Great Divide Brewing: Knackige Kombination mit gewissem Kick

Dieses Bier hätte ich gern eher entdeckt. Denn das „Car Camper“ von Great Divide aus Denver, Colorado, verkörpert allein schon durch das Dosen-Design pures Sommer-Feeling. Gebraut haben die US-Crafter das strohgelbe Hazy Pale Ale mit einer deftigen Portion Sabro-Hopfen. Und genau der entfaltet in diesem Top-Ale seine volle Kraft.

Der Trend-Hopfen feuert eine Mischung aus tropischen Noten an die Riechrezeptoren. Es trifft reife Ananas auf Kokosnuss und Zitrusfrüchte – wie bei einem fruchtigen Karibik-Drink. Ein harziger Anklang schwingt gesellig mit. Im Geschmack hält das Bukett, was es verspricht. Ananas, Mango, Kokosnuss und süßliche Cantaloupe-Melone vermählen sich zu einem harmonischen Aromaspiel. Ergänzt wird der erfrischende Fruchtcocktail mit moderater Kohlensäure durch harzige Töne und eine fein abgerundete Bittere.

Fazit: Mir gefällt beim „Car Camper“ nicht nur die super Drinkability, sondern auch das Geschmacksbild, das nicht nur saftig-fruchtig schmeckt, sondern mit harzigen Noten und einer spürbaren Bittere angenehm abwechslungsreich daherkommt. Ich schmeiß gleich mal den Grill an. Eine Dose habe ich noch.

Kehrwieder Kreativbrauerei: Karibik-Flair für zuhause

Wegen der Covid19-Situation gestaltet sich die Urlaubssaison auch für viele Craft-Freunde nicht ganz so einfach. Wer sich ein bisschen Karibik-Flair nach Hause holen möchte, kann das auch mit Bier machen. Ein toller Vertreter ist das Double Dry Hopped Pale Ale namens „Dominica“ von der Kehrwieder Kreativbrauerei aus Hamburg. Das Brau-Team um Oliver Wesseloh packt für das Summer-Feeling jede Menge fruchtige Hopfensorten in den 4,7-prozentigen Sud: Mosaic, Citra, Callista, Simcoe, Cascade und Centennial.

In einem Orangebraun fließt das Pale Ale ins Glas, getoppt ist es von einem weißen, feinporigen und stabilen Schaum. Die Nase wird von einem fruchtig-frischen Duft betört, der tropische Aromen von Maracuja, Grapefruit und gelben Steinfrüchten präsentiert. Über die Lippen fließt das Ale angenehm schlank mit moderater und erfrischender Kohlensäure. Auf der Zunge zeigen die eingesetzten Hopfensorten was sie so draufhaben. So schmeckt das Bier nach einem tropischen Obstkorb mit Früchten wie Maracuja, Pfirsich, Aprikose, Grapefruit und Limone. Eine sanfte Bittere und eine zarte Würze runden das Pale Ale im Finish ab.

Fazit: „Dominica“ schenkt den Sinnen wirklich etwas Urlaubs-Flair. Also: Einschenken, Sonnenbrille auf, ab in den Liegestuhl und Karibik-Feeling genießen. Passt sicher auch hervorragend zu gegrilltem Fisch, Meeresfrüchten und karibischen Salaten.

Cloudwater Brew Co. & Salt Beer Factory: Pale Ale und Marmelade

Zugegeben, kann ich selten an Dosen von Cloudwater aus Manchester vorbeigehen, ohne sie zu kaufen. So griff ich kürzlich bei meinem Craft-Bier-Dealer auch zum Pale Ale namens „Is There Room In The Budget For A Sports Car“, dass die Engländer mit der UK-Brauerei Salt aus Shipley, nördlich von Bradfort gelegen, entwickelt haben. Gebraut haben es die Macher mit 100 Prozent Münchner Malz.

