Rogue Dead Guy Ale: Kein toter Kerl aus der Flasche

Dead Guy Ale - Rogue
Dead Guy Ale – Rogue

Eigentlich wollten die Männer von Rogue nur einen coolen Pub eröffnen. Da ihnen jedoch die gängigen Biere nicht so recht schmeckten, gründeten sie 1988 ihre eigene Wirtshausbrauerei. Nach mehreren Standortwechseln fand das Rogue-Team seinen Sitz in Newport, Oregon, im Herzen des Willamette Valley, wo fast alle Rohstoffe für ihr Biere angebaut werden. Aus den Kesseln zapfen die Brauer nun rund 60 verschiedene Ales. Eines davon ist das „Dead Guy Ale“, das ich gestern zum ersten Mal probieren konnte.

Der Oregon-Trunk ist nach dem Vorbild eines deutschen Maibocks mit 6,5 Alkoholgehalt gebraut und erblickte schon in den 90er Jahren das Licht der Welt – im Andenken an einen im Maya Kalender verewigten Totentag. Da das Originalrezept dem Braumeister John Maier zu langweilig war, wird das Bier mit obergäriger Ale-Hefe vergoren. Die verwendeten Hopfensorten Perle und Sterling stammen bei diesem „toten Kerl“ ausnahmsweise mal nicht aus der Rogue Farm.

Das Ale riecht nach Honig und Karamell, aber auch Fruchtnoten von Pfirsich und Litschi dringen dezent durch. Um die Zunge wickeln sich dann hauptsächlich süßliche Aromen von Waldhonig, Toast und vielleicht etwas Bisquit. Irgendwo verstecken sich auch kräuterige Nuancen sowie fruchtige Aromen von Grapefruit und Pfirsich. Die 40 Bittereinheiten tauchen im cremigen und fruchtigen Abgang unter. Am Ende überwiegen süßliche Aromen und ein sattes Bauchgefühl.

Fazit: Dieses kräftige und komplexe Ale ist zum Glück nicht so tot wie der Kerl auf der Flasche. Trotzdem hat es mich nicht wirklich begeistert. Das Malz überwiegt deutlich bei diesem Trunk.  Hab schon deutlich bessere Craft-Biere von Rogue getrunken. Aber wie es so schön heißt: Geschmäcker sind verschieden! Und das ist auch gut so.

 

 

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