Brauhaus Gusswerk: Mit Nicobar IPA in die bengalische See

Mit diesem traditionellen India Pale Ale lässt der Braumeister der österreichischen Craftbier-Schmiede ein Stück Kolonialgeschichte aufleben

Foto: Mareike Hasenbeck
Foto: Mareike Hasenbeck

Man sollte es nicht glauben, dass die Österreicher mal eine Hochsee-Flotte besaßen, die sich sogar zu Expeditionen in die Polarmeere und nach Ostasien aufmachte. Anlass für das Kreativ-Team von Gusswerk mal wieder mit einem IPA an alte Traditionen zu erinnern: Im 18. Jahrhundert segelten Schiffe der „Österreichisch-Ostindischen-Handelskompanie“ zu den Nikobaren, eine Inselgruppe im Golf von Bengalen. Im Auftrag von Erzherzogin Maria Theresia von Triest schipperte die Crew ein besonderes Bier einmal um den ganzen Globus, um den Durst der österreichischen Kolonie zu stillen. Noch heute trägt eine nikobarische Insel den Namen der adligen Schönheit. Dreihundert Jahre später braute Reinhold Barta, Braumeister des Brauhaus Gusswerk in Hof bei Salzburg, in diesem Stil ein India Pale Ale mit 6,4 Prozent Alkoholgehalt, verfeinert mit amerikanischen Hopfensorten.

Bei dem Nicobar IPA handelt es sich um ein dunkles IPA. Im Glas scheint es in einem trüben rehbraun mit leichtem Rottouch. Geschmacklich reihe ich es eher in ein wirklich traditionelles IPA ein. In der Nase schwirren malzige Aromen und Noten von Dörrpflaume sowie Aprikose umher. Im Geschmack dominiert eindeutig das Malz. Dezent schleichen sich Orange und Kirsch durch. Im Finish zeigen sich Herbe und Süffigkeit umrahmt von einer nicht zu sehr ausgeprägten Bittere. Ein harmonisches, individuelles, geschmacklich interessantes Bier, das mit einem modernen IPA nach amerikanischen Muster nicht viel gemein hat. Offensichtlich haben die Brauer auf IPA-typische Citrus-Aromen im Duft und im Geschmack bewusst verzichtet. Irgendwie scheinen die Alpenriesen hier doch noch den Blick auf das weite Meer etwas zu verstellen.

Advertisements

2 Gedanken zu “Brauhaus Gusswerk: Mit Nicobar IPA in die bengalische See

  1. Pingback: Brauer-Portrait: Malte Feldmann – vom Rauchbier zum „Wildhopferl“ | Feiner Hopfen

  2. Pingback: Next Level Brewing: Wiener Newcomer mit überraschendem Indie-Bier – Feiner Hopfen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s