Daher präsentiert sich das 4,6-prozentige Ale in einer für den Stil eher untypischen kastanienbraunen Farbe. Der Schaum ist feinporig, cremefarben und stabil. Das Bier duftet blumig, würzig und nach Zitrusfrüchten. Auf der Zunge erinnert der Kollaborationssud an Brombeer-Marmelade, in die man einen süßlichen Keks einstippt. Hintenraus zeigt sich zusätzlich eine ordentliche Hopfenherbe, die ich mit Zitrusschale assoziiere, und ein trockenes Mundgefühl.

Fazit: Ein echt ungewöhnliches Pale Ale. Ob ich es für rund acht Euro noch mal kaufen würde, weiß ich nicht, aber es war sehr interessant, es probiert zu haben. Cloudwater hat mich erneut nicht enttäuscht. Wer übrigens mal in London ist, sollte unbedingt auf ein paar Biere in den Taproom gehen.

Saugatuck Brewing: American Pale Ale als optimaler Craft-Starter

Saugatuck Brewing zählt zu den renommiertesten Brauereien aus dem US-Bundesstaat Michigan. Vor wenigen Tagen hatte ich eines der Flaggschiffe der 2005 gegründeten Craft-Stätte im Glas. Das American Pale Ale namens „Paled it!“ legt 5,5 Prozent Alkohol vor und wurde ordentlich gestopft mit den Hopfensorten Mosaic, Hallertauer Melon und Citra.

Das Ale glänzt in einem appetitlichen Goldton durchs Glas. Es duftet angenehm nach einem tropischen Fruchtkorb mit Noten von Ananas, Mango und Grapefruit. Die Aromen sind präsent, aber erschlagen einen nicht gleich. Auf der Zunge präsentiert sich das Pale Ale eher schlank mit einer moderaten Kohlensäure, die eine gewisse Frische versprüht. Im Geschmack zeigen sich ebenso die Tropenfrüchte. Neben Ananas, Mango und Grapefruit dringt aber auch ein Hauch von Honigmelone vom bayerischen Melon-Hopfen durch. Ein sanftes Malzbett untermauert den Gesamteindruck, der im Finish noch von einer schmeichelnden Bittere von nur 19 IBU abgerundet wird.

Fazit: Diese Pale Ale von Saugatuck ist ein echter Allrounder und nicht nur optimal für Craft-Novizen geeignet. Mit seinen sanften, aber durchaus präsententen Fruchtaromen erfreut das Bier sowohl den Gaumen von Hopfen-Profis als auch von Craft-Einsteigern, die sich gerade erst mit amerikanischen Bieren anfreunden.

Riedenburger Brauhaus: Sommer-Sud aus dem Altmühltal

Maximilian Krieger vom Riedenburger Brauhaus ist bekannt für trinkbare Sude. Schon vor rund fünf Jahren war ich ein Fan von seinem „Dolden Sud“. Jetzt legte der Bayer eine sommerliche Version davon vor. Der „Dolden Sommer Sud“ präsentiert schlanke 4,2 Prozent Alkohol und ein Aromaspiel aus vier bayerischen Hopfensorten: Smaragd, Cascade, Mandarina Bavaria und Spalter Select.

Goldgelb scheint das Sommer Ale durch das Glas. Ein schneeweißer, feinporiger Schaum komplementiert die appetitliche Optik. Der Duft erinnert an einen Spaziergang durch einen blühenden Blumengarten, zudem sich noch fruchtige Noten von Mandarine und Blutorange gesellen. Ein leicht malziger Touch trägt zu einem harmonischen Bukett bei. Auch auf der Zunge zeigt sich ein deutlich florales Aroma, das an Geranien erinnert und sich mit Zitrus-Tönen von Mandarine, Orange und Grapefruit vereint. Das bayerische Pale Ale ist unterlegt von einem sanften Malzkörper. Im Finish spielt noch eine angenehme Bittere mit.

Fazit: Ein wirklich attraktives sommerliches Ale, das zu jedem Anlass passt. Dieses Bier mit blumigen und fruchtigen Noten legt eine hohe Drinkability vor, sodass sich der „Dolden Sommer Sud“ sowohl für Craft-Einsteiger, aber auch für Geeks anbietet, die einfach mal ein unkompliziertes, aber aromatisches Pale Ale genießen wollen.

