Kölsch-Vergleich: Tradition trifft Moderne

Mühlenkölsch
Mühlenkölsch

Meine Kollegin Alina brachte mir aus Köln das „Mühlenkölsch“ mit, das sie mit den Worten „es soll das beste Kölsch überhaupt sein“ anteaserte. Dankeschön dafür! Zufällig hatte ich nur ein paar Tage vorher das „Colonia“ von Braufactum getrunken. Ein Vergleich:

Der erste grobe Unterschied liegt in der Geschichte der beiden Produzenten: Das Mühlenkölsch Brauhaus steht seit rund 150 Jahren in der Kölner Altstadt am Heumarkt und ist die zweitälteste der Stadt. Ein Familienbetrieb, der bereits in fünfter Generation geführt wird. Dagegen ist Braufactum ein echter „Frischling“. Erst seit 2010 führt Marc Rauschmann die Internationale Brau-Manufacturen GmbH.

Nun zum Bier: Gemeinsam haben beide Kölschs, dass nur natürlich Rohstoffe zum Einsatz kommen – beide Brauer verwenden Aromahopfen.

Mühlenkölsch:                                                  Colonia:

Alkoholgehalt: 4,8 Prozent                                   Alkoholgehalt: 5,5 Prozent

Farbe: golden, filtriert                                          Farbe: goldgelb, unfiltriert

Colonia Braufactum
Colonia Braufactum

Das traditionelle Kölsch aus der Domstadt riecht malzig, würzig und eher etwas flach. Dagegen ist das „Colonia“ mit floralen und süßlichen Honignoten ausgerüstet. Auch im Geschmack gehen die Aromen total auseinander: Das „Mühlenkölsch“ charakterisiert sich bei den ersten Schlückchen durch einen süßlichen, sehr malzigen Körper. Man könnte es mit Frische vergleichen, aber dennoch: Es sind wohl nicht nur die Alkoholanteile, aber je mehr ich von diesem Klassik-Kölsch probiere, umso wässriger kommt es mir gegenüber dem Braufactum-Trunk vor. Beim „Colonia“ treten Nuancen des kaltgehopften Saphirs in den Vordergrund. Zitrusfrucht-, Ananas- und Mango-Noten dringen durch. Beide Biere verabschieden sich mit einer gewissen Herbe, während das „Colonia“ noch eine angenehmere Hopfenbittere hinter sich herzieht.

Fazit: Das „Colonia“ von Braufactum ist mit einem klassischen Kölsch wie dem „Mühlenkölsch“ wohl eher nicht zu vergleichen. Es ist deutlich voller, geschmacksintensiver und von den Hopfenaromen her besser ausbalanciert. Als Durstlöscher fand ich das Kölner Bier auch gar nicht schlecht, leider kam der wässrige Charakter zu stark durch. Eine zusätzliche handvoll Hopfen würde – bei all der rheinischen Tradition – diesem Bier nicht schaden. Das Mühlenkölsch ist sicherlich kein Genießerbier, aber mit seiner Frische bestens für sommerliche Zechgelage in der Kölner Altstadt geeignet.

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4 Gedanken zu “Kölsch-Vergleich: Tradition trifft Moderne

  1. Das beste Kölsch, das ich bisher probieren durfte, ist das Pfaffen-Bier von Max Päffgen. Da es in Lohmar gebraut wird, darf es leider nicht Kölsch heißen. Vielleicht schmeckt es mir deshalb auch so gut … 😉

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  2. Das beste Kölsch für mich ist Sünner! Aber prinzipiell aus der Stange, nicht aus dem Pokal. Und im Idealfall eh im Brauhaus frisch vom Fass.
    Mein zweitliebstes Kölsch ist das Mühlen, ist meiner Meinung nach auch wunderbar ohne Zechgelage zu geniessen! 😉

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  3. Pingback: Kölsch-Vergleich: Tradition trifft Moderne | BierNews

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