Eichhörnchen Bräu: Crowdfunding startet mit spezieller Token-Aktion

Bene und Stephan von Eichhörnchen Bräu

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Die Bierbranche ist immer noch stark von der Covid-Situation betroffen. Trotzdem starten die Macher von Eichhörnchen Bräu aus Düsseldorf ihr Crowdfunding. Was die Marke auszeichnet, warum Bierfans unterstützen sollen und was genau diese NFTs sind, erklärt Bene Blaß, Gründer und Geschäftsführer von Eichhörnchen Bräu.

Bene, der Biermarkt erlebt gerade dramatische Zeiten, dennoch startet ihr mit Eichhörnchen Bräu heute euer Crowdfunding-Projekt. Was zeichnet euch aus und was erwartet ihr von dieser Aktion?

Die letzten Jahre waren nicht leicht. Wir wären auch lieber ohne Pandemie in unser Abenteuer gestartet, aber konnten uns das leider nicht aussuchen. Wie alle jungen Marken, die während der Pandemie gegründet wurden, mussten wir aus den altbekannten Wegen ausbrechen. Wir konnten unsere Biere wegen den Gastroschließungen nur im Handel und Online platzieren. Das haben wir in den letzten eineinhalb Jahren bestmöglich für uns genutzt. Eine starke Anpassungsfähigkeit, Sachen etwas neu zu denken und großer Hunger etwas aufzubauen zeichnet uns aus. Mit unserem Crowdfunding-Projekt möchten wir die Basis für unsere großen Pläne schaffen und haben uns einen innovativen Weg überlegt, wie wir unsere Supporter maximal für Ihre Unterstützung über die nächsten Jahre belohnen können. 

Ihr seid hierzulande die wohl erste Biermarke, die bei solch einer Aktion auf sogenannte NFTs (Non Fungible Token) setzt. Was können sich Crowdfunder, die euch unterstützen, darunter vorstellen und welchen Vorteil hat diese Währung?

Ja, das stimmt. Zumindest ist mir keine andere Bier- oder Alkoholmarke in Deutschland bekannt. Ein NFT ist ein Non Fungible Token. Ganz simpel wird über die NFT-Technologie ein eindeutiges Besitzverhältnis geregelt. Man kann es am besten mit Kunst vergleichen, wo man auch belegen kann, dass man Besitzer eines bestimmten Kunstwerks ist. Wir verkaufen auf der Crowdfunding-Plattform startnext.com/hoernchen insgesamt 888 limitierte Eichhörnchen NFT-Pakete. In jedem Paket gibt es neben dem einzigartigen Eichhörnchen NFT noch ein exklusives Bierpaket mit Bieren aus unserer Core-Range und zwei exklusiven Bieren. Es wird ein Double Westcoast und ein Double Eastcoast IPA geben, die wir Ende April brauen damit die Biere ganz frisch im Mai zu den Supportern kommen. Gemeinsam mit allen Supportern gibt es dann Ende Mai oder Anfang Juni ein digitales, ggf. teils physisches Community-Event, in dem man zusammen die Biere verkostet und sich kennen lernt. Solche Events wird es für die NFT-Holder regelmäßig geben und in 2023 hoffentlich dann auch in physischer Form mit mehreren Hundert Teilnehmern. Aber das ist noch nicht alles, was man für seinen 111 Euro bekommt.

Was gibt es denn noch?

Die 888 NFTs sind in sieben Editionen unterteilt und je nachdem welche davon den Käufern zugelost wird, so bekommen sie nochmal ein Goodie on Top. Die Goodies reichen von Bier, Socken, Likör, T-Shirt, bis hin zu einem Brautag mit uns und einer Party, die wir bei dir schmeißen. Neben dem NFT und den physischen Produkten unterstützt man natürlich in erster Linie unser Projekt. Wir haben eine ambitionierte Road Map, was wir alles in 2022 und 2023 erreichen möchten, die ihr hier findet: nft.eichhoernchen.biz

Umso mehr uns gelingt umso mehr Vorteile ergeben sich für die NFT-Käufer. Sie können den NFT behalten, um an unseren limitierten Aktionen und Events teilzunehmen oder den Token auch irgendwann auf der Cryptobörse OpenSea wieder verkaufen. Wir können über die NFTs immer die Supporter unserer ersten Stunde identifizieren und so wird es immer ein Freigetränk oder einen Goodie geben, wenn uns Jemand auf einem Event, Festival oder in unserem eigenen Ausschank (2023) seinen NFT zeigt.

In eurem Portfolio führt ihr nicht nur Bier, sondern auch Snacks, Klamotten und Likör. Wieso stellt ihr euch da so breit auf? Reicht Bier allein heutzutage nicht mehr aus?

Das sehe ich nicht so. Wir haben uns damit nie so wirklich beschäftigt, weil wir von Anfang an keine reine Biermarke aus Eichhörnchen machen wollten. Ich gehe davon aus, dass Bier immer unser Core bleiben wird, aber mit der „Zaubernuss“, unserem Haselnuss Likör, und auch unserer Kleidung möchten wir ein weiteres Markenerlebnis schaffen. Wir produzieren den Großteil unserer Kleidung in Portugal mit Profis aus dem Textilbereich zusammen. Diese Sachen kann man nicht mehr als Merch bezeichnen und entsprechend möchten wir sie auch nicht klein halten. Die Marke Eichhörnchen steht für Lebensfreude und Unternehmertum. „Sachen machen“ – dieses Lebensgefühl drücken wir eben nicht nur über Bier, sondern auch über unseren Likör, Kleidung und Snacks aus.

