Braumanufaktur Welde: Großes Saison mit belgischen Hopfensorten

IMG_20171203_130920_015Alle Jahre wieder setzt das Brau-Team der Braumanufaktur Welde aus Plankstatt eine alte Biertypologie aus einem spannenden Land kreativ um und sucht für ihre Spezialität besondere Rohstoffe aus. Nach Neuseeland, Südafrika und England reiste das Kollektiv um Braumeister Stephan Dück für ihr neues Jahrgangsbier nach Belgien. Jetzt steht ein 7,8-prozentiges Saison, auch als Farmhouse Ale bezeichnet, mit den belgischen Hopfensorten Goldings und Challenger aus dem einzigen Anbaugebiet Poperinge in Westflandern in ausgewählten Regalen. Aber auch eine spezielle Hefe soll für das Aroma verantwortlich sein. Ursprünglich wurde dieser Bierstil von Feldarbeitern, den „Saisonniers“, in der arbeitsarmen Winterzeit gebraut, um im Sommer eine köstliche Erfrischung im Kelch zu haben.

Die Umsetzung des Welde-Ales ist allerdings weniger als Durstlöscher gedacht, sondern als reines Genussmittel – das optisch in der Champagnerflasche präsentiert wird. Im Glas leuchtet das Bier appetitanregend in einem satten Orangeton, getoppt von einer stabilen, cremigen und schneeweißen Schaumkrone. Das Plankstätter Jahrgangsbier duftet nach Banane, weißen Trauben, reifer Birne und Toffee. Auch eine zarte Pfeffrigkeit lässt sich erkennen. Im Antrunk zeigt sich erst eine zarte Säure, die an grünen Apfel erinnert, bis sich dann ein samtig-weiches Mundgefühl mit feiner Kohlensäure ausbreitet. Aromen von Karamell, Biskuit und ein würziger Hopfenhauch gleiten über die Zunge. Schließlich verabschiedet sich das Saison mit einer leichten, aber doch wahrnehmbaren Bittere von 35 IBU und einem malzigen Touch von Weißbrotkruste.

Fazit: Den Welde-Brauern ist mit dem Jahrgangsbier 2018 wieder eine wahre Spezialität gelungen. Säure, Süße und Fruchtigkeit sind harmonisch eingebunden und erinnern nicht an ein typisches Saison. Das gefällt mir. Zum Glück habe ich noch eine Flasche im Kühlschrank, die ich zu Jakobsmuscheln am Festabend genießen werde. Wahrscheinlich funktioniert dieser Trunk aber auch super als Aperitif. Tipp: Nicht zu kalt probieren.

 

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