Hanscraft & Co.: Bieriger Sonnenuntergang

IMG_20180122_123326_824New England IPAs liegen nicht nur im Trend, sie sind meist auch ziemlich lecker. Ein schöner Vertreter für diese neue Kategorisierung ist das „Sun Downer“ mit 6,2 Prozent Alkohol von Hanscraft & Co. aus Aschaffenburg. Gebraut hat es das Team um Christian Hans Müller mit vier hocharomatischen Hopfensorten: Citra, Ekuanot, El Dorado, Galaxy.

Schon beim Einschenken erinnert die Farbe des NEIPAs an einen romantischen Sonnenuntergang am Strand. Ein schneeweißer, feinporiger Schaum setzt der Optik noch die Krone auf. Süßlich duftet das bayerische IPA mit Noten von Zitrus wie Grapefruit und Orange sowie tropischen Tönen von Maracuja und Litschi. Auf der Zunge zeigt sich das Ale mit einem schlanken und frischen Malzkörper. Die Fruchtnoten der Hopfensorten dominieren das Aromaspektrum mit tropischen Nuancen. Das NEIPA verabschiedet sich mit einer deutlichen, aber keineswegs störenden Bittere.

Fazit: Gefällt mir! Ich mag die Kombination aus hopfiger Fruchtwucht und Frische. Für mich ein perfektes Bier für den Sommer.

Braufactum: Award-Set mit renommierten Sieger-Bieren

Gewinner-Set mit Medaillen_groß[Sponsored Post] Die Macher von Braufactum aus Frankfurt am Main zählen zu den wirklich ersten Pionieren der deutschen Craft-Bierszene. Vor fast zehn Jahren begann das Team um Marc Rauschmann hierzulande erstmals kreative Sude zu etablieren. Inzwischen reiht sich die Marke in der Range der weltweit besten Anbieter ein. Schon 35 Auszeichnungen räumten die umtriebigen Hessen bei den international bedeutendsten Bierwettbewerben ab. Nun stellte das Braufactum-Kollektiv ein Set mit drei bierigen Medaillenträgern zusammen.

Im „BraufactuM Gewinner-Set“ stecken verschiedene Bierstile. Mit dabei das 5,2-prozentige Pale Ale namens „Palor“, das mit den Hopfensorten Polaris und Cascade aromatisiert ist und Noten von Tannenhonig, Waldbeeren und Mirabelle an den Gaumen zaubert. Im Paket findet sich außerdem „Progusta“, das Flaggschiff von Braufactum. Dabei handelt es sich um ein 6,8-prozentiges India Pale Ale – gewürzt mit Citra und Hallertauer Mittelfrüh – mit einem sanft-süßen Geschmacksspektrum von Aprikose und Orange. Hinzu gesellen sich Noten von Cashewnüsse, eine Prise Ingwer und eine ausgewogene Bitterkeit.

Auch ein dunkler Vertreter darf in der Zusammenstellung nicht fehlen: Das dritte Craft-Bier ist das nussbraune Brown Ale „The Brale“ mit schlanken fünf Prozent Alkohol. Stiltypische Röst- und Karamellnoten dominieren die Spezialität. Den individuellen Kick bekommt das Braunbier durch die amerikanische Hopfensorte Mosaic, die einen sehr dezenten tropischen Hauch in den Sud bringt.

Mit dem Gewinner-Paket können Bierfans nicht nur Freunden und Familie eine Freude bereiten, sondern es sich auch gern selbst einmal als Belohnung schenken. Wer in die Welt feinster Siegerbiere einsteigen will, der kann man es ab sofort hier bestellen.

Braufactum: Hochvergorene Hopfenbombe auf der Braukunst Live

Braufactum_Sina[Sponsored Post] Markus Becke von Braufactum aus Frankfurt am Main gilt als einer der experimentierfreudigsten Braumeister der Republik. Gerade erst entwickelte er mit „Sina“ wieder fernab jeden Mainstreams einen neuen Sud: Ein 6,9-prozentiges „Dry White IPA“, der mit einer für diesen Bierstil eher untypischen Weißbierhefe vergoren ist. Durch ein spezielles Maisch- und Gärverfahren wird es den obergärigen Mikroorganismen ermöglicht, wesentlich mehr Zucker zu verarbeiten als im herkömmlichen Brauprozess. Dadurch wird das IPA geschmacklich ziemlich trocken.