Was können Eichhörnchen-Fans in Zukunft von euch erwarten und warum sollten sie euch unterstützen?

Wir werden viele Biere brauen und immer mehr versuchen auch Bier-Releases mit speziell abgestimmten Kleidungsstücken zu kombinieren. So werden wir im Sommer eine Reihe von leckeren IPAs rausbringen und dazu wird es ein Hawaii-Hemd mit All-Over Prints der Etiketten geben. Geschmack und Qualität der Produkte steht für uns immer an oberster Stelle, aber wir möchten schon auch etwas Entertainment mitliefern.

Wer Eichhörnchen unterstützt, unterstützt eine Firma die Sachen neu denkt. Wir verbinden digitale Assets mit physischen Produkten und einzigartigen Erlebnissen. Umso stärker die Resonanz darauf ist, umso mehr Möglichkeiten haben wir coole Sachen für unsere Unterstützer zu machen. Unsere Unterstützer profitieren davon, dass sie sehr nah an unserer Marke dran sind und sehr viele werthaltige Vorteile als NFT-Holder nutzen können. Vorteile und Werthaltigkeit ist oft subjektiv. Wenn das irgendwann nicht mehr gegeben ist, dann kann man den NFT natürlich auch verkaufen.

Was habt ihr als nächstes vor und was sind eure Ziele?

Unsere Ziele sind ambitioniert. Aktuell möchten wir unsere 888 Eichhörnchen NFTs verkaufen und ein erfolgreiches Crowdfunding, als Basis für alles Weitere, hinlegen. Mitte oder Ende April kommt unser Haselnuss-Likör, die „Zaubernuss“, auf den Markt., Anfang Mai dann unser Eichhörnchen Hell in BIO-Qualität. Für beide haben wir hohe Investitionen, da wir entsprechende Mengen produzieren mussten. Mit unseren Produkten planen wir uns langfristig in Deutschland zu etablieren.

Wir möchten NFTs fest bei Eichhörnchen etablieren. Dieses Jahr kommen noch zwei weitere NFT-Drops (Sommer und Winter), zu denen man mit Kauf des 1. Drops einen Zugang hat. Für den Sommer-Drop tun wir uns mit einem bekannten Künstler aus Zürich zusammen. Er interpretiert unser Eichhörnchen in seinem Stil, wir brauen wieder zwei exklusive Biere und es wir limitierte Prints des Künstlers sowie Kleidung geben. So verbinden wir Bier mit der Zukunft und mit Kultur. Für 2023 möchten wir einen Ausschank eröffnen – wenn möglich ein Brewpub.

Erklärungen zu NFT: nft.eichhoernchen.biz  

Crowdfunding: startnext.com/hoernchen 

Website: https://wwww.eichhoernchen.biz

Insta: @eichhoernchen.biz 

Giesinger Bräu: Brautempel „from Hell“

Mit frischen Ideen, Crowdfunding-Aktionen und einer breiten Bierauswahl, schreibt der Giesinger- Bräu in München eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Jetzt haben die Bajuwaren mit einem zweiten Brauereistandort einen weiteren Meilenstein übersprungen und streben eine Beteiligung auf dem Oktoberfest an.

Steffen Marx vom Giesinger Bräu im Werk2

Dass ein Bier aus München nicht gleich ein Münchner Bier ist, wissen wohl nur Insider. Einer, der sich in den vergangenen Jahren wohl am meisten mit diesem Thema befasst hat, ist Steffen Marx, Gründer und Chef vom Giesinger Bräu. Seit nunmehr 16 Jahren braut der heute 44-Jährige Entrepreneur in der bayerischen Landeshauptstadt ambitionierte Bierspezialitäten, vergrößerte stetig seine Produktion und öffnete mehrere Gastronomieprojekte. Dennoch blieb seinem Betrieb die Anerkennung als Münchner Braustätte lange verwehrt. Erst mit der Eröffnung eines neuen Standortes mit eigenem Tiefbrunnen konnte Marx seinen Traum verwirklichen. Inzwischen gilt der Giesinger Bräu als echte Münchner Brauerei und kann sich in die Liga der städtischen Platzhirsche einreihen. Dabei ist es gerade mal 17 Jahre her, dass Marx seine ersten Sude in einer Doppelgarage braute. „Es ist der Wahnsinn, ich hätte niemals gedacht, dass wir in so kurzer Zeit soweit kommen würden,“ gesteht Marx voller Demut.

Durch die Realisierung von „Werk 2“ im Münchner Stadtteil Milbertshofen, das nach 18-monatiger Bauzeit im Juni 2020 seine Eröffnung feierte, hat sich für den Giesinger Bräu vieles verändert: Der Ausstoß hat sich erhöht, das Team hat sich erweitert und es gibt eine neue Volumensorte. Zudem ist die Braustätte nach dem Augustiner Bräu nun die zweitgrößte Privatbrauerei in der Biermetropole. Im neuen Standort befinden sich jetzt eine nagelneue Abfüllanlage, Vollgut- und Leergut-Lager, ein spezielles Labor, eine Rampe als Abholmöglichkeit für die rasant wachsende Kundenzahl sowie ein schicker Veranstaltungsraum mit Blick auf glitzernde Kessel.

