Craftwerk Brewing: Session Lager mit neuem Hopfenzauber

CraftwerkBrewingCallistaSeit dieser Brausaison gibt es wieder neue spannende Hopfensorten. Eine davon nennt sich „Callista“. Sie kennzeichnet sich durch längliche und große Dolden. Ihr Aroma: Multivitamin-Cocktail. In der Brauszene heißt es sogar, dass es der deutsche Amarillo werden könnte. Spannend, oder?

Und ich wollte ganz klar wissen, was da so dran ist. Daher probierte ich kürzlich das „Mad Callastia“ mit zarten 3,9 Prozent von Craftwerk Brewing. Das Session Lager des Kreativablegers von Bitburger ist eines der ersten, dass mit der neuen Sorte gebraute wurde. Im Glas strahlt schneeweißer Schaum auf purem Gold. Ein verwobenes Bukett von frischen Aromen der Sternfrucht, Stachelbeere und Limone strömt in das Riechorgan. Der Antrunk ist erfrischend, dezent süß. Am Gaumen schwirren dann komplexe Fruchtnuancen von Aprikose, Zitrusfrüchten und roten Beeren aus. Ein leichter Malzkörper mit einem grasigen Hauch des Hopfens vollenden das Ganze. Im Finish bleibt das Lager sogar noch mit einer dezenten Herbe zurück.

Fazit: Der Hopfen kann was! Ein Session Lager ist ein gutes Beispiel um den Konsumenten die neue Sorte vorzustellen. Trotz der geringen Prozentanzahl zeigt Callista, was sie kann. Wirklich hocharomatisch und komplex. Ich freue mich auf noch weitere Biere mit diesem grünen Gold. Olli Wesseloh von der Kreativbrauerei Kehrwieder hat beispielsweise ein IPA damit gebraut, das muss ich mir holen.

Brauer Portrait: Stefan Hanke – Mit Wissenschaft-Gen zum Chef einer Versuchsbrauerei

Foto: Craftwerk BrewingStefan Hanke interessierte sich früher eher weniger für Bier, eher für Naturwissenschaften. Erst als der heutige Braumeister von Craftwerk Brewing in der zehnten Klasse im Studienführer blätterte, war ihm klar, wo sein Weg hingeht. Um ganz sicher zu gehen, schnupperte der Bitburger während drei Praktika erst einmal in verschiedenen Brauereien. Danach war alles klar: Brauwesen studieren in Weihenstephan.

Nach der Uni arbeitete er in der Forschungsbrauerei der TU bei München und promovierte dort auch. Seit 2013 leitet der 35-Jährige nun die Versuchsbrauerei Craftwerk Brewing, ein Kreativableger von der Bitburger Gruppe. Wenn Stefan Hanke mal nicht am Sudkessel steht und neue Rezepte austüftelt, dann steht er im Tor seiner Handballmannschaft.

 

  1. Was ist passiert, damit Sie sich für den Brauer-Beruf entschieden haben?

Ich hatte kein Schicksalserlebnis, das mich zum Brauerberuf geführt hat. Eigentlich hatte ich nur nach einem Studium gesucht, bei dem Naturwissenschaften eine Rolle spielten. Im Studienführer bin ich dann bei Brauwesen und Getränketechnologie hängen geblieben. Vor dem Studium habe ich in einer kleinen Brauerei ein Praktikum absolviert und da wusste ich dann, dass es die richtige Entscheidung sein wird.

 

  1. Wann haben Sie Ihr erstes Bier gebraut und wie ist es geworden?

Das erste selbst gebraute Bier muss irgendwann so 2002 gewesen sein. War ein bernsteinfarbenes Pils und soweit ich mich erinnere auch ganz lecker.

 

  1. Welche anderen Brauer/Brauereien haben Sie am meisten inspiriert?

Am meisten beeindruckt hat mich Ludwig Narziss (Emeritus für Brau- und Getränketechnologie in Weihenstephan), denn was er alles weiß und wie aufgeschlossen er gegenüber Neuem ist, finde ich extrem faszinierend und bereichernd. Diese Gespräche können sehr inspirierend sein. Ansonsten ist eigentlich jedes Gespräch mit einem Brauer oder jeder Brauereibesuch in seiner Art und Weise inspirierend, da man Dinge sieht oder sich Dinge im Gespräch ergeben, auf die man allein so vielleicht nicht gekommen wäre und man somit den extra Stupser bekommt, um die eine Sache mal auszuprobieren.

