Buchtipp: „Die schönsten Brauereien in Berlin und Potsdam“

20180711_145009.jpg„Berlin und Bier – das ist eine lange Liebesbeziehung mit jeder Menge Leidenschaft“, schreibt Markus Raupach, Gründer der Bierakademie und Biersommelier, in seinem neuen Buch „Die schönsten Brauereien in Berlin und Potsdam“. In seinem Werk beschreibt der Bamberger erst die Geschichte der Berliner und Potsdamer Bierkultur, bis er dann insgesamt 27 kleine und große Braustätten beider Städte mit ihren Machern und Suden vorstellt.

20180711_145038.jpgAußerdem präsentiert Markus Raupach 22 coole Bier-Hotspots in Berlin – von Bars über Shops ist alles mit dabei – wo man als Bierfan mal gewesen sein sollte. Zur Orientierung, wo sich welche Location befindet, gibt es auch eine übersichtliche Karte auf der alle Stationen eingezeichnet sind. Außerdem finden Leser noch eine kurze Auflistung wichtiger Bierstile mit ihren Merkmalen sowie die „Welt der Biersensorik“ umgesetzt in einer Übersichtsgrafik. Hinzu kommt noch ein Extra-Special: Wer das Exemplar für 19,95 Euro kauft, kriegt auch eine Vielzahl von Bier-Gutscheinen im Wert von rund 100 Euro dazu.

20180711_145102.jpgFazit: Schickes Design und viele Infos – Das Buch schafft eine prima Übersicht welche Brauereien, Locations und Shops sich derzeit in Berlin befinden und welche Biere man in der Hauptstadt unbedingt mal probieren sollte. Eigentlich schon fast eine Pflichtlektüre für Bierfans und ein guter Einstieg in die Berliner-Bierwelt – auch für Novizen.

Heidenpeters & Tilmans Biere: Aromaspiel zwischen Berlin und München

IMG_20180204_125553_425Kollaborationssude sind der wahrscheinlich heißeste Trend der Craft-Bierszene. Auch Tilman Ludwig von Tilmans Biere aus München traf sich jüngst mit Johannes Heidenpeters von Heidenpeters aus Berlin um ein wirklich innovatives Bier zu entwickeln. Dabei kombinierten die beiden Crafter zwei altdeutsche Bierstile (Berliner Weiße mit Münchner Dunkel) miteinander und zauberten eine ganz eigene Kreation, die es so zuvor wohl noch nie gegeben hat.

Die „Berliner Dunkle“ legt schlanke 4,5 Prozent Alkohol vor und wurde neben den Hopfensorten Perle und Citra noch mit Kakao- und Zitronenschalen gepimpt. Gesäuert haben die Brauer ihr Bier mit Naturjoghurt – klingt doch schon mal richtig spannend. Im Glas präsentiert sich das Sauerbier dann in einem appetitlichen Mokkabraun, getoppt von einem espressofarbenen Schaum. In die Nase strömt ein dominierendes Bukett von Schokolade und Zitrone. Ein milder Hauch von Filterkaffee schwingt noch am Gaumen. Auf der Zunge zeigt sich eine deutliche, aber sanfte Säure, die von Kakao und süßlichen sowie herben Schokoladennoten begleitet wird. Das Mundgefühl zeigt sich prickelnd-moussierend. Im Finish bleibt das Aromaspiel noch länger zurück.

Fazit: Cooler Sud! Die Kombination aus den dunklen Aromen mit der Säure und den Zitronenschalen passt echt gut zusammen. „Berliner Dunkle“ ist trotz aller Zutaten keineswegs schwer, sondern eher eine etwas andere aromatische Erfrischung. Vielleicht brauen die beiden Kreativzauberer das Bier nochmal?

