De Molen „Op & Top“: Attraktiver Durstkiller

Foto: Feiner Hopfen
DeMolen „Op & Top“

Kein Wunder, dass sich in der 400 Jahre alten Mühle im niederländischen Bodegraven namhafte europäische Kuckucks-Brauer – und nicht nur Mikkeler– die Türklinke in die Hand geben. Wenn bei De Molen ein neuer Sud aufgelegt wird, dann freuen sich auch Hopfenfreaks in der ganzen Welt. Gestern habe ich das Op&Top probiert, nach Angaben der Brauerei ein American Bitter (Ale-ish).  Ich hätte nach dem ersten Schluck auf ein gut gehopftes US-Lager getippt.

Im Glas zeigt sich ein schönes Farbspiel, das sich irgendwo zwischen Bernstein und Blutorange bewegt. Schon in der Nase präsentiert sich eine feine Abstimmung von Amarillo, Cascade und dem tschechischen Bitterhopfen Sladek, den amerikanische Brauer gern für ihr Lager einsetzen. Pils- und Gerstenmalz runden den De-Molen Cocktail elegant ab. Das Ale duftet nach Kräutern, Pinienholz,  Zitrusfrüchten und Zitronengras, spielt dabei aber auch mit dezenten Malznoten.

Mit 4,5 Prozent Alkohol weist „Op&Top“ zwar allenfalls einen mittleren Körper auf und auch die auf dem Etikett versprochenen 38 EBU lassen nicht unbedingt einen großen Hopfentrunk erwarten.  Aber all das täuscht etwas über die wahre Attraktivität dieses Ales hinweg. Dies ist kein Bier mit großem Tiefgang,  sondern eher etwas für durstige Seelen und lange Abende. Es ist wohl die Gesamtkomposition, die mit schönen tropischen Fruchtnoten, einer ausgewogenen Süße, sanfter Kohlensäure und seinem erfrischenden Charakter den Reiz ausmacht. Trotz der 38 EBU spiegelt sich im Finish auch eine schöne Bitternote ab.

Fazit: Ein leckerer Tropfen dieses De-Molen-Ale. Man sollte es am besten gut gekühlt bei etwa sieben Grad trinken, dann zeigt es seine wahren Stärken als Super-Durstkiller. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass dieses Ale etwas kräftiger ausgelegt wäre. Nur ein zwei Prozentpunkte mehr beim Alkoholgehalt hätten „Op&Top“ sicherlich noch getoppt. Aber immerhin können Craft-Fans mit diesem Trunk einen ganzen Abend verbringen ohne in die Knie zu gehen.

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