Für die Realisierung des neuen Braustandortes musste Steffen Marx rund 20 Millionen Euro aufbringen. Der wohl wichtigste Teil der Investition: ein hauseigener Brunnen mit mehr als 150 Meter Tiefe und Wasser, das nach wissenschaftlichen Untersuchungen angeblich rund 12.000 Jahre alt ist.So sind jetzt alle Kriterien erfüllt, damit sich die Giesinger-Sude als „Münchner Bier“ einreihen können und theoretisch auch auf dem Oktoberfest ausgeschenkt werden dürfen. Dass die Erfolgsgeschichte vom Giesinger Bräu wirklich außergewöhnlich ist, vermerkt auch Georg Rittmayer, Präsident der Privaten Brauereien Bayerns, voller Hochachtung: „Die kurze Firmengeschichte ist geprägt von viel Mut, Entschlossenheit und tollem Unternehmergeist.“

Auf dem Weg zum Münchner Bier hat sich der Giesinger Bräu – ohne Stillstand – in rasendem Tempo weiterentwickelt, auch bei den Suden. Erst vor ein paar Monaten launchte die Mannschaft um Steffen Marx ein „Münchner Helles“, das nun – dem eigenen Wasser sei Dank – das EU-Siegel der geografisch geschützten Angabe „Münchner Bier” trägt. Dabei handelt es sich um das erste filtrierte Bier aus dem Hause Giesinger und gleichzeitig um die künftige Volumensorte. Das Brau-Team unter der Leitung von Simon Roßmann tüftelte rund zwei Jahre bis zum perfekten Rezept. Einzige Direktive aus der Chefetage: Das Bier muss bei einer Blindverkostung mit den anderen Münchner Hellen klar erkennbar sein.

Die Vorgabe von Marx wurde perfekt umgesetzt. So zeigt sich das goldfarbene, glanzfeine Endergebnis mit 4,8 Prozent Alkohol, einer eigenen Charakteristik mit sanfter Hopfigkeit und hoher Drinkability. Nicht nur die Brauer, sondern auch Bernhard Pillep, Mitgründer und Gesellschafter vom Giesinger Bräu, ist stolz auf das Produkt: „Wir haben jetzt ein sehr süffiges, original Münchner Bier, mit dem wir jetzt auf Augenhöhe mit den anderen sechs Stadtbrauereien stehen.“

Was 2006 in einer Garage in München begann, zwei Jahre später zur ersten Brauerei-Neugründung seit Jahrhunderten in der Stadt führte, war wohl erst durch diverse Crowdfunding-Aktionen möglich. Nach anfänglicher Experimentierphase fand Marx 2011 das Anwesen in der Martin-Luther-Straße gegenüber der Giesinger Heilig-Kreuz-Kirche, die heute als Logo fungiert. Für den Umbau des Gebäudes wurden rund fünf Millionen Euro benötigt. Schon damals stammten etwa zehn Prozent des Investments aus einer Schwarmfinanzierungskampagne. Wenig später konnte die Braustätte mit Bräustüberl eröffnet werden.

All das ist erst möglich geworden durch Crowdfunding-Aktionen der Giesinger und ihrer damit verbundenen Fan-Base. Mit der aktuellen Kampagne, die unter dem Kampfnamen „Rendite from Hell“ initiiert wurde, sollen die Kapazitäten im „Werk 2“ wegen der neuen Volumensorte „Münchner Hell“ und der gestiegenen Nachfrage ausgebaut werden. Damit geht die Vergrößerung von Gär- und Lagerkeller einher. Zudem soll die Energieversorgung um einen Dampfkessel erweitert, die Leergut-Kapazität erhöht und neue Marketing-Aktivitäten rund um die Etablierung des Bieres finanziert werden. Wie bei den bisherigen Crowdfunding-Projekten konnten Investoren wieder Genussscheine mit sechs Prozent Zinsen kaufen, die in Form von Bier- und Verzehrgutscheinen ausgeschüttet werden. Auch dieses Mal war die Nachfrage wieder höher als das Angebot. Das Ziel von zwei Millionen Euros wurde mit 1726 Investoren um 500.000 Euros sogar weit überschritten.

Bei solchen Möglichkeiten gehen die Ideen nicht aus. So denken die Macher um Steffen Marx gerade über ein alkoholfreies Bier-Getränk nach und auch fassgereifte Sude stehen in der Planung. Das größte Augenmerk liegt aber derzeit aber auf dem Ausstoß. Im „Werk 2“ produzieren die Brauer in einem 100 Hektoliter-Sudhaus aktuell rund 20.000 Hektoliter von Hellem, Pils und Weißbier – alle anderen Sorten werden in kleineren Chargen noch in Giesing hergestellt. In diesem Jahr will das Marx-Team die 40.000er Marke reißen.

