Craft-Bier-Szene Berlin: Wo Brauereien, Shops und Kneipen wachsen…

Markus Raupach
Markus Raupach

Der fränkischen Bierpapst und Sommelier Markus Raupach hat eine „Berliner Bier-Bibel“ über die Craft-Szene in der Hauptstadt geschrieben. Für dieses spannende Projekt war er mehr als zwei Jahre im Milieu unterwegs, sprach mit allen wichtigen Brauern und probierte die schmackhaftesten Biere selbst. Herausgekommen ist ein beachtliches Werk, in dem er alle aktuellen Brauereien mit ihren Geschichten und Protagonisten sowie die wichtigsten 150 Örtlichkeiten vorstellt. Markus Raupach belegt damit, dass Berlin nicht nur das politische Zentrum Deutschlands ist, sondern auch das Epizentrum der hiesigen Craft-Bierbewegung. In seinem Kommentar analysiert er warum es dazu kam und gibt Tipps für die interessantesten Locations:

„In Berlin ist in den letzten fünf Jahren eine komplett neue Bierszene gewachsen, die quasi die vierte Bier-Evolution in der Stadt darstellt. Es fing alles einmal an mit den großen Brauereien der Gründerzeit im 19. Jahrhundert, wie etwa Schultheiss, Kindl etc. Damals war die Berliner Weiße das Bier der Stadt. Doch Industrialisierung und das Ende des kaiserlichen Bürgertums wendeten das Blatt: Untergäriges Bier nach bayerischer Brauart bestimmte nun das Geschehen. Ein krasser Komprimierungsprozess setzte ein, an dessen Ende von einst über 300 Braustätten nur noch eine Handvoll übrig blieben.

Ende der 1980er Jahre schließlich kam das Thema Gasthausbrauerei in Berlin an: die heutige Lemke-Brauerei am Charlottenburger Schloss öffnete ihre Pforten, das Brauhaus Spandau folgte, später die Meierei und das Forsthaus Templin in Potsdam und schließlich die Brauerei am Köpenicker Schlossplatz. Heute sehen wir die Kinder der neuesten Bier-Revolution in voller Blüte. Kreative Craft-Brauer, meist ehemalige Hobbybrauer, bieten ihre vielfältigen Kreationen in der Hauptstadt an. Manchmal im Guerilla-Stil bei wüsten Underground-Partys, manchmal aber auch schon ganz offiziell bei hochrangigen Events in der Metropole. Der Bundespräsident schenkt Rollberg-Bier aus, bei Vernissagen gibt es Heidenpeters und bei Museumseröffnungen rollt das mobile Ausschankrad von Flying Turtle an. Viele Biere haben sich vom Reinheitsgebot verabschiedet. Wacholder, Kirschen, Gewürze… all das findet sich in den neuen Berliner Bieren. Dazu kommen natürlich alle Bierstile der Welt, sogar babylonisches Bier wird gebraut oder das wiederentdeckte Gebräu des großen Kurfürsten und natürlich wurde auch die echte Berliner Weiße neu aufgelegt. Dafür haben Brauer wie Andreas Bogk oder Michael Schwab die alten Bakterienkulturen rekonstruiert und kredenzen faszinierende Biere.

Ausgeschenkt wird ebenfalls in zahlreichen neuen Locations, die bereits schon wieder geschlossen sind, wenn ihr Name in der Stadt gerade bekannt geworden ist. Heute stehen Hopfenreich, Monterey Bar, Bierkombinat Kreuzberg und viele andere für die Berliner Bierszene. Nachtschwärmer finden im „O Tannenbaum“, der „Yuma Bar“ oder in den „5 Ziegen“ eine Heimat.“

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3 Gedanken zu “Craft-Bier-Szene Berlin: Wo Brauereien, Shops und Kneipen wachsen…

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