Für das dominierende Aromaspiel dieses Bieres sind neben der Hefe gleich fünf Hopfensorten verantwortlich: Enigma, Callista, Comet, HBC 520 und HBC 522. Dabei verwendete Markus Becke zu Kochbeginn und im Whirlpool nur den australischen Enigma. Damit zauberte er rund 50 markante Bittereinheiten in den Sud. Mit dem restlichen Hopfen stopfte er üppig im Kaltbereich. Durch diesen Hopfenmix verführt das White IPA mit Noten von tropischen Früchten und grüner Banane.

Erstmals ausgeschenkt wird das Braufactum-Craft auf der Braukunst Live in München. Wer es nicht zum Bierfestival schafft, der hat die Möglichkeit das Bier auch parallel alssogenannte „Tagessuppe“ in der BraufactuM-Bar  Berlin zu probieren.

 

BrewAge: Affenkönig mit Wärmegarantie

AKDie letzten Blätter fallen von den Bäumen, draußen ist es nasskalt und in bergigen Regionen liegt schon Schnee. Das Schmuddelwetter muss für Craft-Fans aber nicht unbedingt schlecht sein, denn jetzt beginnt wieder die Zeit für starke und wärmende Biere. Ich läute die kalte Jahreszeit mal mit einem österreichischen Imperial IPA ein: Dem 8,2-prozentigen „Affenkönig“ von BrewAge aus Wien.

Schon das Einschenken gibt ein gutes Vorgefühl. Das Ale leuchtet in einem kräftigen Bernsteinton durchs Glas, getoppt von schneeweißem, feinporigem Schaum. Im Duft zeigt sich sofort ein hopfiger Fruchtmix von Grapefruit, Maracuja, Limone und reifer Blutorange. Da wurde mit den Sorten Amarillo, Citra, Columbus und Galaxy definitiv nicht gespart. Bereits im Antrunk zeigt sich das Imperial IPA sehr aromatisch und vollmundig. Fruchtnoten wie Maracuja und Mandarine sind mit einem feinen Malzkörper ausbalanciert. Zum Schluss zeigt sich noch ein Herbe von 70 Bittereinheiten, die aber nicht zu dominant am Gaumen zurückbleiben.

Fazit: Man kann sich leicht verschätzen mit diesem Ale, denn die 8,2 Prozent Alkohol zeigen ihre Wirkung schon nach dem ersten Glas. Beim Genuss des Bieres fallen die Umdrehungen gar nicht so auf, es erscheint eher fruchtig und leicht. Der Alkohol wird hinter den wirklich köstlichen Fruchtnoten der Hopfenmelange versteckt. Wegen der Stärke nicht unbedingt ein Ale für mal nebenbei, aber dafür ein wärmender und sehr feiner Tropfen den man gut am häuslichen Kamin genießen kann, zumal wenn draußen der erste Schnee fällt.

Gibt es zum Beispiel hier: Bierhandwerk.

 

BLOCK IPA: Craft-Bier vom Edel-Rocker

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BLOCK IPA

Motörhead und Iron Maiden fingen damit an. Inzwischen ist es hipp, dass immer mehr Bands, vor allem in den USA und England, unter die Bierbrauer gehen. Die meisten von ihnen pappen jedoch meist nur ein neues Etikett auf die mit Standardbieren abgefüllten Flaschen. Erstmalig wagt sich jetzt ein deutscher Rockmusiker an einen eigenen Sud, den er zusammen mit dem Münchner Craft-Maker „Hopfenhacker“ speziell für das Bandprojekt BLOCK entwickelt hat. Das Bier wird im Vierer-Pack unter dem Motto „Bier spielt die Musik“ als Bundle zusammen mit CD und Vinyl  plus digitalem Album-Download in ausgewählten Craft-Shops angeboten. Das Komplettpaket ist im hiesigen Musikgeschäft eine echte Novität.

Hinter BLOCK steht als Mastermind der Filmproduzent, Musiker und Craft-Fan Michael Pöttinger, der im Süden von München in einem zum coolen Wohnturm umgebauten Speicher lebt. Morgen, am 13. Oktober startet er mit seinem Debütalbum „Hitparade“  und 14 deutschsprachigen Songs in einem selbst ausgedachten Genre, das der Künstler Salon-Punk nennt.

