Tilmans Tagesfestival:Cooles Bier trifft heiße Klänge

Am 19. Januar geht das „Tilmans Friends of mine Fest“ in München in die zweite Runde. Diesmal heizen sieben Bands die Stimmung an und neun Brauereien verwöhnen die Gaumen mit verschiedenen Bieren. Im Interview mit Feiner Hopfen verrät Organisator Franz Löning, warum die bayerische Hauptstadt so ein Fest braucht, warum keine lokalen Brauereien ausschenken und warum Bier und Musik hervorragend zusammenpassen.

Franz, warum passen Musik und Bier für Dich so gut zusammen?

Beides ist für mich purer Genuss, natürlich nur, wenn es gut ist. Das Line-up ist sowohl bei den Bands, als auch bei den Brauereien absichtlich so divers. So ist für jeden etwas dabei.

In den USA gibt es schon einige Festivals in diesem Stil. Sind das Vorbilder?

Klar habe ich mich auch mit den Festen in den USA beschäftigt, aber die waren nicht die Initialzündung. Die Idee kam eigentlich eher, weil wir von Tilmans Biere ein bisschen die Nase voll von herkömmlichen Craft-Bierfesten haben. Als Brauerei muss man sich dort immer messemäßig und eher steif präsentieren. Da haben die Brauer kaum Zeit mal miteinander zu feiern.

Und das ist bei eurem Fest anders?

Ja, wir feiern eine große Party, bei der Brauer, Gäste und Bands gemeinsam Spaß haben. Die Brauer müssen auch nicht selbst ausschenken.

Diesmal kommen noch mehr Brauereien. Nach welchen Kriterien hast Du sie ausgesucht?

Das sind alles Freunde von uns, die tolle Biere machen. Gestartet sind wird mit Brauern, die nicht ganz so weit anreisen mussten. Jetzt kommen auch internationale Labels aus Paris, England und Polen. Jedes Jahr wechseln wir das Line-up, sonst wird es langweilig.

Warum fehlen beim Tilmans-Fest die lokalen Spezialitätenbrauereien?

Die kennt doch jeder hier in München. Wir wollen den Horizont erweitern und den Leuten mal was anderes zeigen, was sie vielleicht noch nicht kennen.

Was bringen die Brauereien denn für Biere mit?

Jeder Brauer hat zwei Zapfhähne, ob er dann nur zwei Sorten mitbringt oder die Fässer durchwechselt, dass ist jedem selbst überlassen. Jedenfalls wird es von sauer über malzig und hopfig fast jede Geschmacksrichtung geben und bestimmt jeden Gaumen beglücken.

Und was ist Deine Intention bei der Veranstaltung, was erwartest Du Dir?

Ich erwarte mir, dass es wieder so gut wird wie beim letzten Mal, da waren wir restlos ausverkauft und haben eigentlich nur positives Feedback bekommen. Und die Intention dahinter ist, einfach mal was anderes zu machen als bei den üblichen Craft-Bierfesten. München braucht so ein Event, bei dem tolle Musik, spannende Biere und interessante Leute aufeinandertreffen.

Franz Löning, Organisator vom „Friends of mine Fest“

Tickets gibt es an der Abendkasse für rund acht Euro sowie bald im Vorverkauf an der Theke vom Frisches Bier.

Mehr zur Veranstaltung gibt es hier auf Facebook.

Tilmans Biere: Bayerisches Pils mit friesisch-tschechischer Raffinesse

20181112_163040Dass traditionelle Bierstile gerade unter Craft-Brauern eine Renaissance erleben, beobachte ich immer mehr. Vor allem setzen einige Kreativköpfe jetzt besonders gern auf neuinterpretierte Pilssorten. Gerade komme ich aus der Craft-Kneipe „Frisches Bier“ in München, wo Tilman Ludwig, Chef und Braumeister von Tilmans Biere seine neue, 4,7-prozentige Spezialität vorgestellt hat. Gebraut hat Tilman es in der Brauerei Gut Forsting im Landkreis Rosenheim mit ausschließlich hellem und karamellisiertem Malz aus regionalem Anbau. Der Hopfen stammt dagegen aus Übersee.

Und genau dieses fruchtige Aroma der Sorten Mosaic und Citra verwöhnen schon die Nase. Das Pils duftet nach Mango, Zitrus und reifem Pfirsich. Da sich dieser moderne Pils-Vertreter an die tschechische Braukultur anlehnt, paart sich zu den Fruchtnoten ein Anklang von Biskuit-Keksen. Auf der Zunge zeigt sich das untergärige Bier frisch und vollmundig mit einer zarten Säure. Auch im Geschmack präsentieren sich fruchtige Töne, das typisch tschechische Aroma, dass an Butterkekse erinnert und eine schlanke Malzigkeit. Im Nachhall scheint eine deutliche, aber keineswegs störende Bittere durch.

