Riegele: Bananenbombe zur Putenkeule

Die Brauer des Brauhaus Riegele lieben offensichtlich ihre Heimatstadt. So widmeten sie ihren kräftigen Weizenbock „Augustus 8“ dem römischen Kaiser Augustus, der einst die Stadt Augsburg gründete. Die acht im Namen steht für den Alkoholgehalt des Bieres. Gebraut ist der obergärige Sud mit Pilsener, Münchner und Weizenmalz sowie den Hopfensorten Hallertauer Perle und Opal. Vergoren hat das Brauer-Team den Bock mit einer speziellen obergärigen Unikathefe.

In einem appetitlichen Bernsteinton schwimmt Augustus im Glas, getoppt von einem cremigen, feinporigen und stabilen Schaum. Die Nase wird betört von einem Duft nach reifen Bananen und Karamell. Auf der Zunge präsentiert sich das Bier samtig-weich und moussierend. Eine zarte Säure dringt durch, die anschließend von Bananen- und Karamellnoten dominiert wird. Im Finish bleiben die fruchtigen Anklänge und eine gewisse Süße noch lang am Gaumen haften.

Fazit: Wow! Dieses fruchtig-süße Aromaspiel ist echt toll und absolut harmonisch. Die acht Prozent spürt man erst angenehm nach einem Glas. Ich habe den Riegele Weizenbock zur Putenkeule mit selbstgesammelten Pilzen kombiniert. Ein wahres Geschmacksfeuerwerk!

Bezugsquelle: Riegele Onlineshop.

„Simonius“: Giesinger läuten starke Saison ein

Simon Rossmann Giesinger (1)
Braumeister Simon Rossman im Giesinger Bräu

(Bezahlter Beitrag) Bald beginnt wieder die Starkbierzeit. Der Giesinger Bräu in München legte gerade schon mal einen dunklen Weizenbock namens „Simonius“ vor. Braumeister Simon Rossmann braute das Bier mit vier verschiedenen Malzen: dunkles Weizen-, Wiener-, bernsteinfarbenes Caramel- und Weizenröstmalz. Vergoren wurde der Bock mit zwei Weißbierhefen. Veredelt ist er zusätzlich mit den Hopfensorten Unique, Saazer und Saphir. Sechs Wochen ließen die Giesinger ihr 7-prozentiges „Baby“ lagern.

„Simonius“ leuchtet in nussbrauner Farbe im Glas, getoppt von einem stabilen Schaum. Der kräftige Weizenbock duftet nach Toffee, Nuss und reifer Banane. Im Antrunk präsentiert sich erst ein vollmundiges, malzbetontes Aroma, bis sich auf der Zunge eine Karamellsüße zeigt, die sich mit Toffee, Nuss und Banane vereint. Die Kohlensäure ist wunderbar eingebunden. Im Finish runden die 20 Bittereinheiten den Giesinger-Trunk ab. Wer den Sud probieren möchte, der sollte sich beeilen. Simon hat ihn nur einmal gebraut und das in limitierten Dimensionen.

 

Privatbrauerei Aying: Süffiger Weizenbock aus heimischen Kesseln

20171118_154737Regionale Biere aus bayerischen Traditionsbrauereien erleben gerade eine wahre Renaissance – und zwar nicht nur rund um den Kirchturm, sondern auch fern der Heimat. Das freut mich umso mehr, denn schließlich komme ich aus dem kleinen Bierdorf Aying, im Süden von München, das sich mit einer immerhin 150 Jahre alten Braustätte schmücken kann. Die Privatbrauerei Aying räumt regelmäßig nationale wie internationale Preise für ihre Traditionssude ab und gilt somit als einer der meistprämierten Betriebe im Freistaat. Neben bayerischen Standardsorten wie Helles, Weißbier oder Kellerbier produziert das Ayinger Brauteam auch saisonal einen herrlichen Weizenbock, der inzwischen als echter Winterklassiker gilt und im vergangenen Jahr sogar Gold beim Meiningers Craft Beer Award gewann.

