Top-Brauer: Fürst Wiacek – Quereinsteiger aus Berlin

Georg Fürst von Fürst Wiacek
Credit: Eva Andersone

Georg Fürst und Lukasz Wiacek kamen eher durch Zufall zum Bierbrauen. Während einer Reise durch Jordanien machte der Web-Entwickler Lukasz spontan ein Praktikum bei der Craft-Brauerei Carakale – angefixt von der Materie dann auch bei Põhjala in Tallinn und bei Beavertown in London. Letztlich tingelte der Berliner noch in den USA durch diverse Kreativstätten und baute zuhause mit seinem Kumpel die Tätigkeit als Hobbybrauer weiter aus. Eigentlich wollten Lukasz und Georg Whisky produzieren, aber irgendwie waren die selbstgebrauten Biere dann doch spannender. Die Hauptstädter nannten ihre Marke „Fürst Wiacek“ und brauen seitdem als Gypsys ihre Sude im größeren Stil bei der Camba in Gundelfingen. Es dauerte nicht lang, schon zählten die Biere der Quereinsteiger landesweit zu den kreativsten Sorten. Ihren Namen macht sich die beiden Nachwuchsbrauer mit megafruchtigen New England IPAs. Inzwischen gibt es aber auch ein paar saure Vertreter. Georg Fürst im Gespräch:

Welche Eigenschaften zeichnen Deiner Meinung nach einen richtig guten Craft-Brauer aus?

Ausdauer, Authentizität, Leidenschaft, Kreativität, den Willen zur Perfektion und das Wissen, dass er immer nur so gut ist wie sein letztes Bier. 

Was macht für Dich ein wirklich außergewöhnliches Bier aus?

Sich immer auf das zweite Glas zu freuen und unbedingt diese Entdeckung auch Freunden zu empfehlen. 

Was war das schrägste Bier, das Du jemals getrunken hast?

Für mich hat Bier immer eine soziale Komponente. Ich genieße das Biertrinken in guter Gesellschaft und deswegen ist das schrägste Bier für mich vielleicht ein Pils aus Nordkorea, das ich bei der Mikkeller Beer Celebration in Kopenhagen im Glas hatte. Nicht allein des Bieres wegen, sondern weil das Gespräch mit den Brauern und der kurze Einblick in deren Welt so interessant waren.

Mit welchen ungewöhnlichen Zutaten würdest Du gern einmal brauen?

Ich hatte schon mal für unsere Smoothie IPAs über Jackfruit nachgedacht. Die hatte ich mal in Kambodscha frisch vom Baum gegessen, die war richtig köstlich. Hier habe ich allerdings noch keine leckere Jackfruit bekommen, die vergleichbar mit den Früchten in Kambodscha war. Oft wird sie unreif geerntet und ist dann eher geschmacklos. 

Was ist eigentlich Dein Lieblingsgericht und was trinkst Du dazu?

Pizza und dazu ein hazy IPA.

Wie siehst Du die Entwicklung der Craft-Bierszene in fünf Jahren?

Wir sind viel auf Festivals unterwegs und freuen uns immer über den Austausch mit anderen Brauereien sowie Bier-Enthusiasten. In allen Ländern gibt es unterschiedliche Entwicklungsstadien, aber tatsächlich sind die meisten Länder weiter als Deutschland. Das meine ich auch hinsichtlich der Konsumenten. International sind die Biergenießer sehr neugierig und haben dabei gute Kenntnisse was Fehler im Bier angeht. Diese Eigenschaften werden sich in den nächsten fünf Jahren wohl auch in Deutschland weiterentwickeln. Dabei denke ich, dass generell kleinere Brauereien, egal ob bereits etabliert oder neu im Markt, mit lokaler Verbundenheit wachsen können.

Und was hast Du als Nächstes vor?

Eine eigene Brauerei besitzen. Wir planen schon eine Weile, aber nächstes Jahr sollte es so weit sein. 

