Giesinger Bräu: Hopfiges „Red Ale“ für lange Grillabende

20180518_182851
Red Ale vom Giesinger Bräu

Eigentlich zähle ich Red Ales nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbierstilen, weil sie meist zu malzig schmecken. Jetzt hat aber der Giesinger Bräu aus München sein Portfolio um solch ein Bier erweitert, das ich selbstverständlich probieren wollte. Gestern hatte ich erstmalig den Trunk im Glas.

Das 5,2-prozentige „Red Ale“ leuchtet in einem appetitlichen, rötlichen Bernsteinton durchs Glas, überzogen von einer feinporigen cremefarbenen Schaumkrone. Das Team um Produktionsleiter Simon Rossmann braute das obergärige Bier mit zwei besondere Hopfensorten: australischem „Vic Secret“ und deutschem „Monroe“. Und genau diese zeigen sich schon angenehm im Duft. Aromen von roten Früchten wie Erdbeere und Kirsche sowie reife Mango strömen in die Nase. Das Mundgefühl ist angenehm frisch und sprudelig. Auf der Zunge präsentiert sich noch eine gewisse Malzigkeit mit zarter Süße und Anklängen von Getreide. Dazu gesellt sich die fruchtige Hopfenpracht mit kräftigen Erdbeer-, Kirsch- und Mango-Noten. Im Abgang taucht noch ein Hauch von Haselnuss auf.  Das „Red Ale“ verabschiedet sich mit einer sanften aber deutlichen Herbe.

Fazit: Das neue Giesinger-Craft ist ein Red Ale auch für meinen Geschmack. Mir gefällt die Kombination aus zarter Süße, lockeren Malzkörper und fruchtigen Hopfennoten. Schmeckt frisch, macht nicht gleich satt und man kann problemlos einen ganzen Grillabend damit verbringen.

8 Wired Brewing India Red Ale: Hopfensturm aus Kiwi-Land

Tall Poppy India Red Ale - 8 Wired Brewing
Tall Poppy India Red Ale – 8 Wired Brewing

Amerikanischer Westcoast-Bierstil, gebraut von einem Dänen in Neuseeland mit Münchener Weizenmalz und Hopfensorten aus aller Welt. Klingt doch schon mal spannend, oder? Søren Eriksen ließ sich wohl von der Liebe treiben. Mit seiner neuseeländischen Frau lebt er in Marlborough auf der Kiwi-Insel und braut unter der Marke „8 Wired Brewing“ ganz individuelle Biere. Eriksen zaubert in verschiedenen Kesseln, meistens aber bei Renaissance Brewing in nordöstlichen Blenheim. Wegen Kapazitätsproblemen experimentiert der Däne auch bei Steam Brewing Company in Auckland.

Heute probierte ich sein weitgereistes 8 Wired „Tall Poppy India Red Ale“ mit sieben Prozent Alkohol. Gebraut mit Warrior, Columbus, Simcoe und Amarillo Hopfen. Im Glas funkelt es in einem ungewöhnlichen sauerkirsch-rot, gekrönt von einem feinporigen Schaum, der aber leider etwas zu schnell zusammen fällt. Ein Bier in dieser Farbe habe ich bisher noch nicht gesehen. Das Poppy Ale duftet nicht, duftdas wäre wahrscheinlich untertrieben. Es ballert mir direkt eine Hopfenwucht in die Nase, las würde ein achtradiger Truck gegen eine Mauer fahren. Im Mund tummeln sich Aromen von vollreifen Früchten, um die Zunge schlängelt sich Grapefruit, Orange und dezent auch etwas Mango. Leider übertönt die stark ausgeprägte Bittere – trotz karamellartigen Struktur – die fruchtigen Nuancen des Hopfens. Laut 8 Wired Brewing hat das Red Ale allerdings nur 60 IBU Alkohol. Kann ich mir nicht vorstellen. Wahrscheinlich ist es die gewählte Hopfenkombination, denn die Bittere tritt deutlich kräftiger hervor als erwartet. Ich hätte locker 90-100 geschätzt. Die Charakteristik erinnert mich etwas an den schottischen „Jack Hammer“ von Brewdog.

Fazit: „Tall Poppy“ ist wirklich eine „große Sache“ im Hinblick auf Bitterkeit, Frucht und Individualität. Bei der Hopfenauswahl lief mir im Vorfeld das Wasser im Mund zusammen, ich freute mich auf einen wunderbaren Fruchtcocktail. Leider drängt die intensive Bittere das Fruchtige dann doch etwas in den Hintergrund. Aber auf jeden Fall: Ein echt ungewöhnliches Ale für alle Hopfen-Buddies.