Und wenn das erreicht ist, steht Marx und seine Truppe vor der größten Herausforderung einer Münchner Brauerei: ein Bierzelt auf dem Oktoberfest. Bis es allerdings so weit ist, möchte das Giesinger Team erst mal Festzelterfahrung sammeln und Routine auf diversen Stadtfesten gewinnen. „Bevor wir uns an das Oktoberfest-Abenteuer wagen,“ sagt der Brauereichef, „müssen wir erst prüfen, was da alles auf uns zukommt.“ Marx gibt zu, dass er sich ein Zelt für 2000 Besucher, das dreimal am Tag bespielt wird, derzeit noch nicht zutraut – vielleicht aber in vier bis fünf Jahren.

Erschienen im Meininger’s CRAFT Magazin für Bierkultur.

Genuss-Event: Bier- und Käse-Spezialitäten beim Hoppebräu

Symbolbild

Bier und Käse zählen zu den ältesten Lebensmitteln der Welt, die zudem auch sehr gut zusammen harmonieren. Aber wie werden die beiden handwerklichen Produkte überhaupt hergestellt, worin unterscheiden sich die verschiedenen Sorten und wie verkostet man die regionalen Milcherzeugnisse eigentlich perfekt mit attraktiven Gerstensäften?

Käsemeister bei der Arbeit

Am Freitag, den 1. April um 19 Uhr, könnt ihr mit Markus Hoppe von Hoppebräu in Waakirchen, dem Käsemeister der Obermooser Bio-Käserei und mir persönlich in die vielfältige Welt von Bier und Käse eintauchen. Verkostet werden bei diesem Event sechs spannende Pairings. Highlight: Das Event findet direkt in der Brauerei zwischen den Sudkesseln statt. Besonderer Tipp: Im Anschluss lässt sich das ein oder andere Bier noch in der Zapferei genießen und Markus hat schon vorgewarnt, dass möglicherweise auch noch gezwickelt wird. Also lasst euch überraschen!

Wann: Freitag, 1. April 2022, 19 Uhr

Preis pro Person: 49 Euro

Bitte vorab reservieren unter 08021/9013977 oder info@hoppebraeu.de

Wir freuen uns auf Euch!

Schräge Biere: Wilde Wurzeln

Saison, Sauerbier oder spontanvergorene Sude: Immer mehr Brauer setzen bei ihren Bieren auf saisonale Rohstoffe. So wundert es kaum, dass häufiger auch Rote Beete als Wintergemüse in den Sudkesseln für eine knallrote Farbe und besonderes Aroma sorgen.

Credit: Appenzellerbier

Neben Regionalität und Nachhaltigkeit wird immer mehr auch Saisonalität zum Thema für die Macher vieler Brauereien. So erstaunt es wohl kaum, dass Crafties alle möglichen Alternativen passend zur Jahreszeit als Zutat in ihren Suden ausprobieren. Ein beliebter Rohstoff scheint derzeit die Rote Beete zu sein. Das heimische Superfood gilt als wahrer Vitamin- und Mineralstoff-Lieferant. Zudem sorgt es für ein spezielles Aroma und ein attraktives Farbspiel.

So ist das Wintergemüse gerade immer häufiger in vielen Bierstilen, meist aber in Sauerbieren oder Wild Ales, von internationalen Brauern zu finden. In den Kesseln landet die rote Rübe als Saft, als Essenz oder als ganze Knolle, die bei der Gärung oder zum Stopfen hinzugegeben wird. Bei diesen ungewöhnlichen Suden handelt es sich meist um limitierte Abfüllungen. Manche Brauereien legen ihr Rote Beete-Bier aber auch gern als Jahrgangsedition auf.

Fans der Brauerei Locher aus Appenzell in der Schweiz sehen etwa das 2,4-prozentige „Root Beer“ als eines ihrer jährlichen Highlights. Diese dunkelrote Spezialität, die es seit 2019 wiederkehrend in den kalten Monaten gibt, ist für den speziellen, sanft bitteren Geschmack bekannt, den sie durch den erweiterten Einsatz diverser Wurzelessenzen und Bitterorangen bei der Gärung erhält. Das lieblich schmeckende Biermischgetränk soll laut Herstellern hervorragend zu Pilz- oder Wildgerichten passen.

Für saisonale Speisen ist auch die Küche in Litauen bekannt. Eines der bekanntesten Gerichte ist „Saltibarščiai“, eine kalte Rote Beete-Suppe. So dachten sich die Macher der Brauerei Sakiškių alus aus Vilnius, diese traditionelle Speise in Form eines Bieres in die Flasche zu bringen. Das „Sour Beetroot Ale“ mit schlanken 3,5 Prozent Alkohol zeigt sich in einer tiefroten Farbe und präsentiert neben dem erdigen Aroma der Wurzel auch eine sanfte Zitrusnote. In die Sudkessel kam für den charakteristischen Geschmack jede Menge Rote Beete-Saft.

Wer es noch etwas spezieller wünscht, der findet einmal im Jahr im Portfolio der niederländischen Brauerei Nevel Wild Ales die Sorte „Aard“. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus fassgereiften Golden Sours, versetzt mit roter Beete und hausgemachtem Kwas, einem slawischen, fermentiertem Brotgetränk, das zusätzlich noch mit Absinth aromatisiert wird. Die aktuelle Charge legt ein erdiges, leicht säuerliches und weinartiges Aroma vor, zu dem sich fruchtige Noten von roten Beeren gesellen.