Partnerprogramm: „Das Meisterstück“ ist jetzt „BraufactuM Berlin am Hausvogteiplatz“

Credit: BraufactuM

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Uriges Ambiente, Bratwurst vom Buchenholzgrill, dazu liebevoll bestrichene Stullen und Bier: mit der angekündigten Schließung des Meisterstücks am Hausvogteiplatz in Berlin drohte Anfang des Jahres eine echte Berliner Rarität der Gastro-Szene zu verschwinden. Unter dem neuen Namen „BraufactuM Berlin am Hausvogteiplatz“ betreibt nun die Berliner BMB Gruppe bereits seit Februar das Restaurant weiter. „Wir waren vom Konzept begeistert und mussten nicht lange überlegen, als uns der Weiterbetrieb angeboten wurde“, erklärt Geschäftsführer Boris Freise. Dabei wurde darauf geachtet, so wenig wie möglich zu verändern, um die Authentizität des Restaurants auch unter dem neuen Namen zu sichern. Auch das Team hat einen sicheren Hafen gefunden. Alle Mitarbeiter wurden in die BMB-Familie aufgenommen.

Das Restaurant ist nun die zweite BraufactuM-Location in Berlin. Ursprünglich war das „Meisterstück“, eröffnet 20122, einst wohl das erste Craft-Bierrestaurant Deutschlands, das bereits aus einer Gastronomiekonzeption mit BraufactuM entstand. Ausgezeichnet unter anderem mit dem FIZZZ-Award für das beste Bierkonzept servierte das Lokal im rustikal-schicken Ambiente unter handgefertigten Kuckucksuhren von Rombach & Haas kleine Meisterstücke aus kleinen Manufakturen und Handwerksbetrieben aus ganz Deutschland. So entstand eine unverwechselbare Speisekarte mit Köstlichkeiten rund um den Buchenholzgrill. Marc Rauschmann, Geschäftsführer von BraufactuM, zeigt sich begeistert über den jüngsten Neuzugang: „Schön, dass wir nach unserem erfolgreichen Start in Berlin einen zweiten Anlaufpunkt für alle, die Lust auf ein besonderes Geschmackserlebnis in der Hauptstadt haben – gutes Essen in Kombination mit den passenden, charaktervollen BraufactuM Bieren. Zudem schließt sich hier nun der Kreis, nachdem das Meisterstück ja auf einer ursprünglichen Gastronomie-Konzeption für BraufactuM beruhte.“

Credit: BraufactuM

Auch Betriebsleiter Patrick Ohlerich freut sich: „Natürlich haben wir die ganzen grandiosen Dinge behalten, führen aber auch witzige Neuerungen ein, wie zum Beispiel den Quick Lunch, bei dem unseren Gästen bei der Bestellung eine Eieruhr auf den Tisch gestellt wird, die nach zehn Minuten klingelt. Sollte der Lunch bis dahin noch nicht serviert sein, geht das besondere Dessert auf uns – ganz einfach!“

Über die BraufactuM Restaurants:

Tradition trifft Kreativität – keine andere Stadt vereint diese scheinbaren Gegensätze so gut wie Berlin. Und so mausert sich die Hauptstadt der Eckkneipen derzeit auch zur Metropole der deutschen Craft-Bierszene. Zwischen dem szenigen Ausgehviertel rund um den Hackeschen Markt und dem Fernsehturm am Alexanderplatz bietet das BraufactuM Berlin am Alexanderplatz bereits seit fast zwei Jahren  allen Bierliebhabern klassischer oder ausgefallener Kompositionen ein neues Zuhause. Passend dazu kommen deftige Bierbegleiter und ausgefallenes Trendfood wie Burger oder BBQ auf den Tisch. Im September 2018 folgte die Eröffnung des BraufactuM Dresden in exponierter Lage mitten auf dem Altmarkt. Hier serviert das Team auch Köstlichkeiten aus dem Smoker, saftige Flanksteaks und Schnitzel – natürlich immer mit hausgemachten Salaten und knusprigen Fries als Beilage zu einem der 16 Craft Biere, die hier aus 32 Zapfhähnen frisch in die charakteristisch geformten Biergläser gezapft werden. 