Glaabsbräu: Nicht nur Vicky liebt dieses Pale Ale

Nach „Hopfenlust“, „Tropic Thunder“ oder „Grie Soß“ legte die hessische Traditionsbrauerei Glaabsbräu aus Seligenstadt in ihrer Craft-Reihe einen neuen Knaller vor. Braumeister Julian Menner braute ein 5,7-prozentiges Pale Ale namens „Vicky Loves Pale Ale“, das der gebürtige Bayer mit drei Hopfensorten entwarf. Schon beim Blick auf das Etikett läuft echten Craft-Geeks schon das Wasser im Mund zusammen: Summit aus den USA, Monroe aus Deutschland und Vic Secret aus Australien.

In einem Goldorange fließt das Ale ins Glas, getoppt von einem cremigen und stabilen Schaum. Im Duft zeigen die eingesetzten Hopfensorten sofort ihre volle Kraft. Noten von roten Früchten, Citrus und ein Touch Maracuja dominieren das Bukett. Hinzu gesellt sich ein weiniger Anklang. Das Mundgefühl ist frisch und vollmundig. Auf der Zunge präsentiert sich eine zarte Säure sowie Aromen von Grapefruit, rotem Apfel und roter Johannisbeere. Untermauert wird das Pale Ale von einem sanften Malzkörper. Im Finish bleibt der Geschmack noch lang zurück und verabschiedet sich mit angenehmen 44 Bittereinheiten.

Fazit: Gefällt mir! Dieses hessische Pale Ale ist Julian wirklich gelungen. Es ist gut ausbalanciert, frisch und gut trinkbar. Am besten gefällt mir die Kombination der Hopfensorten, die das Bier geschmacklich zu einem köstlichen Gesamtbild formen. Und sicher wird dieses Ale nicht nur Vicky lieben. Dazu könnte ich mir sehr gut ein pikantes Asia-Gericht vorstellen.

Rock Paper Scissors: Sechs finnische Indie-Spezialitäten

IMG_20180926_191645_390Als Blogger bekommt man manchmal ganz unerwartet Bierpost aus irgendwelchen Ländern der Welt. Über ein Paket habe ich mich kürzlich ganz besonders gefreut, da es aus Finnland kam. Im Juli lernte ich auf dem „Große Biere – kleine Brauereien“-Festival in Helsinki das super sympathische Team von „Rock Paper Scissors“ kennen – eine Indie Brauerei mit Sitz in Kuopio, das rund 400 Kilometer nordöstlich von Helsinki liegt, eigenem Taproom und eigener Sauna. Braumeister Aki hat sich auf die Fahne geschrieben, schön aromatische, aber vor allem trinkbare Biere zu brauen. Das fiel mir damals schon auf dem Craft-Bierfestival auf. Heute möchte ich euch ein paar Sorten der Finnen vorstellen.

Fast jeder Craft-Brauer führt ein Standardsortiment. So auch „Rock Paper Scissors“, das übrigens das auch in Deutschland bekannte Spiel „Stein-Papier-Schere“ darstellen soll. So brauen die Finnen ein modernes Lagerbier mit 4,7 Prozent Alkohol. „An all day, everyday Lager”, so die Bezeichnung, glänz golden im Glas, ist hopfengestopft und präsentiert sowohl in Nase, als auch im Geschmack ein malziges, grasig-hopfiges Aroma mit einer angenehmen Herbe. Das „Rye Candy Red Ale“ dagegen ist allein mit 5,2 Prozent schon etwas stärker gebraut. Es zeigt sich in einer rehbraunen Farbe, getoppt von einem beigen Schaum. Es duftet malzig, nussig mit einem Hauch von Rosinen. Auf der Zunge ebenfalls nussig, herb, hopfig und mit einem Anklang von Dörrobst und Nougat.