Brauer Portrait: Superfreunde – Bodenständiges Bier aus Berlin

Superfreunde
Stefan und Marco von den Superfreunden

Dass Stefan Schröer und Michael Arndt ihr Bierlabel „Superfreunde“ nannten, hat einen ganz einfachen Grund. Sie sind echte Buddys und zwar nicht erst seit gestern. Angefangen haben die beiden Berliner, die eigentlich gar keine ausgebildeten Brauer sind, mit einem eigenen Bistro in der Hauptstadt, in dem ein eigenes Bier vom Hahn fließen sollte. Das Ale kam so gut an, dass die Marke Superfreunde, dessen Team sich aktuell erweitert hat, seit Ende 2015 als renommiertes Mitglied der deutschen Craft-Bierszene anerkannt ist. So hat sich seit der Gründung des Labels auch das Portfolio erweitert: Neben Alt, Golden Pale Ale und IPA gibt es bald auch ein Pils in den Verkaufsregalen.

Bei ihren Produkten verfolgen die Berliner ihre eigene Philosophie: „Unsere Biere sind süffig, gradlinig, und leicht zu verstehen“, sagt Stefan. Dennoch geht es bei den Superfreunden keinesfalls um herkömmliche Standardbiere, sie sind kaltgehopft, aber ausgewogen. Schließlich will das Kollektiv interessante Biere verkaufen, die jeder gern trinken möchte.

Die Fragen beantworteten Marco Sgarra, Vertriebsleiter, und Stefan Schröer, Mitgründer, gemeinsam:

Welche Eigenschaften zeichnen Eurer Meinung nach einen richtig guten Craft-Brauer aus?

Back to the roots! Ein Craft-Brauer darf auch normale und alt bewehrte Sude brauen, schließlich müssen auch Craft-Biere eine gute Trinkbarkeit vorweisen. Viele Leute verbinden Craft-Bier gleich mit „verrücktes Bier“. Das ist sehr schade, da Einsteiger in die Craft-Welt schnell abgeschreckt sind. Ein guter Brauer muss solide Biere herstellen können, die gern auch Ecken und Kanten haben dürfen aber Lust auf mehr machen. Gute Rohstoffe, transparente Wege und ein ehrlicher Umgang mit dem Produkt sind ebenso es­sen­zi­ell. Ohne eine gute Marke und das dazugehörige Marketing ist die Präsenz im Markt und die Bindung zum Kunden leider nur sehr schwer und gehört natürlich ebenso mit zu den Aufgaben.

Was macht für Euch ein wirklich außergewöhnliches Bier aus?

Es muss schmecken, am besten gleich zehn Mal hintereinander.

Was war das schrägste Bier, das ihr jemals getrunken hast?

Five O’Clock – Earl Grey IPA von Next Level Brewing. Darin stimmen wir wohl beide überein.

Mit welchen ungewöhnlichen Zutaten würdet ihr gern einmal brauen?

Schwierige Frage. Da wir in Bayern brauen, sind wir einerseits an das Reinheitsgebot gebunden und andererseits sind wir auch sehr bodenständig unterwegs. Dennoch planen wir in diesem Jahr einige Special-Sude in Kollaboration mit MÜCKE Craft Beer und Sudden Death Brewing. Details sind allerdings noch nicht klar. Schokolade finden wir aber sehr interessant.

Wie seht ihr die Entwicklung der Craft-Bierszene in fünf Jahren?

Die Szene könnte lebendiger und unterschiedlicher nicht sein. Jedes Land agiert und funktioniert völlig anders. Deutsche Konsumenten sind gerade erst aufgewacht und machen die ersten Schritte. Es werden noch viele Brauereien kommen und gehen. Deutschland ist ein Bierland, das allerdings sehr verwöhnt und ziemlich träge ist, wenn es um neue Aromen bzw. Bierarten geht. Aber wir sind uns sicher, der Geschmack wird sich nach und nach entwickeln, denn Craft-Bier und die damit verbundene Transparenz sowie Nachhaltigkeit kleiner und mittelständischer Bertriebe trifft den heutigen Zeitgeist zu 100 Prozent. Also: go for it!

Und was habt ihr als nächstes vor?

Wir sind gerade auf der Autobahn Richtung Kemmern bei Bamberg unterwegs, um unseren ersten Pils-Sud abzufüllen. Außerdem haben wir dieses Jahr vor, auf viele Festivals und Craft-Messen zu gehen.

