Ingelmunster – Kasteel Hoppy: Sommerdrink zu scharfer Currywurst

Ingelmunster - Kasteel Hoppy
Ingelmunster – Kasteel Hoppy

Auf meiner Reise durch die Welt der Craft-Biere, mache ich immer wieder gern auch mal einen Stopp in Belgien – einem Land, in dem es gelungen ist, weitgehend einem Bierstil zu widerstehen, dem fast 70 Prozent der Deutschen erlegen sind: Dem gemeinen Pils. So konnte sich die Vielfalt der Bierstile bis heute erhalten und regionale Craft-Spezialitäten spielen noch immer die wichtigste Rolle in den Kneipen des Königsreichs. Eines dieser Beispiele ist das „Kasteel Hoppy“ von der alten Familienbrauerei Van Honsebrouck im westflandrischen Ingelmunster.

Kasteel Hoppy ist ein obergäriges Bier, das zu hundert Prozent mit belgischem Gerstenmalz und belgischem Hopfen gebraut wurde. Mit seinen 6,5 Prozentpunkten ist es mit das leichteste Bier unter den Triples, Krieks und Donkers, das die Ingelmunsterer in die Regale stellen. Immerhin vermitteln die 45 EBU eine subtile Bitterkeit, die den kräftigen, etwas süßen Malzgeschmack in das richtige Niveau wuchtet.

Im Glas zeigt sich ein goldfarbener Trunk, umspielt von dezenten Kupferreflexen auf solider Schaumkrone. In der Nase lässt sich noch ein sanfter Blumenduft orten, obwohl sich der Geruch dieses Blond eher neutral bemerkbar macht. Am Gaumen deuten sich Kräuteraromen an, die sich mit Honigtönen und Gewürzbrot vereinen. Im Abgang zeigt dieses belgische Bier seinen frischen Charakter und hinterlässt eine angenehme ab nicht zu dominante Bittere.

Fazit: Kasteel Hoppy ist nicht gerade eine Offenbarung für eingefleischte Craft-Fans mit Affinität zu spektakulären Hopfenabenteuern, aber auf jeden Fall ein frischer, sommerlicher Durstlöscher mit individuellem Charakter. Dieses Blond sollte man mal zu Grillfleisch oder einer scharfen Currywurst probieren.

2 Gedanken zu “Ingelmunster – Kasteel Hoppy: Sommerdrink zu scharfer Currywurst

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  2. Samuel Adams

    Belgien kann dem gemeinen Pils widerstehen? Diese Feststellung kann leider nicht unwidersprochen bleiben. Die Biervielfalt in Belgien war zugegebenermaßen schon immer grandios, was aber selbst dort letztlich nur eine Minderheit der Konsumenten anspricht, sind doch die weitestverbreiteten Marken bei unseren Nachbarn weiterhin Jupiler und Stella Artois, also profanes untergäriges Massen-Pils vom Marktführer Inbev.

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