Fazit: Ein modernes, schlankes, aromatisches, angenehm herbes und harmonisches Pils, das genau die Beschreibung des Braumeisters vorlegt: „Dieses Bier verbindet tschechische Braukultur, friesisches Wetter und einen jungen Umgang mit Hopfen.“ Dass keine der Aromakomponenten dominierend heraussticht ist von Tilman Ludwig gewollt und daher in einer sehr guten Balance, absolut gelungen. So zeigt jede einzelne Zutat auf ihre Art und Weise, was sie kann. Das Ergebnis: ein sehr süffiges Bier, an dem man lange festhalten kann.

Tipp: Offizieller Release-Termin ist übrigens morgen ab 17 Uhr im „Frisches Bier“.

Tilmans Biere: Münchner Pale Ale mit unbekannter Hopfensorte

20180425_214429Ganz bewusst startet Tilman Ludwig seine Bierkarriere vor vier Jahren nicht mit einem Pale Ale wie die meisten Craft-Brauer, sondern mit Helles, Dunkles und Weißbier. Jetzt war es aber wohl doch mal an der Zeit, den alten englischen Bierstil modern zu interpretieren. Tills Pale Ale sollte aber schon was Besonderes sein. Also braute der Münchner es mit einem Hopfen-Zuchtstamm aus der Hallertau, der bisher nur eine Nummer trägt. Dazu nahm er eine obergärige Vermont-Hefe aus den USA.

In trüber gelboranger Farbe steht das Ale im Glas. Ein feinporiger, schneeweißer Schaum lädt zum ersten Schluck. Aber auch schon im Duft begründet sich der auf dem Etikett abgebildete Tukan-Vogel. Ein exotisch-fruchtiges Bukett von reifer Ananas, Mango und Grapefruit verführt die Nase. Spritzig-prickelnd breitet sich das schlanke 4,9-prozentige Bier mit einer starken Karbonisierung auf der Zunge aus, die den Genuss schön erfrischend gestaltet. Auch im Geschmack zeigen sich Hopfen und Hefe, die beide tropische Noten von Mango und Ananas produzieren. Im Finish bleibt das Pale Ale frisch und fruchtig. Ein zarte Herbe rundet das Gesamtbild ab.

Fazit: Ein schlankes, spritziges und fruchtiges Pale Ale mit sehr guter Trinkbarkeit. Der Hopfen-Zuchtstamm kommt gut und harmonisiert hervorragend mit den Aromen der amerikanischen Hefe. Ein Bier, das nicht überfordert und einen echter Allrounder darstellt. Ich freue mich schon auf die nächsten Versionen von Tilmans Pale Ale. Er möchte das künftig als Serie mit wechselnden Hopfensorten auflegen.

Heidenpeters & Tilmans Biere: Aromaspiel zwischen Berlin und München

IMG_20180204_125553_425Kollaborationssude sind der wahrscheinlich heißeste Trend der Craft-Bierszene. Auch Tilman Ludwig von Tilmans Biere aus München traf sich jüngst mit Johannes Heidenpeters von Heidenpeters aus Berlin um ein wirklich innovatives Bier zu entwickeln. Dabei kombinierten die beiden Crafter zwei altdeutsche Bierstile (Berliner Weiße mit Münchner Dunkel) miteinander und zauberten eine ganz eigene Kreation, die es so zuvor wohl noch nie gegeben hat.

Die „Berliner Dunkle“ legt schlanke 4,5 Prozent Alkohol vor und wurde neben den Hopfensorten Perle und Citra noch mit Kakao- und Zitronenschalen gepimpt. Gesäuert haben die Brauer ihr Bier mit Naturjoghurt – klingt doch schon mal richtig spannend. Im Glas präsentiert sich das Sauerbier dann in einem appetitlichen Mokkabraun, getoppt von einem espressofarbenen Schaum. In die Nase strömt ein dominierendes Bukett von Schokolade und Zitrone. Ein milder Hauch von Filterkaffee schwingt noch am Gaumen. Auf der Zunge zeigt sich eine deutliche, aber sanfte Säure, die von Kakao und süßlichen sowie herben Schokoladennoten begleitet wird. Das Mundgefühl zeigt sich prickelnd-moussierend. Im Finish bleibt das Aromaspiel noch länger zurück.