 

Partnerprogramm: Braukurs oder Craft-Bier-Tasting als Last-Minute-Weihnachtsgeschenk

[Sponsored Post] Sucht jemand noch ein Last-Minute-Weihnachtsgeschenk für seine Liebsten oder gar für sich selbst? Braufactum hat da noch zwei Optionen:

Braukurs

DruckNeben den einzelnen Schritten der Bierherstellung und der Charakteristika spezieller Biersorten lernen Novizen oder Hobbybrauer, die ihr Wissen noch erweitern wollen, bei diesem Brauseminar auch, auf was es bei einer Bierverkostung ankommt. Teilnehmer werden über das Thema „Bier und Gesundheit“ aufgeklärt und erfahren amüsante Geschichten und Anekdoten rund um das Lieblingsgetränk der Deutschen. Für flüssiges Anschauungsmaterial sorgt die unter Volldampf stehende mobile Bier-Brauanlage. Bei diesem Braukurs muss also niemand verdursten.

 

Craft-Bier-Tasting

DruckWas ist eigentlich dieses Craft-Bier, über das gerade so viele Leute reden? Und wie schmeckt es vor allem? Bei einem anschaulichen Tasting nimmt Biersommelier Peter Eichhorn die Gäste mit auf eine Reise durch die Welt der Kreativbiere und erzählt amüsanten Geschichten über das Entstehen der Craft-Bierszene, über verschiedene Bierstile und woher eigentlich die spannenden Aromen kommen. Dabei achtet er darauf, neben den Braufactum Bieren auch andere Sorten vorzustellen und erklärt die wichtigsten Fakten zum jeweiligen Glas.

Anmeldungen sind unter http://berlin.braufactum.de/tastings/ möglich.

 

 

 

 

 

Deutschlands Top-Brauer: Michael Lembke von BRLO – „Bier muss Lust auf mehr machen“

WHO CARES for Beer OBDELANE 36Michael Lembke hat weltweit schon viele Brauereien gesehen. Aber bevor er Mitinhaber und Braumeister bei BRLO in Berlin wurde, studierte der heute 29-Jährige an der Versuchs- und Lehranstalt für Brauwesen in der Bundeshauptstadt und arbeitete dort anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Jetzt steht er an den Kesseln der aus Schiffscontainern gebauten Erfolgsbrauerei BRLO und zaubert neben German IPA und Berliner Weisse auch Porter sowie Helles und alkoholfreies Bier – alles in hoher Qualität und mit individuellen Aromaspielen. Michas Ideenreichtum und sein handwerkliches Können machen ihn für mich zu einem führenden Top-Brauer der Republik.

Welche Eigenschaften zeichnen Deiner Meinung nach einen richtig guten Craft-Brauer aus?   

Wissen, Erfahrung, Leidenschaft, Kreativität und Mut zu Neuem – vielleicht mit einer guten Mischung aus Handwerker, Forscher und Künstler mit Hang zur Perfektion und unverwechselbarem (und) gutem Bier. Man muss aber auch schon viel Lehrgeld gezahlt haben.

Was macht für Dich ein wirklich außergewöhnliches Bier aus?

Ein außergewöhnlich gutes Bier muss mich zuerst überraschen und dann überzeugen. Und es muss so vielseitig und interessant sein, dass es Lust auf mehr macht.

Was war das schrägste Bier, das Du jemals getrunken hast?     

Schwierig zu sagen, aber vielleicht war es das Molkebier, dass wir neben dem Studium gebraut haben. Meine Kollegen und ich haben viele verschiedene Varianten mit unterschiedlichen Hefen (lactose-positiv und negativ) genutzt.

Mit welchen ungewöhnlichen Zutaten würdest Du gern einmal brauen?

Es gibt so viele spannende Kräuter, Gewürze, Früchte und Tees, mit den man brauen könnte, da kann ich mich gar nicht festlegen. Heute hatten wir Äpfel, Birnen und Pflaumen in der HopGun. Es wird ein Glühbier.

Was ist eigentlich Dein Lieblingsgericht und was trinkst Du dazu?