Zum Standardsortiment darf auch in Finnland kein Pale Ale fehlen. Die Nordbrauer verfeinern ihren Sud allerdings mit Pink Grapefruit und Orangenschale. Die Extrazugaben spürt man schon im Duft, gepaart wird das Ganze mit etwas Waldhonig. Im Geschmack prickelnd-frisch mit fruchtigen Noten von Grapefruit und Orange. Dazu gesellt sich eine harmonische Malzsüße und eine deutliche Bittere.

IMG_20180907_191817_478Neben den kreativen „normalen Sorten“, produzieren die Indie-Brauer auch ein New England IPA (NEIPA), dass sie in Kollaboration mit einer anderen finnischen Brauerei namens „Fat Lizard“ gebraut haben. Das 5,5-prozentige NEIPA „The Lizard“ duftet schon saftig nach Mango, Zitrus und Maracuja. Im Geschmack dominieren die Zitrusfrüchte wie Limette und Grapefruit.

20180906_211029Ein weiteres ungewöhnliches Bier der Indies ist dessen „Lime & Ginger Wheat Ale“. Also ein goldfarbenes Weizenbier, das neben Limette und Ingwer noch mit Loral-Hopfen aromatisiert ist. Das 5,5-prozentige Ale präsentiert sich in Duft und Geschmack mit Ingwer- und Kräuternoten. Im Finish erinnert es etwas an ein Müsli – das ist nicht unangenehm. Zum Schluss hatte ich noch das „Let’s settle this like Adults“ im Glas. Das ist ein hopfengestopftes Lager, das Braumeister Aki für das Monstertreffen von Trump und Putin in Helsinki eingebraut hat. In der Nase malzig mit einem Anklang von Heu. Auch auf der Zunge dominiert Getreide und Malz. Der Hopfeneinsatz zeigt sich etwas floral, grasig und mit ein wenig Zitrusnoten.

20180906_203549Fazit: Bei den Standardsorten gibt es absolut nichts zu meckern. Sie sind solide, aromatisch und gut trinkbar. Das NEIPA dagegen ist mir für die Typologie zwar etwas zu bitter, aber geschmacklich wirklich cool. Beim Weizen-Ale muss man das Ingweraroma mögen. Für mich ok, ein bisschen stört mich aber der Müsli-Nachhall, der nicht so gut zu dieser Kreation passt. Das „Let’s settle this like Adults“ ist auch ein solides, harmonisches und aromatisches Bier, das aber echte Hop-Heads nicht unbedingt vom Hocker haut. Auch die Finnen können Bier brauen, auch wenn nicht jedes Bier meinen Geschmack trifft, aber das ist auch gut so.

 

 

 

 

 

 

Welde Braumanufaktur: Traditionsbrauerei zaubert kreative Craft-Sorten

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Credit: Welde

Die Braumanufaktur Welde aus Plankstadt bei Mannheim ist längst nicht mehr nur bekannt für ihr „Slow Beer Pils“ in der kunstvoll geschwungenen Flasche. Neben traditionellen Sorten setzt die badische Braustätte inzwischen auch auf eine eigene Craft-Serie. Ich habe die drei neuen Sorten mal genauer unter die Lupe genommen.

„Citra Helles“

Welde Craft (4)Lagerbiere wie Helles liegen derzeit total im Trend – natürlich aber neu interpretiert. So legte Welde auch eine spannende 5,2-prozentige Variante auf, die mit den drei Hopfensorten Select, Yellow Sub und Citra aromatisiert ist. Das sonnengelbe untergärige Bier präsentiert ein sehr frisches Bukett mit Zitronennoten, die von einer typischen Malzigkeit des Bierstils untermauert werden. Auf der Zunge zeigen sich neben dem schlanken Malzkörper auch Aromen der eingesetzten Hopfensorten. Erfrischend dominieren auch hier Zitronen- und Limonen-Noten, die von einer zarten Kräuterharmonie und einer dezenten Herbe von 16 Bittereinheiten begleitet werden.

