 5,6-prozentige NEIPA weich und vollmundig aus. Tropische Fruchtaromen von Maracuja, Mango und Grapefruit sowie Orange und Limone verwöhnen Nase und Gaumen. Trotz der knapp sechs Prozent wirkt das Craft leicht und frisch. Die 40 Bittereinheiten sind wahrnehmbar, aber halten sich stiltypisch eher im Hintergrund. Übrigens finde ich die Aufmachung des Etiketts mit dem Koboldmaki sehr gelungen.

Fazit: Auch wenn ich nicht ganz das Erlebnis wie der Affe auf dem Etikett hatte, der beim ersten Antrunk die Augen vor Begeisterung aufreißt, empfehle ich dieses NEIPA auf jeden Fall gern weiter. Die Frische und fruchtige Hopfigkeit machen das Alphatier zu einem wahren Sommergenuss.

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2 Gedanken zu “Brew Age: „Affiger” Prototyp eines New England IPAs

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