 

  1. Welches Bier (außer den eigenen) würden Sie Ihrem besten Freund empfehlen?

Hm, mein bester Freund ist ein ziemlich klassischer Biertrinker, wobei ich ihm auch schon das ein oder andere Pale Ale untergejubelt habe und es ihm durchaus gemundet habe. Aber wenn es um klassische Biere geht, würde ich ihm Schönramer Pils oder Augustiner Pils empfehlen.

 

  1. Was sind Ihre Kriterien für ein richtig gutes Craft-Bier?

Natürlich das Erlebnis, dass man merkt „Hey hier hat sich einer Gedanken gemacht!“ und nicht einfach nur eine extra Schippe Hopfen reingeschmissen. Hauptkriterium ist aber der Punkt ob ich von diesem Bier noch ein weiteres trinken möchte, so dass mir im Sinne bleibt: Das war lecker, das möchte ich nochmal trinken.

  1. Was sind Ihre Lieblings-Hopfensorten?

Momentan gibt es sehr viele, die ich mag. Ich freue mich schon auf die beiden neuen Sorten aus Hüll, die nächstes Jahr zugelassen werden. Die werden echt spannend und damit kann man richtig tolle Dinge anstellen. Ein besonderes Verhältnis habe ich allerdings zu den Sorten Saphir und Taurus, denn die haben mich durch meine Promotion begleitet. Saphir mag ich wegen der blumigen Note und Taurus wegen der sehr schönen Bittere und seines Aromas. Aus meiner Sicht eine tolle Kombination.

 

  1. Mit welcher berühmten Person würden Sie gern mal anstoßen und warum?

Schwierig, es gibt einige interessante zeitgenössische Persönlichkeiten mit denen ich gern mal ein Bier trinken würde. Obama zum Beispiel, dann könnte man ein bisschen über seine White House Beers diskutieren und einen Collaboration Brew vereinbaren J. Aber prinzipiell stellt sich die Frage: Wer ist schon berühmt?

 

 

Craftwerk Brewing: Hopfige Extreme aus der Versuchsbrauerei

Untergäriges Bier mit Zuchthopfen
Untergäriges Bier mit Zuchthopfen

Vor wenigen Tagen erhielt ich einen Anruf von Tristan und Stefan von Craftwerk Brewing. Sie erzählten mir, dass Braumeister Stefan mit zwei neuartigen Zuchthopfen verschiedene Bierstile brauen würde. Sie fragten mich, ob ich nicht Lust hätte, schon mal eine Version zu verkosten, zumal der Trunk eine echte Fruchtbombe sei. Gestern konnte ich das untergärige Bier probieren. Auf dem weißen Etikett steht nur die Nummer des Zuchtstamms darauf: 2010/08/33 und das Kürzel V415, was wohl für die Nummer des Versuchs steht.

Im Glas leuchtet es in einem schönen Goldton. Ein tropischer Duft von Ananas, Papaya und Maracuja verwöhnen meine Nase. Im Antrunk schmecke ich reife Ananas, etwas Zitrus, aber auch einen Hauch von süßen Beeren. Bitter ist das Bier kaum.

Fazit: Wow, dieser Hopfen ist geil! Absolut geil! Ich freue mich sehr, wenn er auf dem Markt ist und es weitere Fruchtbomben davon gibt. Schade, dass wohl erst frühestens 2016 entschieden werden soll, ob diese Sorte aus der Forschungsstation in Hüll auf den Markt kommt. Immerhin wäre dies eine echte Bereicherung der deutschen Craft-Bier-Szene.

Übrigens können Braukunst-Besucher die Masterclass von Craftwerk Brewing besuchen, dort stellt Braumeister Stefan seine Varianten mit dem grünen Gold vor. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie die Sorte sich in anderen Stilen entwickelt.

Craftwerk Brewing: Leichtes Sommerbier mit dezentem Aromenspiel

Skipping Stone von Craftwerk Brewing
Skipping Stone von Craftwerk Brewing

Im vergangenen Jahr legte Craftwerk Brewing, ein Ableger der Bitburger Braugruppe, drei schmackhafte Kreativbiere vor. Diesen Sommer folgte das „Skipping Stone“. Ein Pale Ale mit 4,8 Prozent Alkoholgehalt. Gebraut wurde es nicht mit neuen Aromahopfen, sondern mit Sorten, die auch schon in den 70ger Jahren verwendet wurden: Hersbrucker Spät, Hallertauer Mittelfrüh, Brewers Gold und Nordbrauer.

