Firestone Walker Imperial Special Bitter Double Barrel 2013: Kein Bier für zarte Seelen

Firestone Walker - Double Barrel
Firestone Walker – Double Barrel

Wenn eine Brauerei wie Firestone Walker ein Bier als Flaggschiff bezeichnet, dann muss es schon etwas besonderes sein. Und wirklich, dieses Bier ist wie ein Faustschlag mitten in die Magengrube. Wenn das Double Barrel mit cremigem Schaum in einem stark getrübten Rotbraun im Glase steht und ein feiner Duft nach Vanille, Kokos und Mandel durch die Stube wabbert, ahnt niemand, was ihn da noch erwartet: Volle 12 Prozent bietet dieser Trunk, der mit weltweit nur 3500 Flaschen die Herzen von Craft-Bierfans erfreut.

Was der junge Firestone-Braumeister Matt Brynildson hier ins Fass zauberte, gleicht einer wilden Malz-Bombe. Matt gilt als einer der begabtesten Brauer in den USA, der neben diversen Innovationspreisen mit seinen Kreationen bereits dreimal den World Beer Cup gewann und beim “Great American Beer Festival“ viermal zum Brewer des Jahres ernannt wurde. Sein 2013 gebrautes Imperial Special Bitter Double erinnert an den Stil englischer Barleywines.

Die Intensität dieses fassgelagerten Ales ist nichts für Anfänger. Eingefleischte deutsche Pilstrinker würden hinter diesem Mordsdrink wahrscheinlich eher einen Whisky-Likör vermuten. Im Geschmack trifft das Double Barrel mit Anklängen an Rosinen, gerösteter Kokosnuss und Marzipan sehr alkoholisch auf den Gaumen. In Grenzbereichen spielen Aromen von Karamell, Vanille, englischem Toffee und getrockneten schwarzen Früchten noch eine Nebenrolle. Deutlich spürbar sind jedoch die Holzaromen aus dem Lagerfass, in dem wohl zuvor tatsächlich ein kräftiger Bourbon lagerte. Diese Bier fließt buttrig und ölig über die Zunge und sorgt für einen langen, sirupähnlichen Abgang.

Mein Fazit: Dieser Firestone-Cocktail ähnelt weniger einem Flaggschiff als vielmehr einem stattlichen Panzerkreuzer. Aber dieses Bitter ist nichts für überzeugte Hop-Heads. Bei nur 29 Bittereinheiten spürt man leider kaum irgendeinen Hopfengeschmack. Dafür ist dies Double Barrel ein echter Malz-Hammer, den Firestone-Fans unbedingt probieren sollten – aber schnell, denn bei der geringen Auslieferungsmenge, dürfte bald keine Flasche mehr im Handel sein.

Kommentar verfassen