Fazit: Cooler Sud! Die Kombination aus den dunklen Aromen mit der Säure und den Zitronenschalen passt echt gut zusammen. „Berliner Dunkle“ ist trotz aller Zutaten keineswegs schwer, sondern eher eine etwas andere aromatische Erfrischung. Vielleicht brauen die beiden Kreativzauberer das Bier nochmal?

„Tilmans´ Friends of mine Fest“: Tagesfestival mit Craft-Bier und Live-Musik

25289317_1998190883756983_3316887660071076871_nWas gibt es Schöneres, als bei guter Live-Musik ein köstliches Craft-Bier zu genießen? Wahrscheinlich nicht viel. In den USA gibt es inzwischen schon mehrere Festivals, bei denen bekannte Punkrockbands wie etwa Pennywise oder NOFX in die Gitarren hauen und die Mikros quälen, während kreative Brauereien besondere Craft-Sude ausschenken.

Jetzt gibt es so eine Veranstaltung auch in Deutschland. Am 27. Januar startet in München im „Kafe Kult“ das wahrscheinlich erste hiesige Tagesfestival mit Craft-Bier und Live-Musik. Das „Tilmans´ Friends of mine Fest“ wird organisiert von Franz und Til von der Münchner Craft-Schmiede „Tilmans Biere“ aus München, die beide aus der Punk-Szene kommen.

Warum die beiden das machen? Nach Ansicht von Franz gibt es inzwischen hierzulande so viele große Craft-Bierfeste auf denen sich die Brauer präsentieren.  „Das ist ja ganz schön“, sagt er, „ aber wir wollen einfach mal was ganz anderes machen und eine große Party unter Freunden feiern“. Darunter verstehen Til und Franz sowohl ihre Brauerkollegen, als auch diverse Bands und interessierte Gäste.

Das Fest beginnt bereits um 12 Uhr mittags mit eher sanfter Musik, die auch als familienfreundlich angepriesen wird. Auf der Bühne sorgt ein buntes Programm für gute Stimmung: Von Singer-Songwriter über Beatbox-Rap bis hin zu knallhartem Punk. Während des Schunkelns, Mitgrölens, Kopfnickens und Pogotanzes verwöhnen sieben Brauereien die Gaumen des Publikums. Neben regionalen Highlights wie Yankee & Kraut aus Ingolstadt, Hoppebräu aus Waakirchen und Open Your Mind Brewing aus Freising reisen auch Heidenpeters aus Berlin, Buddelship aus Hamburg und BrewAge aus Wien mit ihren Fässern an. Klar schenken auch Franz und Til ihre Biere aus.

Karten gibt es vor Ort oder im Vorverkauf ganz anolog im Craft-Biershop „Biervana“ in Schwabing und im Black Wave Records Plattenladen im Westend.

Craft-Bier des Monats: Hammerhartes „Sidekick“ mit nachtschwarzer Optik

20171130_194654Wenn ein „Brauer“ mich zur Verkostung seines neuen Bieres einlädt und meine Meinung dazu wissen möchte, ist das schon eine coole Sache. Vergangene Woche besuchte ich Franz von Tilmans Biere im Münchner Nordwesten. Er war ganz schön nervös als ich an seinem Imperial Stout schnupperte und erst mal verstummte um den neuen Trunk in all seinen Facetten zu analysieren. Der Grund: Franz ist eigentlich überhaupt nicht für das Brauen zuständig, das macht in der Regel Tilman.

Aber wie kam es überhaupt dazu, dass ausgerechnet Franz die neue Kreation aus der Taufe hob? Die Münchner sind mit Yankee & Kraut aus Ingolstadt gut befreundet und planen schon seit längerem einen kreativen Kollab. Beide Startups saßen bei einigen Kaltgetränken zusammen und überlegten krampfhaft, was für einen besonderen Sud sie denn produzieren könnten. Aus der Bierlaune heraus fragte Yankee-Bryan, warum nicht mal sein Kollege Max, der eigentlich für die Vermarktung zuständig ist, und sein Pendant Franz bei Tilmans mal was ganz Eigenes entwickeln wollen. Die beiden „Sidekicks“, so wie Max und Franz sich selbst betiteln, waren spontan begeistert und eine neue Brauidee stand im Raum. Aber warum gleich ein Imperial Stout, das in seiner Herstellungsweise schließlich nicht ganz unkompliziert ist? „Wir stehen beide auf starke und dunkle Biere“, verrät Franz, „außerdem passt der Stil gut zur kalten Jahreszeit“.

