Mein ganz persönlicher Craftbier-Wunschzettel für 2014

Viele Blogger schauen jetzt zurück auf das vergangenen Jahr und summieren Erfolge und Misserfolge in der Craftbier-Szene. Eine alte Regel aber sagt: Wer gut und genussvoll leben will, sollte nicht nur in die Vergangenheit blicken. Deswegen hier meine 14 Wünsche für das Jahr 2014:

1. Viele deutsche Craft-Brauer sind noch nicht aus ihrem Schatten getreten. Ich wünsche mir mehr Aufmerksamkeit für die vielen innovativen Produzenten von IPA, Stout, Porter und Co. Geht in die Medien, zeigt Euch bei Facebook, Twitter und anderen sozialen Plattformen, damit die Welt erfährt, dass es auch in Deutschland tolle Biere gibt.

2. Ich wünsche mir, dass deutsche Biertrinker endlich kapieren, dass das Reinheitsgebot nicht das Maß aller Dinge ist und der Verbraucher die Qualität von ungewöhnlichen Kreativbieren schätzen lernt.

3. Der Marktanteil für Craft-Biere ist hierzulande noch sehr gering, aber der Absatz zieht deutlich an. Ich wünsche mir, dass sich der Marktanteil in 2014 mindestens verdoppelt – also Leute, braut was das Zeug hält.

4. Selbst in teueren Fresstempeln vermisse ich bis heute ein adäquates Bierangebot, das über die allseits bekannten Fernsehplörre hinausgeht. Ich wünsche mir, dass in Restaurants künftig neben Weinkarten auch interessante Bierkarten auslegen und ich neben einem Allerweltspils dort auch mal ein IPA trinken kann.

5. Um neue Biere zu kaufen, muss ich bislang weite Strecken mit meinem Auto zurücklegen, weil es in meiner Nähe zwar dutzende Bierhändler gibt, aber keiner von ihnen auch nur ein einziges Kreativbier führt. Ich wünsche mir, dass künftig viele, viele neue Biershops entstehen, in denen man auch mal ein internationals Bier kaufen und vielleicht vor Ort sogar verkosten kann.

6. In Zukunft wünsche ich mir noch mehr so geile Veranstaltungen wie die Braukunst Live in München oder die Craft Beer Days in Berlin oder Hamburg.

7. Noch ist die Craft-Bier-Szene nicht besonders gut vernetzt. Deswegen wünsche ich mir, dass ich im neuen Jahr viele neue Kontakte knüpfen kann und virtuelle Bierfreunde endlich persönlich kennen lerne.

8. Stouts, IPAs, Porter etc. sind bisher hauptsächlich in Großstädten bekannt. Ich wünsche mir, dass auch in kleineren Städten neben dümpeligen Pilskneipen mehr Craft Bier Bars eröffnen wie etwa das Red Hot und das Tap House in München, das Brauhaus Südstern in Berlin oder das Bob`s in Augsburg.

9. Was die Amerikaner und Neuseeländer können, können die deutschen Hopfenbauern schon lange. Trotzdem wünsche ich mir, dass sich die Produzenten in Hallertau oder Tettnang mit weiteren interessanten Aromasorten auf den Markt kommen.

10. Vermehrt wundere ich mich darüber, dass der Flaschenpreis für Kreativbiere im Handel immer häufiger die 20-Euro-Marke sprengt. Das schreckt schon viele Verbraucher etwas ab. Ich wünsche mir, dass die Bierpreise in 2014 fair bleiben und auch Leute mit kleinen Geldbeuteln weiterhin in hohen Biergenuss kommen können.

11. Niemand muss seine Geheimnisse preisgeben. Aber ich wünsche mir, dass künftig auf den Flaschenetiketten qualifizierte Angaben über eingesetzte Hopfen- und Malzsorten genannt werden. So kann sich der Verbraucher besser orientieren und einschätzen, was er trinkt.

12. Und ich wünsche mir viele Craft Bier Konferenzen mit Bloggern, Brauern und mit allen die Lust haben qualifiziert über Bier zu diskutieren.

13. In meinem Keller gärt seit einigen Tagen mein erstes selbstgebrautes IPA. Ich wünsche mir, dass dies ein richtig gutes, hopfiges, leckeres und wundervolles wird.

14. Ich wünsche mir außerdem, dass ich Euch weiterhin mit meinen Texten und Verkostungen ein abwechslungsreiches Lesevergnügen bereiten kann.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein genussreiches, spannendes und interessantes Jahr 2014!

Foto: Elena Hasenbeck
Foto: Elena Hasenbeck

3 Gedanken zu “Mein ganz persönlicher Craftbier-Wunschzettel für 2014

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