Der neue, kleine „Adoptivbruder“ am Hausvogteiplatz überzeugt mit einem etwas anderen Konzept und verführt seine Gäste mit dem unverwechselbaren Aroma des Buchenholzgrills – und köstlichen Wurst- und Fleischspezialitäten aus regionalen Fleischereien. Eröffnet im Herbst 2017 legte die BMB Gruppe mit dem ersten der ausgefallenen Restaurants unter dem Namen BraufactuM zusammen mit der Brauerei unter Geschäftsführer Dr. Marc Rauschmann den Grundstein für nun insgesamt drei unterschiedliche Restaurants mit dem gleichen Namen. Dabei zählt die Unternehmensgruppe, die nun seit 16 Jahren die gastronomische Landschaft Deutschlands bereichert, mittlerweile 23 Restaurants und Cafés in Deutschland ebenso zu ihren Outlets wie auch einen Full-Service-Caterer, das Genusskombinat und konnte jüngst bei der Ausschreibung der Cafés und Restaurants der Staatlichen Museen zu Berlin auf der Museumsinsel von sich überzeugen.

Deutschlands Top-Brauer: Oliver Lemke vom Brauhaus Lemke im Wachstumsmodus

Oliver Lemke vom Brauhaus Lemke in Berlin

Oliver Lemke war vor 20 Jahren wohl der erste Craft-Brauer in Berlin. Der Brauingenieur öffnete – inspiriert von Auslandsreisen – in der Hauptstadt eine Art Craft-Bier-Pub. Dieser lief allerdings nicht besonders, also gründete er das Brauhaus Lemke am Hackeschen Markt. Aber die Zeit für Craft-Sude war wohl noch nicht reif. So überforderte der gebürtige Heidelberger seine Gäste mit rund 50 verschiedenen Bieren. Doch dann stieg die Nachfrage immer mehr an. 2004 übernahm Lemke Leopold’s Brauhaus am Alexanderplatz, drei Jahre später kam noch ein Standort in Charlottenburg hinzu. Die Location am Alex baute das Lemke-Team schließlich um und machte sie zur Hauptstätte der Marke. Auf zwei Etagen mit 600 Sitzplätzen können Gäste hier in die Welt der Craft-Biere eintauchen. Heute zählt Oli definitiv zu den Top-Brauern der Nation.

Welche Eigenschaften zeichnen Deiner Meinung nach einen richtig guten Craft-Brauer aus?

Passion für Bier und Spaß am Produkt, Knowhow beim Brauen, sowohl theoretisch als auch praktisch, Kreativität sowie Ehrlichkeit. Und: man sollte sich selbst nicht so wichtig nehmen.

Was macht für Dich ein wirklich außergewöhnliches Bier aus?

Guter Geschmack und Balance, gepaart mit einem wirklich passenden aromatischen Kick. Das Streben nach mikrobiologischer Reinheit sowie Stabilität und Wiederholbarkeit verstehen sich von selbst.

Was war das schrägste Bier, das Du jemals getrunken hast?

Ziemlich schräg sind in jedem Falle unsere eigenen Sarcina Berliner Weiße mit Dextrinbildung. Diese laufen wie Sirup aus dem Glas, schmecken sensationell, gibt es aber bisher nur intern.

Mit welchen ungewöhnlichen Zutaten würdest Du gern einmal brauen?

Einem Mikroorganismus, der noch nie vorher im Einsatz war, aber außergewöhnliches kann.

Was ist eigentlich Dein Lieblingsgericht und was trinkst Du dazu?

Vanille-Eiscreme, hergestellt mit unserem Imperial Stout und dazu eine „Berliner Eiche“ – also unsere Budike Weisse, gelagert auf echtem Waldmeister bzw. Eichenholz.

Wie siehst Du die Entwicklung der Craft-Bierszene in fünf Jahren?

Langsam geht‘s voran. Offensichtlich wird es aber keine Craft-Explosion geben, wie sie von allen herbeigeschrieben und -geträumt wurde. Es wird sich über einen längeren Zeitraum ein kleiner, aber feiner Markt für besondere und regionale Biere abseits des Mainstreams entwickeln. Dieser wird sich jedoch dauerhaft etablieren. Deutsche Bierstile und deren Variationen werden dabei im Vordergrund stehen.

Und was hast Du als Nächstes vor?

Unser Berliner Weiße Portfolio sowie die Barrel-Abteilung erweitern und mehr Sport treiben.