Eigentlich sollte das Imperial Stout satte elf Prozent Alkohol ins Glas bringen. Mit den jetzigen neun sind die beiden aber überausaus zufrieden. Es dominiert nicht der Alkohol wie bei so manchem Imperial-Bruder. In den Sudkessel gaben Max und Franz neben diversen Spezialmalzen die Hopfensorten Merkur, Saphir und Comet. So steht „Sidekick“ nun nachtschwarz und mit espresso-farbenen Schaum im Glas. Es duftet nach Milchschokolade, Haselnuss, Filterkaffee und roten Beeren. Das Bukett lässt ein süßliches Stout erwarten. Cremig-weich fließt es mit kräftigen Schoko- und Kaffeearomen auf die Zunge. Im Antrunk  lässt sich tatsächlich eine dezente Süße entdecken, aber dann driftet eine elegante und leichte Säure an den Gaumen und die ganze Wucht des Hopfens bricht durch. Ein Aromaspiel aus dunklen Malznoten, dem beerigen Anklang des Comet-Hopfens und einem Hauch von Zitrus der Sorte Saphir balanciert dieses Stout optimal aus. Im Abgang zeigt sich eine unaufdringliche Bittere, die dem Charakter des Ales den letzten Schliff verleiht.

Fazit: „Sidekick“ ist mein Craft-Bier des Monats, weil es allein schon von den beiden Machern her ein ungewöhnliches Imperial Stout ist. Vor allem überrascht ein wirklich voluminöses Aromaspektrum. Ich finde es toll, dass sich der Geschmack nach einer Weile ganz anders entwickelt, als es der etwas liebliche Duft anfänglich vermuten lässt. Die massige Hopfengabe neutralisierte die Röstaromen des Malzes und macht das Bier zu einem wahren Geschmackserlebnis. Kompliment an Franz und Max, verbunden mit der Bitte, dass es nicht ihr letzter Sidekick ist.

 

Top-Brauer: Tilmans Biere – „…wie die Faust aufs Auge“

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Tilman Ludwig mit seinem Flaggschiff: „Das Helle“

Heute ist nicht nur Tag des Deutschen Bieres, sondern auch der Geburtstag von Tilmans Biere. Vor genau drei Jahren meldete Tilman Ludwig seine Marke an – angeblich war das ein Zufall. Ein super Anlass, einen meiner Münchner Lieblings-Crafter in die Liste der Top-Brauer aufzunehmen. Tilman hat es mit seinen Suden schon ziemlich weit gebracht:  die jungen Leute in der bayerischen Metropole sitzen inzwischen mit seinen Bieren an den Isarauen, und nicht mehr nur mit den Münchner Standardsuden.

 

Wann hast du dein erstes Bier gebraut und wie ist es geworden?

Mein erstes Bier habe ich 2006 mit Glühweinkocher und allerlei selbst zusammengebauten Gerätschaften in der Küche gebraut. Ich wollte damals ein Helles brauen, das aber am Ende extrem nach Weißbier geschmeckt hat. Kann mir bis heute nicht 100prozentig erklären was da schief lief…

 

Was macht für Dich ein wirklich außergewöhnliches Bier aus?

Neben dem kreativen Anspruch, dem Umgang mit Rohstoffen, der Wahl der Biersorte und dem leidenschaftlichen Brauen, muss das Bier auf alle Fälle auch lecker schmecken.

 

Welchen Biertyp trinkst Du am liebsten und warum?

Tatsächlich mag ich eigentlich alle Biersorten. Ich bin der Meinung, dass jedes Bier seinen bestimmten Moment hat und in diesem wie die Faust aufs Auge passt. Es wäre fatal einem Biertyp vorab einen Sonderstatus zu geben.

 

Was sind Deine Lieblingshopfensorten?

Auch hier habe ich keinen bestimmten Favoriten. Wie ein Gewürz zum Essen, so muss der Hopfen zum Bier passen. Entscheidender als die jeweilige Sorte ist die unkonventionelle Verwendung und die daraus resultierenden Aromen. Was ich allerdings gar nicht mag sind Hopfensorten, die am Ende grasige oder seifige Geschmäcker ins Bier bringen.

 

Welche Eigenschaften zeichnen Deiner Meinung nach einen richtig guten Craft-Brauer aus?

Kreativität, Knowhow und gute Laune!

 

Was war das schrägste Bier, das Du jemals getrunken hast?

Hui, ich habe schon wirklich sehr viele total abgedrehte oder auch ekelige Biere getrunken. Ein Bier, das mich jedenfalls ordentlich beeindruckt hat, war das „Sour Dampson“ von The Kernel – ein Sauerbier mit Pflaume. Oder die hopfengestopfte Berliner Weisse von Wiper and True sowie das Basilikumbier einer kleinen Brauerei aus dem italienischen Busalla, dessen Namen ich leider vergessen habe.

