Brauer-Portrait: Anton Schwendl – Craft-Bier-Pionier mit hauseigener Hefe

Foto: Anton Schwendl
Foto: Anton Schwendl

Im Weißbräu Schwendl im oberbayerischen Tacherting im Chiemgau wird seit 70 Jahren überwiegend obergärig gebraut – aber mit selbstgezogener Hefe, die den Bieren individuellen Geschmack und Charakter verleihen soll. Chef am Braukessel ist heute Anton Schwendl, auch genannt Done. Der 28-Jährige wurde schon als Kind mit Bier infiziert. Nach dem Kindergarten war es für ihn das Größte als erstes in die Familienbrauerei zu flitzen um beim Brauen, Hefe ernten oder Bottich waschen zuzuschauen. Später machte er schließlich eine Ausbildung zum Brauer und Mälzer. 2008 und 2012 gewann er Gold beim European Beer Star Award.

Bereits seit mehreren Jahren beschäftigt sich Anton Schwendl mit seltenen Hopfenspezialitäten und gilt deswegen als einer der Pioniere in der deutschen Craft-Bier-Szene. Charakterisierend für die Brauerei ist die offene Hauptgärung. Dabei werden dem Bier die unedlen Bitterstoffe entzogen. Neben seiner Berufung ist der Oberbayer stolzer Vater einer Tochter. Klar, das sind viele. Aber Schwendl widmete seiner Emilia ein IPA. Mit einem Freund steckte er viel Herzblut in den Sud. Nur drei Tage später bekam sein Kollege seinen Sohn Hannes. Also nannten die Brauer ihr hopfiges Bier „Don HaMilia“. Don stammt übrigens aus Familientradition und bedeutet „Done“ nur ohne „e“ – Vater, Großvater und vermutlich noch einige Vorfahren hießen Anton. Typisch Bayerisch!

Das Brauer-Portrait: Anton Schwendl

1. Wann und wie tranken Sie ihr erstes Bier?

Wann genau das weiß ich leider nicht mehr, ich schätze, dass das ca. 15 Jahre her ist. Wir saßen wie oft bei einem Freund in der Nachbarschaft vor der Sommerhütte. An diesem Abend haben wir das restliche Weißbier aus dem Kühlschrank getrunken und am nächsten Tag, um es zu vertuschen mit einem neuen Kasten von mir zu Hause aufgefüllt. Aber gefragt wurden wir trotzdem schmunzelnd warum im Kühlschrank auf einmal wieder ein ganzer Kasten Bier eingeräumt ist und wo der halb leere ist.

2. Wann und warum haben Sie sich für den Brauerberuf entschieden?

Schon als Kind war mir klar was ich mal machen werde. Ich bin damals schon immer gleich nach dem Kindergarten heim und rein in die Brauerei: Türe von der Sudpfanne auf um zu schauen was da grad passiert, unseren Brauern im Gärkeller bei Hefe ernten oder Bottich waschen zu geschaut usw. Schon damals hat mich das alles interessiert und fasziniert.

3. Auf welches Bier sind Sie besonders stolz und warum?

Auf unser helles Weißbier und unser 5 Korn. Unsere Weisse ist unsere Hauptsorte und laut den Endverbrauchern unserer Region eines der beliebtesten bei uns in der Gegend und das freut mich als reiner Weissbierbrauer schon sehr. Mit unserem 5 Korn haben wir 2010 unser erstes obergäriges Spezialbier ins Leben gerufen das mittlerweile auch zu einer Hauptsorte aus unserem Sortiment wurde. Aber auch unser Weizendoppelbock Don Impala, ein Bier für das es keine Kategorie gibt, aber doch sehr positive Meinungen darüber .

4. Was macht für Sie ein wirklich gutes Spezialitätenbier aus?

Ein wirklich gutes Spezialbier ist für mich ein Bier das nicht vergleichbar ist mit anderen und nicht einfach nur kopiert ist, sondern eigene und neue Geschmackseindrücke mit sich bringt.

5. Was sind Ihre Lieblingshopfensorten?

Es gibt sehr viele gute Hopfensorten, es kommt nur darauf an welchen Hopfen man für welchen Bierstil verwendet. Ich verwende beispielsweise Perle, Saphir, Hersbrucker, Tettnanger, Mandarina Bavaria und Mittelfrüh und jede dieser Hopfensorten bringt seine eigene Stärke in bestimmte Biere und deshalb ist es schwierig sich für einen Lieblingshopfen zu entscheiden. Es macht sehr viel Spaß in diesem Thema zu experimentieren.

6. Was ist für Sie der schönste Ort der Welt?

Der schönste Ort der Welt ist für mich die Heimat, obwohl es bestimmt noch sehr viele schöne Orte auf der Welt gibt. Aber wie sagt man bei uns: Dahoam is Dahoam…

7. Was sind Ihre persönlichen Ziele?

Mich immer weiter zu entwickeln und auch in Zukunft neue Biere mit Erfolg zu kreieren. Und natürlich für´s beste Wohlbefinden meiner Frau und meiner Tochter sorgen.

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