Giesinger Bräu: Besonders „Craftiges“ aus München

Die "Craftigen" schön verpackt in einer hölzernen Geschenkbox
Die „Craftigen“ schön verpackt in einer hölzernen Geschenkbox

Vor rund acht Jahren begann alles in einer Garage. Steffen Marx, Geschäftsführer des Giesinger Bräu, und sein Kumpel experimentierten mit einigen Suden. Angefangen hat das Bier-Freak-Duo mit Gewürz- und Fruchtbieren. Damit erhaschten sie sich in der traditionellen Bierhauptstadt München schnell Aufmerksamkeit. Den beiden war aber klar, es muss auch traditionell Helles und Weißbier her. 2007 wurden bereits 300 Hektoliter Bier produziert und abgesetzt. Ein Jahr später gründeten die Bayern die Giesinger Biermanufaktur und Spezialitätenbraugesellschaft. Es war die erste Brauereigründung in der Stadt seit Jahrzehnten. 2011 erreichte die Brauerei bereits die „magische Grenze“, wie sie es selbst bezeichnen. Mit 1000 Hektolitern war die Kapazität ausgeschöpft. Also zogen die Giesinger nur wenige Meter weiter. Und überraschen nun die Genießer mit vier neuen „craftigen“ Sorten.

Kaiserwetter: Die Sonne scheint, Schirme, Biergartentische  und -bänke sind bereits auf der Terrasse platziert. Von weiten winken schon andere Blogger-Kollegen. Uns werden exklusiv die neuen Giesinger Biere präsentiert.

Lemondrop Triple
Lemondrop Triple

Los geht’s mit dem „Lemondrop Triple“, nach belgischen Stil mit Trappistenhefe und der neuen Hopfensorte Lemondrop. Brauer Simon Rossmann probierte die Sorte einfach aus, ohne vorher zu wissen, wie sie letztlich duften oder schmecken wird. Dieses Jahr gibt die Ernte nur etwa 450 Kilogramm her. Simon war somit einer der ersten, der diese Sorte in den Sudkessel warf. Golden glänzt das Triple im Glas. Es riecht nach Zitrusfrüchten, aber auch dezent nach Minze und Birne. Auf der Zunge entwickelt sich das Bier süßlich mit zurückhaltenden Fruchtnoten. Im Abgang dominiert eine überraschende Herbe. Die 7,5 Prozent sind am Gaumen kaum zu spüren.

Fazit: Wenn der Hopfen schon den Namen des Bieres bestimmt, dann könnte er meiner Meinung nach noch etwas deutlicher im Aroma durchkommen. Aber der Brauer ist sich dem bewusst und verspricht, beim nächsten Sud noch mehr reinzuwerfen. Aber grundsätzlich: ein feines, schön süffiges Triple.

Wheat Stout
Wheat Stout

Das nächste Bier ist eine Hommage an den Chef Steffen Marx. Er liebt Stouts, heißt es. Aber langweilig darf es nicht sein. Also braute Simon ein „Wheat Stout“ mit viel Weizenmalz und nur vier Prozent Alkoholgehalt. Kastanienbraun fließt es beim Einschenken appetitlich ins Glas. Der cremige Schaum schmückt das Stout wie eine Krone. Das Riechorgan wird gekitzelt von unterschiedlichsten Aromen. Man braucht jedoch einen kurzen Moment, bis sich diese analysieren lassen. Aber dann: Es duftet nach flüssigem Schokokuchen. Das macht doch gleich Appetit. Auch im Geschmack dringt Schokolade und Kakao durch. Aber überhaupt nicht fett und schwer.

Fazit: Wohl das leichteste Stout, das ich bisher getrunken habe. Doch allein der Geruch macht einen zum Wiederholungstäter.

Doppel-Alt
Doppel-Alt

Ein „Doppel-Alt“ aus Bayern? Ja! „Ein Bierstil, der zu selten in Deutschland vertreten ist“, sagt Simon, der seit sieben Jahren beim Giesinger braut und in Weihenstephan studiert hat. Malzig-nussig im Geruch, röstig , mild und brotig im Geschmack. Mit sieben Prozent durchaus kräftig im Aroma.

Fazit: Ich muss zugeben, dass ich noch nicht allzu viele Alts getrunken habe. Wird glaube ich nicht unbedingt mein Lieblingsbierstil, aber: Dieses Doppel-Alt ist durchaus süffig und eine Erfahrung wert.

Das letzte in der Craft-Serie ist ein „Baltic Rye Porter“ mit 6,7 Prozent. Simon erzählt, dass dieses Bier ihn Blut, Schweiß und Tränen kostete hat und ganz schön in die Knie zwang. „Mit Roggen zu brauen ist nicht gerade einfach“, lacht der Braumeister. 7,5 Stunden läuterte er. Im Vergleich: Bei der „Erhellung“ braucht er etwa 80 Minuten. Kurz vor der Verzweiflung klappte doch noch alles. Das Ergebnis kommentiert Simon mit großer Zufriedenheit. Erstes Riechen: Kaffee. Aber nein, es ist eindeutig Zartbitterschokolade und herber Kakao. Am Gaumen breitet sich zu den kräftigen Kakaonoten und Röstmalzaromen auch eine fruchtige Komponente aus. Harmonisch vollmundig umspielt das Porter die Zunge.

Baltic Rye Porter
Baltic Rye Porter

Fazit: Wow, ich bin positiv überrascht. Dazu eine leckere Nachspeise oder einfach nach dem Grillen den Abend ausklingen lassen – herrlich! Allerdings ist mir persönlich der Abgang etwas zu röstig.

Zum Abschluss der lustigen Veranstaltung durften wir im Gär- und Lagerkeller noch etwas von den insgesamt 56 Hektolitern Maibock probieren, den Genießer auch am 1. Mai beim Frühshoppen in der Brauerei ganz frisch verkosten können.

Kompliment an die Giesinger für die neuen kreativen Sorten!

2 Gedanken zu “Giesinger Bräu: Besonders „Craftiges“ aus München

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