Fazit: Ein aromatisches, schlankes und erfrischendes Bier für alle Tage. Bayerisches Helles eben mal ganz anders. Hohe Trinkbarkeit mit viel Geschmack, so mag ich das.

„Pale Ale“

Welde Craft (3)Ein weiterer Vertreter in der Craft-Serie der Plankstädter-Brauerei ist das Pale Ale. Das bernsteinfarbene, 4,8-prozentige Bier wird mit drei hocharomatischen Hopfensorten gebraut: Simcoe, Pekko und Cascade. Schon im Duft zeigt das grüne Gold, was es bei richtigem Einsatz draufhat. In die Nase strömen hopfige Noten, die an reife Steinfrüchte erinnern. Eine gewisse Blumigkeit sowie Zitrusnoten schwingen noch mit. Vollmundig breitet sich das Ale im Mundraum aus und legt auch hier fruchtige Aromen vor, die von einer zarten Malzsüße begleitet werden. Im Nachhall verabschiedete sich das Pale Ale mit 30 schlanken IBUs.

Fazit: Ein modernes Pale Ale, das auch für Einsteiger gut funktionieren kann. Ich hätte mir allerdings noch etwas mehr Power der hocharomatischen Hopfensorten gewünscht. Aber auf jedem Fall bleibt eine hohe Drinkability.

„IPA“

Welde Craft (2)Das India Pale Ale gilt in der Craft-Szene noch immer als Mutter aller Bierstile. Kein Wunder, dass auch Welde sich an diese Typologie wagt. Auch hier verwendet das Brau-Team drei Hopfensorten: Azacca, Cascade und Sorachi Ace. In einem attraktiven Kupferton strahlt das 6,7-prozentige Ale durch das Glas. Es duftet tropisch mit dominierenden Zitrusnoten, die ein Hauch von Kokos unterstützt. Am Gaumen inszeniert sich das Ale mit einem kräftigen, aber doch erfrischend Körper und süßlich-herben Hopfennoten, die an Mango und Zitrusfrüchte, aber auch an reife Bergpflaume erinnern. Im Finish bleibt das Bier noch lange angenehm zurück und zeigt neben den fruchtigen Aromen eine deutliche Herbe von 55 Bittereinheiten.

Fazit: Ein sehr schön ausbalanciertes IPA mit ungewöhnlichem Aromaspiel, das aber nicht gleich überfordert.

 

 

 

Brewheart: Von Ale Capone bis Hop Dylan

IMG_20180929_140111_748Die Gründer der neuen Kreativmarke „Brewheart“ aus Otterfing bei München verbindet offensichtlich eine starke Liebe zur US-amerikanischen Craft-Kultur. Andreas und Roland schätzen besonders die Offenheit, die Begeisterung und die Experimentierfreunde der US-Brauer. Sichtbar bei Markenname und Design ist, dass sich die Bayern für ihr Projekt davon inspirieren lassen. Kürzlich brachten die beiden Bierfans drei Sude mit schicker Aufmachung auf den Markt. Die neue Craft-Marke hat sich nur ein paar Kilometer entfernt in meinem Nachbarort angesiedelt. Da musste ich natürlich gleich den Bestell-Button drücken und die Biere probieren.  Diese Vorstellung ist denn auch wohl eine Prämiere.

„Dr. No“

20180929_130303Fangen wir mal mit dem alkoholärmsten an. „Dr. No“ ist ein orangefarbenes, naturtrübes, alkoholfreies IPA mit feinem bis mittelporigem Schaum-Topping. Gebraut wurde es mit drei Hopfensorten: Hallertauer Perle, Centennial und Lemondrop. Daher duftet es nach Zitrusfrüchten, aber auch dezent nach Honig und Malz. Auf der Zunge zeigt sich ein sanftes Aroma von Orange und Grapefruit, bis sich das Ale mit einem herben Finish verabschiedet. Der typische Anklang der alkoholfreien Noten schwingt sowohl in Bukett, als auch im Geschmack mit.

