Kürbis-Biere: Feiner Hopfen und eine Hassliebe

Halloween ist vorbei und die Kürbisse mit den fiesen Fratzen stehen nicht mehr vor den Haustüren. Dafür kommen die kunterbunten Feldfrüchte jetzt immer häufiger in die Sudkessel der Brauer. Pumpkin Biere haben jetzt Hochsaison – nicht nur in den USA. 20161027_122447

Zugegeben, ich stehe nicht so auf Biere mit Kürbis und winterlichen Gewürzen. Trotzdem gebe ich ihnen jedes Jahr erneut eine Chance. Und tatsächlich überraschen mich einige Sude immer wieder, manchmal sogar positiv. Kürzlich probierte ich mit Freunden gleich vier Pumkins hintereinander, um meine Zunge nur einmal mit den bei mir unpopulären Aromen zu strapazieren.

Zuerst schenkte ich „Hokkaido“ von Schanzenbräu mit 5,5 Prozent ins Glas. Das fränkische Winterlager schwimmt hellbraun im Glas und ist, wie der Name schon sagt, mit Hokkaido-Kürbis und zudem mit Gewürzen wie Piment, Zimt sowie Kardamom gebraut. In der Nase kommt der Trunk würzig-süß und demonstriert eine schöne Kombination aus dem Herbstgemüse und den Gewürzen. Im Mund moussiert das Lager angenehm und breitet sich wieder würzig, aber auch leicht säuerlich gepaart mit etwas Kürbis-Süße aus. Dazu kommt eine fruchtige Komponente vom verwendeten Cascade-Hopfen. Könnte ich mir echt gut zu Weihnachtsgebäck wie Spekulatius vorstellen. Schon mal gar nicht so schlecht.

Als nächstes war das „Október björ“ mit sechs Prozent vom isländischen Brugghús Steðja dran. Optisch geht das Bier ins Rotbraune. Es duftet nach Karamell. Auf der Zunge vereinen sich leicht röstige Noten, die sich mit der Malzsüße vereinen und an gebrannte Mandeln erinnern. Dazu gesellt sich ein Hauch Schokolade. Erst im Abgang schmecke ich den Kürbis durch. Hier kamen allerdings die Kürbiskerne in den Sud. Dieses Island-Bier überrascht selbst Kürbisverächter auf angenehme Weise.

Ebenso das „Pumpkin Chai“ von der amerikanischen Saugatuck Brewing mit 6,5 Prozent. Gebraut mit Tee und Kürbis. Das hellbraune Bier aus Douglas, Michigan, duftet ganz schön würzig, dazu kommen aber noch dezent bittere Noten der Schwarztee-Mischung und ein leichte Süße, die an Kürbiskuchen erinnert. Im Geschmack ist diese saisonale Bier herb, würzig, leicht röstig und kürbissüß. Naja, wer das mag….

20161028_135438Abschließend landete noch das kupferfarbene „Pumpkin Ale“ mit 6,5 Prozent der kanadischen Steamworks Brauerei in Mund und Nase. In Gesprächen mit einigen Hop-Guys hörte ich zuvor schon totale Begeisterung heraus. Hier sind neben Kürbis auch noch Zimt, Ingwer, Muskat und Nelken im Sud geschwommen. So duftet es auch: Wie Weihnachtsgebäck aus Omas Backofen. Eine Kombination aus Karamell, Gewürzen und dem runden Gemüse tobt im Mundraum. Am Gaumen ist es mir etwas zu heftig, aber ansonsten ein respektabler Tropfen.

Fazit: Diese vier Kürbisbiere haben mich wirklich überrascht. Das Fränkische ist mit den Gewürzzutaten nicht zu extrem geraten. Dennoch war das typische Aroma mit im Spiel. Gefiel mir! Bei den Isländern drang die Gemüsenuance erst im Abgang durch, ansonsten war es ein leckerer, karamelliger Winterdrink. Die Amerikaner erfreuen mit ihrer Kreation gleich Tee- und Kürbisliebhaber. Interessant, aber meine Vorlieben traf es nicht zu 100 Prozent. Zu würzig war mir definitiv das Pumpkin-Ale aus Kanada. Da prallten die Gewürze in voller Wucht auf die Geschmacksnerven. Zum Glück sind Geschmäcker aber verschieden und auch Kürbisbiere gewinnen  immer mehr Fans. Das zeigen die vielen Pumpkin- Feste etwa in den USA, bei denen sich alles, aber wirklich alles, nur um Ales, Lager oder Stouts mit den bunten Feldfrüchten dreht.

Das Steamworks kann man z.B. hier bestellen.

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2 Gedanken zu “Kürbis-Biere: Feiner Hopfen und eine Hassliebe

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