Das Brauer-Portrait: Achim Sauerhammer – Experimentierfreudiger Braumeister mit Herzblut

Foto: Pyraser
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Schon als Kind kam Achim Sauerhammer ständig mit Bier in Berührung. Sein Vater ist Braumeister, dem er damals über die Schulter schaute und schon als Kind den einen oder anderen Schluck Bier stibitzte. Ihm wurde der Brauer Beruf damit quasi in die Wiege gelegt. Nach seiner Lehre arbeitete er noch einige Zeit als Brauergeselle, bis er 2009 als Braumeister und Produktionsleiter in der Pyraser Landbrauerei antrat. Die Braustätte liegt südlich von Nürnberg und verkauft seit 1870 Biere aus der Region für die Region.

Foto: Pyraser
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Achim Sauerhammer ist aber nicht nur Braumeister: Um sich fortzubilden, schloss er 2011 eine Ausbildung zum Biersommelier bei der Genussakademie Doemens in Gräfelfing ab. Seitdem ist er für die Zutaten und das Aroma der Pyraser Biere verantwortlich. Neben 20 traditionellen verschiedenen Bieren ist Achim Sauerhammer besonders stolz auf die Herzblutreihe. Eine besondere Beziehung pflegt er zu einer Bierspezialität in der Palette, da ihn Brauerei-Chefin Marlies Bernreuther bei diesem Pyraser zum Namensvetter ernannte: „Achims Grand Cru“ nennt sich das Starkbier mit extra gezüchteter Trappisten-Hefe. Dieser Hammerdrink spiegelt die ganze Experimentierlust und Leidenschaft für exotische Hopfensorten des innovativen Braumeisters wieder.

Das Brauer-Portrait – 7 Fragen an Achim Sauerhammer

1. Wann und wie tranken Sie ihr erstes Bier?

Das ist eine gute Frage. Da mein Vater auch Braumeister ist, bin ich schon immer mit Bier in Berührung und erinnere mich, dass ich als kleiner Junge des Öfteren den letzten Schluck aus einer Bierflasche meines Vaters „geklaut“ habe. Geschmeckt hat es damals noch nicht wirklich. Bewusst trank ich mein erstes Bier mit 14 Jahren. Es handelte sich um eine „Heidecker Hopfenperle“ aus unserer kleinen Gasthaus Brauerei in Heideck. Schon hier fand ich das Hopfenaroma einfach klasse, aber auch für ein frisches, fruchtiges Weizenbier bin ich immer wieder zu haben.

2. Wann und warum haben Sie sich für den Brauerberuf entschieden?

Der Beruf als Brauer wurde mir nahezu in die Wiege gelegt. Entschieden habe ich mich dafür nach meinem Schulabschluss. Nach der Lehre arbeitete ich noch etwas als Brauergeselle und hab mich dann bei Doemens zum Brau- und Getränketechniker/ Braumeister weitergebildet. Seit 2009 bin ich jetzt Produktionsleiter bei der Pyraser Landbrauerei und verantwortlich für die Herstellung von 20 unterschiedlichen Bieren, über 20 alkoholfreien Getränken und natürlich für die Pyraser Herzblut- Reihe.

3. Auf welches Bier sind Sie besonders stolz und warum?

Stolz bin ich natürlich auf alle unsere Biere, da jedes seinen eigenen Charakter besitzt und etwas Besonderes ist, wie etwa auch jede einzelne Kreation eines neuen Herzblut- Bieres. Hier kann man seiner Phantasie freien Lauf lassen und experimentieren. Umso größer ist dann die Freude, wenn am Schluss ein perfektes Bier mit völlig neuen Aromen und Geschmäckern herauskommt.

4. Was macht für Sie ein wirklich gutes Spezialitätenbier aus?

Kreativität, Innovation und die Liebe zum Detail. Solche Charakterbiere kann man nicht in großen Mengen herstellen und sie brauchen natürlich auch viel Zuwendung und etwas Geschick im gesamten Herstellungsprozess. Ich bin froh, dass sich immer mehr Brauer- und Braumeisterkollegen an solche Kreationen wagen und somit durch die ausgeklügelte Wahl der einzelnen Rohstoffe zeigen, was in einem Bier alles drinstecken kann.

5. Was sind Ihre Lieblingshopfensorten?

Der Hopfen ist meine persönliche Leidenschaft. Hier habe ich immer irgendeine neue oder exotische Sorte auf Lager und „hopfenstopfe“ diese dann in einem Kleintsversuch in unterschiedliche Biere, um einfach die Aromen im fertigen Bier zu genießen. Derzeit experimentiere ich viel mit australischen oder neuseeländischen Hopfen, die starke fruchtige Aromen besitzen, besonders nach tropischen Früchten wie Maracuja, Aprikose und Zitrusfrüchten. Die deutschen Hopfen haben eher diese typisch hopfenwürzigen, kräuterartigen und floralen Aromen, die man beim Hopfen schon erwartet.

Meine persönlichen Favoriten sind der deutsche Saphir, er hat einfach diesen hervorragenden Geruch nach frischem Hopfenfeld und verleiht nahezu jedem Bier die entsprechende Würze. Von den exotischeren Sorten favorisiere ich Cascade, da er ein sehr angenehmes fruchtiges Aroma nach Grapefruit und Zitrus ins fertige Bier bringt und diese dadurch eine hohe „drinkability“ erhalten.

Ich bin mir sicher, dass der Hopfen in den nächsten Jahren auch hierzulande eine weitaus höhere Bedeutung im Bier finden wird und auch große Brauereien mehr Wert auf besondere Hopfensorten und Hopfungsverfahren legen werden.

6. Was ist für Sie der schönste Ort der Welt?

Am liebsten bin ich zu Hause bei meiner Familie und lasse den Tag gemütlich ausklingen. Viel Zeit verbringe ich natürlich auch in der Brauerei, da gefällt´s mir schon auch ganz gut.

7. Was sind Ihre persönlichen Ziele?

Beruflich wünsche ich mir, dass Bier endlich den Stellenwert erreicht, den es verdient. Bier ist sowohl der perfekte Durstlöscher, als auch der pure Genuss. Das richtige Bier passt eigentlich immer und überall. Privat hoffe ich, dass alles so weiterläuft wie bisher, mein Sohn in Frieden aufwächst und ich meiner Familie immer das bieten kann was sie verdient.

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Ein Gedanke zu “Das Brauer-Portrait: Achim Sauerhammer – Experimentierfreudiger Braumeister mit Herzblut

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