Sowie ich kein Lieblingsbier habe, habe ich auch kein Lieblingsgericht. Zuletzt hatte ich das „Kürbis & Pilze“-Gericht bei uns im Brwhouse. Super lecker! Die Herbstpilze mit süß-saurem Kürbis und Kürbispüree passen perfekt zu unserem Porter. Das Gericht ist sogar mit Röstmalz verfeinert, das auch im Porter ist.

Wie siehst Du die Entwicklung der Craft-Bierszene in fünf Jahren?

 Sie entwickelt sich gerade prächtig. Vor allem in Städten, wo schon eine Szene entstanden ist, zeigt sich Craft-Bier auf dem Vormarsch. Aber da ist noch viel Luft nach oben. Jeder in der Szene trägt dazu bei. Ich bin mir sicher, es werden noch viele neue Brauprojekte starten.

Und was hast Du als nächstes vor?        

Zusammen mit unserem Küchenchef Ben ein gemeinsames Bier brauen. Das Wissen aus der Küche wird uns dabei sehr hilfreich sein.

 

Stone Brewing: Geistliche Weisse nach dem Vorbild alter Tradition

IMG_20170929_213530_948In der Craft-Bierszene ist es inzwischen zum Trend geworden, auch deutsche, fast schon ausgestorben Bierstile neu zu interpretieren. Nach Brauhaus Lemke, Schneeeule, Brewbaker und BRLO, bringt jetzt auch Stone Brewing eine Berliner Weisse namens „White Geist“ auf den Markt. Die Berliner Brauerei produzierte ihren Sud mit speziellen Bakterienstämmen aus lokalen Stämmen. Die Brauer behaupten, dass ihre Weisse sich von bisherigen Suden deutlich abhebt. „White Geist“ soll stärker, direkter und erfrischender sein.

Klar, erfrischend ist eine Berliner Weisse doch immer. Mit 4,7 Prozent kommt die Berliner Interpretation von Stone jetzt auch nicht unbedingt stärker daher. Optisch strahlt das Bier jedoch ansprechend sonnengelb im Glas, getoppt von einem festen, schneeweißen Schaum. Sehr appetitlich! In die Nase strömen fruchtige Aromen von reifer Birne, rotem Apfel und Zitrone. Auf der Zunge zeigt sich sofort eine angenehme Spritzigkeit sowie eine dezente Säure, die nicht überfordert. Auch hier sind erst die Fruchtnoten präsent. Später entwickeln sich Noten von Weißbrotkruste, die noch etwas am Gaumen zurückbleiben.

Fazit: Berliner Weisse genieße ich gern als Aperitif – dafür ist auch „White Geist“ wirklich perfekt. Allerdings finde ich nicht unbedingt, dass sich die Kreation von Stone so wahnsinnig von anderen Weissen abgrenzt. Ist aber auch gar nicht schlimm, sie schmeckt und wer möchte, kann das zartsaure Bier auch gern mit gegrilltem Fisch oder Schafskäse kombinieren.

 

Top-Brauerin: Ulrike Genz von Schneeeule – Reanimation der Berliner Weiße

schneeeule-2Ulrike Genz will Berlin ein kulturelles Gut zurückgeben. Die Braumeisterin verschwor sich der Berliner Weiße. Schließlich gab es einst 200 Brauereien in der Stadt, die nur diesen Stil brauten. Jetzt kennen die meisten Leute den Begriff nur in Kombination mit pappsüßen Sirups. Anfang 2016  gründete Ulrike im Stadtteil Wedding ihre eigene Brauerei namens „Schneeeule“ um die historische Berliner Weiße wiederzubeleben und diese Form von Sauerbier wieder trinkbar zu machen. Vier Sorten führt die Berlinerin inzwischen im Sortiment, darunter auch eine mit Jasmin und eine mit Holunderblüten aromatisiert. Allein schon für ihren Mut und ihren Ehrgeiz verdient sie es, zu den deutschen Top-Brauern zu gehören.

 

Wann hast du dein erstes Bier gebraut und wie ist es geworden?