Event-Tipp: Jetzt am Wochenende (30.8.-1.9.2019) feiert das Brauhaus Lemke 20-jähriges Jubiläum mit Live-Musik, 17 verschiedenen Bieren und jeder Menge anderer Specials.

Handwerksbrauerei Lemke: Helles wieder sexy

Helles Lager war lange Zeit für das Team um Oliver Lemke eher unsexy. Jetzt geben die Berliner dem Stil aber eine neue Chance. Unter dem Namen „Berliner Perle“ kommt die Version nun in die Bierregale. Das Helle besitzt 4,9 Prozent Alkohol und wurde mit den vier Hopfensorten Perle, Magnum, Mittelfrüh und Tradition aus der bayerischen Hallertau gebraut.

In einem glänzenden Gold, gekrönt von einem schneeweißen, feinporigen Schaum, präsentiert sich das untergärige Bier im Glas. Es duftet würzig-hopfig mit einem zart grasigen, harzigen und blumigen Anklang. Ein sanfter Malzton komplementiert das Bukett. Auf der Zunge breitet sich das Berliner Helle vollmundig-frisch mit angenehmen Malzaromen aus, die sich mit würzigen Hopfennoten vereinen. Im Finish zeigen sich sanfte 23 Bittereinheiten, die das Gesamtbild abrunden.

Fazit: Ein herrlich aromatisch und sehr gut trinkbares Helles, dass sich doch von einigen traditionellen Vertretern dieser Typologie abhebt. Passt sowohl zur Brotzeit als auch zum Grillen oder einfach als entspannter Genuss auf Terrasse oder Balkon. Probieren kann man das Bier auch am letzten Augustwochenende beim 20. Geburtstag der Lemke Brauerei.

Berliner Bierfabrik: Jetzt gibt’s was auf die Nüsse

IMG_20181203_185012_798Es ist endlich wieder da: Das „Ahorn Walnuss Stout“ der Berliner Bierfabrik. Die Behörden der Hauptstadt sind wohl auch etwas strenger geworden, was die Zutaten im Bier betrifft. Lange musste das Team um Brauereichef Sebastian Mergel auf die Genehmigung warten. Aber sie hatten Glück. So konnten die Bierfabrikanten aus Marzahn rechtzeitig zur kalten Jahreszeit ihr 6,5-prozentiges, nachtschwarzes Stout wieder auflegen, das sie mit Haferflocken, kanadischen Bio-Ahornsirup – daher wohl auch der Elch auf dem Etikett – und selbstgerösteten Walnüssen brauten.

Die Extrazutaten strömen auch gleich in die Nase. Das Stout duftet nach Zartbitterschokolade, etwas Ahornsirup und richtig gut nach Nüssen. Auf der Zunge präsentiert sich das Bier samtig-weich mit einer zarten Kohlensäure. Auch am Gaumen breiten sich schokoladige Noten aus, die von holzigen, mild süßen Aromen des Ahornsirups begleitet werden. Im Finish zeigen sich dann die Walnüsse gewohnt leicht pelzig und schön herb auf der Zunge. Eine gewisse Malzigkeit rundet das Stout angenehm ab.

Fazit:Ich freue mich, dass es wieder dieses harmonische Stout gibt und die Berliner sich  hartnäckig im Behördenkonflikt durchgesetzt haben. Zwar ist das Bier ganz schön herb und wahrlich nichts für gewöhnliche Zungen aber das wollen die Macher der Bierfabrik auch sicher nicht erreichen. Mir schmeckt es, weil dieser Trunk einfach mal ganz andere Aromen vorlegt, als gewöhnliche Stouts. Übrigens: Der ideale Begleiter zu Nuss-Plätzchen.

Buchtipp: „Die schönsten Brauereien in Berlin und Potsdam“

20180711_145009.jpg„Berlin und Bier – das ist eine lange Liebesbeziehung mit jeder Menge Leidenschaft“, schreibt Markus Raupach, Gründer der Bierakademie und Biersommelier, in seinem neuen Buch „Die schönsten Brauereien in Berlin und Potsdam“. In seinem Werk beschreibt der Bamberger erst die Geschichte der Berliner und Potsdamer Bierkultur, bis er dann insgesamt 27 kleine und große Braustätten beider Städte mit ihren Machern und Suden vorstellt.