Zugegeben, seit einigen Jahren freue ich mich jede Saison wieder auf den 7,1-prozentigen Bock. Er präsentiert sich mit satten Goldton und Bernsteinreflexen im Glas, getoppt von einer schneeweißen, stabilen und cremigen Schaumkrone. Schon strömt der Duft von sonnengereifter Banane mit dezent würzigen Noten in die Nase. Im Antrunk wirkt der mit vier Malzsorten angerührte Weizenbock zunächst relativ schlank, bis sich seine cremig-weiche Struktur auf der Zunge ausbreitet und er am Gaumen alle Muskeln spielen lässt. Eine angenehme Malzsüße vereint sich schließlich mit einer zurückhaltenden Säure, würzigen Noten und einem ausgeprägten Bananenaroma. Im Finish zeigt sich noch ein Anklang von Macadamia-Nuss.

Fazit: Dieser obergärige Weizenbock ist mein Favorit aus der Privatbrauerei Aying. Die dominierenden Bananenaromen harmonisieren optimal zwischen Malzsüße und Säure, so dass dieses Charakterbier ein wunderbares Geschmacksbild hervorbringt. Die Alkoholumdrehungen bieten in den kalten Wintermonaten zudem noch einen wärmenden Faktor, der wohlig nach dem Genuss einiger Gläser eintritt. Aber Vorsicht: extrem süffig!

 

 

PARTNERPROGRAMM: Bock-Kreation von Giesinger und Hopsteiner

20170609_170307[Sponsored Post] Giesinger Bräu überrascht seine Fans immer wieder mit neuen, interessanten Suden. Gerade erst brachte die erste großformatige Craft-Brauerei der bayerischen Landeshauptstadt einen untergärigen hellen Bock namens „Munique“ heraus – ein Wortspiel aus dem verwendeten Hopfen „Unique“ und München. Das Besonders an dem Bock ist der neuen Hopfen von Hopsteiner aus der Hallertau. „Unique“ ist eine Mischung aus knapp 2000 Zuchtstämmen von einem Versuchsfeld.

Goldgelben strahlt der 6,8-prozentige Giesinger-Bock durch das Glas. Eine gewaltige, schneeweiße Schaumkrone sitzt oben drauf. Im Duft zeigt sich schon die Hopfenmischung mit einer gewissen Würze und fruchtigen Aromen von gelben Steinfrüchten und Orange. Am Gaumen breitet sich ein kräftiger Malkörper aus, der Noten von Weißbrot und Karamell mit sich bringt. „Unique“ zeigt sich auf der Zunge eher zurückhaltend mit dezentem Zitrus-Touch und einem Hauch roter Beeren. Erst im Abgang ist eine angenehme Bittere spürbar, die Lust auf den nächsten Schluck macht.

8 Gründe, warum wir uns auf die Bockbier-Zeit freuen können

Die ersten Herbststürme fegen über das Land und die Bäume verlieren ihre Blätterpracht. Die Sonne kämpft sich schon durch dicke Nebelschwaden und die Temperaturen fallen in den Keller. Eine ungemütliche Zeit für Abstinenzler –  aber keineswegs für Liebhaber kräftiger Gerstensäfte. Denn jetzt beginnt wieder die Zeit vollmundiger Bockbiere. Wer nun keinen Bock auf Bock hat, ist selber schuld.

Was ist das Schöne an diesem alkoholreichen Zaubertrunk?

  • Böcke vertreiben die trübe Winterlaune.
  • Böcke – kurz aufgewärmt – helfen bei Erkältungen.
  • Böcke sind viel süffiger als die meisten Normalo-Biere.
  • Böcke sind der Höhepunkt urtümlicher Starkbierfeste.
  • Böcke schaffen Geselligkeit und neue Freundschaften.
  • Böcke gibt es auch Rausch-Turbo in Form des Doppelbocks.
  • Böcke vom Craft-Brauer schenken neue Genusserlebnisse.
  • Böcke sind Sinnbild uralter Biertraditionen.