 

An welchem Ort der Welt würdest Du mit Deinem besten Freund gern ein Bier trinken?

Der Ort ist mir eigentlich egal. Der Freund und das Bier sind die wichtigen Größen!

 

Und was hast Du als nächstes vor?

Leider noch nichts Spruchreifes. Ich habe aber einige Ideen und bereits ein paar Versuche gemacht. Sicher ist jedoch: Das Bier wird hopfenaromatisch.

 

3Brew: Extra rein, originell und ungewöhnlich

20160421_122726Ein bisschen Provokation muss manchmal sein. So brauten die Münchner von 3Brew, zu dessen Team auch Tilman Ludwig von Tilmans Biere gehört, einen besonderen Sud zum Jubiläum des Reinheitsgebotes – natürlich außerhalb des Biergesetzes. In den Kessel kamen Zitronenverbene, Basilikum, Ingwer und Pfefferminze. Dem Ganzen gaben sie den Namen „Extra Rein“.

Im Glas steht es golden mit einem feinporigen Schaum. In der Nase zeigen sofort sämtliche Zutaten ihr Können. Es duftet erdig und nach Kräutern, kombiniert mit einem Hauch von Basilikum sowie einer frischen und belebenden Zitronennote. Im Antrunk des 5-prozentigen Bieres zeigt sich wieder eine Kräuternote mit leichtem Zitrusaroma. Es wirkt recht frisch und leicht. Bei guter Konzentration zeigen sich auch dezente Basilikumnuancen. Erst im Finish drängt sich die Pfefferminze in den Vordergrund und entschwebt mit einer leichten Herbe.

Fazit: Interessant, anders und gewöhnungsbedürftig. „Extra Rein“ ist ein erfrischender Drink, dem jedoch ein wenig Harmonie fehlt. Dennoch durchaus trinkbar und irgendwie doch lecker. Kann mir diese obergärige Spezialität gut zu leichten Fischgerichten vorstellen. Ansonsten greife ich dann allerdings doch lieber zu Tilmans Hellem.

 

Mein Craft-Bier des Monats: „Das Helle“ aus München von Tilmans Biere

Das Helle von Tilmans Biere
Das Helle von Tilmans Biere

Als Münchnerin kenne ich mich mit dem Bierstil „Helles“ ganz gut aus , konnte mich aber nie so echt an den Einheitsgeschmacks gewöhnen. Dann empfahl mir kürzlich Richie, der Braumeister von der Crew Republic, bei den Bierinseln „Das Helle“ von Tilmans Biere. Schon das Etikett zollt von einem modernen Bier, fernab bayerischer Tradition, mit der Abbildung von blau-weißen Rauten, Maibäumen und Maßkrügen.

Tilman Ludwig ist studierter Braumeister und arbeitete einige Jahre in einer Spezialitätenbrauerei in der Schweiz. Dort experimentierte er sich durch verschiedene Bierstile. Der Weg in die Selbstständigkeit führte ihn dann in seine Geburtsstadt München zurück. Sein erstes eigenes Meisterwerk ist nun auf dem Markt.

• Bierstil: Helles, untergärig
• Brauerei: Tilmans Biere, München
• Alkoholgehalt: 5,1 Prozent
• Stammwürze: leider keine Angabe
• Farbe: kräftiges Gold
• Schaum: feinporig, instabil
• Bittere: leider keine Angabe
• Hopfen: Chinook
• Malz: Karamellmalz

Aber was ist an diesem Hellen nun so besonders, dass ich es zum Craft-Bier des Monats Juli küre? Es ist schlichtweg ein grandioses Helles, das ich auf diese Weise noch nie zuvor getrunken habe. Es hat den Charakter des typisch bayerischen Bieres, aber Tilman Ludwig verwendete Karamellmalz und stopfte mit Chinook Hopfen. Der lag sogar ganze drei Wochen mit im Tank. Deshalb duftet das Bier fruchtig und karamellig im Glas. Über die Zunge strömt eine Honigsüße gepaart mit gelben Steinfrüchten wie Aprikose und Pfirsich – und dazu ist es auch noch ausgesprochen süffig. So ein Bier würde ich gern mal in einem Münchner Biergarten trinken.

Fazit: Eine absolut moderne Interpretation eines Hellen. Da können sich viele bayerischen Brauer eine ordentliche Scheibe abschneiden. Und so viel darf ich schon verraten: Es wird künftig noch mehrere Spezialitäten aus dem Haus Tilmans Biere geben. Ich freue mich drauf!