Brauer Portrait: Maximilian Krieger – Braumeister mit Quereinstieg

Foto: Maximilian Krieger
Foto: Maximilian Krieger

Die Leidenschaft zum Bier wurde Maximilian Krieger nicht in die Wiege gelegt, obwohl er als Kind bereits in der niederbayerischen Familien Brauerei in Riedenburg mit anpackte. Er bevorzugte nach der Schule einen kaufmännischen Beruf. Erst während des Studiums packte ihn dann das Interesse am Bier. Nachdem er gerade erst sein BWL-Diplom-Zeugnis in der Hand hielt, entschied er sich dazu, eine Ausbildung zum Brauer sowie den Meister bei Doemens hintendran zu hängen.

Inzwischen gilt er gemeinsam mit seinem Bruder Tobias als kreativer Impulsgeber für die Riedenburger Brauerei. Vater und Brauereichef Michael Krieger schickte seine beiden Söhne in Bier-Welt hinaus, um „neue Bierideen“ zu sammeln. Das taten die Beiden auch. Nach ihrer Rückkehr brauten sie das erste IPA im Hause Riedenburger: den „Doldensud“ –mit acht Hopfensorten, der in der Craft-Bierszene für viel Aufmerksamkeit sorgte. Auf dem Etikett sieht man die Brauer auf einem Elefanten reiten. Das soll wohl die Geschichte des alten Braustils sowie die fernen Reisen der Brauer verkörpern.

Foto: Maximilian Krieger
Foto: Maximilian Krieger

Drei Jahre sammelte der Braumeister Erfahrungen in Italien, braute schließlich gemeinsam mit der Brooklyn Brewery aus New York ein Double IPA. Stolz kann Maximilian Krieger auch auf seine Schwester Maria sein. Sie ist die derzeit amtierende bayerische Bierkönigin.

Das Brauer-Portrait – 7 Fragen an Maximilian Krieger

1. Wann und wie tranken Sie ihr erstes Bier?

Wann das war weiß ich leider nicht mehr genau. Aber als Kind probiert man natürlich schon mal am Esstisch. Wobei mir Bier als Kind nicht schmeckte. Es wurde dann extra alkoholfreies Bier gebraut, aber das hat mich auch nicht überzeugt.

Den Zugang zum Bier habe ich erst relativ spät während der Zivildienstzeit gefunden.

2. Wann und warum haben Sie sich für den Brauerberuf entschieden?

In der Brauerei meiner Eltern bin ich groß geworden. Wir Kinder haben schon immer mitgearbeitet. Nachdem mein Interesse für Bier aber erst relativ spät geweckt wurde, habe ich nach dem Schulabschluss erstmal die kaufmännische Richtung eingeschlagen und BWL studiert. Doch während des Studiums faszinierte mich Bier und gerade der etwas andere Weg, Bier zu brauen wie mein Vater, so dass ich nach dem Diplom sofort meine Ausbildung zum Brauer begann und im Anschluss bei Doemens den Braumeister dran hängte.

3. Auf welches Bier sind Sie besonders stolz und warum?

In unserer Brauerei brauen wir 25 verschiedene Biersorten von denen unser Ur-Weizen und das historische Emmerbier besonders herausragen. Persönlich stolz bin ich aber auf „Riserva Speziale“, ein Bier das ich in meiner Zeit in Italien zusammen mit Oliver Garrett gebraut habe. Es war das erste Bier, bei dem ich selbst die Rezeptur mitentwickelt habe und es war aufgrund der verwendeten Zutaten (Honig, Früchte und verschiedene Hefen) auch handwerklich anspruchsvoll.

4. Was macht für Sie ein wirklich gutes Spezialitätenbier aus?

Qualität und Charakter. Die Basis für ein gutes Bier ist eine Brauweise, bei der vielen Feinheiten innerhalb des Brauprozesses Aufmerksamkeit geschenkt werden muss und die Verwendung von guten Rohstoffen. Zu einem Spezialitätenbier wird das Bier dann, wenn das Bier Charakter hat und beim Trinken zu einem besonderen Moment führt der unvergessen bleibt. Das Bier muss hervorstechen und in Erinnerung bleiben.

5. Was sind Ihre Lieblingshopfensorten?

Es gibt viele herausragende Hopfensorten von denen im Moment besonders die stark aromatischen im Trend sind. Chinook, Mandarina Bavaria oder Sorachi Ace gefallen mir besonders. Meine Lieblingshopfensorte ist jedoch der Spalter Select mit seiner fruchtigen Würze. Mit dem bin ich quasi aufgewachsen.

6. Was ist für Sie der schönste Ort der Welt?

Ich bin schweren Herzen von Italien wieder zurück nach Deutschland gegangen. Aber am schönsten ist es zuhause, da wo meine Frau und die Kinder sind. Wobei meine Frau sicherlich sagen würde, dass es die Brauerei ist. Das stimmt aber auch nicht ganz.

7. Was sind Ihre persönlichen Ziele?

Den von meinen Eltern eingeschlagenen Weg, charaktervolle Spezialbiere zu brauen, erfolgreich weiter zu führen und dabei weiter auf Qualität, gute Rohstoffe und Regionalität zu achten. Und natürlich, dass irgendwann auch genügend Zeit für die Familie bleibt.

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