Fazit: Eine schöne aromatische Erfrischung für Zwischendurch oder auch für Craft-Fans, die ihren Wagen mal neben der Kneipe stehen lassen müssen.

„Ale Capone“

20180929_131644Kräftiger im Alkoholgehalt und auch im Aroma präsentiert sich das 6-prozentige Pale Ale in schöner Süffigkeit. In einem Gelborange schwimmt das Bier im Glas, eine cremiger, schneeweiße Schaumhaube liegt oben auf. Im Duft zeigen sich gleich die verwendeten Hopfensorten Ella, Summit und Saphir mit tropischem sowie blumigem Charakter. Kaum über die Lippen gelaufen, verbreiten sich im Mundraum Aromen von reifer Birne, Zitrus, gelben Steinfrüchten und ein Hauch Banane. Auch hier zeigt sich im Nachhall eine angenehme Bittere.

Fazit: Ein frisches, fruchtiges und sehr harmonisches Pale Ale. Ein Bier mit viel Potential. Da gibt es nichts zu meckern.

„Hop Dylan“

20180929_133457Wie der Name schon verrät, geht es bei dem IPA um Hopfen, um wirklich viel Hopfen. Die Sorten Cascade, Saphir und Hallertauer Perle sind dabei verantwortlich für das Aroma. In einem attraktiven Orangegelb leuchtet das 7-prozentige Ale durchs Glas. Ein cremiger, feinporiger Schaum komplementiert die Optik. Das IPA duftet wie ein frischer Obstsalat: Litschi und Zitrusfrüchte wie Orange sowie Grapefruit vereinen sich. Auf der Zunge dann weich, moussierend, vollmundig. Eine gewisse Malzsüße verschmilzt mit Aromen von gelben Steinfrüchten, Litschi und Zitrus. Im Finish zeigt sich eine deutliche Herbe.

Fazit: Ein prima ausbalanciertes, deftiges IPA mit dominanten Fruchtnoten. Gefällt mir richtig gut!

Frau Gruber: Geheimtipp für die Sommerhitze

IMG_20180627_194410_566Alkohol ist Geschmacksträger. Hopfen aber auch. Das beweist das neue Session Pale Ale „Canned Heat“ von Frau Gruber aus Augsburg, das mit nur 2,9 Umdrehungen auskommt. Braumeister Enzo Frauenschuh, bekannt für richtig deftige Hopfenbomben, packte auch für seine schlanke Version ordentlich grünes Gold in den Sud. Verantwortlich für das Aroma sind die Sorten Select, Amarillo, Citra und Centennial.

Das Leicht-Ale präsentiert sich in einem trüben, birnensaftartigen Farbton im Glas, der unbedarfte Craft-Fans auf den ersten Blick vermutlich erst mal verunsichern mag. Hält man dann aber seine Nase über den Sud, dann sind selbst eingefleischte Hopheads sofort verführt und glücklich. So ging es mir jedenfalls. Das Session Ale duftet nach reifer Birne, Bergpfirsich, Zitrusfrüchten und einem Hauch süßlichem Tropenobst von Ananas und Mango. Dazu gesellt sich ein dezent grasiger Anklang. Schon während das Session über die Lippen fließt, explodiert das hopfige Fruchtfeuerwerk. Das Bier zeigt sich schön schlank, mit einem leichten Malzkörper und einer erfrischenden Rezenz. Auf der Zunge prickeln die Aromen von gelben Steinfrüchten, Zitrus und etwas Mango. Im Finish sind 35 Bittereinheiten wahrnehmbar, die das Pale Ale abrunden.

Fazit: „Canned Head“ ist eine echte Fruchtbombe, die sich jedoch sehr schön frisch und schlank präsentiert. Enzo Frauenschuh spielt hier auf der Klaviatur vielseitiger Fruchtnoten und erzielt damit einen Trunk, der niemand überfordert. Mein Tipp für die derzeitigen Hitzerekorde: Liegestuhl aufklappen, Dose zischen lassen und ganz langsam genießen.