Ich kenne Michi Pöttinger seit vielen Jahren, da er auch mal mein Nachbar war. Er ist ein absoluter Vollblutmusiker, der seit frühester Jugend in nahezu allen namhaften Münchner Bands am Bass stand. Gleichermaßen genießt er den Ruf eines charismatischen Sängers, der ein ganzes Festival allein rocken kann. Michi ist ein unkonventioneller, feinsinniger und individueller Künstler – sein Bier enthält nahezu die gleichen Eigenschaften. Das mit Centennial und Simcoe gebraute IPA mit 6,8 Umdrehungen und 45 IBUs kann sich durchaus sehen lassen. Es demonstriert eine angenehme Balance zwischen Hopfen und Malz und sorgt dabei für eine hohe Drinkability.

Das Bier heißt wie die Band, nämlich BLOCK, und ist geeignet auch bei Konzerten für gute Laune zu sorgen, ohne dass gleich jemand vor der Bühne zusammenbricht. Es duftet nach Zitrusfrüchten wie Grapefruit und Zitrone, dazu gesellen sich dezente Noten von Papaya und Maracuja. Der Sud schmeckt ebenso frisch und fruchtig mit tropischen Aromen, wie es schon die Nase verspricht. Kennzeichnend für den Centennial-Hopfen macht sich noch ein harziger Touch bemerkbar. Im Finish zeigen sich die 45 Bittereinheiten, die noch lange am Gaumen verweilen.

Michis Devise heißt „Genießen mit allen Sinnen“. Wer den Song  „Der stahlblaue Panzer“ mit einem guten BLOCK-IPA genießt, der spürt, wie Rock & Roll fetzen kann. Eine Kostprobe – zumindest was die Songs angeht – gibt es unter www.block-band.de.

 

 

Bierol: Hocharomatischer Starter in den Herbst

20170910_125447Bekanntlich heißt es doch: „Das Auge isst und trinkt mit“. Stimmt! Kürzlich verkostete ich mit drei Kumpels das „El Patrón“ von Bierol aus Schwoich in Tirol. Von dem 8,2-prozentigen Starkbier waren die drei Münchner erst einmal abgeschreckt. Aber nicht von dem Etikett, sondern von der Bierfarbe. Sie beschrieben diese mit „Schlammbraun“. Ok, es schwammen auch noch einige Hefe- und Hopfenreste darin herum. Probiert haben sie das New England Imperial IPA dann aber doch – und waren begeistert.

Das „El Patrón“ duftet nach reifen Früchten wie Mango, Papaya und Maracuja – bei den mehr als acht Prozent auch etwas alkoholisch. Im Antrunk ähnelt diese Bierspezialität eher einem reifen Fruchtsaft. Das IPA kommt schön vollmundig mit einer zurückhaltenden Kohlensäure und mündet dann in eine kräftige Obstbombe. Auf der Zunge vereint sich eine dezente Malzsüße, die an Waldhonig erinnert, mit reifer Mango, Papaya und Maracuja. Dazu gesellen sich aber noch Zitrusfrüchte wie Pampelmuse und Blutorange. Im Finish zeigt das NEIPA eine ausbalancierte, aber deutlich wahrnehmbare Bittere. „El Patrón“ bleibt noch einige Zeit am Gaumen zurück.

Fazit: Abgesehen von der Farbe und den Rohstoffresten ist dieses Starkbier auf jeden Fall gelungen. So habe ich meinen Kumpels dieses Mal gezeigt, dass man sich nicht immer von der Optik beeinflussen lassen sollte. Sie waren schließlich vom Duft und Geschmack genauso begeistert wie ich. Ein wirklich hocharomatisches und kräftiges New England IPA jetzt für den Herbst.

Gemeinschaftssud: Hopfenreiter im Doldenwald

IMG_20170309_190104_716Um ein Bier richtig zu analysieren, nehme ich mir gern etwas mehr Zeit. Probieren konnte ich den „Hopfenreiter“ zwar schon bei seiner Premiere, zum ersten Geburtstag der Gastronomie „Liebesbier“ und der „Maisel & Friends Brauwerkstatt“ in Bayreuth. Jetzt schenkte ich mir das Double IPA mit 8,5 Prozent Alkohol noch mal ins Glas, um es noch einmal zu verkosten. Das Besondere an diesem Trunk: Gebraut wurde das Bier gemeinsam von sechs Brauereien. Jeder Brauer brachte eine Hopfensorte mit – Hoppebräu aus Waakirchen den Vic Secret, Schanzenbräu aus Nürnberg den Callista, Brewage aus Wien den Chinook, BRLO aus Berlin den Comet, Jopen aus den Niederlanden den Zuchthopfen HBC 431 und die Initiatoren Maisel & Friends die Sorte Mosaic.

