Craft-Bier: Kleine Degustation mit großen Hopfensäften

Kleine Degustation mit großen Bieren
Kleine Degustation mit großen Bieren

Es war einfach mal wieder Zeit für eine kleine Degustationsrunde. Also lud ich gestern ein paar Freundinnen ein, die noch wenig Erfahrung mit Craft-Bieren haben. Ich tischte ihnen eine Auswahl an feinen Bieren auf, um ein wenig Überzeugungsarbeit für moderne Kreativbiere zu leisten. Ich kenne alle vier Biere seit Jahren, probiere sie aber immer mal wieder, um zu testen, ob sich an der Qualität dieser international inzwischen bekannten Ales etwas verändert hat. Kritiker kann ich beruhigen: Die amerikanischen und schottischen Braumeister haben in einer ansonsten quirligen Branche das Niveau ihrer Biere – auch bei immens gestiegenen Ausstoß – gehalten.

 

Pale 31

  • Brauerei: Firestone Walker Brewing Company, Kalifornien
  • Alkoholgehalt: 4,8 Prozent
  • Farbe: golden
  • Geruch: Mango und Karamell
  • Geschmack: Mandarine, Pampelmuse, Mango, ein Hauch von Bourbonvanille
  • Bittereinheiten: 38 IBU
  • Fazit: Das Pale 31 wird in meinen Bewertungen wohl nie wirklich schlecht abschneiden. Es war vor einigen Jahren eines der Craft-Biere, das es schaffte, mich generell vom Biergenuss zu überzeugen und meine Leidenschaft für Craft-Biere zu entfachen. Deswegen: Ein köstlicher Trunk, der zu jeder Jahreszeit und zu jeder Situation passt.

 

Pale Ale

  • Brauerei: Sierra Nevada Brewing Company, Chico, Kalifornien
  • Alkoholgehalt: 5,6 Prozent
  • Farbe: Bernstein
  • Geruch: Orange, Aprikose, Honig
  • Geschmack: Grapefruit, kräuterig, hopfig
  • Bittereinheiten: 38 IBU
  • Fazit: Absolut empfehlenswert – vor allem als Alltagsbier. Kein Wunder, dass es das gängigste Ale einer der erfolgreichsten Craft-Brauerei in den USA ist:Sierra Nevada schaffte es aus dem Stand inzwischen zur siebtgrößten Brauerei aufzusteigen.

 

Punk IPA

  • Brauerei: Brewdog, Schottland
  • Alkoholgehalt: 5,6 Prozent
  • Farbe: bernstein
  • Geruch: Maracuja, Mango, Pfirsich, Zitrus
  • Geschmack: Mango, Pfirsich, Grapefruit
  • Bittereinheiten: 45 IBU
  • Fazit: Ein großartiges IPA, das mich noch immer durch seinen köstlichen Maracuja-Duft überrascht und in meinem Favoriten-Ranking nach wie vor ganz vorne mitspielt.

 

Torpedo IPA

  • Brauerei: Sierra Nevada Brewing Company, Chico, Kalifornien
  • Alkoholgehalt: 7,2 Prozent
  • Farbe: kräftiges bernstein
  • Geruch: Rote Waldfrüchte, reife Mango
  • Geschmack: fruchtig nach Aprikose, Grapefruit, würzig, malzig
  • Bittereinheiten: 70 IBU
  • Fazit: Klasse! Allerdings ist es mir für ein IPA etwas zu malzig.

 

Fazit: Ich habe wieder ein paar neue Craft-Bierfans gewonnen. Jedes einzelne dieser fantastischen Ales überraschte und verwöhnte die Gaumen meiner Freundinnen. Als Gruppensieger kürten die Novizinnen das Pale Ale von Sierra Nevada zum Craft-Bier des Abends. Das schottische Punk IPA war einigen von Geruch und Geschmack her (seltsamerweise!!!) etwas zu extrem. Die nächste Degustationsrunde folgt!

4 Gedanken zu “Craft-Bier: Kleine Degustation mit großen Hopfensäften

      1. Samuel Adams

        Hallo,
        schön beschriebene Vergleichsprobe. Aber auch von mir die Frage, warum nichts von hier dabei war.

        Das hat jetzt weniger mit nationalistischer Überheblichkeit zu tun als der Tatsache, dass die US-Importe und auch die aus Schottland üblicherweise eine recht lange Anreise hinter sich haben, während man ein deutsches Erzeugnis wesentlich frischer ins Glas bekommen kann.

        Mein entsprechendes Aha-Erlebnis hatte ich Anfang August auf der Berliner Biermeile, die ich eigentlich hauptsächlich wegen der dort nunmehr im 2. Jahr angebotenen amerikanischen Importe besucht habe. Die waren auch zugegebenermaßen alle sehr gut. Aber als dann der gerade erst 3 Tage zuvor in Flaschen abgefüllte Backbone Splitter von Hanscraft über meine Zunge floss war für mich selbst das eigentlich als Maß aller Dinge geltende Arrogant Bastard Ale mit einem Mal abgemeldet!

        Also beim nächsten Vergleich ruhig ein wenig mehr Patriotismus zeigen und etwas frisches Passendes von Ale Mania, vom Braukunstkeller, Crew Republic oder Camba Bavaria dazwischen packen! Deren Biere müssen sich wirklich nicht hinter den Amerikanern und Schotten (oder Dänen / Italienern / Norwegern) verstecken. Und vielleicht wird es dann nach der Probe einen anderen Favoriten geben?

      2. mareikehasenbeck

        Das habe ich auf jeden Fall vor! 🙂 Und bei dem Backebone Splitter kann ich nur zustimmen. Ein absolut geiles Bier!

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