Privatbrauerei Aying: Süffiger Weizenbock aus heimischen Kesseln

20171118_154737Regionale Biere aus bayerischen Traditionsbrauereien erleben gerade eine wahre Renaissance – und zwar nicht nur rund um den Kirchturm, sondern auch fern der Heimat. Das freut mich umso mehr, denn schließlich komme ich aus dem kleinen Bierdorf Aying, im Süden von München, das sich mit einer immerhin 150 Jahre alten Braustätte schmücken kann. Die Privatbrauerei Aying räumt regelmäßig nationale wie internationale Preise für ihre Traditionssude ab und gilt somit als einer der meistprämierten Betriebe im Freistaat. Neben bayerischen Standardsorten wie Helles, Weißbier oder Kellerbier produziert das Ayinger Brauteam auch saisonal einen herrlichen Weizenbock, der inzwischen als echter Winterklassiker gilt und im vergangenen Jahr sogar Gold beim Meiningers Craft Beer Award gewann.

Zugegeben, seit einigen Jahren freue ich mich jede Saison wieder auf den 7,1-prozentigen Bock. Er präsentiert sich mit satten Goldton und Bernsteinreflexen im Glas, getoppt von einer schneeweißen, stabilen und cremigen Schaumkrone. Schon strömt der Duft von sonnengereifter Banane mit dezent würzigen Noten in die Nase. Im Antrunk wirkt der mit vier Malzsorten angerührte Weizenbock zunächst relativ schlank, bis sich seine cremig-weiche Struktur auf der Zunge ausbreitet und er am Gaumen alle Muskeln spielen lässt. Eine angenehme Malzsüße vereint sich schließlich mit einer zurückhaltenden Säure, würzigen Noten und einem ausgeprägten Bananenaroma. Im Finish zeigt sich noch ein Anklang von Macadamia-Nuss.

Fazit: Dieser obergärige Weizenbock ist mein Favorit aus der Privatbrauerei Aying. Die dominierenden Bananenaromen harmonisieren optimal zwischen Malzsüße und Säure, so dass dieses Charakterbier ein wunderbares Geschmacksbild hervorbringt. Die Alkoholumdrehungen bieten in den kalten Wintermonaten zudem noch einen wärmenden Faktor, der wohlig nach dem Genuss einiger Gläser eintritt. Aber Vorsicht: extrem süffig!

 

 

Ayinger Celebrator: Craft-Akt mit bayerischem Bock

Ayinger Celebrator
Ayinger Celebrator

Dies ist eine echte Premiere: Ich habe, bevor ich im vergangen Jahr nach München zog, mein ganzes Leben im oberbayerischen Bier-Dorf Aying – nicht weit von der Brauerei entfernt – verbracht. Wenn der Wind gut stand, habe ich schon als Kind den Geruch von Hopfen und Malz gerochen. Und nach der Schule haben wir uns manchmal heimlich in den Biergarten geschlichen.

Nachdem ich dort unter den alten Kastanienbäumen schon einige Male den allseits bewunderten und mehrfach prämierten Celebrator probiert hatte, wollte ich dieses traditionelle Bockbier schon seit langem mal in meinem Blog besprechen, bin aber irgendwie immer an Barrieren gestoßen: meine E-Mail blieb unbeantwortet und meine Anfrage für ein Brauer-Portrait wurde ignoriert. Da es sich um Bier aus meinem Heimatort handelt, bin ich also etwas befangen.

Nun aber zum Getränk: Der Celebrator ist ein dunkler Bock im klassischen bayerischen Stil, mit einer Stammwürze von 18,5 und einem Alkoholgehalt von 6,7 Prozent. Im Glas erscheint das Bier fast schwarz, mit leichtem Mahagoni-Ton. Schon über der mokka-farbenen Schaumkrone liegt ein karamelliger, schwerer Malzduft unterstrichen von leichten Holznoten. Im Antrunk konkurrieren Aromen von Kaffee, Zartbitterschokolade mit einer dezenten Hopfennote. Danach entwickelt sich eine würzige Struktur mit Anklängen von Feige, Rosine und Dörrpflaume zu einem komplexen Geschmackscocktail. Schließlich zeigt sich der Celebrator mit einem langen, cremigen Abgang angenehm trocken, etwas röstig und mit gut ausbalanciertem Hopfeneinsatz.

Fazit: Wirklich eines der besten Bockbiere im klassischen Stil, das ich bislang getrunken habe. Schon das altehrwürdig gestaltete Etikett auf der 0,33-l-Vichy-Flasche erinnert an alte Zeiten, als ein kräftiger Bock noch als Hauptbestandteil eines jeden bayerischen Bacchanals galt. Süffig, vollmundig, aber nicht so süß wie die meisten Doppelböcke, bei denen nur der Alkoholgehalt als Qualitätsparameter zählt. Alles in allem ein perfekter Absacker nach üppigen Mal.