Ich hatte schon mehrere Jahre Brauwesen studiert, aber um mein eigenes Bier zu brauen, war ich durch die benötigten Geräte und Voraussetzungen ziemlich eingeschüchtert. Es kam mir wahnwitzig teuer und aufwändig vor, den Sauerstoffeintrag zu vermeiden, das Bier zu filtrieren und zu kühlen. Meine ersten schüchternen Brauversuche startete ich dann vor rund 9 Jahren mit Malzextrakt. Es war ein IPA und schmeckte fürchterlich. Nachdem ich das erste Mal im Museum Veßra in Thüringen historisch mit Holzbottichen gebraut hatte, fielen jegliche Bedenken gegenüber den komplizierten Vorgaben der Industrie.

 

Wie bist Du eigentlich auf den Namen „Schneeeule“ gekommen?

Das war zufällig. Ähnlich wie bei einem Kunstwerk, das erst intuitiv entsteht. Erst mal fand ich die drei E markant. Die Erklärung wurde erst später klar: Die Schneeeule, ein schützenswerter, majestätischer Vogel mit großen, weißen Schwingen – so wie der Schaum der Berliner Weiße mit gelben Augen. In der Altmark gibt es den Spruch: Wat diin iin siin Uhl (Eule) is diin andern siin Nachtigall. Was so viel heißt: was der eine nicht mag, schätzt der andere. Berliner Weiße ist eben auch Geschmackssache, der eine ist total begeistert, der andere hält es für schlecht gewordenes Bier.

 

Was macht für Dich ein wirklich außergewöhnliches Bier aus?

Außergewöhnlich ist immer eine Frage von Ausgewogenheit. Nur bitter, nur sauer, nur brettig, nur malzig ist zu wenig und nicht lecker. Wenn man es schafft, ein Bier auf eine besondere Weise zu betonen ohne die Ausgewogenheit zu verlieren, dann ist das ein außergewöhnliches Bier.

 

Welchen Biertyp trinkst Du am liebsten und warum?

Berliner Weiße natürlich. Hätte es eine annehmbare Weiße gegeben, hätte ich nicht angefangen welche zu brauen. Aber eigentlich trinke ich fast jeden Typ gern. Außer Pils, das finde ich meistens nicht so lecker, zu trocken, zu bitter – einfach nicht mein Stil.

 

Was sind Deine Lieblingshopfensorten?

Soraci Ace, Cristal, Hallertauer Blanc…da gibt es bestimmt noch so einige, die ich noch nicht kenne. Da Berliner Weiße eher unterhopft ist, ist das auch keine große Frage für mich.

 

Welche Eigenschaften zeichnen Deiner Meinung nach einen richtig guten Craft-Brauer aus?

Sauberkeit. Aber zuerst stellt sich doch die Frage: Was ist eigentlich ein Craft-Brauer? Kann man craft eigentlich mit „handwerklich“ übersetzen? Wo  fängt Handwerk an und wo hört sie auf? Ist es Handwerk, wenn man anderen sein Rezept gibt und dann nur noch das fertige Bier vermarktet? Eine kontroverse Diskussion. Klar es geht um „andere“ Biere. Und definitiv nicht darum, möglichst viele Sachen dem Bier zuzufügen. Es muss am Ende trinkbar sein.

 

Was war das schrägste Bier, das Du jemals getrunken hast?

Über schlechte Biere rede ich lieber nicht. Aber beispielsweise das Porter und das Gruit-Beer von Popes Yard waren interessant. Das Kamille Bier von Heidenpeters fand ich auch ziemlich schräg.

 

An welchem Ort der Welt würdest Du mit Deinem besten Freund gern ein Bier trinken?

Im Liegestuhl am Tegler See, die Sonne geht unter und ich bin mit der Brauerei fertig und zufrieden.

Oder auf einem Open Air Konzert von meinen Lieblingsbands Earthship, Gorguts, Future of the left, Käptn Peng, Dyse, Don Vito, Obelyskkh….

 

Und was hast Du als nächstes vor?

Brauen, brauen und das nächste Jahr überstehen. Die Brauerei soweit ausbauen, dass ich damit selbst zufrieden bin – wenn es sowas überhaupt gibt.