Neben Nevel Wild Ales, Sakiškių alus und der Brauerei Locher wagten sich auch schon andere renommierte Craftbrauer an das rote Powerfood im Glas. So etwa die Mannschaft von Pühaste aus Estland, die eine knallrote Baltic Gose mit Roter Beete, Quitte und Meersalz namens „Beetbox“ auflegt. Auch Mikkeller aus Dänemark versuchte sich bereits an einem spontanvergorenen 7,7-prozentigen Sauerbier mit dem vitaminhaltigen Wintergemüse.

Inzwischen trauen sich aber auch deutsche Kreativbrauer an Biere mit Roter Beete. Die Brauerei Bunthaus aus Hamburg produzierte unlängst ein Saison mit Sternanis das mit der Trend-Rübe gestopft wurde. Bekannt für wilde Experimente ist auch Felix vom Endt von Orca Brau aus Nürnberg. In seiner Wildfang-Serie präsentierte er jüngst ein siebenprozentiges Wild Sour Saison, das eineinhalb Jahre im Tank reifte und durch Zugabe von Kirschen, Roter Beete und Meerrettich ein höchst ungewöhnliches Aromaspiel erzielte. Dem saisonalen Rübenwunder sind offensichtlich keine Grenzen gesetzt.

Erschienen in der letzten Ausgabe des Meininger’s CRAFT Magazins für Bierkultur.

Brauerei Göller: Senkrechtstart mit Bierkalender

Regionalität, Spaß-Events und Craftbier-Initiative: Ein junges Team aus den drei unterfränkischen Brüdern Fritz, Max und Felix Göller beweist, wie eine mehr als 500 Jahre alte Traditionsbrauerei mit neuen Ideen und kreativen Suden auf Erfolgskurs fahren kann. Ein Portrait.

Die Göllers.

Das Frankenland gilt als das Bier-Eldorado schlechthin. In keiner anderen deutschen Region gibt es mit rund 300 Betrieben so viele Brauereien wie im Nordosten des Freistaats Bayern. Eine der ältesten Braustätten finden Gerstensaftfans im unterfränkischen Zeil am Main, zwischen Schweinfurt und Bamberg gelegen. Hier, wo im 17. Jahrhundert noch Hexen verbrannt wurden und sich romantische Gassen mit Kopfsteinpflaster an alten Fachwerkhäusern vorbeischlängeln, befindet sich direkt in der Altstadt die mehr als 500 Jahre alte Brauerei Göller. Nach langer Familientradition leitet heute eine neue Generation das Unternehmen und überrascht immer wieder mit unkonventionellen Ideen. „Unsere Eltern haben uns einen erfolgreichen Betrieb überlassen“, sagt der 30-jährige Max Göller, „trotzdem haben wir vieles noch verbessert und verändert um die Weichen in die Zukunft zu stellen.“

So haben die Geschwister zunächst das Sudhaus weiter modernisiert, das Sortiment mit Kreativ-Bieren aufgefüllt sowie die urige Brauereigaststätte „Zum Hirschen“, einschließlich Biergarten für 400 Gäste, nach langjähriger Verpachtung wieder in Eigenregie übernommen. Auch den Ausstoß konnte das Nachfolgeteam auf 50.000 Hektoliter Bier und 10.000 Hektoliter alkoholfreie Getränke steigern. Den drei Brüdern, die früher schon in den Schulferien ihrem Vater in der Brauerei geholfen haben, war schon im Jugendalter klar, dass sie irgendwann gemeinsam das Familienunternehmen leiten wollen. So hat jeder den passenden Ausbildungsweg eingeschlagen, um ein optimales Team zu bilden. Der älteste Sohn Fritz übernahm als Diplom-Braumeister die Verantwortung für die Produktion und leitet mit Felix den technischen Bereich der Braustätte, Max ist für Verkauf und Vertrieb sowie für die Traditionsgaststätte verantwortlich. „Wir haben den Betrieb in allen Kompetenzfeldern so aufgestellt, wie wir ihn uns immer vorgestellt haben“, bekräftigt der 32-jährige Fritz Göller.

Bis die Brauerei zu dem wurde, was sie heute ist, musste der Betrieb im Laufe seiner Geschichte viele Turbulenzen durchstehen. Im Jahr 1514 wurde der „Alten Freyung“, wie das Gelände der Brauerei heißt, das Brau- und Schankrecht vom Erzbistum Bamberg verliehen. In den heutigen Familienbesitz kam die Braustätte erst fast 400 Jahre später, nachdem sie Joseph Göller mit seiner Frau Magarete im Jahre 1908 erwarb. Damals lag das Hauptgewicht der Bierproduktion auf der hauseigenen Gaststätte und ihrem Biergarten. 1949 übernahm den Betrieb Josephs Göllers Sohn Franz-Josef, der 1976 als Deutschlands bester Brauer ausgezeichnet wurde. 2013 wiederholte Sohn Felix diesen Erfolg.

Schon Franz-Josef Göller schaffte es mit neuen Ideen, die Bierproduktion Mitte der 1980er Jahre von 5000 auf rund 25.000 Hektoliter zu steigern. Aus Platzmangel verlagerte der Senior 1995 Filtration, Abfüllung, Verwaltung und Vertrieb aus der Zeiler Altstadt in das nahegelegene Gewerbegebiet. So konnten Gär- und Lagerkeller permanent erweitert sowie neue Malzsilos angeschafft werden. 2015 war es dann so weit, dass Fritz und Max ins Unternehmen einstiegen. Zwei Jahre später kam auch der heute 28-jährige Felix dazu.