Ab ins Glas: Die Optik macht schon mal was her. In einem Bernsteinton glänzt das IPA, ein appetitlicher, schneeweißer Schaum perfektioniert das Biergewand. Es duftet nach einem tropischen Früchtekorb mit einer gewissen Würze. Der Antrunk von Malzsüße geprägt, bis sich die Hopfenaromen am Gaumen mit einem kräftigen Mundgefühl ausbreiten. Noten von reifer Ananas, saftigem Pfirsich und Blutorange dominieren. Hinzu kommen grasige Nuancen und ein Hauch roter Beeren. Der „Hopfenreiter“ verabschiedet sich mit deutlich wahrnehmbaren und herben 70 Bittereinheiten und einem dezent brotigen Geschmack.

Fazit: Dieses Bier ist nichts für Craft-Novizen. „Hopfenreiter“ ist schön komplex, bei jedem Schluck kommen andere köstliche Aromen des Hopfens durch. Allerdings ist das Double IPA mit seinen 8,5 Prozent auch ziemlich kräftig. Es lohnt sich aber allemal diese Hopfenbombe zu probieren. Ein wunderbares Feierabendbier oder als Begleiter zum Steak – schließlich steigen schon die ersten Rauchschwaden der Grills aus vereinzelten Gärten auf.

Tipp: Wen es mal nach Bayreuth verschlägt, der sollte unbedingt beim Liebesbier vorbeischauen. Dort gibt es nicht nur ein ziemlich geiles Ambiente, sondern auch mehr als 100 Biere auf der Karte und tolles Essen, wie etwa Dry Aged Entrecôte oder Tomahawk-Steak zu fairen Preisen.

 

 

Kommentar: Attacke auf einen heiligen Gral

Foto: Elena Hasenbeck
Cheers!

Wer heute auf den vielen neuen Brau-Events, auf Degustationen und in den bierigen Szene-Bars mit selbst ernannten Craft-Experten spricht, wundert sich über eine absonderliche Botschaft: Demnach sind IPAs jetzt plötzlich out, gelten als ebenso langweilig wie austauschbar. Mit Verlaub, das ist doch ausgemachter Blödsinn! Hinter solchen Attacken steht wieder mal ein unglücklich interpretierter Trend aus den USA. Dort sind IPAs nach 30 Jahren im Mainstream angekommen und führen in vielen der rund 1400 Brauereien die Liste obergäriger Spezialitäten an.

Dass jetzt einige besonders kreative US-Brauer meinen, sie müssten sich auch mal anderen Suden zuwenden, ist durchaus verständlich. Allerdings lautete eine Maxime aus dem Philosophie-Lexikon: Man muss ja nicht das eine tun, um das andere zu lassen. Es wäre jedenfalls grundfalsch, wenn vor allem deutsche Brauer jetzt ihre Fahnen in den US-Wind hängen und ihre IPAs auf die Abschussliste setzen würden. Der Markt hierzulande steckt noch immer in den Kinderschuhen und hat noch längst nicht seine Positionen erreicht. Dabei ist eines unbestritten: India Pale Ales waren hierzulande der Zündfunke, der überhaupt erst die verschlafene Bierbranche zum Brennen brachte.

Kreative IPAs haben inzwischen ihren Platz im Kühlschrank zahlreicher Liebhaber gefunden und gelten den meisten Hop-Heads als heiliger Gral. Zwar lässt sich über Geschmack bekanntlich gut streiten, aber eines gilt als gesichert: Kaum ein anderer Bierstil bietet bei über 200 Hopfensorten, einem Dutzend Malzklassen und unzähligen Hefekombinationen so viele Spielvarianten beim Brauprozess. Die Kombinationsmöglichkeiten all dieser Rohstoffe sind jedenfalls noch längst nicht ausgereizt und lassen in den kommenden Jahren noch so manchen Zaubertropfen erwarten. Dass einige Schlaumeier jetzt über eine IPA-Schwemme lamentieren, lässt sich wohl eher als Zeichen von Ignoranz oder Unkenntnis deuten.

Sind es nicht vor allem IPAs, die eine noch junge Craft-Bier-Szene in den Zeitgeist rücken und sich mit mutigen Hopfenkombinationen dem Einheitspils aus Funk und Fernsehen entgegenstemmen? Solche Fruchtgranaten erobern noch immer die Herzen von Männern und Frauen gleichermaßen. Vor allem Einsteiger wurden auf der IPA-Schiene erst in die Craft-Welten geleitet. Solange die Mehrheit unserer Landsleute beim Kürzel IPA noch eher die „International Police Association“ vermutet,  besteht kein Grund diesem Biertypus Lebewohl zu sagen. Und außerdem besagt eine alte Indianer-Regel: Totgesagt leben meist am längsten.