20180711_145038.jpgAußerdem präsentiert Markus Raupach 22 coole Bier-Hotspots in Berlin – von Bars über Shops ist alles mit dabei – wo man als Bierfan mal gewesen sein sollte. Zur Orientierung, wo sich welche Location befindet, gibt es auch eine übersichtliche Karte auf der alle Stationen eingezeichnet sind. Außerdem finden Leser noch eine kurze Auflistung wichtiger Bierstile mit ihren Merkmalen sowie die „Welt der Biersensorik“ umgesetzt in einer Übersichtsgrafik. Hinzu kommt noch ein Extra-Special: Wer das Exemplar für 19,95 Euro kauft, kriegt auch eine Vielzahl von Bier-Gutscheinen im Wert von rund 100 Euro dazu.

20180711_145102.jpgFazit: Schickes Design und viele Infos – Das Buch schafft eine prima Übersicht welche Brauereien, Locations und Shops sich derzeit in Berlin befinden und welche Biere man in der Hauptstadt unbedingt mal probieren sollte. Eigentlich schon fast eine Pflichtlektüre für Bierfans und ein guter Einstieg in die Berliner-Bierwelt – auch für Novizen.

Heidenpeters & Tilmans Biere: Aromaspiel zwischen Berlin und München

IMG_20180204_125553_425Kollaborationssude sind der wahrscheinlich heißeste Trend der Craft-Bierszene. Auch Tilman Ludwig von Tilmans Biere aus München traf sich jüngst mit Johannes Heidenpeters von Heidenpeters aus Berlin um ein wirklich innovatives Bier zu entwickeln. Dabei kombinierten die beiden Crafter zwei altdeutsche Bierstile (Berliner Weiße mit Münchner Dunkel) miteinander und zauberten eine ganz eigene Kreation, die es so zuvor wohl noch nie gegeben hat.

Die „Berliner Dunkle“ legt schlanke 4,5 Prozent Alkohol vor und wurde neben den Hopfensorten Perle und Citra noch mit Kakao- und Zitronenschalen gepimpt. Gesäuert haben die Brauer ihr Bier mit Naturjoghurt – klingt doch schon mal richtig spannend. Im Glas präsentiert sich das Sauerbier dann in einem appetitlichen Mokkabraun, getoppt von einem espressofarbenen Schaum. In die Nase strömt ein dominierendes Bukett von Schokolade und Zitrone. Ein milder Hauch von Filterkaffee schwingt noch am Gaumen. Auf der Zunge zeigt sich eine deutliche, aber sanfte Säure, die von Kakao und süßlichen sowie herben Schokoladennoten begleitet wird. Das Mundgefühl zeigt sich prickelnd-moussierend. Im Finish bleibt das Aromaspiel noch länger zurück.

Fazit: Cooler Sud! Die Kombination aus den dunklen Aromen mit der Säure und den Zitronenschalen passt echt gut zusammen. „Berliner Dunkle“ ist trotz aller Zutaten keineswegs schwer, sondern eher eine etwas andere aromatische Erfrischung. Vielleicht brauen die beiden Kreativzauberer das Bier nochmal?

Brauer Portrait: Superfreunde – Bodenständiges Bier aus Berlin

Superfreunde
Stefan und Marco von den Superfreunden

Dass Stefan Schröer und Michael Arndt ihr Bierlabel „Superfreunde“ nannten, hat einen ganz einfachen Grund. Sie sind echte Buddys und zwar nicht erst seit gestern. Angefangen haben die beiden Berliner, die eigentlich gar keine ausgebildeten Brauer sind, mit einem eigenen Bistro in der Hauptstadt, in dem ein eigenes Bier vom Hahn fließen sollte. Das Ale kam so gut an, dass die Marke Superfreunde, dessen Team sich aktuell erweitert hat, seit Ende 2015 als renommiertes Mitglied der deutschen Craft-Bierszene anerkannt ist. So hat sich seit der Gründung des Labels auch das Portfolio erweitert: Neben Alt, Golden Pale Ale und IPA gibt es bald auch ein Pils in den Verkaufsregalen.