Als Erfolgsgeheimnis der Brauerei Göller sehen die Unterfranken ihre stark ausgeprägte Regionalität. So stammen Braugerste und Weizen von heimischen Landwirten aus dem direkten Umkreis. Gemälzt wird das Getreide in Bamberg und Schweinfurt. Auch beim Hopfen greifen die Jungunternehmer überwiegend zu nationalen Sorten. Neunzig Prozent ihres Bieres verkaufen sie im Umkreis von nur rund 50 Kilometern. Ein weiterer Aspekt ist die Nachhaltigkeit, die in der deutschen Brauwirtschaft eine immer bedeutendere Rolle spielt. So arbeiten die Göllers im Sudhaus mit einem energiesparenden Schonkochsystem, setzen auf Photovoltaik sowie Solarthermie und installierten eine Stickstoffgewinnungsanlage zur CO2-Einsparung.

Für diese umweltschonenden Maßnahmen erhielt die Brauerei 2015 als einziges Unternehmen in der Kategorie „11-50 Mitarbeiter“ den Nachhaltigkeitspreis der Region Mainfranken. Seitdem modernisieren die jungen Chefs im Betrieb immer wieder aufs Neue. Die aktuelle Investition sind neue Kälteanlagen. Stolz sind die drei Göller-Brüder auch auf das Zertifikat des „Qualitätsverbundes umweltbewusster Betriebe“, dass sie angeblich als einzige Brauerei in Unterfranken tragen.

Aber auch die Biere aus dem Hause Göller räumen seit Jahren internationale Preise ab – sogar beim Meininger’s International Craft Beer Award. Im Portfolio finden Bierfans neben Pils, Dunklem, Kellerbier und Weißbier auch saisonale Bockbiere, einige alkoholfreie Sorten und eine traditionelle Serie als Hommage an Kaiser Heinrich, der ihnen einst das Brau- und Schankrecht verlieh. Darin enthalten: Ur-Stoff, Ur-Weisse und Naturradler. Als aktuelles Flaggschiff der Brauerei gilt aber das 4,9-prozentige, mild-würzige und süffige „Baptist Helles“, das ursprünglich als Sondersud fungierte. „Das Helle schlug vor allem bei jungen Leuten ein wie eine Bombe“, freut sich Felix Göller, „obwohl wir hier eigentlich gar keine Region für Helles sind.“

Der Baptist-Sud war ursprünglich nur als saisonaler Trunk für einen „Bierkalender“ geplant. Vor rund fünf Jahren hatte Felix Göller die Idee, solch einen Kalender mit zwölf Spezialitäten zu organisieren, darunter auch schon ein India Pale Ale, gehopft mit den Sorten Tradition und Lemondrop, eine Hopfenweiße mit Mandarina Bavaria, ein Summer Ale mit Cascade und El Dorado und ein Stout mit Kaffee- und Schokoladennoten. Kern der Aktion: Jeden ersten Samstag im Monat gib es einen Fassanstich mit einem anderen Bier und Live-Musik. Zudem hat Max Göller, der für die Gastronomie zuständig ist, zu jedem Anstich auch die Speisenkarte individuell dem Bier angepasst.

Der Bierkalender erwies sich als Volltreffer und lockt jeden Monat neue Kundschaft an. Schon das Event im Januar 2017 überraschte mit dem 5,9-prozentigen „Schottischen Lager“, das eine rauchig-torfige Note durch den Einsatz von Whisky-Malz erhielt. Dazu gab es Fish & Chips und einen Folk-Sänger, der für ordentlich Stimmung sorgte. „Zugegeben, anfangs waren wir sehr unsicher, ob solche Biere mit solchen Aktionen überhaupt ankommen“, erinnert sich Max Göller, „doch die Leute haben uns förmlich überrannt.“ So war das Fassbier, das eigentlich für einen Monat im Ausschank geplant war, an diesem Abend bereits um 18 Uhr ausverkauft.

Erschienen im Meininger’s CRAFT Magazin.

BierKulturRegion: Niederbayerischer „Hopfenklang“ spielt zum fünften Mal

Unter der Devise „Gemeinsam sind wir stark“ taten sich vor fünf Jahren Brauereien, Gastronomie- und Hotelbetriebe, Bäckereien, Metzgereien und Glaskünstler aus Niederbayern zusammen, um die „Bier.Kultur.Region“ zu gründen. Die Mitglieder schrieben sich auf die Fahnen, neben regionaler DNA spannender Biere gemeinsam auch die Trink- und Tischkultur rund um den Biergenuss weiterzuentwickeln. Jedes Jahr kommt eine besondere Bierspezialität auf den Markt, um erneut auf den Zusammenschluss aufmerksam zu machen.

Dieses Jahr handelt es sich bei dem 7,2-prozentigen „Hopfenklang – Partitur 5“ um einen hellen Bock, der mit gewissem Dinkelmalzanteil gebraut ist und mehr als 12 Monate in Whiskeyfässern reifte. Kreiert wurde das Bier von Rudi Hirz im Apostelbräu in Hauzenberg. Das Getreide mälzte das Brauerei-Team selbst und auch der Hopfen stammt aus den eigenen Gärten. Eingesetzt wurden die Sorten Mandarina Bavaria und Comet – zehn Gramm kamen auf einen Liter.

