Porterhouse Dublin: Weihestätte irischer Bierkultur

davManche Städte sind berühmt für ihre Museen, Opernhäuser oder Architekturdenkmäler. Zum höchsten Kulturgut der Bewohner von Dublin gehört dazu noch eine quirlige Pub-Szene mit frischgezapftem Bier, Live-Musik und überschäumender Lebensfreude. Während lange Zeit nur eine Hand voll Großbrauereien die Hähne in den Biertempeln der irischen Metropole beherrschten, hat sich inzwischen einiges verändert. Wer bei seinem Trip in die Stadt am Liffey mal etwas anderes als das übliche Guinness-Stout genießen will, der sollte unbedingt im „The Porterhouse“ inmitten des belebten Szeneviertels Temple Bar vorbeischauen.

Schon auf offener Straße wird der Besucher vom Sound harter Gitarren-Riffs empfangen, der sich durch alle vier Stockwerke des Brewpubs fortsetzt. Jeden Abend sorgt hier – nahe der Statue der berühmten Dubliner Fischhändlerin Molly Malone – eine Live-Band für echten irischen Charme. Anziehungspunkt im rustikalen Ambiente sind nicht nur die diversen Theken, sondern auch ein auf Hochglanz polierter Kupferkessel, um den herum die Gäste munter ihre Pints kippen. Passend zur Szenerie: Auf Regal- und Fensterbrettern ruhen unzählige Bierpullen aus aller Welt.

Das „Porterhouse“ in Dublin ist keine herkömmliche Bierbar, wie man sie in Dublin an fast jeder Straßenecke findet. Als Liam LaHart und Oliver Hughes vor 22 Jahren die erste Gasthausbrauerei der Stadt gründeten, revolutionierten sie eine jahrhundertealte irische Trinkkultur. Anfangs wurde das Kneipenkonzept mit selbstgebrauten Suden noch belächelt, denn gefühlte 90 Prozent der Iren tranken damals Guinness. Craft-Bier aus kleinen Manufakturen war den Dublinern indes noch weitgehend fremd. Inzwischen aber gilt das „Porterhouse“ mit über 100 internationalen und mehr als zehn eigenen Sorten als echte Kultstätte.

davZu den beliebtesten Bieren im Brewpub gehören – ganz nach irischen Geschmack – die nachtschwarzen, röstigen Sorten. Bestseller ist das 4,6-prozentige „Oyster Stout“, das mit frischen Austern gebraut wurde und dadurch eine feine cremige Textur an den Gaumen zaubert. Besonders stolz ist das Team um Braumeister Peter Mosley aber auf das mehrfach ausgezeichnete „Plain Porter“ mit malzigen und fruchtigen Aromen sowie einer angenehmen Bittere im Finish. Nachdem das Bier zweimal den „International Brewing Award“ gewann, rühmt sich die Porterhouse-Truppe mit dem „besten Stout der Welt“.

Neben dunklen Malzbomben fließen aber auch Pilsner, Lager, Pale Ale und ein hauseigenes „Hop Head IPA“ vom Hahn. Das IPA mit nur fünf Umdrehungen spielt mit dem Aroma aus den Hopfensorten Pilgrim, Nugget, Cascade und Centennial. Auch bei den Saison-Bieren legt sich das Brauteam voll ins Zeug: Das Dark IPA namens „The Devil’s Half Acre“ lag beispielsweise sechs Monate im Whisky-Fass und wärmt jetzt mit kräftigen 13 Alkoholprozenten sowie Noten von Schokolade und Dörrobst. Wer sich einen Platz am Tresen erobern konnte, sollte unbedingt auch das „Chocolate Truffle Stout“ probieren, das mit Aromen von Vanille, Karamell und dunklen Früchten überrascht.

mdeSolche Malzsäfte in Verbindung mit dem heimeligen Pub-Ambiente machen richtig Spaß. Wem beim vielen Probieren ein ganzer Pint zu viel wird, der kann auch ein Probierbrett mit hauseigenen Kostproben bestellen. Und hungern muss im Porterhouse auch niemand. Passend zu den Biersorten kann der Gast zwischen frischen Austern, verschiedene Steakvarianten, und dem traditionellen Irish Stew wählen – zu letzteren passt am besten ein röstiges „Oyster Stout“.

 

Erschienen im Meiningers CRAFT Magazin für Bierkultur.

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