Bei ihren Produkten verfolgen die Berliner ihre eigene Philosophie: „Unsere Biere sind süffig, gradlinig, und leicht zu verstehen“, sagt Stefan. Dennoch geht es bei den Superfreunden keinesfalls um herkömmliche Standardbiere, sie sind kaltgehopft, aber ausgewogen. Schließlich will das Kollektiv interessante Biere verkaufen, die jeder gern trinken möchte.

Die Fragen beantworteten Marco Sgarra, Vertriebsleiter, und Stefan Schröer, Mitgründer, gemeinsam:

Welche Eigenschaften zeichnen Eurer Meinung nach einen richtig guten Craft-Brauer aus?

Back to the roots! Ein Craft-Brauer darf auch normale und alt bewehrte Sude brauen, schließlich müssen auch Craft-Biere eine gute Trinkbarkeit vorweisen. Viele Leute verbinden Craft-Bier gleich mit „verrücktes Bier“. Das ist sehr schade, da Einsteiger in die Craft-Welt schnell abgeschreckt sind. Ein guter Brauer muss solide Biere herstellen können, die gern auch Ecken und Kanten haben dürfen aber Lust auf mehr machen. Gute Rohstoffe, transparente Wege und ein ehrlicher Umgang mit dem Produkt sind ebenso es­sen­zi­ell. Ohne eine gute Marke und das dazugehörige Marketing ist die Präsenz im Markt und die Bindung zum Kunden leider nur sehr schwer und gehört natürlich ebenso mit zu den Aufgaben.

Was macht für Euch ein wirklich außergewöhnliches Bier aus?

Es muss schmecken, am besten gleich zehn Mal hintereinander.

Was war das schrägste Bier, das ihr jemals getrunken hast?

Five O’Clock – Earl Grey IPA von Next Level Brewing. Darin stimmen wir wohl beide überein.

Mit welchen ungewöhnlichen Zutaten würdet ihr gern einmal brauen?

Schwierige Frage. Da wir in Bayern brauen, sind wir einerseits an das Reinheitsgebot gebunden und andererseits sind wir auch sehr bodenständig unterwegs. Dennoch planen wir in diesem Jahr einige Special-Sude in Kollaboration mit MÜCKE Craft Beer und Sudden Death Brewing. Details sind allerdings noch nicht klar. Schokolade finden wir aber sehr interessant.

Wie seht ihr die Entwicklung der Craft-Bierszene in fünf Jahren?

Die Szene könnte lebendiger und unterschiedlicher nicht sein. Jedes Land agiert und funktioniert völlig anders. Deutsche Konsumenten sind gerade erst aufgewacht und machen die ersten Schritte. Es werden noch viele Brauereien kommen und gehen. Deutschland ist ein Bierland, das allerdings sehr verwöhnt und ziemlich träge ist, wenn es um neue Aromen bzw. Bierarten geht. Aber wir sind uns sicher, der Geschmack wird sich nach und nach entwickeln, denn Craft-Bier und die damit verbundene Transparenz sowie Nachhaltigkeit kleiner und mittelständischer Bertriebe trifft den heutigen Zeitgeist zu 100 Prozent. Also: go for it!

Und was habt ihr als nächstes vor?

Wir sind gerade auf der Autobahn Richtung Kemmern bei Bamberg unterwegs, um unseren ersten Pils-Sud abzufüllen. Außerdem haben wir dieses Jahr vor, auf viele Festivals und Craft-Messen zu gehen.

 

Partnerprogramm: Braukurs oder Craft-Bier-Tasting als Last-Minute-Weihnachtsgeschenk

[Sponsored Post] Sucht jemand noch ein Last-Minute-Weihnachtsgeschenk für seine Liebsten oder gar für sich selbst? Braufactum hat da noch zwei Optionen:

Braukurs

DruckNeben den einzelnen Schritten der Bierherstellung und der Charakteristika spezieller Biersorten lernen Novizen oder Hobbybrauer, die ihr Wissen noch erweitern wollen, bei diesem Brauseminar auch, auf was es bei einer Bierverkostung ankommt. Teilnehmer werden über das Thema „Bier und Gesundheit“ aufgeklärt und erfahren amüsante Geschichten und Anekdoten rund um das Lieblingsgetränk der Deutschen. Für flüssiges Anschauungsmaterial sorgt die unter Volldampf stehende mobile Bier-Brauanlage. Bei diesem Braukurs muss also niemand verdursten.