Im Glas leuchtet der fassgereifte Bock in einem attraktiven Bernsteinton, der Schaum ist feinporig, stabil und fast schon sahnig in der Konsistenz. In die Nase strömen Noten von Kokosnuss, Nelke, reifer Banane und Holz sowie malzige Töne von Waldhonig. Auf der Zunge zeigt sich das Bier vollmundig mit malzigen, holzigen und phenolischen Noten. Hinzu kommen sanfte Anklänge von Kokosnuss, Whisky und Zitrusfrucht. Im Finish bleibt der Bock noch eine Zeit lang zurück.

Fazit: Ich feiere die Aktion des Zusammenschlusses der „Bier.Kultur.Region“, davon sollte es definitiv mehr geben. Das Bier zeigt sich spannend in der Aromatik, ist für meinen Geschmack allerdings einen Tick zu phenolisch. Ich bin schon gespannt, was sich die Mitglieder für das nächste Jahr ausdenken.

Deep Ellum Brewery: „Easy Peasy“-Feierabendbier

Kaum zu glauben, dass bei dem Brauerei-Boom in den USA erst 2011 die erste Craft-Brauerei in Dallas, Texas, gegründet wurde. Deep Ellum nennt sich die Kreativstätte, die mich am Wochenende mit ihrem „Easy Peasy IPA“ auf sich aufmerksam machte. Auf das 5,2-prozentige Session IPA bin ich im Onlineshop „beerrepublic“ gestoßen und habe es wegen des ungewöhnlichen Dosen-Designs und der angegebenen Hopfenkonstellation mit Simcoe, Citra und Ahtanum gleich bestellt. Zudem kamen noch Mandarinen und Zitronenschalen in den Kessel.

In einem satten Goldton strahlt das naturtrübe IPA durchs Glas. Der Schaum zeigt sich schneeweiß mit fein- bis mittelporiger Konsistenz. Der Duft wirkt anfangs etwas parfümiert, was vermutlich an der Zitronezeste liegt, dann dringen aber fruchtige Noten von Mandarine durch. Fruchtig-frisch präsentiert sich das Bier im Antrunk, bis es sich angenehm schlank mit fruchtigen und würzigen Noten auf der Zunge ausbreitet. Im Finish verabschiedet sich das Ale mit einer sanften, aber bestimmten Bittere.

Fazit: Wirklich ein „Easy Peasy“-Bier, das niemanden überfordert, aber durch die Aromatik dennoch ein Genusserlebnis auf die Zunge zaubert. Ein tolles, unkompliziertes Feierabendbier oder auch ein harmonischer Begleiter zu gedünstetem Lachs oder Sushi. Bei der nächsten Bestellung gönne ich mir noch ein paar weitere Sorten der Dallas-Brauerei.

Bierol & Protect our Winters: Biergenuss mit doppeltem Sinn

Credit: Bierol

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Brauerei Bierol und die Umweltorganisation Protect our Winters starten Recycling-Projekt mit gemeinsam gebrautem Bier. Unterstützt werden sie dabei von der Initiative „Jede Dose zählt“.

Was haben eine Tiroler Craft Brauerei und eine international agierende Umweltorganisation gemeinsam? Sie wollen das schützen, was sie lieben – die Berge und die Natur. Deshalb haben sich Bierol und Protect our Winters Austria (POW) zusammengetan, um mit einem gemeinsam gebrauten Bier in der Dose der Müllverschmutzung in Österreich den Kampf anzusagen und ein Zeichen für richtiges Recycling und die Kreislaufwirtschaft zu setzen. Unterstützt werden sie dabei von der Recycling-Initiative „Jede Dose zählt“.

„Cold Stoke“ ist das Ergebnis der Zusammenarbeit und das erste österreichische Bier, das auf diese Art ein Zeichen für Umweltschutz setzt. „Jede/r kann mitmachen. Einfach nach dem Biergenuss ein Foto von der richtigen Entsorgung der leeren Dose an den Instagram-Account @protectourwintersaustria schicken und schon schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe“, so Hans Renauld, POW Team Head Innsbruck. Denn jede richtig entsorgte Dose trägt zu hohen Recyclingraten bei, und bringt auch bares Geld: 50 Cent pro eingesendetes Foto spendet Bierol an die NGO, die sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit unserer Bergwelt einsetzt.

„Wir sind in Sachen Umweltschutz und Kreislaufwirtschaft in Österreich noch nicht dort, wo wir sein sollten“, erklärt Christoph Bichler, Headbrewer und Inhaber von Bierol, sein Engagement und verweist dabei auf aktuelle Zahlen von Metal Packaging Europe, nach denen die Recyclingraten von Getränkedosen in Österreich mit 70 Prozent immerhin sechs Prozent unter dem europäischen Durchschnitt liegen. „Wenn wir unsere Umwelt schützen wollen, müssen wir sorgsamer mit Ressourcen umgehen und dürfen Verpackungen nicht achtlos in der Natur liegen lassen. Darauf wollen wir mit unserer Aktion aufmerksam machen.“ 