Erschienen im Craft Magazin.

 

BRLO: Sundowner mit Hauptstadtflair

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„German IPA“ von BRLO

Das dreiköpfige Team der Berliner Craft-Werkstatt BRLO ist ziemlich heimatverbunden. Nicht nur der Name der Craft-Schmiede, dessen Bedeutung dem alt-slawischen Ursprung der Hauptstadt entspricht, deutet darauf hin. Da in Berlin jedoch noch keine Hopfenfelder blühen, nannten sie das neueste Bier etwas weitgefasster einfach „German IPA“. Denn die eingebrauten Hopfensorten – Comet, Hüll Melon und Polaris – kommen ausschließlich aus deutschen Landen.

Bei dieser Mixtur läuft Craft-Bierfans wahrscheinlich schon das Wasser im Mund zusammen. So geht es mir jedenfalls. Das kupferfarbene Bier hat ordentliche sieben Prozent. Ein komplexer Duft nach Pfirsich, Mango und reifer Birne aber hauptsächlich von roten Beeren strömen in die Nase. Im Antrunk cremig-süß, bis sich dann die wunderbare Aromastruktur der Hopfensorten zeigt. Erdbeer-Nuancen vom Hüll Melon gesellen sich zu Blaubeer-Noten vom Comet und der Polaris bringt eine angenehme Frische. Ein Hauch von Orange und Zitrone rundet das Finish ab. 50 Bittereinheiten machen das IPA komplett. Die angenehme Herbe bleibt noch einige Zeit im Rachen zurück.

Fazit: Schmeckt! Bei diesem Craft merkt man zum einen das handwerkliche Können des Braumeisters. Zum anderen die Kraft der ausgewählten deutschen Hopfensorten. Die sieben Umdrehungen, kombiniert mit den dezent süßlichen Malzaromen wirken zwar anfangs etwas schwer, aber dieses Bier eignet sich wirklich ideal als Sundowner-Getränk.

Bestellen kann man das Bier zum Beispiel hier.

Gotlands Bryggeri: Blaubeer-Bier von der Schweden-Insel

20160821_181027Einen Brautag ohne nebenbei ein paar Biere zu genießen ist langweilig. Gestern setzten meine Schwester und ich einen obergärigen Sud mit Mosaic und Chinook-Hopfen an. Nach dem Läutern öffneten wir uns das „Mors Lilla Bulldog – Blåbärs IPA“ mit 6,6 Prozent von der schwedischen Gotlands Bryggeri in Visby.

Was das Bier nun mit „Mutters kleiner Bulldogge“ zu tun hat, bleibt beim Verkosten ein Rätsel. Aber das Design hat was. Auf mehreren Etiketten der Gotländer lacht einem dieser Hund entgegen. Vermutlich eine Serie. Nun ja, jedenfalls regt die Farbe des IPAs schon mal den Appetit an: Rötlich mit einem leichten Fliederton glänzt es im Glas. Lässt also schon vermuten, dass dieses Nordland-IPA tatsächlich mit Blaubeeren gebraut wurde. Es verströmt einen kraftvollen beerigen Duft, den Zitrusnoten und eine schöne Hopfigkeit begleiten. Auf der Zunge hat das Craft dann dezente Anklänge der blauen Waldbeeren und etwas Limone. Eher dominiert die Herbe des Hopfens. Leider sind keine genauen Angaben zu den Zutaten auf Etikett oder Brauerei-Website zu finden. Da muss man wieder mal raten. Untermauert ist das Insel-Bier von einer Dosis Waldhonig, die eine dezente Süße mitbringt. Eine grasige Bittere mit leichter Fruchtnuance bleibt am Gaumen zurück.

Fazit: Ein interessantes IPA, das mir allerdings etwas zu unharmonisch ist. Wir haben uns beim Anblick auf das Etikett total auf eine schöne Blaubeernote auf der Zunge gefreut, die dann leider nur unterschwellig durchdringt. Die, ich schätze mal rund 80 Bittereinheiten, sind ziemlich knackig und überlagern etwas das feine fruchtige Aroma. Dennoch war es ein Genuss, ein Bier von der schwedischen Insel zu trinken. Ein paar weitere IPA`s mit der Bulldogge stehen schon im Kühlschrank.

Wo es das gibt? Zum Beispiel hier.