 

Craft-Bier-Tasting

DruckWas ist eigentlich dieses Craft-Bier, über das gerade so viele Leute reden? Und wie schmeckt es vor allem? Bei einem anschaulichen Tasting nimmt Biersommelier Peter Eichhorn die Gäste mit auf eine Reise durch die Welt der Kreativbiere und erzählt amüsanten Geschichten über das Entstehen der Craft-Bierszene, über verschiedene Bierstile und woher eigentlich die spannenden Aromen kommen. Dabei achtet er darauf, neben den Braufactum Bieren auch andere Sorten vorzustellen und erklärt die wichtigsten Fakten zum jeweiligen Glas.

Anmeldungen sind unter http://berlin.braufactum.de/tastings/ möglich.

 

 

 

 

 

Deutschlands Top-Brauer: Michael Lembke von BRLO – „Bier muss Lust auf mehr machen“

WHO CARES for Beer OBDELANE 36Michael Lembke hat weltweit schon viele Brauereien gesehen. Aber bevor er Mitinhaber und Braumeister bei BRLO in Berlin wurde, studierte der heute 29-Jährige an der Versuchs- und Lehranstalt für Brauwesen in der Bundeshauptstadt und arbeitete dort anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Jetzt steht er an den Kesseln der aus Schiffscontainern gebauten Erfolgsbrauerei BRLO und zaubert neben German IPA und Berliner Weisse auch Porter sowie Helles und alkoholfreies Bier – alles in hoher Qualität und mit individuellen Aromaspielen. Michas Ideenreichtum und sein handwerkliches Können machen ihn für mich zu einem führenden Top-Brauer der Republik.

Welche Eigenschaften zeichnen Deiner Meinung nach einen richtig guten Craft-Brauer aus?   

Wissen, Erfahrung, Leidenschaft, Kreativität und Mut zu Neuem – vielleicht mit einer guten Mischung aus Handwerker, Forscher und Künstler mit Hang zur Perfektion und unverwechselbarem (und) gutem Bier. Man muss aber auch schon viel Lehrgeld gezahlt haben.

Was macht für Dich ein wirklich außergewöhnliches Bier aus?

Ein außergewöhnlich gutes Bier muss mich zuerst überraschen und dann überzeugen. Und es muss so vielseitig und interessant sein, dass es Lust auf mehr macht.

Was war das schrägste Bier, das Du jemals getrunken hast?     

Schwierig zu sagen, aber vielleicht war es das Molkebier, dass wir neben dem Studium gebraut haben. Meine Kollegen und ich haben viele verschiedene Varianten mit unterschiedlichen Hefen (lactose-positiv und negativ) genutzt.

Mit welchen ungewöhnlichen Zutaten würdest Du gern einmal brauen?

Es gibt so viele spannende Kräuter, Gewürze, Früchte und Tees, mit den man brauen könnte, da kann ich mich gar nicht festlegen. Heute hatten wir Äpfel, Birnen und Pflaumen in der HopGun. Es wird ein Glühbier.

Was ist eigentlich Dein Lieblingsgericht und was trinkst Du dazu?

Sowie ich kein Lieblingsbier habe, habe ich auch kein Lieblingsgericht. Zuletzt hatte ich das „Kürbis & Pilze“-Gericht bei uns im Brwhouse. Super lecker! Die Herbstpilze mit süß-saurem Kürbis und Kürbispüree passen perfekt zu unserem Porter. Das Gericht ist sogar mit Röstmalz verfeinert, das auch im Porter ist.

Wie siehst Du die Entwicklung der Craft-Bierszene in fünf Jahren?

 Sie entwickelt sich gerade prächtig. Vor allem in Städten, wo schon eine Szene entstanden ist, zeigt sich Craft-Bier auf dem Vormarsch. Aber da ist noch viel Luft nach oben. Jeder in der Szene trägt dazu bei. Ich bin mir sicher, es werden noch viele neue Brauprojekte starten.

Und was hast Du als nächstes vor?        

Zusammen mit unserem Küchenchef Ben ein gemeinsames Bier brauen. Das Wissen aus der Küche wird uns dabei sehr hilfreich sein.