Ayinger Celebrator: Craft-Akt mit bayerischem Bock

Ayinger Celebrator
Ayinger Celebrator

Dies ist eine echte Premiere: Ich habe, bevor ich im vergangen Jahr nach München zog, mein ganzes Leben im oberbayerischen Bier-Dorf Aying – nicht weit von der Brauerei entfernt – verbracht. Wenn der Wind gut stand, habe ich schon als Kind den Geruch von Hopfen und Malz gerochen. Und nach der Schule haben wir uns manchmal heimlich in den Biergarten geschlichen.

Nachdem ich dort unter den alten Kastanienbäumen schon einige Male den allseits bewunderten und mehrfach prämierten Celebrator probiert hatte, wollte ich dieses traditionelle Bockbier schon seit langem mal in meinem Blog besprechen, bin aber irgendwie immer an Barrieren gestoßen: meine E-Mail blieb unbeantwortet und meine Anfrage für ein Brauer-Portrait wurde ignoriert. Da es sich um Bier aus meinem Heimatort handelt, bin ich also etwas befangen.

Nun aber zum Getränk: Der Celebrator ist ein dunkler Bock im klassischen bayerischen Stil, mit einer Stammwürze von 18,5 und einem Alkoholgehalt von 6,7 Prozent. Im Glas erscheint das Bier fast schwarz, mit leichtem Mahagoni-Ton. Schon über der mokka-farbenen Schaumkrone liegt ein karamelliger, schwerer Malzduft unterstrichen von leichten Holznoten. Im Antrunk konkurrieren Aromen von Kaffee, Zartbitterschokolade mit einer dezenten Hopfennote. Danach entwickelt sich eine würzige Struktur mit Anklängen von Feige, Rosine und Dörrpflaume zu einem komplexen Geschmackscocktail. Schließlich zeigt sich der Celebrator mit einem langen, cremigen Abgang angenehm trocken, etwas röstig und mit gut ausbalanciertem Hopfeneinsatz.

Fazit: Wirklich eines der besten Bockbiere im klassischen Stil, das ich bislang getrunken habe. Schon das altehrwürdig gestaltete Etikett auf der 0,33-l-Vichy-Flasche erinnert an alte Zeiten, als ein kräftiger Bock noch als Hauptbestandteil eines jeden bayerischen Bacchanals galt. Süffig, vollmundig, aber nicht so süß wie die meisten Doppelböcke, bei denen nur der Alkoholgehalt als Qualitätsparameter zählt. Alles in allem ein perfekter Absacker nach üppigen Mal.

Hamburger Senatsbock: Furioses Comeback nach 60 Jahren  

Das ist doch mal ein echtes Comeback: Ende Januar 2015 soll mit Beginn der Bockbierzeit die Rezeptur eines traditionsreichen Craft-Bieres nach Hamburg zurückfinden, die bei den Hanseaten seit einigen Generationen fast in Vergessenheit geraten war. Zuletzt sorgte in den 50er Jahren eine Kooperative verschiedener Hamburger Brauereien mit einem gemeinsam produzierten „Senatsbocks“ für Aufsehen. Immerhin wurde der Anstich des ersten Fasses von trinkfesten Sportsmännern wie Boxweltmeister Max Schmeling und Fußball-Star Uwe Seeler begleitet.

Auch der neue Doppelbock entstand auf Grundlage eines Gemeinschaftsprojektes von fünf Brauereien: Blockbräu, Joh. Albrecht, Gröninger, Kehrwieder und Ratsherrn. Nach einer gemeinsam abgestimmten Rezeptur wurde der Sud bereits im Oktober letzten Jahres angesetzt. Nach Aussagen seiner Macher ist der Senatsbock mit fünf Malzsorten gebraut und geht geschmacklich in Richtung Zartbitterschokolade und Espresso.

Erstmals probieren können Craft-Fans diesen Starkbiertrunk am 29. Januar auf dem schwimmenden Wahrzeichen Hamburgs, der Rickmer Rickmers, wo die ersten Fässer feierlich angestochen werden. Nachdem hier Kreative gemeinsam mit Traditionalisten am Sudfass standen, wartet die Szene in der Hansestadt auf ein spannendes Bockbier.