Für die Wahl der richtigen Verpackung des neuen „Cold Stoke“ hat das Team zahlreiche Recherchen angestellt: „Als wir beschlossen haben, gemeinsam ein gutes Bier mit Message für den nachhaltigen Bergsport zu brauen, hat sich schnell die Frage nach der richtigen Verpackung gestellt“, erinnert sich Jennifer Lang von POW. „Wir stehen für Nachhaltigkeit in all ihren Facetten, da gehört Recycling natürlich dazu.“ Einweg-Flaschen stellten sich schnell als wenig nachhaltige Lösung heraus und auch die Mehrweg-Glasflasche ist für die Mitnahme beim Bergsport aufgrund der Bruchgefahr nicht ideal. „Uns blieb die Dose und je mehr wir zu recherchieren begannen, desto mehr wurden wir positiv von deren Ökobilanz überrascht.“ In diesem Zusammenhang stieß das Team auch auf die Initiative „Jede Dose zählt“, die sich für die richtige Trennung und das Recycling von Dosen in Österreich und in zahlreichen Ländern weltweit einsetzt und Bewusstsein für den sorgsamen Umgang mit Wertstoffen wie Aluminium schafft. Im Vergleich zur Neuproduktion werden beim Recycling von Aluminium nämlich rund 95 Prozent an Energie gespart.

Christoph Bichler: „In vielen Köpfen gilt die Dose immer noch als umweltschädliche Verpackung für Billigbier. Mit diesem Klischee wollen wir aufräumen.“ Auch, weil die Dose nicht nur aufgrund des Recycling-Aspekts punktet, sondern auch Licht und Sauerstoff fernhält und somit der Bieralterung entgegenwirkt. Kurz gesagt, Biere schmecken in der Dose länger frisch als zum Beispiel aus der Flasche.

Das Bier ist ab sofort im Onlineshop von Bierol und ausgesuchten Getränkehändlern zu finden.

Insel-Brauerei: Belgisches Bier von Rügen

Zugegeben, wegen der wachsenden Biervielfalt hatte ich schon länger kein Bier mehr von der Insel-Brauerei aus Rambin auf Rügen im Glas. Umso mehr habe ich mich gestern auf das „Baltic Ale“ gefreut. Dabei handelt es sich um ein 7,5-prozentiges Belgian-Style Pale Strong Ale, das mit einer Abtei-Hefe in offener Gärung und noch mal in der Flasche vergoren wurde.

In einem attraktiven Goldton strahlt das naturtrübe Bier durchs Glas. Ein feinporiger, schneeweißer Schaum liegt oben auf. In die Nase strömen sofort würzige Noten der Hefe, die an weißen Pfeffer und etwas Muskatnuss erinnern. Der Antrunk gestaltet sich aromatisch und spritzig, bis sich auch auf der Zunge die würzigen Aromen mit einem vollmundigem Mundgefühl ausbreiten. Hinzu gesellen sich sanft fruchtige Töne und ein weiniger Charakter. Im trockenen Finish zeigt sich noch eine gewisse Herbe.

Fazit: Ein rundum gelungenes und aromatisches Bier. Die 7,5 Umdrehungen sind perfekt eingebunden, sodass das Ale sowohl als spritziger Aperitif als auch als aromatischer Speisenbegleiter zu Fischgerichten oder würzigen Currys funktioniert.

BRLO & Lervig: „Rosinenbomber“ zum Wildgericht

Wer gerade in den kalten Wintermonaten auf starke Biere steht, der kommt an diesem Sud wohl nur schwer vorbei. Beim „Rosinenbomber“ handelt es sich nicht um die bekannten US-Flugzeuge, die 1948 bei der Berlin-Blockade durch die Russen mit selbstgebastelten Fallschirmen kleine Päckchen mit Schokolade, Kaugummi und Rosinen für die hungernden Kinder abwarfen. Dieses Bier ist vielmehr ein absolut spannendes Imperial Stout mit satten zwölf Prozent Alkohol – aber bestimmt kein Durstlöscher für den Familiennachwuchs. Entstanden ist das Bier in einer Kollaboration zwischen BRLO aus Berlin und Lervig aus der norwegischen Stadt Stavanger.

Beim Einschenken zeigt sich der „Rosinenbomber“ in einer nachtschwarzen Farbe und einer fast schon öligen Konsistenz. Getoppt ist das Stout von einem cremigen, espresso-farbenen Schaum. In die Nase strömen kräftige Malzaromen von dunkler Schokolade, Karamell und Kakao. Dazu kommen röstige Noten sowie Anklänge von Dörrobst, Kirsche und dunklem Rum. Auf die Zunge fließt das Stout malzig-aromatisch und breitet sich cremig-vollmundig aus. Auch hier zeigen sich deutlich die Malzaromen. Im Finish präsentiert sich ein Spiel aus alkoholisch-wärmenden und etwas brenzligen Noten zusammen mit einer sanften Malzsüße und einer deutlichen Röstbittere sowie 80 Bittereinheiten vom Hopfen.

Fazit: Der deutsch-norwegische Kollaborationssud ist definitiv nichts für schwache Nerven. Er ist eine aromatische Wucht, die man sich am besten mit ein oder zwei Aficionados teilt. Das Imperial Stout kann ich mir sehr gut zu deftigen Wildgerichten mit Preiselbeeren oder lang gereiftem Blauschimmelkäse vorstellen.