Braukurs: Ein bieriger Besuch bei Familie Hertl

20160924_102340Es ist schon ein besonderes Erlebnis, mit David Hertl ein Bier zu brauen. Denn er ist nicht nur einer der witzigsten Typen in der Craft-Szene, sondern auch einer der kreativsten Brauer Deutschlands. Mit ihm und ein paar anderen Hop-Guys produzierte ich im Spätsommer in seiner Braumanufaktur im fränkischen Schlüsselfeld ein Double Pumpkin Ale mit 7,5 Prozent Alkohol.

Der Brautag begann schon am frühen Morgen. Vor Hertls Bierwerkstatt bekam jeder Teilnehmer des Braukurses erst mal ein frischgezapftes Kellerbier in die Hand gedrückt. Dann wurde die Arbeit aufgeteilt. Die einen schroteten Pilsner-, Münchner- und belgisches Karamellmalz, David heizte die Kessel an und meine Schwester und ich schnitten Hokkaido-, Ambercup- und Festival-Kürbis, die einige Stunden vorher im Ofen gegart wurden. So geben sie im Sud nachher angeblich mehr Aroma ab.

20160924_102730Auf Hertels urigem Anwesen geht es noch richtig handwerklich zu. Während Vater Bernd schon mal Etiketten auf die Flaschen klebt, feuert Mutti Vroni schon den Grill für ein zweites Frühstück an. Es gab hausgemachten Flammkuchen vom Rost. Gastfreundschaft wird bei den Hertl’s großgeschrieben. Nach dem alle zusammen eingemaischt hatten und verschiedene Rasten eingehalten wurden, war schon wieder Mittagszeit. In geselliger Runde genossen wir fränkisches Schäufele. Dabei erzählte David noch einiges über den Brauprozess und seine Brauerei. Nach dem Läutern kochten wir die Würze, ich durfte den Hopfen zugeben und andere brachten mit der Schubkarre den Treber zu den Kühen vom Bauern nebenan. Teamwork! Für noch mehr Aroma landeten noch Ingwer, Orangeschale und Zimt im Sud. Gegen 17 Uhr war der Brauvorgang dann abgeschlossen und eine deftige Brotzeit wartete auf uns. Bei den Hertl’s Braukursen muss also keiner verhungern, geschweige denn verdursten. Uff!!!

20161203_141355Am vergangenen Wochenende hatte ich nun endlich das Ergebnis eines spannenden Brautages  im Glas. David Hertl ist bekannt für seine Steinflaschen. Für das „Handcrafted Fat Jack“, wie das Bier schließlich heißt, lackierte er sie passend zum Stil in einem knalligen Orangeton. Der „fette Jack“ leuchtet in einem satten kastanienbraun. Beim ersten Schnuppern würde keiner vermuten, dass es sich um ein Kürbisbier handelt. Es duftet würzig, nach Karamelle und etwas nach Orangeschale. Dazu kommt ein dezenter Anklang von Minze. Im Mund schmeckt das Kübisbier richtig schön vollmundig, intensiv und kraftvoll. Nussige Aromen aus den verschiedenen Kürbissorten und eine leichte Fruchtigkeit von Orange machen aus diesem Ale einen echten Zaubertropfen. Im Abgang offenbart sich noch ein Hauch von Ingwer.

Fazit: Einen Braukurs bei den Hertl’s kann ich wirklich jedem empfehlen, der Sinn für Humor und Interesse an innovativem Bier hat. Neben jeder Menge spannendem Wissen, darunter viele Brautricks, nimmt jeder tolle Erinnerungen aus einer urigen Umgebung mit nach Hause. Das selbstgebraute Bier dann zu probieren rundet das Erlebnis final ab – hat richtig Spass gemacht.

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David Hertl und ich nach einem erfolgreichen Brautag

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