 

 

Super Freunde: Ein Super-Ale für den super Feierabend

img_20161118_182747In wahrscheinlich keiner anderen europäischen Stadt gibt es so viele Hotspots für Craft-Jünger wie in Berlin. Hier gibt es die meisten Kneipen, die meisten Braustätten und ganz schräge Biere. Eine der heißesten Anlaufstellen ist seit 2015 ein kleiner Laden im In-Viertel Friedrichshain mit dem ungewöhnlichen Namen „Frenc heartcrafted goods“. Den Gründern Michael und Stefan war von Anfang an klar, dass sie ein eigenes Hausbier brauchen: Ein Pale Ale. Nach reichlich Szene-Lob beschlossen die Connaisseurs schnell, dass es an der Zeit war auch eine eigene Biermarke auf den Markt zu bringen. Der Name: SuperFreunde.

Und dieses Berliner Pale Ale hatte ich kürzlich im Glas. Optisch macht das Etikett mit dem schwarz-weiß Spiel schon mal echt was her. Das „Super Ale“ kommt auf 5,9 Prozent Alkohol und wurde mit fünf Hopfensorten gebraut. Darunter der Klassiker Cascade, aber auch Columbus, Pilgrim, Centennial und Styrian Golding aus Slowenien, auch genannt Celeia. Kupferfarben scheint es durch das Glas, komplementiert durch eine schneeweiße Schaumkrone. In die Nase strömen Zitrusnoten von Limone und Orange sowie etwas Pfirsich, Pinie und zarte Karamellnuancen.

Auf der Zunge zeigt sich das Super-Ale mit einem frischen aber vollmundigen Körper. Es schmeckt grasig-würzig mit einer nussigen Komponente und einer gewissen Harzigkeit. Klar gesellen sich aber bei der Hopfengabe auch noch Zitrusaromen von Mandarine und Orange dazu. Eine feine Bittere rundet das Gesamtbild ab.

Fazit: Ein frisches und fruchtiges Pale Ale, das wirklich gut ausbalanciert ist. Nichts ausgefallenes, aber ein tolles Bier mit hoher Trinkbarkeit für den Feierabend oder einfach mal für zwischendurch. Das Pale Ale ist vermutlich erst der Anfang. Ich bin wirklich gespannt, was von den Superfreunden noch als nächstes auf den Markt kommt.

BRLO: Sundowner mit Hauptstadtflair

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„German IPA“ von BRLO

Das dreiköpfige Team der Berliner Craft-Werkstatt BRLO ist ziemlich heimatverbunden. Nicht nur der Name der Craft-Schmiede, dessen Bedeutung dem alt-slawischen Ursprung der Hauptstadt entspricht, deutet darauf hin. Da in Berlin jedoch noch keine Hopfenfelder blühen, nannten sie das neueste Bier etwas weitgefasster einfach „German IPA“. Denn die eingebrauten Hopfensorten – Comet, Hüll Melon und Polaris – kommen ausschließlich aus deutschen Landen.

Bei dieser Mixtur läuft Craft-Bierfans wahrscheinlich schon das Wasser im Mund zusammen. So geht es mir jedenfalls. Das kupferfarbene Bier hat ordentliche sieben Prozent. Ein komplexer Duft nach Pfirsich, Mango und reifer Birne aber hauptsächlich von roten Beeren strömen in die Nase. Im Antrunk cremig-süß, bis sich dann die wunderbare Aromastruktur der Hopfensorten zeigt. Erdbeer-Nuancen vom Hüll Melon gesellen sich zu Blaubeer-Noten vom Comet und der Polaris bringt eine angenehme Frische. Ein Hauch von Orange und Zitrone rundet das Finish ab. 50 Bittereinheiten machen das IPA komplett. Die angenehme Herbe bleibt noch einige Zeit im Rachen zurück.

Fazit: Schmeckt! Bei diesem Craft merkt man zum einen das handwerkliche Können des Braumeisters. Zum anderen die Kraft der ausgewählten deutschen Hopfensorten. Die sieben Umdrehungen, kombiniert mit den dezent süßlichen Malzaromen wirken zwar anfangs etwas schwer, aber dieses Bier eignet sich wirklich ideal als Sundowner-Getränk.

Bestellen kann man das Bier zum Beispiel hier.