Farblich glänzt das Bier goldgelb im Glas. Der Schaum ist mittelporig und bleibt standhaft. Es duftet frisch, malzig und nur leicht hopfig mit Aromen von Limone und grünem Apfel. Im Geschmack dringen die klassischen Hopfensorten durch: Immerhin spürt man einen Anklang von Zitrone, Grapefruit aber auch von reifer Aprikose. Ein schlanker Malzkörper unterstreicht die leichte Trinkbarkeit dieses Sommerbieres.

Fazit: Das Pale Ale ist ein angenehmer Genuss und sicherlich für durstige Kehlen geeignet, aber für ein Sommerbier hätte ich mir persönlich etwas mehr Fruchtaroma gewünscht.

 

American IPA: Tropischer Fruchtcocktail mit sieben Hopfensorten

Foto: Craftwerk Brewing
Foto: Craftwerk Brewing

Eine weitere Kreation von Craftwerk Brewing, einen Ableger der Bitburger Braugruppe, ist das Hop Head IPA. Ein American IPA mit sieben Hopfensorten: Herkules, Magnum, Taurus, Cascade, Centennial, Chinook und Simcoe. Name und Inhalt waren schon mal sehr vielversprechend und regten die Neugier in mir.

Im Glas leuchtet das Starkbier mit acht Prozent Alkoholgehalt in einem kräftigen Goldton. Der tropisch-fruchtige Duft spiegelt die ganze Vielfalt der eingesetzten Hopfensorten und macht sofort Lust auf einen guten Schluck. Auf der Zunge moussiert das Hop Head dezent und Aromen von Orange, Maracuja und Grapefruit breiten sich am Gaumen aus. Irgendein Gewürz, das ich nicht deuten kann, spielt ebenfalls mit. Möglicherweise ist es Kreuzkümmel oder Gewürznelke. Sicher bin ich mir allerdings nicht.

Auf Empfehlung von Craftwerk habe ich das Hop Head IPA zu einem Thai Curry getrunken, was sehr gut mit den 65 Bittereinheiten und den Honigtönen harmoniert. An sich ein schmackhaftes IPA, mit dem versucht wurde, die ganze amerikanische IPA-Welt über sieben Hopfensorten zu repräsentieren. Und doch: verglichen mit einigen Tops der US-Craftbrewerszene hätte ich mir bedingt durch die Hopfenvielfalt doch ein etwas größeres Geschmackskonzert erwartet.

Tangerine Dream – Bier für gemütliche Sommerabende

Foto: Elena Hasenbeck
Foto: Elena Hasenbeck

Zur Pasta mit Pfifferlingen probierte ich heute das „Tangerine Dream“ von Craftwerk Brewing. Ein Single Hop Pale Ale mit Mandarina Bavaria Hopfen, mit 5,8 Prozent Alkoholgehalt und drei verschiedenen Malzsorten. Braumeister Stefan Hanke ließ beim Kreieren nicht nur seine Erfahrungen als Leiter des Klein- und Pilotsudwerks an der TU München in Weihenstephan einfließen. Beim Brauen seines Single Hop Pale Ale spielten auch seine Eindrücke aus dem Austausch mit anderen Biergeeks verschiedener Länder, seine Impressionen aus vielen Bierreisen sowie seine Expertise als Juror des World Beer Cup 2012 eine wichtige Rolle. Letztlich entstand aus seinen Ideen in der Versuchs- und Spezialitätenbrauerei der Bitburger Braugruppe Craftwerk Brewing ein Ale deutscher Prägung.

Stefan Hankes unfiltriertes „Tangerine Dream“ scheint trüb-golden durch das Glas. In die Nase strömen dezente fruchtige Noten von Orange und Grapefruit. Auf meiner Zunge explodiert leider nicht das angekündigte Geschmacksfeuerwerk. Die Aromen des verwendeten Mandarina Bavaria Hopfens dringen nur sehr dezent durch. Könnte etwas mehr sein. Im Abgang ist nur eine leichte Bittere zu spüren. Das Tangerine Dream ist trotzdem ein durchaus ausbalanciertes, fruchtiges und leckeres Bier für gemütliche Sommerabende. Ein Mandarinentraum ist es zwar noch nicht, aber von meiner Seite ein ehrlich gemeintes Kompliment an eine Brauerei die sonst mit Fernsehbieren den Markt überschwemmt.