American IPA: Schlangen-Hund beißt Hirsch-Bär

Foto: Mareike Hasenbeck
Foto: Mareike Hasenbeck

Gestern sortierte ich ein bisschen die Vielfalt meines Bierkellers und fand noch zwei amerikanische IPAs, die dort schon etwas länger liegen. Das schrie nach einer Degustation – und meine Schwester Elena hatte auch Lust auf einen feinen US-Tropfen. Perfekt! Außerdem habe ich Euch noch gar nicht meine neuen IPA-Gläser vorgestellt, die meiner Meinung nach zwar nicht so schön aussehen, aber besser als die allerseits verwendeten Test-Kelche für intensiveren Geruch und Schaumbildung sorgen. Echt empfehlenswert!

Also, kommen wir zum Bier. Wir nahmen das Flying Dog „Snake Dog IPA“ aus Maryland mit 7,1 Prozent und das „Hop Ottin‘ IPA“ der Anderson Valley Brauerei aus Boonville mit 7,0 Prozent unter die Lupe. Elena und ich inspizierten erst das Design der Etiketten. Da meine Schwester als Grafikdesignerin ein optisch geschulter Mensch ist, legt sie auch auf die Präsentation der Biere einen besonderen Wert – frei nach der Devise: Das Auge genießt mit. Beide Etiketten sind im Vergleich mit den meisten deutschen Bieren eher ungewöhnlich und erregen Neugierde. Die Präsentation des Schlangen-Hunds auf der Snake-Dog-Flasche kommt punkiger rüber, während sich das Hope Ottin`mit einem Grizzly zeigt, der auf seinem Haupt ein Hirschgeweih trägt.

Ab ins Glas: Farblich lässt sich kaum kein Unterschied feststellen. Beide Biere präsentieren sich in einem schönen Bernsteinton. Im Geruch dagegen gehen die Nuancen auseinander. Snake Dog riecht nach Wiesenblumen, leicht grasig mit einer gewissen Würze, die ich nicht genau definieren kann. Irgendwie stellen wir uns Präriegras vor. Da ist das Hop Ottin‘ eindeutig süßer in der Nase. Es duftet nach Pflaume und Pfirsich.

Wir stoßen an: Prost! Zuerst probieren wir den Schlangen-Hund. Eine erfrischende Grapefruitnote mit leichtem Karamell-Hauch des Malzes umspielte die Zunge. Auch eine dezente Würze der Hopfensorten Warrior und Columbus sind wahrzunehmen. Im Abgang kommen die 60 IBUs zwar kräftig, aber angenehm ausbalanciert zum Einsatz. Der Hirsch-Bär mit Columbus und Cascade Hopfen ist auch im Geschmack etwas süßer, als der Vorgänger. Das kann nur an dem amerikanischen Cascade liegen. Durch das fruchtige Bukett kommen aber auch dezent die harzigen Aromen des Columbus durch. Mit knapp 80 IBUs ist der Abgang hier deutlich Bitterer als beim Snake Dog.

Fazit: Elena und ich fanden beide Biere angenehm trinkbar, erfrischend und fruchtig-lecker. Einen Sieger dieser Degustation zu küren, fiel uns echt schwer. Irgendwie überzeugte aber das Snake Dog IPA mit seiner individuellen, spritzigen Note etwas mehr. Allerdings gibt es hierzulande inzwischen mindestens genauso gute IPAs, die nicht erst über den großen Teich geschippert werden müssen.

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